HomeForumLeben mit EGemäldeDemenz....Heimwahl16 Regeln bei DemenzImpfressum


StartseiteFAQSuchenLexikonAnmeldenLogin



Teilen | .
 

 Hospitalismus

Vorheriges Thema anzeigen Nächstes Thema anzeigen Nach unten 
AutorNachricht
Jürgen
Ist hier Zuhause
Ist hier Zuhause
avatar

Situation bezieht sich auf Situation bezieht sich auf :

Anzahl der Beiträge :
401
Alter :
58
Ort :
Herne
Anmeldedatum :
14.11.08

BeitragThema: Hospitalismus
Fr 17 Sep 2010, 16:09    © Jürgen
Eine Antwort erstellen

Psychischer Hospitalismus

Diese Form wurde zuerst an Heimkindern entdeckt und beschrieben. Es
handelt sich um psychische Störungen aufgrund mangelnder individueller
Zuwendung. Heute beobachtet man ähnliche Symptome des Deprivations-
syndroms (lat. deprivare : berauben) an chronisch Kranken und Bewohnern
von Langzeit-Pflegeeinrichtungen. Ursachen sind auch hier Zuwendungs-
mangel, Anpassung an die Umgebung durch ,,Vergessen" der eigenen Be-
dürfnisse und fehlende Möglichkeiten der individuellen Mitgestaltung des
Lebensbereiches durch,,totale Versorgung".

,,Man weiß, daß unter total reizarmen Bedingungen Menschen auf diese
Reizlosigkeit dadurch reagieren, daß sie anfangen, etwas mit sich selbst zu
machen (das kann Gesang, Gelalle, Onanieren, Angst, Schreien, Sichknei-
fen u. ä. sein)" (Dörner u. Plog 1980).

An alten Menschen beobachtete Hospitalisierungserscheinungen sind :

- Passivität: Gleichgültigkeit gegenüber der Umwelt, fehlende Bereitschaft,
bei der Körperpflege mitzuhelfen oder sich an einer Aktivität zu beteili-
gen.
- Apathie : Auffallende Teilnahmslosigkeit, Ansprechbarkeit und Reaktio-
nen sind herabgesetzt.
- Vernachlässigung des Äußeren: Die Körperpflege wird nicht oder nur
unregelmäßig durchgeführt, die Kleidung ist unwichtig, oft zieht man sich
nicht richtig an, auch beim Essen läßt man sich gehen.
- Depressionen: Der Kranke fühlt sich niedergeschlagen, mutlos, hoff-
nungslos, er wacht früh auf, ohne wieder einzuschlafen. Gleichzeitig klagt
er über körperliche Beschwerden, ohne daß sich objektiv etwas feststellen
läßt.
- Feindseligkeit, Reizbarkeit sind oft Ausdruck von Neid und Eifersucht,
ebenso wie
- Einnässen und Einkoten, ohne daß organische Gründe für eine Inkonti-
nenz vorliegen.
- Verweigerung der Nahrungsaufnahme ist meist verbunden mit der Äuße-
rung: ,,Es hat ja doch alles keinen Sinn mehr." Die Folge ist starke
Abmagerung (Kachexie) und Austrocknung (Exsikkose).






Um das Herz und den Verstand eines Menschen zu verstehen, schaue nicht darauf, was er erreicht hat, sondern wonach er sich sehnt.
Nach oben Nach unten
Biggi
Moderator
Moderator
avatar

Situation bezieht sich auf Situation bezieht sich auf :

Anzahl der Beiträge :
17829
Alter :
55
Ort :
Essen / NRW
Anmeldedatum :
06.08.09

BeitragThema: Re: Hospitalismus
Fr 17 Sep 2010, 16:40    © Biggi
Eine Antwort erstellen

Lieber Jürgen,
danke für den interessanten Beitrag. rose

Warum packst du ihn nicht in das neue Lexikon? Fände ich schöner, dann findet man ihn sofort wieder. nickend

LG Biggi







--- Wir müssen bereit sein, uns von dem Leben zu lösen, das wir geplant haben, damit wir das Leben finden, das auf uns wartet. ---

                        
                           
  
Nach oben Nach unten
Jürgen
Ist hier Zuhause
Ist hier Zuhause
avatar

Situation bezieht sich auf Situation bezieht sich auf :

Anzahl der Beiträge :
401
Alter :
58
Ort :
Herne
Anmeldedatum :
14.11.08

BeitragThema: Re: Hospitalismus
Fr 17 Sep 2010, 16:44    © Jürgen
Eine Antwort erstellen

Stimmt hast recht.






Um das Herz und den Verstand eines Menschen zu verstehen, schaue nicht darauf, was er erreicht hat, sondern wonach er sich sehnt.
Nach oben Nach unten
Marie
Ist hier Zuhause
Ist hier Zuhause
avatar

Situation bezieht sich auf Situation bezieht sich auf :

Anzahl der Beiträge :
8987
Anmeldedatum :
14.06.10

BeitragThema: Re: Hospitalismus
Fr 17 Sep 2010, 20:41    © Marie
Eine Antwort erstellen

Danke Jürgen, wieder ein Steinchen für meine Meinungsbildung zum Heimaufenthalt - so früh wie möglich oder lieber so spät wie nötig.

Grüße von Marie
Nach oben Nach unten
Knutschelch
Ist hier Zuhause
Ist hier Zuhause
avatar

Anzahl der Beiträge :
792
Alter :
35
Ort :
Lübeck
Anmeldedatum :
08.01.10

BeitragThema: Re: Hospitalismus
Fr 17 Sep 2010, 22:57    © Knutschelch
Eine Antwort erstellen

Hallo Jürgen,

danke der Beitrag ist sehr informativ, im Lexikon wirklich gut aufgehoben!

Bewusst war mir, dass Kontakt, Berührung und Gespräche ganz wichtig sind -habe mir aber niemals über das wenn nicht Gedanken gemacht!

Vielen Dank

Kathrin






Mit lieben Gruß Kathrin

Freundlichkeit ist eine Sprache, die Taube hören und Blinde lesen können.(Mark Twain)
Nach oben Nach unten
http://knutschelch.repage7.de
Admin
Administrator
Administrator
avatar

Situation bezieht sich auf Situation bezieht sich auf :

Anzahl der Beiträge :
9845
Alter :
56
Ort :
Schweiz/Schweden
Anmeldedatum :
14.11.07

BeitragThema: Re: Hospitalismus
Sa 18 Sep 2010, 07:48    © Admin
Eine Antwort erstellen

Danke dir lieber Jürgen

Könntest du deinen Text noch ins Lexikon setzen? Wäre am einfachsten. Um ihn dort auch ohne unsere Komentare zu haben.

Liebe Grüsse und
Ursula






Liebe Grüsse
 

"Trauer ist ein Teil des Lebens, aber sie darf nicht das ganze Leben werden."
Nach oben Nach unten
http://www.demenzforum.ch
Jürgen
Ist hier Zuhause
Ist hier Zuhause
avatar

Situation bezieht sich auf Situation bezieht sich auf :

Anzahl der Beiträge :
401
Alter :
58
Ort :
Herne
Anmeldedatum :
14.11.08

BeitragThema: Re: Hospitalismus
Sa 18 Sep 2010, 15:15    © Jürgen
Eine Antwort erstellen

Na klar liebe Ursula

LG Jürgen






Um das Herz und den Verstand eines Menschen zu verstehen, schaue nicht darauf, was er erreicht hat, sondern wonach er sich sehnt.
Nach oben Nach unten
 

Hospitalismus

Vorheriges Thema anzeigen Nächstes Thema anzeigen Nach oben 
Seite 1 von 1

Demenz-Forum :: Demenz Infos :: Allgemeine Informationen über Demenz und Alzheimer-
StartseiteFAQSuchenLexikonAnmeldenLogin







nach obennach unten