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 Möchte mich kurz vorstellen und 1. Frage stellen, sorry lang

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BeitragThema: Möchte mich kurz vorstellen und 1. Frage stellen, sorry lang
Möchte mich kurz vorstellen und 1. Frage stellen, sorry lang EmptyMo 19 Nov 2007, 21:27    © Admin
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Konny Erstellt: 22.05.07, 18:26


Hallo Zusammen,
mein Name ist Konny, ich bin 44 Jahre alt, ich habe eine 8jährige Tochter und den dazugehörigen Vater.

Meine Schwiegermutter ist Demenzkrank und hat von 03/2005 bis 05/2006 bei uns gelebt. Dann ist es mir so ähnlich gegangen wie in "Leben mit "E" beschrieben und die Geschwister meine Mannes haben beschlossen, das die "Oma" ins Altenheim kommt. Zu diesem Zeitpunkt war ich so fertig, das ich dem nicht wirklich viel entgegen gesetzt habe. Nun lebt sie also seit einem Jahr im Altenheim und ich bin mehr als unglücklich mir dieser Situation. Ich werde im Laufe der Zeit sicher mehr erzählen. Aber zunächst zu meinem vordringlichsten Problem:

Sie versucht ca 10 bis 15 mal pro Tag aus diesem Heim weg zu laufen. Sie sagt, sie will nach Hause und meint damit ihre Mutter (meine Schwiegermutter ist 84 Jahre alt!). Wenn man ihr sagt, das "Zuhause" alles in Ordnung ist und sie ein wenig ablenkt ist sie auch eine kurze Zeit beruhigt, aber eben nur sehr kurz.

Nun zu meiner Frage, es wird in der Familie sehr kontrovers diskutiert wie man mit ihr umgehen soll, d. h. soll man sie regelmäßig aus dem Heim abholen und sie zu einem von uns zum Essen oder ähnlichem holen oder soll man sie in der gewohnten Umgebung lassen.

Ich muß dazu sagen, wenn sie abgeholt wurde ist sie die nächsten 3 Tage völlig durch den Wind.

Vielleicht kann mir jemand einen Rat geben. Ich würde mich über jede Antwort sehr freuen.

Viele Grüße

Konny
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BeitragThema: Re: Möchte mich kurz vorstellen und 1. Frage stellen, sorry lang
Möchte mich kurz vorstellen und 1. Frage stellen, sorry lang EmptyMo 19 Nov 2007, 21:27    © Admin
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LillNalle Erstellt: 23.05.07, 07:30

Hallo Konny

Möchte dich als erstes ganz herzlich im Forum begrüssen.

Dieses nach Hause gehen wollen, weiss ich aus eigener Erfahrung kann leider sehr lange vohanden sein. Ich finde es aber sehr gut, das ihr versucht sie einfach abzulenken und das ist auch das Beste wo man tun kann. Selbst wenn die Ablenkung nicht lange anhält, so ist es doch eine wertvolle Zeit wo sie auf andere Gedanken bringt.

Nun zu deiner Frage, ob ihr sie regelmässig vom Heim, zu jemandem von euch zum essen holen sollt. Ist an sich eine schöne und gute Idee - aber. Wenn ich versuche mich nach deiner Beschreibung in deine Schwiegermutter hinein zu versetzen, so sehnt sie sich dauernd nach ihrem Zuhause und zwar zu ihrer Mutter, also in das Haus wo sie aufgewachsen ist. Dieser Wunsch wissen wir das er nicht zu erfüllen geht, aber sie kann das leider nicht mehr wissen und auch nicht verstehen, warum wenn ihr sie abholt nicht dorthin mit ihr fährt. Jedes mal wenn ihr sie abholt glaubt sie vermutlich; "Jetzt darf ich entlich nach Hause", dem ist aber nicht so und das verwirrt sie zusätzlich, was sich danach auch in c.a. 3 Tagen zeigt. Jeder grössere Verwirrtheitszustand hat leider negative Folgen und ist von dem her, immer am Besten möglichst schon im Vorfeld zu vermeiden. Darum denke ich mir, ist es leider auch in ihrem Fall besser, wenn sie nicht zu euch kommt, sondern ihr ins Heim geht. Ihr mit ihr zusammen von dort aus spaziergänge macht musik hört und vielleicht gibt es ja noch das eine oder andere mehr was sie immer noch gerne tut und ihr gemeinsam geniessen könnt. Was ihr auch noch versuchen könntet wenn sie Freude an kleinen Ausflügen hat, mit ihr an einen neutralen Ort zu fahren z.B. Tierpark, oder einen schönen Park mit vielen Blumen u.s.w. Wenn es aber irgend ein zu Hause sein sollte, dann nur ihr jetziges - sprich Heim.

Bei Erik war dies schlimm, weil sein Zuhause bei uns war. Anscheinend die einzige Zeit in seinem Leben wo er Geborgenheit bekommen hatte und er nicht einfach funktionieren musste und alles richtig machen. In den letzten Jahren bei uns, war ich immer Griffbereit und habe keinen Schritt ohne ihn gemacht - erst recht nicht weil wir ja die Hälfte des Jahres in der Schweiz verbrachten (hätte für ihn genau so gut China sein können)...... Plötzlich kam ich ihn dann im Heim besuchen und er konnte wenn ich ging nicht mehr mitkommen. Meine Person als Besucher, hat ihn alleine schon an sein Zuhause erinnert und wenn mein Mann noch mitkam, dann hat er erst recht gehofft, das es jetzt wieder so wird wie früher. Ich war am Anfang gezwungen meine Besuche stark zu reduzieren, weil das Personal keinen Zugang zu ihm finden konnte. Immer wollte er nur Ursula haben und an dem Punkt liess er sich überhaupt nicht ablenken. Dies war für uns die absolut schwerste und härteste Zeit.....

In diesem Jahr gehe ich ihn jeden Tag besuchen und gehe mit ihm zusammen die letzte Phase seines Lebens durch. Ist auch eine schwere Zeit - aber sie ist anders.....

Ich hoffe ich konnte dir für den Anfang ein paar Antworten geben. Freue mich sehr wenn du mehr darüber schreiben würdest.

In der Zwischenzeit wünsche ich dir/euch viel Kraft

Liebe Grüsse aus Schweden

Ursula
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BeitragThema: Re: Möchte mich kurz vorstellen und 1. Frage stellen, sorry lang
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palousunny Erstellt: 23.05.07, 09:54

hallo Konny und herzlich willkommen hier im Forum. Mit Ursula hast du genau die richtige Gesprächspartnerin gefunden, sie kennt das Thema von A-Z und auch noch rückwärts.

lieben Gruss auch an dich liebe Ursula.
Janine
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BeitragThema: Re: Möchte mich kurz vorstellen und 1. Frage stellen, sorry lang
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Thalya Erstellt: 23.05.07, 14:37

Hallo Konny!

Auch von mir ein herzliches Willkommen!

Die Situation, wie Du sie mit Deiner Schwiegermutter erlebst, kenne ich nur allzu gut und möchte Dir deshalb meine Erfahrungen berichten. Auch für sie war die Zeit des Eingewöhnens in das Pflegeheim extrem schwer. Sie wollte nach Hause, das hat sie uns ständig vermittelt. Wenn wir sie besuchen gekommen sind, ist sie oft bis zu unserem Auto mitgekommen und wollte einsteigen. Das war sowas von schwer, sie jedesmal wieder zurück ins Heim zu bringen!
Einmal, es war Weihnachten, wurde sie nach Hause abgeholt und nach drei Tagen wieder ins Heim zurückgebracht. Meine Familie und ich wollten es verhindern, wir sahen das heraufziehen, was dann auch kam, aber der andere Teil Familie wollte es so... Sie war tagelang kaum ansprechbar und völlig verstört - sie konnte es natürlich nicht einordnen, dass es ein nett gemeinter Besuch in ihrem Zuhause sein sollte, sondern hat es wohl so gedeutet, dass sie erneut ins Heim "abgeschoben" worden ist.
Ich würde Euch, wie auch Ursula geschrieben hat, empfehlen, sie im Heim zu besuchen und neutrale Ausflüge zu machen. Das hat meiner Schwiegermutter immer sehr gut gefallen, sie aus dem Alltagstrott im Heim herausgeholt, aber sie hat nach diesen Ausflügen das Heim als ihr Zuhause jedesmal akzeptiert. Schwierig war es jedoch immer, wenn ihr Mann bei den Ausflügen dabei war. Es war aus ihrer Sicht dann nur selbstverständlich mit ihm nach Hause fahren zu dürfen.

Hoffe, ich konnte Dir mit meinen Erfahrungen ein bisschen helfen,
Thalya
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BeitragThema: Re: Möchte mich kurz vorstellen und 1. Frage stellen, sorry lang
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Konny Erstellt: 24.05.07, 09:39

Hallo,

ich danke Euch für eure Antworten.

In der Familie sind mein Mann und ich diejenigen die gegen dieses abholen sind, stoßen aber bei den Geschwistern auf starken Widerstand. Ich wollte jetzt eigentlich wissen ob ich mich da in irgendwas verrannt hatte, eben weil ich das Gefühl habe, das man ihr damit keinen Gefallen tut, das es nur zur Beruhigung der Kinder dient - die Oma gehört noch dazu, wir holen sie regelmäßig zum Essen.

Ich leide sehr darunter, zumal in der Zeit als sie bei uns wohnte, ich ihre Bezugsperson geworden bin, das führt soweit, das sie in den schlimmen Momenten und davon gibt es in den letzten Wochen leider sehr viele, mich für ihre Mutter hält. Und wenn ich dann sehe, das sie sie zu einer Kommunionfeier abholen mit sehr vielen Gästen und in ihrer Welt kommt doch noch nicht mal der Sohn, geschweige denn das Enkelkind vor, habe ich es sehr schwer dafür Verständnis aufzubringen. Wahrscheinlich ist es einfach schwer als Kind diese Erkrankung zu akzeptieren und ich habe es als Schwiegertochter einfach leichter.

Was ihr geschrieben habt bezüglich Ausflüge, ist leider nicht gut möglich, eben weil sie jedesmal wenn sie das "Krankenhaus" (sie glaubt nämlich sie wäre in einem solchen) verlassen darf denkt das es jetzt endlich nach Hause geht.

Viele Grüße

Konny


PS: Ich bin sehr froh ein Forum dieser Art gefunden zu haben und hoffe auf einen regen Erfahrungsaustauch.
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LillNalle Erstellt: 26.05.07, 07:25

Hallo Konny
Wir alle kennen den Ausdruck "Namen sind wie Schall und Rauch" spätestens bei Demenz wird dies immer mehr zur Realität. Weil je weiter die Krankheit fortschreitet, je mehr wird die Umwelt gemocht oder auch nicht, rein nach dem Fingerspitzengefühl und Einfühlungsvermögen wo diese dem Dementen gegenüber entwickeln können. Ich möchte dir dazu ein Beispiel nennen und dazu will ich mich wieder ein bisschen in die Denkweise des Dementen hineinversetzen. Stell dir vor du wirst immer mehr abhängig und unselbständig. Kannst dir immer weniger vorstellen das du mal ein Mensch warst, der mit beiden Beinen im Leben gestand war. Je mehr dieses kindliche Bedürfnis, der Geborgenheit, dem Geliebt und Beschützt sein wächst, je abstrakter und unmöglicher wird der Gedanke das man selbst Kinder hat - um so mehr wiederum wächst aber das Bedürfnis eine art Mutter zur Seit zu haben. Je mehr nun aber ihre Kinder, ihr mit allen Mitteln ins Bewusstsein rufen wollen wer sie sind, weil sie sich mit dieser Tatsache einfach nicht abfinden können, je gestörter wird die Beziehung werden. Mit der Zeit werden die Fragen ihrer Kinder von wegen, "weisst du noch?" "kannst du dich noch erinnern?""Weisst du noch was du damals...?" - zu einer fordernden Qual, weil sie solchen Fragen gegenüber immer weniger gerecht werden kann und immer weniger versteht warum dies oder jenes so wichtig sein soll. Du als Schwiegertochter hast da einen grossen Vorteil, einfach desswegen weil du nicht die Vorprägung von ihren Kindern hast und sie desshalb eher so akzeptierst wie sie im JETZT ist. Nimm das weiterhin war, es ist für deine Schwiegermuter ein wichtiges Gut und mir scheint, das du das Herz am rechten Fleck hast - das zeigt sich schon in deinem Bedürfnis dich mit diesem Thema so intensiv auseinander zu setzen.

Was macht/machte deine Schwiegermutter gerne? Um dir da vielleicht ein paar weitere Tips geben zu können, wäre dies wichtig zu wissen.

Sei ganz lieb Gegrüsst

Ursula
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Konny Erstellt: 26.05.07, 10:36


Hallo Ursula,

es tat gerade so gut was von dir zu lesen.

Ich bin völlig am Boden zerstört. Ich war gerade bei ihr, eigentlich wollte ich ihr die Haare waschen und föhnen, weil sie das so gerne hat. Aber ich habe sie selten in so einem elenden Zustand gesehen wie heute. Sie lag in ihrem Lieblingssessel, hat sich noch nicht mal ein bißchen hochgerappelt um zu sehen wer da kommt und hat nichts verstanden was ich gesagt habe. Sie mußte immer 3mal nachfragen und dann hat sie mehr aufgegeben als wirklich verstanden was ich sagte. Ich weiß nicht ob sie mich akkustisch nicht verstanden hat, oder ob im Gehirn nicht ankam was ich sagte. Es tat ihr nichts weh und sie klagte auch nicht über Schwindel. Sie frage dann nach ihrem Jüngelchen und ich habe gefragt welches sie meinte (war dumm, weiß ich jetzt auch), da hat sie nur gelacht und weg geguckt. Ich weiß nicht was los ist. Die Pflegerin sagte, beim Waschen morgens sei noch alles normal gewesen, sie wollte sie aber im Auge behalten.

Ich gehe nach dem Mittag noch mal hin gucken. Manchmal ändert sich ihr Zustand von einer Stunde auf die andere. Drückt mir die Daumen.

Zu deiner Frage: Was hat sie gern gemacht? Da habe ich mir schon viele Gedanken gemacht, aber eigentlich war ihre große Familie ihr Lebensinhalt.

Musik mag sie gar nicht, was sie bis vor kurzem noch gerne tat ist die Tageszeitung lesen und das 20mal am Tag, da sie sie ja jeden Moment neu entdeckte. Aber sonst fällt mir wirklich nichts ein. Doch sie guckte gerne Ohnsorg-Theater, aber fernsehen geht gar nicht mehr.

Viele mutlose Grüße

Konny
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LillNalle Erstellt: 27.05.07, 09:46

Liebe Konny

Ich kann so gut mit dir mitfühlen und wie weh es tut, diese Lustlosigkeit und Abwesenheit zu sehen und auch zu ertragen. In solchen Momente habe ich mir oft in Erinnerung gerufen, das selbst wir "Gesunden" unsere Tage haben wo uns nichts Freude zu machen scheint. Dies hat mich zwar nie wirklich getröstet, aber es war mir wenigstens ein bisschen eine akzeptable Antwort.

Ich bin auch immer fester der Überzeugung dass, das Leben mit der Demenz unweigerlich, aus verschiednen Gründen auch Depressionen auslösen muss, wo solche Stimmungsschwankungen zusätzlich fördern. Wir würden so gerne unsere lieben Dementen am Leben anteilnehmend sehen, aber das entspricht nicht ihrer Realität und auch nicht immer ihrem Bedürfnis. Manchmal wollen sie auch einfach traurig, oder wütend sein dürfen, manchmal ist für sie passivität und abwesenheit, auch die wichtigste "aktivität". Sollten aber solche lustlosen Tage (nicht Stunden) dominierend werden, dann müsste man sich überlegen ob man nicht medikamentös etwas unternehmen sollte.

Vielleicht liebe Konny ist es, wenn sie anteilnahmslos wirkt und für nichts ihre Aufmerksamkeit gewonnen werden kann, einfach so, das du dich nur neben sie setzen solltest, ihre Hand hälst und ihr einfach sagst was sie für dich bedeutet. Manchmal öffnet dies die Türen des inneren verschlossen sein......Die reine Passivität hat mir eigentlich immer weniger Sorgen gemacht. Weil diese bewusst gewählt wird und der/diejenige sich damit auch eigentlich in dem Moment recht wohl zu fühlen scheint. Aber wenn es eine ruhelose Passivität war, so von wegen, mir ist langweilig ich erwarte von dir das du dem abhilfst und wenn man dann versucht dem abzuhelfen, trotzdem für nichts weder Geduld noch Sinn, noch Freude aufkommen konnte, wo diese Ruhelosigkeit ein bisschen hätte nehmen können - das hat mich immer zu tiefst bedrückt. Manchmal gab es auch keine andere Möglichkeit als schlussentlich einfach zu gehen und später wieder zu kommen. Manchmal gab es auch Situationen wo sogar ein bisschen schimpfen angesagt war. Demenz hin oder her, nicht immer ist "nur streicheln" angesagt. Die richtige Dosis zu finden ist aber leider eine Gratwanderung, wo so individuell ist wie es Demenzkranke gibt.

Ich bin mir sicher liebe Konny das du für eure Situation das Fingerspitzengefühl hast und weiter entwickeln wirst. Ich kann dich dabei lediglich begeleiten, so gut wie es für mich möglich ist.

Was ich sehr traurig finde, ist das sie so überhaupt keine Musik mag. Abgesehen davon das es mir schwer fällt mir dies vorzustellen, so ist ihr gerade mit Demenz eine wichtige Möglichkeit genommen, ihre Seele zu berühren. Schon weil doch z.B. die meisten festlichen Höhepunkte im Leben auch mit Musik umrahmt wurden. Vielleicht müsste es für sie einfach Musik aus ihren Jugendjahren sein? Nun ich weiss es nicht, sind einfach nur so meine Gedanken. Ansonsten wären vielleicht Hörkassetten eine Möglichkeit wenn ihr das lesen immer schwerer fällt? Oder Bilderbücher aus aller Welt, oder Fotoalben anschauen? Wenn ihre grosse Familie ihr Lebensinhalt war, was konkret hat ihr in dem Zusammenhang freude gemacht? Hat sie diese gerne bei sich Zuhause gehabt und mit Kaffe und Kuchen verwöhnt? Wenn ja, könntet ihr vielleicht immer einen Thermoskrug Kaffe und Kuchen mitnehmen und bei ihr auf dem Zimmer ganz unter euch, so wie früher eine gemütliche Kaffeerunde halten? Ist oft besser als im Restaurant wo viele zusätzlich verwirrende Stimmen um einen sind. Ich muss zugeben, das nach dem was du über sie schreibst, es wirklich schwierig ist Tips zu geben. Werde mir aber weiterhin meine Gedanken machen - wer weiss vielleicht lässt sich ja doch mal das eine oder ander anwenden.

Sei ganz lieb gegrüsst

Ursula
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Konny Erstellt: 27.05.07, 18:16

Hallo Ursula,

gestern Mittag war alles wieder beim "alten". Sie hat mit Freude die mitgebrachten Erdbeeren verzehrt und wieder ganz nach alter Manier gesagt, das es ihr gutginge und sie sicher bald entlassen werden könnte.

Das mit dem Kaffee und Kuchen ist genau der Punkt und etwas was wir auch schon des öfteren gemacht haben, aber was anderes fällt mir leider auch nicht ein.

Ihr Mann hatte beruflich mit Musik und Musikern zu tun und ich glaube, das sie zu oft die Musik "erdulden" mußte, was sie damals natürlich klaglos getan hat, aber heute kommt bei egal welcher Musik die Frage "Kann man das nicht abstellen?".

Ihre Hauptbeschäftigung besteht im Moment eigentlich darin, aus dem Fenster zu sehen und die Kondenzstreifen der Flugzeuge zu studieren, nur leider sind die nicht bei jedem Wetter zu sehen ... Man müßte eine Alternative hierfür finden, aber da ist mir noch nichts gutes eingefallen.

Als sie noch bei uns wohnte hat sie stundenlang ins Aquarium geschaut und jeder Minute einen neuen Fisch entdeckt. Aber das ist im Heim leider nicht realisierbar.

Ihren Kanarienvogel hätte sie zwar mitbringen dürfen, aber der hat sie zuletzt hier schon nicht mehr interessiert. Der hat also Asyl bei uns gefunden.

Vielleicht hat ja noch jemand eine Idee was man ihr als Unterhaltung anbieten könnte.

Viele Grüße

Konny
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palousunny Erstellt: 01.06.07, 19:18

Hallo Konny

du hast sicher gelesen dass Ursula im Moment nicht in der Lage ist im Forum zu schreiben da sie Erik im Sterbeprozess begleitet. Sie wohnt ja auch im Heim.

Lieben Gruss
Janine
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