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 Demenzstadien

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BeitragThema: Demenzstadien
Fr 12 Nov 2010, 09:19    © Admin
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Die drei Stadien der Demenz
Üblicherweise wird der Verlauf fortschreitender Demenzen in drei Stadien unterteilt, die nacheinander eintreten: Dennoch können diese von Fall zu Fall Varieren. Da je nach Demenzart, oder besser gesagt, je nachdem welche Hirnbereiche am meisten geschädigt sind, es doch massgebliche Abweichungen im Einzelfall geben kann. So können bei vielen Betroffenen gewisse Defizite schon im Anfangsstadium wesentlich stärker auftreten, wärend andere Fähigkeiten selbst im mittleren Stadium noch völlig in Takt zu sein scheinen. Dennoch geben die 3 Stadien einen gewissen Anhaltspunkt um in etwa den Krankheitsverlauf beurteilen zu können.

Im leichten Stadium sind nur komplexe Alltagstätigkeiten betroffen. Die Betroffenen können neue Informationen kaum noch behalten, vergessen Termine und wiederholen Fragen. In ihrer gewohnten Umgebung finden sie sich gut zurecht, an unvertrauten Orten (z. B. im Urlaub) können sie sich aber nicht mehr orientieren. In diesem Stadium registrieren die Kranken ihren Abbau oft sehr genau. Dies kann zu Angst, Depression und Aggression führen.

Im mittleren Stadium vergessen die Patienten Namen vertrauter Personen, bringen Gegenwart und Vergangenheit durcheinander, brauchen Hilfe beim Waschen und Anziehen und finden sich in der eigenen Wohnung nicht mehr sicher zurecht. Wahnvorstellungen, Halluzinationen und Störungen des Tag-Nacht-Rhythmus können auftreten. Das Krankheitsgefühl geht weitgehend verloren.

Im schweren Stadium verstummen die Kranken zunehmend, verlieren die Kontrolle über Blase und Darm (Inkontinenz), entwickeln Schluckstörungen und werden bettlägerig. Die häufigste Todesursache ist eine Lungenentzündung.

Bei der Alzheimer-Krankheit dauert jedes Stadium durchschnittlich etwa drei Jahre. Eine Prognose für den Einzelfall lässt sich daraus aber nicht ableiten. Manchmal ist der Abbau rasch, es ist aber auch ein wesentlich langsamerer Verlauf von bis zu 20 Jahren möglich.

Bei gewissen Demenzen - zB bei einer Frontotemporalen Demenz. Steht anfänglich vorallem Persönlichkeitsveränderung im Vordergrund, wärend Gedächtnis und Orientierungsvermögen noch gut erhalten sein können.

Spätestens jedoch im letzten Stadium stimmen alle Demenzen überein.






Liebe Grüsse
 

"Trauer ist ein Teil des Lebens, aber sie darf nicht das ganze Leben werden."
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BeitragThema: Re: Demenzstadien
Mi 02 Jan 2019, 13:46    © Aggi
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Beschäftige mich grad mit den unterschiedlichen Stufen der Demenz.

Hier noch etwas ausführlicher zu den Demenzgraden, spez. wg. der Reisberg-Skala:

https://www.gesundheit.gv.at/krankheiten/gehirn-nerven/demenz/verlauf

Demenz-Stadien

Demenzstadien werden in drei Schweregrade eingeteilt:

Leichte Demenz


  • Kognitive Beeinträchtigungen: Komplexe tägliche Aufgaben können nicht (mehr) ausgeführt werden.
  • Lebensführung: Die selbstständige Lebensführung (Alltag) wird zwar beeinflusst, ein unabhängiges Leben ist dennoch möglich.
  • Häufige affektive Störungen: Depression, Antriebsmangel, Reizbarkeit, Stimmungsschwankungen.
  • Benötigte Hilfe: fallweise notwendig.

Mittelschwere Demenz


  • Kognitive Beeinträchtigungen: Einfache Tätigkeiten können selbstständig ausgeführt werden, komplexe Tätigkeiten werden nicht mehr vollständig oder angemessen ausgeführt. 
  • Lebensführung: Ein unabhängiges Leben ist nicht mehr möglich. Patientinnen/Patienten sind auf fremde Hilfe angewiesen, eine selbstständige Lebensführung ist noch teilweise möglich.
  • Häufige affektive Störungen: Unruhe, psychotische Störungen, aggressive Verhaltensweisen, Schreien, gestörter Tag-Nacht-Rhythmus, Nesteln. 
  • Benötigte Hilfe: ist notwendig, jedoch keine ununterbrochene Betreuung oder Beaufsichtigung.

Schwere Demenz


  • Kognitive Beeinträchtigungen: Gedankengänge können nicht mehr nachvollziehbar kommuniziert werden.
  • Lebensführung: Es ist keine unabhängige, selbstständige Lebensführung möglich.
  • Häufige affektive Störungen: Unruhe, psychotische Störungen, aggressive Verhaltensweisen, Schreien, gestörter Tag-Nacht-Rhythmus, Nesteln (wie mittelschwere Demenz).
  • Benötigte Hilfe: dauerhafte Betreuung und Beaufsichtigung sind notwendig.

Hinweis Der MMSE-Score (Mini Mental State Examination) dient als weitere Orientierungshilfe für die Stadienermittlung.

Demenzstadien und „umgekehrte Kindheitsentwicklung“

Das Fortschreiten einer Alzheimererkrankung wird von Seiten der Wissenschaft auch ähnlich einer „umgekehrten Kindheitsentwicklung“ (Retrogenese nach B. Reisberg) beschrieben. Die Theorie geht davon aus, dass Personen mit einer Alzheimer-Demenz ihre Fähigkeiten ungefähr in der umgekehrten Reihenfolge abbauen, wie gesunde Kinder sie im Verlauf einer normalen Entwicklung aufbauen. Im Verlauf einer Alzheimer-Demenz verliert die betroffenen Person ihre normale Selbstständigkeit im Alltag und wird immer mehr von der Betreuung und Pflege abhängig wird. Aus dieser Theorie hat der amerikanische Psychiater Barry Reisberg typische Stadien der Erkrankung beschrieben.

Demenzstadien nach Reisberg:

  • Stadium 1: Die Krankheit entwickelt sich aus einem normalen Leistungsniveau.

  • Stadium 2: In der Folge nimmt die/der Betroffene leichte kognitive Störungen wahr. Die Merkfähigkeit und das Gedächtnis sind beeinträchtigt. Namen und Termine werden vergessen. Bei manchen Situationen fehlt die Erinnerung und öfters werden Dinge verlegt.

  • Stadium 3: Die Arbeitsleistung ist beeinträchtigt. Auch bei der räumlichen Orientierung zeigen sich Probleme. Gegenstände werden öfter verloren. Diese Symptome einer leichten kognitiven Störung können einerseits Anzeichen einer beginnenden Alzheimer-Demenz sein, aber auch andere Ursachen haben.

  • Stadium 4: Im weiteren Verlauf sind die kognitiven Störungen deutlich merkbar. Die betroffene Person hat Schwierigkeiten, komplexe Aufgaben selbstständig durchzuführen, z.B. ein Gericht zubereiten, mit Geld umgehen. Sich in gewohnten Orten zurechtzufinden macht Probleme. Die erkrankte Person leidet psychisch unter dem Verlust ihrer Fähigkeiten und ihrer Selbstständigkeit. Als Reaktion werden oft Defizite geleugnet und Fehler anderen zugewiesen. Ein verändertes Verhalten kann auch Selbstschutz sein. Depressionen können entstehen. Viele Fähigkeiten sind jedoch vorhanden. Die Förderung selbstständiger Aktivitäten hilft, das Selbstbewusstsein zu stärken. Vonseiten der sozialen Umgebung (Familie, Partner, Pflegekräfte etc.) vermittelt ein verständnisvolles Verhalten Sicherheit.

  • Stadium 5: Die erkrankte Person kommt im Alltag zunehmend nicht mehr ohne Unterstützung zurecht, z.B. wird Hilfe bei der Auswahl der Kleidung benötigt. Die Erinnerung an wichtige, persönliche Daten (z.B. Adresse, Geburtsdatum) fällt schwer. Oft treten starke Erlebnisse der Orientierungslosigkeit auf. Die Person leidet unter unspezifischen Ängsten und kann auch zornig auf den Verlust bestimmter Fähigkeiten reagieren.

  • Stadium 6: Die Fähigkeit, Basisaktivitäten durchführen zu können, geht verloren. In sehr vielen Lebensbereichen wird Unterstützung notwendig, z.B. Waschen, Toilettengang. Verhaltensauffälligkeiten und Inkontinenz können sich ausprägen. Die Namen von nahestehenden Personen können meist nicht benannt werden. Oft wird auf die wahrgenommenen Defizite sehr emotional, z.B. mit Zorn, Auflehnung oder Verzweiflung, reagiert.

  • Stadium 7: In diesem fortgeschrittenen Stadium reduziert sich die Sprechfähigkeit der betroffenen Person zunehmend, ebenso die Gehfähigkeit. Im weiteren Verlauf ist es u.a. nicht mehr möglich, aufrecht zu sitzen. Die/der Erkrankte entwickelt ein Harmoniebedürfnis und ist sowohl emotional als auch körperlich sehr verletzlich und ihrer/seiner Umwelt völlig ausgeliefert. Aber auch derjenige, der die Sprache verliert, hat viel zu sagen. Die non-verbale Kommunikation wird zur Grundlage der Pflegebeziehung.






Manches ist einfach zu wahr um schön zu sein.
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Amelu
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BeitragThema: Re: Demenzstadien
Mi 02 Jan 2019, 17:12    © Amelu
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Eine solche Liste ist mehr als wertvoll und hilfreich, danke dafür! 


Eva


PS: Aggi, ich freu mich sehr, Dich wieder zu lesen cheers
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BeitragThema: Re: Demenzstadien
Do 03 Jan 2019, 00:00    © Help
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Hallo Aggi,

schön, dass Du wieder da bist, ich freue mich Dich (wieder) zu lesen.


Aggi schrieb:
Beschäftige mich grad mit den unterschiedlichen Stufen der Demenz.

Herzlichen Dank für Deine Ausführungen und die auch international viel beachtete Reisberg-Skala!

Vielleicht ist es für Dich auch wichtig zu wissen, dass der Alzheimer-Prozess schon zehn bis fünfzehn Jahre vor den ersten klinischen Zeichen, möglicherweise noch sehr viel früher, beginnt. Oft zeigt sich bereits zu diesem Zeitpunkt eine verminderte Glukose-Aufnahme im Schläfen- und auch oft im Stirnlappen, welche auf eine Minderversorgung resp. Minderdurchblutung in diesen Bereichen hindeutet.

Zu diesem »Vorstadium« (?) wäre noch anzumerken, dass die meisten an Alzheimer Erkrankten anfangs selbst besser als ihr Umfeld spüren, dass ihnen die Erledigung bestimmter Aufgaben schwerer fällt als früher. Und genau dieses Mehr an aufzubringender Leistung ist es, was sie beunruhigt. Wenn in dieser Phase klinische Gedächtnistests noch keine Auffälligkeiten zeigen, sprechen Spezialisten von einer »subjektiven kognitiven Beeinträchtigung«, abgekürzt SKB.

Mit der SKB besteht die Wahrscheinlichkeit, dass bei vielen Betroffenen innerhalb eines Jahres auch klinische (neuropsychologische) Leistungstests auffällig werden können. Besonders dann, wenn zugleich eine positive Familiengeschichte vorliegt, das heisst, wenn es in der Familie bereits einen Alzheimer-Fall gab oder gibt.

Wird die Alzheimer-Krankheit in dieser frühen Phase nicht erkannt und durch ein Beheben der ursächlichen Mängel behandelt, zeigen sich schon bald erste klinisch auffällige Symptome. Es folgt die nächste Phase der Erkrankung. In diesem nunmehr klinischen frühen Anfangsstadium ist der Alzheimer-Prozess noch weitgehend auf den Hippocampus beschränkt. Deswegen treten vornehmlich Erinnerungslücken (Amnesie) sowie Störungen der räumlichen Orientierung und des Zeitgefühls auf. Diese Phase bezeichnet man als »amnestische, leichte kognitive Beeinträchtigung«, abgekürzt aLKB.

Aufgrund der irritierenden Störungen im Gedächtnis treten bei aLKB-Betroffenen immer häufiger Stimmungsschwankungen auf. Viele Menschen werden in diesem Stadium der Erkrankung antriebsschwach. Die Abnahme der Lern- und Reaktionsfähigkeit führt dazu, dass sich die Erkrankten unwillkürlich gegenüber Neuem verschliessen und Gewohntes bevorzugen. Auch hier spielt die mangelhafte Neubildung von Nervenzellen im Hippocampus eine verstärkende, wenn nicht sogar ursächliche Rolle.

Diese Veränderungen fallen im geordneten häuslichen Leben oft lange nicht auf, vor allem wenn sich die Symptome schleichend entwickeln. Ständig wechselnde Anforderungen, wie sie im Berufsleben üblich sind, sind in dieser frühen klinischen Phase der Alzheimer-Entwicklung jedoch kaum noch zu bewältigen.

Etwa 80 Prozent derer, die eine sehr deutliche und schnell zunehmende Störung der Erinnerungsfunktion aufweisen, entwickeln innerhalb der folgenden sieben Jahre eine vollständige Demenz…


Mit nachdenklichen Grüssen
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