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 Demenz oder doch nicht?

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BeitragThema: Demenz oder doch nicht?
Demenz oder doch nicht? EmptySo 12 Okt 2008, 10:56    © Admin
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Ginita Erstellt: 21.08.08, 09:53

Hallo an alle,

bin auch neu hier und brauche einfach jemanden zum Reden (Schreiben). Ich bin fix und alle mit den Nerven. Es geht um meinen Vater. Er ist 87 Jahre alt und irgendwie wird er geistig immer "tüddeliger". Er redet oftmals von Dingen, die nicht passiert sind, seine Jogginghose gibt er mir nicht freiwillig zum Waschen (nur mit Druck), die sieht aus wie...., kriegt man gar nicht mehr sauber. Und in den Klamotten macht er, wenn es klingelt, die Tür auf. Ich schäme mich in Grund und Boden. Die Leute hier denken totsicher, daß ich mich nicht um ihn kümmere. Wenn man meinem Vater was sagt, kriegt man zur Antwort: "Ich lasse mir nichts sagen."

Dann scheint er mehr in der Vergangenheit als in der Gegenwart zu leben. Ständig vergleicht er alles mit früher, das nervt mich ohne Ende. Er scheint auch nicht mehr die einfachsten Dinge zu kapieren...

Er hortet soviele Medikamente (er ist herzkrank), daß er bald eine eigene Apotheke aufmachen kann und sein Doc verschreibt immer fleißig weiter (müßte ihm doch auffallen, daß weitere Rezepte nicht nötig sind, oder?).

Auch hortet er Lebensmittel, die zwischenzeitlich schon längst abgelaufen sind. Er "züchtet" Schimmelpilze in meinem Haus, weil er nie vernünftig lüftet, er heizt bei Außentemperaturen von bis zu 18 Grad, sein Bad sieht aus, daß man sich schämen muß, wenn mal jemand herkommt.

Mülltrennung klappt auch nicht, er wirft z.B. Kartoffelschalen, Kehricht usw. in den Gelben Sack.

Bekannte haben mir bereits gesagt, daß ich mal ein ernstes Wort mit dem behandelnden Arzt reden muß. Ich weiß nicht was ich nun wirklich tun soll, was richtig und falsch ist Sad

Ich bin völlig am Ende und weine viel, weil ich einfach keinen Ausweg mehr weiß. Es passieren noch mehr Dinge, die kein Mensch versteht.

Ich hoffe, wenigstens hier ein klein wenig Hilfe zu bekommen. BITTE!
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BeitragThema: Re: Demenz oder doch nicht?
Demenz oder doch nicht? EmptySo 12 Okt 2008, 10:57    © Admin
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frisbee Erstellt: 21.08.08, 12:08

Hallo Ganita,

herzlich willkommen hier.
Das was Du beschreibst klingt schon nach Demenz und zeigt, dass Dein Vater nicht mehr in der Lage ist, sich selbst zu versorgen, bzw. alleine zu bleiben. Hast Du Geschwister? Wenn ja, dann solltet ihr euch einmal zusammensetzen und überlegen, welche Möglichkeiten ihr habt. Dies kann z.B. sein, dass ihr euch mit dem Haushalt usw. abwechselt, also dass regelmässig (z.B. 2xtgl. oder öfters) jemand zu ihm geht, kocht, sauber macht usw. Oder ihr engagiert eine Hilfe (z.B. eine ausgebildete Pflegerin aus Polen, die wechseln i.d.R. alle 2-3 Monate ab, wohnen im Haus und machen alles, von saubermachen bis einkaufen und kochen). Oder er zieht zu jemanden von euch. Oder ihr sucht jetzt, wo es noch nicht soo dringend ist ein schönes Seniorenstift, wo er ausreichend und liebevoll versorgt wird (besser bald mit der Suche anfangen, gute Stifte sind nicht so grosszügig gesäht...). Ausserdem würde ich eine Pflegestufe beantragen.
Böse oder sauer auf ihn zu sein oder genervt von den vielen Erzählungen aus alten Tagen oder häufige Wiederholungen von Sätzen usw., das macht Dich nur fertig und Dein Vater macht es nicht mit Absicht. Demenzerkrankte gehen in ihren Erinnerungen immer weiter zurück. Meine Mutter hat mir manchmal 5x oder mehr hintereinander die gleiche Geschichte aus früheren Jahren erzählt und ich habe aufmerksam zugehört und so getan, als ob ich sie das erste Mal höre. Warum auch nicht, sie hatte doch sonst nichts, was sie erzählen konnte und woran sie sich erinnern konnte. Meine Schwester hat mal gemeint, was sie mit meiner Mutter denn überhaupt erzählen solle, sie würde doch immer nur das Gleich erzählen...Sich dagegen zu wehren oder genervt zu sein wird nur Dein Verhältnis zu Deinem Vater und das seine zu Dir verändern.
Leider ist es bei dieser Erkrankung so, dass sie weiter fortschreitet und die Erinnerungslücken und auch die Fähigkeit, selbst einfachste Tätigkeiten des Alltags zu verrichten, immer mehr verloren gehen. Es ist traurig, das mit ansehen zu müssen, aber nicht zu ändern.
Meine Mutter z.B. hat in den letzten Monaten oft jedem gerne Geld zugesteckt. Das ihr Freude gemacht. Meine Schwester hat das Geld verwaltet und wir hatten eine Abmachung. Die Mutter durfte uns und den Kindern Geld zustecken (wenn wir uns gewehrt hatten, war sie gekränkt) und wir haben es anschliessend meiner Schwester wieder gegeben, den soviel, wie meine Mutter vergab, hatte sie eigentlich nicht. So war sie glücklich. Man muss also für einige Dinge des Alltags und im Zusammenleben erfinderisch sein, um die Mensch so zu lenken, dass sie das tun, was man will, bzw. was gut für sie ist.
Im Falle der Kleidung Deines Vaters wird es sicherlich auch etwas geben, womit Du ihn überreden kannst, sie Dir auszuhändigen. Manchmal muss man etwas tricksen. Das tut niemandem weh und alle sind zufrieden. Wenn er z.B. mit dieser Hose nicht ausser Haus geht (einkaufen, spazierengehen usw.), dann lade ihn zu einem langen Spaziergang ein. Wenn er die Hose ausgezogen hat, nimmst Du sie und wäschst sie in der Zwischenzeit (oder jemand anderes). Oder Du begleitest Deinen Vater abens ins Bett und nimmst die Hose dann an Dich zum Waschen oder Du kaufst eine ähnliche oder gleiche Hose. usw. Es wird bestimmt eine Möglichkeit geben.

In manchen Augenblicken hat meine Mutter ganz traurig geguckt. Dann wurde ihr bewusst, dass sie vergesslich war und immer mehr verfällt und hat dies auch gesagt. Das tat sehr weh. Aber sie haben nunmal nur noch uns. Sie haben uns ihr ganzes Leben lang begleitet und unterstützt und sie hatten es mit uns auch bestimmt öfters nicht einfach mit uns. Jetzt sind wir an der Reihe all diese Aufopferung und Liebe zurückzugeben.

LG Marion
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BeitragThema: Re: Demenz oder doch nicht?
Demenz oder doch nicht? EmptySo 12 Okt 2008, 11:00    © Admin
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Ginita Erstellt: 21.08.08, 12:48

Hallo Marion,

erst mal ganz lieben Dank für Deine ausführliche Antwort.

Nein, Geschwister habe ich nicht, stehe mit der Sache komplett allein da, was ich auf Dauer nicht mehr schaffe. Mein Vater läßt sich nicht helfen, egal, wie man an ihn heran tritt. "ich lasse mir nichts sagen" ist seine ständige Antwort auf sowas. Da verliert man Lust und Interesse da überhaupt noch etwas anzubieten. Kochen usw. macht er alles allein, mit dem Saubermachen, besonders Bad/WC klappt es nicht. Wenn ich ihm dann auch noch eine fremde Person vor die Nase setze, flippt er total aus. Er duldet keine Fremden, die überall in seinem "Reich" herumwühlen. Hinzu kommt, daß ich diese Hilfe auch gar nicht zahlen kann, da ich selbst kaum etwas habe. Hinzu kommt, daß kein Platz für eine Hilfe vorhanden ist, die hier wohnen könnte. Wir wohnen hier alle selbst total beengt. Ich mit meinem Lebensgefährten oben, mein Vater unten.

Man sagte mir mal, daß in erster Linie alles über den behandelnden Arzt läuft, z.B. wenn mein Vater in betreutes Wohnen o.ä. soll. Muß ich denn jetzt nun erst mit dem Doc reden?

Was die Hose betrifft, kan man diese nur noch entsorgen, da der Dreck so tief drin sitzt, daß kein Waschen mehr hilft. Außerdem hat er genug Hosen zum Wechseln. Der Kleiderschrank ist voll, bloß tragen tut er die Klamotten nicht. Mein Vater ist auch kein Sozialfall oder sowas. Er hat genug Geld um jeden Monat sehr gut damit über die Runden zu kommen.

Du schreibst, daß uns die Eltern ein ganzes Leben unterstützt haben, was ich in meinem Fall keineswegs bestätigen kann. Das Verhältnis zu meinem Vater war noch nie besonders gut. Unterstützt hat er mich nie. Im Moment ist es so, daß ich operiert werden muß, da ich sonst irgendwann draufgehe. Die Narkose muß ich selbst zahlen, sofern die Krankenkasse diese nicht übernimmt. Meinem Vater ist es egal und unterstützt mich somit mal wieder nicht. Ich denke, daß Du verstehen wirst, daß ich somit auch nicht viel Bereitschaft signalisieren werde ihn zu unterstützen. Ich wollte das Thema hier eigentlich gar nicht zur Sprache bringen, aber wenn ich darüber nicht auch noch schreibe, wird hier keiner wirklich verstehen, was los ist.

Ich will ganz ehrlich sein... Es wäre am besten, wenn er in betreutes Wohnen gehen könnte. Ich bin gerade dabei das Haus zu verkaufen, was aber nichts mit meinem Vater, sondern damit zu tun hat, daß wir uns hier nicht wohlfühlen. Ein Haus dieser Größenordnung gibt der Markt auch nicht her und da werde ich gezwungen sein ein kleines Haus von dem Erlös zu kaufen.

Hinzu kommt, daß ich, falls ich ein größeres Haus bekomme, wieder Gefahr laufe, daß sich Schimmelpilze bilden. Das wäre dann das 3. Haus, das mein Vater mit seiner Uneinsichtigkeit verhunzt und ich mit meiner Allergie wieder mehr krank als gesund sein werde.

Ich will hier keineswegs den Eindruck erwecken, daß ich meinen Vater los werden möchte, aber so wie es ist, ist es für mich nicht mehr zumutbar. Die depressiven Tage überwiegen inzwischen und das darf so nicht weiter gehen.

Es gibt da noch etwas, was vor 18 Jahren geschehen ist, das ich meinem Vater bis heute nicht verziehen habe. Und das belastet mich sehr. Öffentlich möchte ich deshalb nicht darüber reden, da dies zu weit führen würde.
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BeitragThema: Re: Demenz oder doch nicht?
Demenz oder doch nicht? EmptySo 12 Okt 2008, 11:01    © Admin
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frisbee Erstellt: 21.08.08, 13:15

Liebe Ginita (verräts Du uns Deinen richtigen Namen?)
was ich aus Deinen Zeilen herauslese ist, dass sich eine Menge an Wut in Dir gestaut hat und dies ist die denkbar ungünstigste Voraussetzung mit einem Demenzkranken umzugehen. Der Umgang mit ihnen erfordert starke Nerven und ganz viel Verständnis für die Erkrankung "Demenz" und auch ein "Einlassen" darauf. Dies ist nicht immer einfach und aufgrund Deiner Situation sehe ich, dass Du damit völlig überfordert bist und aus verständlichen Gründen offensichtlich auch nicht bereit dazu bist. Ich würde in jedem Fall mit dem Arzt Deines Vaters reden und entsprechende Schritte einleiten, damit Dein Vater die notwendige Hilfe bekommt (auch wenn er sie ablehnt, über kurz oder lang braucht er sie und es wird sich dieser Schritt nicht umgehen lassen).
Dies soll jetzt bestimmt kein Vorwurf gegen Dich sein, nicht jeder kann diesen schweren Part übernehmen und schon gar nicht alleine, aber ich sehe, dass das Zusammenleben so auf Dauer nicht funktionieren wird und alle Beteiligten darunter zu leiden haben, zumal sich die Situation noch weiter verschlimmern wird.
Bitte versuch wenigstens eines zu verstehen: Demenzkranke wissen oft nicht was sie tun. Sie beschimpfen und verletzen uns, aber dies darf man nicht an sich heranlassen (was zugegebenermassen sehr schwierig ist), denn diese Erkrankung verändert oft das Persönlichkeitsbild und die Menschen erscheinen uns oft bösartig oder ungerecht. Meine Mutter hat uns auch oft bitter beschimpft und uns Vorwürfe gemacht. Das tat weh, aber wir wussten doch immer, dass das nicht mehr der Mensch war, der sie einmal war und der so etwas niemals gesagt hätte.

LG Marion
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BeitragThema: Re: Demenz oder doch nicht?
Demenz oder doch nicht? EmptySo 12 Okt 2008, 11:02    © Admin
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Sylvia Erstellt: 21.08.08, 14:20

Hallo,

bin grad wieder daheim und kann mich Marion nur anschließen.

Diese Wut ist Gift für einen Demenzkranken. Wir alle haben es nicht leicht, wenn unsere Eltern daran erkranken.

Man muß sich mit dem Thema befassen und verstehen, das sie es nicht so meinen, das sie in ihrer Welt leben.

Versuche einen Pflegedienst zu bekommen oder eine Pflegestufe und sprich mit dem Arzt, diese vielen Medikamente sind bestimmt nicht richtig. Meine Mutter hatte auch Schränke voll davon, man kann es sich gar nicht vorstellen.

Such Dir Hilfe bei einer Gruppe aus Deiner Gegend, da siehst Du dann, Du bist damit nicht allein.

Viel Kraft und Stärke und mal ein Lächeln auch wenn es schwer fällt.
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BeitragThema: Re: Demenz oder doch nicht?
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Ginita Erstellt: 21.08.08, 14:51

Hallo,

ja, es hat sich seit meiner Pupertät soviel Wut aufgestaut und in der Zeit wurde mir immer mehr bewußt wie mein Vater wirklich ist. Meine Mutter ist daran zerbrochen... Das ist 18 Jahre her... Ich dagegen habe nicht vor mich davon kaputt machen zu lassen, auch wenn es sich hart anhört.

Am Leben habe ich seit 4 Jahren keine Freude mehr, weil ich es so sehe, daß man meinen Vater nicht für längere Zeit allein lassen kann, deshalb auch nicht mehr in den Urlaub gefahren.

Ob mein Vater nun wirklich an Demenz erkrankt ist, steht noch nicht fest. Das ist von mir lediglich eine Vermutung. Daher würde ich schon gern mit dem Doc reden, weiß aber gar nicht, ob und inwieweit er mir Auskunft geben darf. Wahrscheinlich beruft er sich auf seine Schweigepflicht und das wars. Somit geht alles so weiter.

Es ist richtig, daß ich mit der ganzen Situation völlig überfordert bin, denn trotz Lebensgefährten stehe ich mit ALLEM (nicht nur mit meinem Vater) allein da und muß immer irgendwie zusehen, wie ich alles vernünftig geregelt bekomme.

Als Vorwurf habe ich die Worte auch keineswegs gedeutet, denn ich bin ja hier um mir, soweit möglich, einige Ratschläge von Menschen zu holen, die sowas schon durchgemacht haben. Ich habe null Plan wie das alles funktionieren soll und das macht mir Angst.

Verletzen tut mich mein Vater schon solange ich denken kann, wird also nicht wirklich etwas mit seiner evtl. Demenz zu tun haben. Wie bereits gesagt, ist meine Mutter an seinem Verhalten mir und ihr gegenüber zerbrochen. Das werde ich ihm niemals verzeihen, unabhängig davon ob er gesund oder krank ist.

Beschimpft hat er mich in früheren Zeiten mal, was mich nicht sonderlich tangiert hat, da er zu den Zeitpunkten, als dies geschehen ist, total betrunken war. Dann kam irgendwann der schwere Herzinfarkt und somit mußte er seine Finger vom Alkohol lassen, was er glücklicherweise auch getan hat. Seitdem hat er mich nicht mehr beschimpft.

Als schlimm empfinde ich noch, daß er überall den "tollen Vater" vorspielt und alle Leute denken, daß ich einen super Vater hätte. Aber keiner weiß etwas von der Wirklichkeit.

Also ich denke zuerst mit dem Doc zu reden ist im Moment der beste Anfang. Weiß bloß nicht, wie ich da anfangen soll. Es wird sehr schwer sein und wenn er sich wirklich auf seine Schweigepflicht beruft weiß ich auch nicht mehr weiter.

Es gibt ja Beratungsstellen, die aber inzwischen eine Gebühr für ein Gespräch verlangen. Aber vielleicht hilft mir ja der Doc. Hoffentlich breche ich bei dem Gespräch nicht noch in Tränen aus, das wäre mir furchtbar unangenehm.

Ich finde es aber total lieb von Euch, daß Ihr mich nicht an den Pranger stellt und verurteilt, denn wie gesagt, gibt es Gründe die mein Verhalten erklären.

Ja, meinen Namen kann ich Euch verraten: Karin
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BeitragThema: Re: Demenz oder doch nicht?
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Sylvia Erstellt: 21.08.08, 17:18

Liebe Karin,

das hört sich sehr traurig an. Du bist 47 und da sollte man die Freude am Leben nicht verlieren. Wenn Dein Vater so "schrecklich" ist, dann überlaß ihn seinen Schicksal.

Ich hab mit meiner Mutter gebrochen, weil sie unausstehlich war und den Kontakt zu meinem Papa verboten hat. ( Wenn Du hier mal meine Geschichte liest).

Wir sahen uns erst nach ihrem Tod wieder und die Freude, die man Papa zeigt war wunderschön. Er fing wieder an zu reden und zu lachen und freute sich über seine erwachsenen Enkel.

Da Du die Tochter bist muß der Arzt dich aufklären über den Gesundheitszustand, das war auch bei meiner Geschichte so. Seiner Tränen muß man sich nicht schämen, das ist menschlich. Übrigens auch ich stehe fast allein da, allerdings hören mir meine Jungs zu und melden sich täglich. Unsere Partner sind mit diesen Angelegenheiten oft überfordert oder besser ratlos. Wir Frauen sind doch stark und haben Selbstbewußtsein.

Alles Gute
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BeitragThema: Re: Demenz oder doch nicht?
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Ginita Erstellt: 21.08.08, 17:46

Hallo Sylvia,

ich werde Dir per PN einen Link schicken. Hoffe, daß es funktioniert und Du dann die ganze Wahrheit lesen kannst.

Wo finde ich denn Deine Geschichte genau? Würde mich auch sehr interessieren.

Ja, ich denke auch, daß mein LG mit diesen Dingen völlig überfordert und ratlos ist. Er ist eh den ganzen Tag am Arbeiten, 6 Tage die Woche. Aber ein wenig ernsthaftes Zuhören wäre trotzdem nicht schlecht.

Ich hoffe sehr, daß der Doc mich aufklärt. Aber um ehrlich zu sein, glaube ich nicht mal, daß der Doc jemals irgendeinen Test bei meinem Vater durchgeführt hat.

Ich danke Dir
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BeitragThema: Re: Demenz oder doch nicht?
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Sylvia Erstellt: 21.08.08, 18:09

Hi Karin,

ja es hat geklappt, danke für Dein Vertrauen. Ist wirklich hart und schrecklich. Besser wäre es, sie wäre gegangen und hätte sich ein neues Leben aufgebaut. Die Menschen wissen gar nicht, was sie den Zurückgebliebenen antan.

Meine Geschichte steht weiter unten unter Sylvia erzählt...

Weißt, wir sind in dem Alter, wo wir viel hinter uns haben. Wir sollten an die schönen Dinge denken.

Ich hatte das Lachen verlernt und bin sehr ernst geworden, viele Menschen sprachen mich darauf an. Heute arbeite ich daran, mit einem Lächeln aufzustehen und wenn mir es keiner sagt, sage ich mir selber: Sylvia das hast du gut gemacht.

Oder einfach mal rausgehen und laut schreien.

Nur wenige Männer können zuhören. Mein Mann hat schon viel in seiner Kindheit erlebt, aber auch das entschuldigt nicht alles.

Ich habe im Internet einen lieben Menschen gefunden, dem ich alle Sorgen und auch Freude mitteile und er mir. Wir kennen uns nun auch schon ein paar Jahre persönlich und unsere Partner sind auch öfter bei den Treffen dabei.

LG Sylvia
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BeitragThema: Re: Demenz oder doch nicht?
Demenz oder doch nicht? EmptySo 12 Okt 2008, 18:29    © Admin
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Sylvia Erstellt: 21.08.08, 18:17

Anzeichen für eine Demenzerkrankung - vielleicht hilft es Dir

Wenn jemand seine Hobbies nicht mehr weiter verfolgt, kein Interesse mehr an Nachrichten und Zeitungen hat und sich auch sonst sozial mehr und mehr zurückzieht, kann das ein frühes Anzeichen für eine beginnende Demenzerkrankung sein. Noch ernster wird der Verdacht, wenn sich unbegründetes Misstrauen und spontane Wutanfälle häufen oder sich der Schlaf-Wach-Rhythmus umkehrt", beschreibt Calabrese die typischen Verhaltensauffälligkeiten bei Alzheimer-Demenz.

Die gesteigerte Aggressivität und Erregtheit, das ständige Umherlaufen vor allem in der Nacht belasteten die Angehörigen der Erkrankten ganz enorm und machten das weitere Zusammenleben zusehends schwieriger. Wichtig sei deshalb, dass man die ersten Zeichen frühzeitig erkennt und wirksame Gegenmaßnahmen einleitet. Calabrese hat dazu sechs Kernfragen formuliert, mit denen sich Ärzte, aber auch Angehörige und Betroffene selbst sehr schnell ein Bild von der Situation machen können. Die Fragen lauten:

  1. Fühlen Sie sich mutlos und traurig?
  2. Meiden Sie zunehmend Ihren Freundes- und Bekanntenkreis?
  3. Sind Sie häufig lustlos und niedergeschlagen oder zunehmend unruhig und rastlos?
  4. Fühlen Sie sich von anderen Menschen beobachtet, verfolgt oder gar bedroht?
  5. Tun oder sagen Sie öfter Dinge in der Öffentlichkeit, die Sie früher nicht gesagt oder getan hätten?
  6. Geraten Sie leicht in Zorn oder reagieren Sie auf Ereignisse/Situationen/Personen häufig unbeherrscht und verärgert?

Wenn ein Patient mehr als zwei dieser Fragen mit "Ja" beantwortet, sei dies bereits ein begründeter Anlass, weitere Maßnahmen und eventuell eine Therapie einzuleiten, so Calabrese. Da viele der Betroffene oft nicht mehr in der Lage sind, solche Fragen klar zu beantworten, müssten die Angehörigen in die Befragung mit einbezogen werden.

Gerade die Verhaltenstörungen sollten unbedingt behandelt werden, fordert der Psychiater nachdrücklich, denn mit neuartigen Atypika, wie zum Beispiel dem Wirkstoff Risperidon, stünden dem Arzt jetzt Erfolg versprechende Medikamente zur Verfügung, die Aggressivität, Misstrauen und Unruhe verringern können und dabei deutlich weniger Nebenwirkungen aufwiesen, als dies noch bei älteren medikamentösen Verfahren der Fall gewesen sei. Der von Calabrese entwickelte Test solle dabei helfen, Demenzerkrankungen früher als bisher zu entdecken, damit die Behandlung ebenfalls noch in den Anfangsstadien der Alzheimer-Demenz beginnen kann. Die Erfolgsaussichten seien dann am größten, und auf diese Weise ließe sich für Patienten wie Angehörige noch möglichst lange ein hohes Maß an gemeinsamer Lebensqualität erhalten.
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BeitragThema: Re: Demenz oder doch nicht?
Demenz oder doch nicht? EmptySo 12 Okt 2008, 18:37    © Admin
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Ginita Erstellt: 21.08.08, 19:51

Hallo Sylvia,

so, dann weißt Du jetzt also bestens bescheid und wirst meine Reaktion verstehen. Ich wäre auch glücklicher gewesen, sie wäre gegangen und hätte sich ein neues Leben aufgebaut.

Deine Geschichte werde ich noch lesen.

So wie Du habe ich das Lachen ebenfalls verlernt, was aber nicht alles mit meinem Vater zu tun hat. Dazu beigetragen haben auch Menschen aus meinem näheren Umfeld, die mich sehr oft schwer enttäuscht haben. Dadurch ist mein Misstrauen immer größer geworden und irgendwann habe ich mich zurückgezogen.

Vor nicht so langer Zeit dachte ich auch einen lieben und netten Menschen im Internet gefunden zu haben. Und wieder Enttäuschung. Dieser Mensch stellte sich als Lügner heraus, der nur rumgeschleimt hat, als es ihm schlecht ging. Seitdem es ihm gut geht, gibt es mich nicht mehr. Und so geht es mir eigentlich schon das ganze Leben.

Danke Dir auch für die "Anzeichen einer Demenzerkrankung". Das muß ich jetzt mal genauer beobachten bei meinem Vater. Fest steht, daß er im Gegensatz zu früher gar nicht mehr mit einem anderen älteren Herrn telefoniert oder ihn besucht. Ansonsten bewegt sich mein Vater gar nicht nach draußen, außer wenn er alle 4 Wochen zum Doc fährt. Wenn ich ihn frage, wieso er nicht mal rausgeht sagt er, daß er sich hier nicht wohlfühlt. Das verstehe ich sehr gut, denn mir gehts genauso. Bloß bin ich gezwungen rauszugehen, da ich noch 2 Hunde habe, die bewegt werden wollen. Zum Glück!
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BeitragThema: Re: Demenz oder doch nicht?
Demenz oder doch nicht? EmptySo 12 Okt 2008, 18:40    © Admin
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Sylvia Erstellt: 22.08.08, 07:32

Moin Karin,

da Dein Verhältnis zu Deinem Vater nicht so gut ist, wird es auch schwierig, das er auf Dich hört. Da hatte ich es einfacher, mein Papa liebte mich und nannte mich immer seine Zuckerpuppe. Wir hatten ein herzliches Verhältnis und es ist schön an diese Tage zu denken, da vergißt man etwas den Schmerz.

Ich denke mal Karin, Dir fehlt die Menschenkenntnis, wenn Du sooft enttäuscht wirst. Wie ich las hast Du zwei Hunde, auch die können zuhören, wenn auch nicht verstehen. Mein Kater Elvis ist da sehr sensibel.

Hast Du denn keine gute Freundin?

Von mir kann ich sagen, in dem Jahr, wo ich die vielen Behördengänge hatte und alles für meinen Papa tat, habe ich dort viele liebe Menschen getroffen. Bin ein sehr offener Mensch und habe ihnen die Geschichte erzählt. Es half und sie verstanden. Kann sagen ich bin mit den Aufgaben gewachsen. Nur eine Dame vom Pfegedienst (sehr jung) nahm mir die Pflegestufe meines Vaters wieder weg. Da ich ihn in einem Monat wieder auf sein fast altes Gewicht gebracht hatte. Als wir uns wiedersahen wog er nur noch 52 kg. Aber ich nahm das mit der Wegnahme nicht hin und erkämpfte mir die Pfegestufe wieder.
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BeitragThema: Re: Demenz oder doch nicht?
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frisbee Erstellt: 22.08.08, 07:58

Hallo Karin,
ich ahne, was da abgelaufen ist und ohne Dir zu nahe treten zu wollen: weshalb bleibst Du bei ihm? Wenn ich das richtig verstanden habe, ist Deine Mutter auch unter sehr schwierigen Umständen geblieben und hat sein Verhalten (er-)geduldet. Weshalb setzt Du ihr Verhalten fort und bleibst, obwohl Du es nicht willst? Ich arbeite auch familiensystemisch, d.h. mit Familienaufstellungen. Von daher kenne ich diese Problematik, dass man oft Dinge von Verwandten, Eltern fortsetzt, die man eigentlich gar nicht fortsetzen möchte. Es gehören immer zwei dazu: der eine, der tyrannisiert und der andere, der es zulässt, bzw. dies mit sich machen lässt, ohne sich zu wehren und/oder einfach zu gehen. Versteh mich bitte nicht falsch, ich klage Dich nicht an oder verurteile Dich, ganz im Gegenteil. Frag Dich einfach einmal selbst, weshalb Du bei ihm bleibst und welche Möglichkeiten es für Dich gibt, einfach zu gehen. Dennoch solltest Du die Pflege/Versorgung Deines Vaters gewährleisten, so schwer es auch fallen mag, damit Du Dir später keine Vorwürbe machen lassen musst. Vielleicht hast Du in Deiner Nähe auch einen guten Therapeuten, der/die familiensystemisch arbeitet. Vielleicht wäre dies eine Möglichkeit, die Vergangenheit aufzuarbeiten und loszulassen, damit Du die Kraft bekommst, die Dinge zu tun, die Dein Leben wieder lebenswert macht.

LG Marion
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BeitragThema: Re: Demenz oder doch nicht?
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LillNalle Erstellt: 22.08.08, 09:33

Hallo Karin

Ich habe nun alle Beiträge zu deinem Thema mit interresse gelesen. Marion und Sylvia sind schon sehr liebevoll und sehr gut darauf eingegangen.

Es gibt Lebenssituationen, Schicksale wo es für Kinder eine reine, unerträgliche Zumutung wäre sich um die Eltern zu kümmern. Nach meinem Wissen ist die Verantwortung der Kinder den Eltern gegenüber auch keine gesetzliche, sonder eine rein emotionale Frage. Da dein Vater ausserdem nach dem Gesetz immer noch eine selbstbestimmende, selbständige Person ist, müsstest du im Prinzip (gesetzlich gesehen) auch gar nichts unternehmen. Wäre da nicht dein Haus (wenn ich dich recht verstanden habe), das du einerseits verkaufen möchtest und andererseits wie du schreibst, von deinem Vater verhunzt wird.....Nun ich weiss nicht wie es dazu kommen konnte das ihr im gleichen Haus lebt, obwohl du eigentlich eine sehr schlechte Beziehung zu ihm hast. Aber diese Tatsache erschwert in der Tat deine Situation. Mit dem Verhältnis wo ihr gegenseitig habt, kann ich mir auch kaum einen geeigneten Umgang zwischen euch vorstellen. An deiner Stelle würde ich vermutlich erst mal die Wohnung in der du wohnst vermieten und selber eine andere Wohnung mieten um auch die räumliche Distanz, so zu bekommen, wie es die emotionale schon lange ist.

Ausserdem denke ich ist es wichtig erst mal mit seinem Arzt zu sprechen um genauer abzuklären was los ist. Erst dann können ev. weitere Schritte überlegt werden.

Ich wünsche dir alles Gute

Liebe Grüsse Ursula
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BeitragThema: Re: Demenz oder doch nicht?
Demenz oder doch nicht? EmptySo 12 Okt 2008, 18:44    © Admin
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Ginita Erstellt: 22.08.08, 10:01

Hallo Sylvia,

erst mal danke für Deine PN, die ich bereits beantwortet habe. Auch habe ich mich mal auf Deiner HP umgesehen. Einfach genial! Einige Fragen hätte ich noch dazu, aber das mache ich per PN, okay?

Deine Geschichte habe ich inzwischen auch gelesen und dazu eine Antwort erstellt.

Ja, es ist richtig, daß meine beiden Hundis auch zuhören können und sie merken genau, wenns mir richtig mies geht. Dann weichen beide nicht mehr von meiner Seite. Die beiden sind der Grund, weshalb ich noch kämpfen kann.

Eine gute Freundin hatte ich, so dachte ich zumindest. Ich hatte die Nase voll davon ständig nur mit Unwahrheiten bombadiert zu werden. Seitdem lebt es sich ohne "beste Freundin" besser.

Auf jeden Fall bin ich froh mich hier austauschen zu können und offensichtlich nette Menschen gefunden zu haben, die mir WIRKLICH zuhören.

DANKE AN ALLE!!!!!
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BeitragThema: Re: Demenz oder doch nicht?
Demenz oder doch nicht? EmptySo 12 Okt 2008, 18:47    © Admin
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Ginita Erstellt: 22.08.08, 10:16

Hallo Marion,

weshalb ich bei ihm bleibe? Ganz einfach, weil ich nicht weg kann. Das Haus gehört mir und wenn ich eine Wohnung miete, laufen die Kosten fürs Haus trotzdem weiter, was doppelte finanzielle Belastung bedeuten würde, die ich nicht aufbringen kann. Hinzu kommt, daß ich, selbst wenn ich gehen würde, nicht wüßte, was er alles anstellen würde, wenn er hier im ganzen Haus allein wäre.

Vom Gefühl her würde ich sagen, daß meine Mutter nur geblieben ist, weil sie Angst vor meinem Vater hatte. Angst davor, daß er ihr was tut, wenn sie versucht ein neues Leben ohne ihn zu führen. Eine andere Erklärung habe ich nicht.

Früher, als mein Vater noch ein normales Leben geführt hat, bin ich nicht so zimperlich mit ihm umgegangen. Wir haben uns dann auch mal richtig gezofft. Habe kein Blatt vor den Mund genommen. Seit er den Herinfarkt hatte, bestand mein Leben nur noch aus Rücksichtnahme, weil ich nicht Schuld sein will, wenn er aufgrund meines Verhaltens vielleicht seinen letzten "Schlag" bekommt. Ich weiß, daß das vielleicht falsch ist. Aber wie soll ich sonst damit umgehen????

Wie gesagt, Möglichkeiten zu gehen gibt es für mich nicht. Es sei denn, die Maklerin bringt mir hoffentlich bald einen Käufer für das Haus. Dann "räume ich auf". Die Trennung von meinem Vater wird dann an erster Stelle stehen. Es wird kein gemeinsames Wohnen in einem Haus mehr geben. Es ist hart, aber ich muß endlich auch mal an mich denken und wieder anfangen zu leben. Niemand kann von mir verlangen wegen ihm bis zu seinem Tod vor mich hinzuvegetieren. Ich habe für ihn genug Opfer gebracht und habe nichts zurück erhalten. Keine Hilfe, kein Danke, nichts.

Ich werde natürlich dafür sorgen, daß er so untergebracht wird, daß es für alle Beteiligten zufriedenstellend ist. Wenn dies geregelt ist, brauche ich auch keinen Therapeuten mehr. Wie bereits gesagt, hatte ich mal eine Therapie angefangen, die der absolute Flopp war. Das hat mir in keinster Weise geholfen.

Aber ich danke Dir sehr für Deine lieben Antworten und Tipps. Wenn ich Euch nicht hätte...
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BeitragThema: Re: Demenz oder doch nicht?
Demenz oder doch nicht? EmptySo 12 Okt 2008, 18:48    © Admin
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Ginita Erstellt: 22.08.08, 10:21

Hallo Ursula,

ja, ist richtig. Das Haus steht bereits zum Verkauf (s. meine Antwort an Marion).

Wir haben schon fast immer zusammen in einem Haus gewohnt. Ich habe mich ständig, warum auch immer, für ihn verantwortlich gefühlt. Hört sich blöd an, ich weiß, aber anders kann ich es nicht beschreiben.

Wie bereits gesagt, steht mein Haus zum Verkauf und vermieten liegt schon allein deshalb nicht mehr drin, dann werde ich das Haus nie los. Hinzu kommen doppelte finanzielle Belastungen... (s. Antwort an Marion).

Mit dem Arzt werde ich wohl sprechen müssen, davor graut mir. Ich habe null Ahnung wie er reagieren wird.

Aber auch an Dich ein großes DANKE
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BeitragThema: Re: Demenz oder doch nicht?
Demenz oder doch nicht? EmptySo 12 Okt 2008, 18:50    © Admin
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Sylvia Erstellt: 22.08.08, 15:10

Hi Karin,

dann drück ich Dir mal die Daumen zum schnellen verkauf Deines Hauses.

Ich versuche mein Elternhaus schon seit Aug. 07 zu verkaufen, erst über die Bank und nun über einen Makler, weil man nie weiß, wie Zahlungsliquit die Leute sind. Es steht in Toplage, alles zufuß zu erreichen und 1000 qm Grundstück - es ist recht schwer. Bin schon bei einem Preis angelangt, der nicht mal mehr das Grundstück deckt.

Nun versuchen mein Sohn und ich es mit "Entkernung" und dann soll ein Handwerker Raufasertapete an die 6 Zimmer kleben. Hoffe es klappt dann. Ist doch eine starke Belastung, der gr. Garten und das drum rum.

LG Sylvia
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BeitragThema: Re: Demenz oder doch nicht?
Demenz oder doch nicht? EmptySo 12 Okt 2008, 18:51    © Admin
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Ginita Erstellt: 22.08.08, 16:25

Hallo Sylvia,

mein Haus steht auch schon seit Juni 2007 zum Verkauf. Der erste Makler hat nur Murks gemacht, habe dann die Maklerin beauftragt, die mir diese Hütte hier verkauft hat. Das Haus steht sehr ungünstig, darum will es koffensichtlich keiner. Mit dem Preis mußte ich auch schon 2 mal runtergehen. Inzwischen liegt der Preis soweit unten, daß ich nicht mal mehr alles wiederbekomme, was ich bereits reingesteckt habe (z.B. neue GZH).

Aber danke für Deine Wünsche. Wünsche Dir auch, daß es bald klappt mit Eurem Haus
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BeitragThema: Re: Demenz oder doch nicht?
Demenz oder doch nicht? EmptySo 12 Okt 2008, 18:52    © Admin
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Sylvia Erstellt: 28.09.08, 09:52

Moin Karin,

wie schaut es denn bei Dir aus?

Lange nichts mehr gehört.

Wie geht es Deinem Vater?

Schönen Sonntag.

Grüße Sylvia
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BeitragThema: Re: Demenz oder doch nicht?
Demenz oder doch nicht? EmptySo 12 Okt 2008, 18:55    © Admin
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Ginita Erstellt: 28.09.08, 11:25

Hallo Sylvia,

ja stimmt, wir haben lange nichts mehr voneinander gehört. Liegt aber schlichtweg daran, daß ich mitten in den Vorbereitungen wegen meiner OP stecke.

Allerdings habe ich mitte Oktober einen Termin beim Doc, da werde ich auch die Sache wegen meinem Vater zur Sprache bringen. Hoffentlich verläßt mich nicht der Mut.

Es ist inzwischen einiges passiert, wo ich mich frage, was ich noch alles über mich ergehen lassen muß. Ich bin völlig überfordert und mit den Nerven am Ende Sad

Hoffe, daß sich das Blatt bald zum Guten wendet und ich mich wieder zusammen raufen kann.

Wünsche Dir auch noch einen schönen Sonntag.

Bis denne

Karin
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BeitragThema: Re: Demenz oder doch nicht?
Demenz oder doch nicht? EmptyMi 22 Okt 2008, 18:09    © Admin
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Ginita Erstellt: 16.10.08, 19:59


Hatte heute den Termin beim Doc. Den Weg hätte ich mir auch sparen können. Sieht so aus, als wenn sich absolut nichts ändern wird schreiweinend

Die Antworten die ich bekommen habe, hätte sich der Doc auch verkneifen können wut Bin stinksauer, daß man mit solchen Problemen allein gelassen wird. Weiß nicht was ich jetzt noch machen soll No

Offensichtlich hat man mich nicht ernst genommen wut
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BeitragThema: Re: Demenz oder doch nicht?
Demenz oder doch nicht? EmptyDo 30 Okt 2008, 20:52    © Admin
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Sylvia Erstellt: 17.10.08, 07:48

Moin Monika,

dann geh zu einem anderen Arzt, den Deines Vertrauens. Den Hausarzt meines Vaters konnte man auch in der Pfeife rauchen. Er hat erst gar nicht die Wahrheit gesagt und auch nicht die richtigen Medikamente verschrieben.

Nicht so schnell aufgeben, mehr Geduld und Ruhe. Wende Dich doch mal eine eine Selbsthilfegruppe, die kann Dir bestimmt helfen und Tips geben.

Du bist nicht allein.

LG Sylvia trösten
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BeitragThema: Re: Demenz oder doch nicht?
Demenz oder doch nicht? EmptyDo 30 Okt 2008, 20:56    © Admin
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LillNalle Erstellt: 17.10.08, 10:30

Liebe Karin

Wenn ich dich richtig verstanden habe, hast du deinen Arzt um Rat gefragt und nicht den Arzt deines Vaters.

Nun es ist natürlich nicht einfach als Arzt irgendwelche Askünfte zu geben, betreffend eines Patienten wo er (vermute ich mal, in deinem Fall) nicht persönlich kennt.

So oder so, wirst du nicht drum herum kommen, um deinen Vater mal richtig untersuchen zu lassen. Die grosse Frage wird für dich vermutlich sein, wie du deinen Vater zum Arztbesuch überreden kannst. Da ihr kein gutes, gegenseitiges Vertrauensverhältnis habt, wird dies für dich leider umso schwieriger. Dir da einen Rat zu geben leider ebenfalls.

In deinem Fall würde ich ganz klar sagen, das eine Demenz-Vereinigung in deiner Umgebung, da einiges besser helfen könnte, da sie sich in deinem/euren Umfeld direkt auskennen müssten. Zusätzlich Menschen, in ähnlicher Situation persönlich kennen zu lernen, wäre für dich, da du keine Freunde hast eine grosse Bereicherung.

Jeder Mensch braucht Freunde. Das setzt aber auch immer die Bereitschaft voraus Endtäuschungen einstecken zu können. Endtäuschung = zu hohe Erwartung. Was ich damit meine ist, das ich mehrere Freunde habe, keiner alleine deckt alle meine Bedürfnisse ab. Aber alle zusammen, schenken mir ein gesundes soziales Netz. Genauso wie ich selber bei jedem einzelnen auch nur immer einen kleinen Bereich, deren Bedürfnisse abdecken kann.

Ich habe jetzt zusätzlich auch auf etwas ältere Beiträge von dir zurückgreifen wollen, weil alles in allem einfach zusammengehört um mit Sorgen besser klar zu kommen.

Ich wünsche dir den Mut, in einer Demenz-Angehörigengruppe andere persönlich kennen zu lernen. Ich habe dies leider viel zu spät gemacht und im Nachhinein bereut, da ich dort schon viel früher gestärkt worden wäre. Aber so oder so freue ich mich Heute über die wertvollen Beziehungen die entstanden sind.

Liebe Grüsse

Ursula
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BeitragThema: Re: Demenz oder doch nicht?
Demenz oder doch nicht? EmptyDo 30 Okt 2008, 20:57    © Admin
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Ginita Erstellt: 17.10.08, 11:05

Hallo Sylvia,
also... erst mal bin ich Karin und nicht Monika zwinker
Ich werde zu einer Beratung gehen, versuche schon den ganzen Morgen jemanden ans Telefon zu bekommen, bisher leider vergeblich. Weiß auch die regulären Sprechzeiten nicht. Ich versuche es dann halt ab Montag wieder.

Ansonsten wüßte ich mir keinen Rat mehr, denn so wie es ist kann es nicht bleiben.

Liebe Grüße

Karin
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