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 Mutter Demenz und Vater Krebs

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Marion
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BeitragThema: Mutter Demenz und Vater Krebs
Mutter Demenz und Vater Krebs EmptyDi 30 Jun 2009, 10:37    © Marion
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Hallo, und erst mal einen guten Tag an alle hier im Forum....

Meine Situation in Kurzform:

Meine Mutter hat durch einen Schlaganfall und Sturz seit 6 Jahren fortschreidende Demenz.

Sie ist gehbehindert, wiegt ca. 30 kg zuviel und hat immer stärker werdende Demenz. Nach einem erneuten Sturz von 6 Wochen hatte sie eine Beckenfraktur und ist nun nach Kranken haus und Kurzzeitpflege wieder zu Hause.

Der Pflegedienst kommt morgens und abends und in der Woche ist sie in der Tagspflege weil mein Vater seit zwei Jahren einen kleinzelligen Lungenkrebs und starke Osteoporose hat. Damals wurde mir gesagt er hätte noch viell. ein halbes Jahr und jetzt haben wir ihn zum Glück noch und er kommt auch ganz gut mit sich zurecht. Er kann allerdings die Krankheit meiner Mutter nicht wirklich annehmen und auch nicht mehr helfen, ausser mal zwei Stunden "für sie dasein".

Jetzt hat sie ein paar Nächte zu Hause geschlafen und, damit er seine Ruhe bekommt, hat sie eine eigenes Zimmer mit Pflegebett bekommen.

Die Tage funktionieren ganz gut, auch wenn man echt an seine Grenzen kommt, wenn man plötzlich seiner Mama das "grosse" Geschäft aus der Hose machen muss ;-))....

Nachts möchte sie aber einfach nicht in diesem Bett sein. Aber es geht nicht anders, sie fällt sofort hin, wenn sie raus könnte, sie vergisst immer, dass sie nichtlaufen kann. So schreit sie regelrecht und klopft manchmal ein paar Stunden. Beruhigen hilft nichts und sie anweisen auch nicht, somit hab ich sie wie ein kleines Kind irgendwann schreien und klopfen lassen, was mir echt leid tat, aber es half alles nichts.

Ich hab immer das Gefühl, dass sie es dann bewusst mitbekommt, am nächsten Morgen ist sie natürlich wie gerädert und mag nicht aufstehen. Wir haben extra den Rhytmus des Pflegeheimes beibehalten, weil sie den Tagesablauf so gewohnt ist.

Was ich damit sagen wollte, weiss ich gar nicht mehr so Recht, und meine Frage habe ich auch vergessen. Vielleicht einfach nur aufschreiben....

viel grüsse
marion
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sylvia
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BeitragThema: Re: Mutter Demenz und Vater Krebs
Mutter Demenz und Vater Krebs EmptyDi 30 Jun 2009, 12:00    © sylvia
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Liebe Marion herzlich Willkommen:danke: und mal ganz lieb gedrückt von mir.
Es ist eine schwere Aufgabe. Unsere Babs hat dies alles ähnlich erlebt. Ihre SMutter lag auch im Bett und schrie. Sie hat sich bis zu ihrem Einschlafen gekümmert. Nun ist Babs selber im Krankenhaus.

Zwei "schwere Fälle" zu haben ist doppelt belastend. Ja, schreiben hilft und wir hören gern zu und versuchen Tipps zu geben. Auch mein Papa ist eingeschlafen und ich kann nur schwer mit dieser Situation umgehen. Aber bei mir ist die Geschichte auch noch etwas anderst, wie man hier lesen kann.
Warum laßt ihr sie nicht im Seniorenstift? Dort hat sie doch die Betreuung, die sie braucht.
Männer sind im gesunden Zustand schon unbeholfen. Nun ist Dein Vater auch krank und ich denke, er hat damit genug zu tun. Wäre sonst überfordert.

Habt Ihr denn auch schon eine Pflegestufe?

Ich wünsche Dir Kraft und Stärke.

LG Sylvia








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Marion
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BeitragThema: Re: Mutter Demenz und Vater Krebs
Mutter Demenz und Vater Krebs EmptyDi 30 Jun 2009, 12:37    © Marion
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Hallo Silvia, danke für deine Antwort,

ja Pflegestufe haben wir für meine mama und auch für meinen papa. Gute Frage, warum wir sie nicht da lassen. Es ist so, dass wir ein grosses Haus haben und meine Eltern immer gesagt haben, sie möchten zu Hause bleiben, durch den Pflegedienst wird ja auch der Hauptteil in der Woche abgedeckt, nur die Wochenenden müssen geplant werden. Wir wohnen in einem Haus, ich bin allerdings alleinerziehend und muss halt immer sehen, wie man es schafft.

Klar, ist er überfordert, andererseits, ist es so, dass sie auch ein sehr lustiger Mensch ist und durch die vielen Wochen dort ist sie doch schon sehr "traurig" geworden. Man hat halt das Gefühl, sie abzuschieben, wäre ja auch so, ich denke, wenn die Pflege zu Hause noch irgendwie machbar ist, dann ist das o.k. Wenn das Schlafen erst mal besser klappt, nach einer Eingewöhnphase, hoffe ich, dass der tägliches Umgang noch einfacher wird.

Ich habe gesagt, wir probieren das erst mal 4 Wochen aus und dann mal sehen, wenn ich dann am Stock gehe, dann kann ich es nicht leisten.

Zum Glück habe ich nur noch ein kleines Kind, zwei meiner Kinder sind schon "gross" 17 u. 20, die helfen immer gern mal mit "mal eben schauen" mit, aber sind natürlich auch oft nicht da und ich möchte sie auch nicht zu sehr einbeziehen, weil sie ihr eigenes Leben haben.......
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BeitragThema: Re: Mutter Demenz und Vater Krebs
Mutter Demenz und Vater Krebs EmptyDi 30 Jun 2009, 14:33    © sylvia
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Liebe Marion,
keiner möchte gern in einen Seniorenstift (Altenheim sag ich nicht gern, hört sich gar nicht gut an). Es ist ein Platz, den man wohl wählen sollte, wir haben hier mal die Punkte eines guten Platzes aufgezählt. Einfach mal nachlesen.
Du hast, wie Deine Kinder Dein Leben und dazu noch allein erziehend. Da Du jetzt schon Windeln wechseln mußt und sie nicht allein gehen kann, ist es eine Aufgabe Tag und Nacht und Du darfst nicht krank werden oder sonst wie ausfallen. Das greifen Körper und Seele an und Du bist auch nicht mehr voll für Deine Kinder da.
Ich sehe es nicht als abschieben. Als ich 03.2007 vom Tod meiner Mutter erfuhr änderte sich mein Leben von einem Tag auf den anderen. Ich war wieder da für meinen Papa nach fast 10 Jahren nicht sehens. Aber er hatte Anfänge einer Demenz. So konnte ich ihn in dem gr. Haus nicht allein lassen. Jeden Tag den ich dort war, für ihn kochte und sauber machte, immer die Angst im Nacken, wenn er jetzt stürzt, in der Zeit, wo ich nicht da bin. Also faßte ich 08.2007 den Entschluss einen Platz im Seniorenstift zu suchen. Ich selber arbeitete ehrenamtlich im Seniorenstift an meinem Ort, den ich aber für ihn nicht wollte. Ich fand 10 km entfernt einen super Platz. Mein Papa fühlte sich gleich wohl, mit seinem Sessel und persönlichen Dingen, wie auch einer Bildergalerie. Ich habe viel überlegt, glaub mir und es war mir erst nicht wohl. Aber als ich ihn dort sah, seine glücklichen Augen. Er war wieder unter Menschen, hatte jemanden zum reden und zuhören. In unserem Haus wäre es nicht gegangen und ich hätte auch keine Unterstützung von meinem Mann gehabt. Männer sind oft sehr "komisch". Mehr möchte dazu nicht sagen. Meine beiden erwachsenen Söhne unterstützen mich in allen Dingen und sind immer für mich da. Sie haben ihn viel besucht und mit ihm geredet, es gab soviel "nachzuholen". Er erfreute sich an ihnen. An seinem 27 j. Enkel mit Freundin. Der Grosse, der sogar während seiner Diplomarbeit an der er zu dem Zeitpunkt schrieb kam.
Damit will ich sagen, es geht ohne schlechtes Gewissen.

Vielleicht hast ja jemanden, mit dem Du über einige Punkte reden kannst und der Dir einen Rat gibt.

LG Sylvia








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BeitragThema: Re: Mutter Demenz und Vater Krebs
Mutter Demenz und Vater Krebs EmptyDi 30 Jun 2009, 19:26    © Admin
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Liebe Marion

Auch von mir erst mal ein herzliches Willkommen hier im Forum.

Deine Situation ist alles andere als einfach. Mutter Demenz, Vater Krebs und gleichzeitig bist du noch alleinerziehend.

Ich denke das Gefühl des "Abschiebens" kennen viele hier. Auch ich hatte lange darunter gelitten. Erst kurz bevor wirklich eine grössere Katastrophe eingetroffen wäre, konnte/musste ich mich zu diesem schweren Entscheid durchringen. Es wurde einfach zu schwierig, mit Erik die hälfte des Jahres in der Schweiz zu verbringen und die andere Hälfte in Schweden. Nur schon die Reise an sich wurde jedesmal abenteuerlicher. Dann das jeweilige von neuem Eingewöhnen in eine für ihn jedesmal wieder von Neuem "fremde Umgebung"....Naja, ist eine lange Geschichte und eine Geschichte für sich.

Wielange jemand zu Hause gepflegt werden kann, hängt von der jeweiligen eigenen Lebenssituation ab. Spätestens wenn man anfängt mit einer beängstigenden Ruhe zu "funktionieren", nicht mal mehr einen etwas ärgern kann, weil dazu keine Kraft mehr vorhanden ist, dann wird es gefährlich. Dann glaube ich ist das, was man selber als "Abschieben" bezeichnet eine Schutzmassnahme auch für den Dementen.

Mein Mann hat mir nach seinen Möglichkeiten zur Seite gestanden. Aber er hatte seinen Jobb, brauchte dadurch auch seinen Schlaf und seine Erholung. Durch unsere in 2 Länder lebende Situation entstand eine dermassen grosse Fixierung von Erik, vorallem mir gegenüber, das meine einzige Intimsphäre die Toalette war und wenn Erik schlief. Ansonsten konnte ich kaum einen Schritt alleine Tun.

Was schlussentlich aber auch zählt, ist das Heute sowohl mein Mann wie auch ich, keinen Tag der Zeit wo Erik bei uns wohnte missen wollen. Es war manchmal furchtbar hart, es hatte aber auch viele schöne Momente gegeben. Nichts hat uns selber so geprägt und wachsen lassen (auch unsere Beziehung) wie die Zeit mit Erik. Mich freut es jedesmal wenn ich auch meinen Mann in unserem Freundeskreis, so liebevoll von Erik sprechen höre....

Ich weiss nicht liebe Marion wie lange du es schaffen wirst für deine Mutter so da zu sein. Ich kann dir nur empfehlen jeden schönen Augenblick in dich aufzusaugen. Es gibt einiges an Kraft für die schweren Zeiten. Vergesse aber bitte gleichzeitig auch nicht auf dich und deine Grenzen zu achten. Fürsorge beinhaltet machmal auch Entscheidungen zu treffen, die man eigentlich nie treffen wollte.

Ich wünsche dir viel Kraft und sende dir viele liebe Gedanken

Ursula






Liebe Grüsse
Mutter Demenz und Vater Krebs Ursula 

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BeitragThema: Re: Mutter Demenz und Vater Krebs
Mutter Demenz und Vater Krebs EmptyMi 01 Jul 2009, 08:54    © sylvia
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Moin Ursula,
ich beneide Dich ein wenig, das Dein Mann auch heute noch über Erik in Eurem Bekanntenkreis redet. Ich würde mich schon freuen mit meinem Mann daheim über meinen Papa reden zu können. Dienstag hab ich meinen ersten Termin bei meiner Psychologin und Donnerstag gehen wir Beide zur Beratung. Hoffe und bete alles wird Gut.

Schönen Tag, dolle heiß in Deutschland.

LG Sylvia








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BeitragThema: Re: Mutter Demenz und Vater Krebs
Mutter Demenz und Vater Krebs EmptyMi 01 Jul 2009, 09:44    © Admin
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Liebe Sylvia

Ja leider erleben viele Partnerschaften dies anders - so wie auch in deiner. Es tut mir jedes mal leid. Weil einfach desshalb auch chancen zu persönlichem und partnerschaftlichem Wachstum verpasst werden. Überall hört man das es immer zwei Seiten dazu braucht....Aber was soll man tun, wenn nur eine Seite sich wirklich bemüht?

Ich hoffe für dich aus ganzem Herzen, das eine Beratung für eure Beziehung und vorallem für deinen Mann, ein Erwachen und ein grosses Aha-Erlebnis bewirken darf....

Sei ganz lieb gegrüsst und ich werde euch in Gedanken und auch im Gebet begleiten.

Ursula

Auch hier in Schweden ist es nun seit c.a einer Woche richtig heisses Wetter winke






Liebe Grüsse
Mutter Demenz und Vater Krebs Ursula 

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BeitragThema: Re: Mutter Demenz und Vater Krebs
Mutter Demenz und Vater Krebs EmptyMi 01 Jul 2009, 17:11    © sylvia
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Danke Ursula, das ist lieb.








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