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 Demenz und Alkoholismus

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soda1964
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BeitragThema: Re: Demenz und Alkoholismus
Mo 11 Jun 2012, 13:38    © soda1964
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Danke zurück

Schön zu lesen, dass du dich unterstützt fühlst von uns. Wir lernen und wachsen alle miteinander hier im Forum.
Viel Kraft wünsche ich dir für das Gespräch mit dem Arzt. Manchmal hilft der Satz zu fragen, was er den gerne hätte, wenn sein Papa hier liegen würde ...

Und deine Mama: sie ist halt deine Mama, was auch immer sie tut und was auch immer passiert. Es ist ein sehr schmerzlicher Prozess, wenn - aus welchen Gründen auch immer - die "liebevollen Gefühle" schwinden und an deren Stelle Wut und Ohnmacht immer stärker werden.

Vielleicht hiflt dir der Gedanke, dass gerade WEIL sie deine Mama ist und WEIL DU SIE LIEBST, du nicht länger zuschauen kannst, wie sie sich "zu Grunde richtet". Mach Schritt um Schritt, hier und jetzt, wie Ursula auch schreibt. Du wirst sehen, irgendwann öffnet sich ein Türchen und du kannst weiter gehen.

Viel Kraft und liebe Gedanken, gerade auch für deinen Papa - und deine Mama ...
Therese






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petra52
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BeitragThema: Re: Demenz und Alkoholismus
Di 12 Jun 2012, 18:01    © petra52
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Ohmanomanoman es hört einfach nicht auf.

Nicht nur die Gesundheit meines Papas macht mir Sorgen (war eben ganz alleine ganz lange bei ihm und er ist so klar im Kopf und hat alles so satt. Ärzte meinen es ist ein Krankenhauskoller und wollen ihm jetzt Antidepressiva geben), ne Mutter die denkt sie hätte noch alles fest im Griff und nu das......die finanzielle Seite.

Vor ca. 3 Jahren stellte mein Papa fest, dass keine Rechnungen mehr von seinem Konto abgebucht wurden.
Da schon immer die ganze finanzielle Seite von meiner Mutter abgehandelt wurde, machte ihn das stutzig.
Also er, kompletter Laie, zur Bank und was ihn da erwartete war ein grosser Schock.
Meine Mutter hatte den Kontodispo von 7.000 Euro abgeräumt. Man bedenke, mein Vater war bis dato schon 12 Jahre Rentner!!! und der Dispo bei der Rente?!? Ich würde mal sagen, die Bank hat gut verdient!
Mein Vater hatte es sodann mit seinem "Sterbegeld", hart erspart, ausgeglichen.

Als erstes nahm er ihr, natürlich heimlich, die Bankkarte weg. Ich weiss nicht, wie viel Monate es da zu Dauerstress kam, denn...es war ja schliesslich ihr Aufgabengebiet. Er machte eine Haushaltskasse und legte immer einen gewissen Betrag hinein, welchen sie dann in Nudeln und Glasreiniger umsetzte, den Einkaufen war ja auch ihr Gebiet.
Auch einen Einkaufszettel, welcher er ihr mitgab, wurde einfach ignoriert und wieder kam sie nachhause mit Unmengen von Toilettenpapier und Küchenrollen.
Mein Papa ging dann zusätzlich einkaufen und besorgte so das Notwendige.

Nu ist die Lage so, Papa schwerkrank in der Klinik, Mutter kein Geld und ich keine Vollmacht. Ich weiss genau, dass ich nach dem Debakel von seiner Bank was unterschrieben habe und er meinte noch "wenn mal was ist", aber gestern wurden mir die Augen geöffnet.
Ich habe keinen Zugang, da er wohl versäumt hatte das Formular bei der Bank abzugeben.
Meine Mutter hätte wohl noch das Recht, aber Gott sei Dank weiss sie es nicht mehr, weil....die Karte ist ja weg.

Jetzt kann ich meinen Papa (er brauchte alles Nötige für die Klinik, weil Mutter nichts rausgab), meine Mutter (sie muss ja essen und vor allem TRINKEN), meine Tochter und mich von meiner Witwenrente und meinem Halbtagsjob ernähren.

Die Einzige Möglichkeit die mir wohl bleibt ist, dass ich über seine PIN und seiner mir vorliegenden Kontokarte, den Lebensunterhalt für Mutter einteile, aber....es ist stundenabhängig und kommt immer darauf an wie er sich fühlt!

Hat denn Jemand für dieses Problem eine Lösung?

Des Weiteren....meine Mutter will jeden Tag mit mir in die Klinik, aber Papa mag und kann sie nicht mehr sehen!
Ausreden wie "er wird den ganzen Tag untersucht", oder auch "er schläft", oder auch "die Ärzte lassen es heute nicht zu", kommentiert sie lautstark mit "ist mir doch egal, die haben mir gar nichts zu verbieten, es ist mein Mann" oder auch "dann geh ich halt alleine hin, die sollen bloss mal was sagen, ich will ihn sehen".

Auch hier?! Hat Jemand eine Idee...mir gehen sie nämlich aus und so langsam ertrage ich das Geschreie zu all meinem Leid nicht mehr und werde ebenso laut!

Der Hausarzt meiner Eltern meinte gestern, ich solle mich mehr und mehr von meiner Mutter distanzieren, weil er mehr das Alkoholproblem als die Demenz sieht (logo, bei den wenigen Besuchen bei ihm schauspielterte sie vom Feinsten). Aber kann ich das wirklich in der Lage in der wir zur Zeit alle stecken? Sie wäre dann ganz allein, weil Freunde gibt es für sie nicht.

Moralisch fühl ich mich verpflichtet und werde in dieser Woche mal einen Abend bei den Angehörigen von Alkoholiker Gespräch teilnehmen. Ich will nichts falsch machen, ich will funktionieren!
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Drops
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BeitragThema: Re Demenz und Alkohol
Di 12 Jun 2012, 20:21    © Drops
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Hallo Petra,

Es ist wirklich ne Menge was du jetzt zu verkraften hast. Eine Vorsorgevollmacht die dir dein Vater unterschreibt wäre sicher sehr von Vorteil. Auch eine Unterschrift deiner Mutter wäre sehr sinnvoll. Da würde ich ihr sagen dass das nur eine Vorsichtsmassnahme ist für später mal. Sag ihr, dass das eigentlich jeder machen sollte. Wenn du Kinder hast dann sag, dass auch du das machst weil man nie weiß was mal so kommt. Ich konnte dadurch für meinen Vater alles regeln, konnte den Heimvertrag unterschreiben, konnte Telefon, Zeitung, Rundfunkgeb. usw. abbestellen (immer diese Vollmacht kopieren und mitschicken bei sowas) Niemals das Original geben. Eine Patientenverfügung ist ebenso sinnvoll.
Was deine Mutter betrifft - der Hausarzt kann durchaus Recht haben und es ist weniger Demenz, sonder hauptsächlich Alkproblem. Mein Vater hat zu Haus überhaupt nicht mehr klar denken können - wirkte wie dement. Seid er im Heim ist weiß er was gestern war, was heute ist und was morgen sein wird. Er kann alles wieder selbst, ist völlig klar im Kopf.

Ich wünsche dir ganz viel Kraft!

viele Grüße
Margit
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BeitragThema: Re: Demenz und Alkoholismus
Di 12 Jun 2012, 21:21    © gardy
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Liebe Petra ,
das ist eine gute Entscheidung, dass Du zu einer Angehörigen Gruppe von Alkoholikern gehen willst. Ich bin selber schon fast 30 Jahre dabei. Dort kannst Du all Deine Ängste sagen usw. Diese Leute verstehn Dich.
Hört sich wirklich alles sehr nach Alkoholismus an, mit all seinen Nebenwirkungen und Erscheinungen. Dein Hausarzt hat Recht, nur mit Distanz kommst Du da für Dich weiter.






Liebe Grüße Gardy sunny
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tabita
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BeitragThema: Re: Demenz und Alkoholismus
Di 12 Jun 2012, 22:11    © tabita
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Liebe Petra !

Ohweh,schlimmer gehts ja wohl nicht...!

Ich war mit meinem Vater zum Glück früh genug beim Anwalt und wir
haben eine Generalvollmacht bekommen.(Konto/Aufenthaltbestimmungsrecht/usw)
Damit bist du auf der sicheren Seite und dein Vater auch.
Vielleicht kann der Anwalt ja auch ins KH kommen....es gibt da bestimmt
eine Möglichkeit.
Mein Mann und ich machen das jetzt übrigens auch!
Kostet bei uns 100 Euro aber die sind bestens investiert.....
.....wer weiß was uns noch erwartet...!

LG und viel Durchhaltevermögen wünscht dir Tabita
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gardy
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BeitragThema: Re: Demenz und Alkoholismus
Di 12 Jun 2012, 22:47    © gardy
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Hallo Petra,
da habe ich garnicht mehr daran gedacht. Tabita hat Recht. Der Anwalt war auch bei meiner Mutter zur Unterschrift für die Vollmacht. Mutti ist aber nicht dement.Kann sich also selber vorstehen, nur nicht versorgen.
Viel Kraft und wirst sehen es gibt eine Lösung.






Liebe Grüße Gardy sunny
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BeitragThema: Re: Demenz und Alkoholismus
Do 14 Jun 2012, 10:29    © petra52
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So, mit sehr sehr viel Kraft hat Papa mir die Bankvollmacht unterschrieben.
Er isst seit Tagen nichts mehr, nu trinkt er auch nicht mehr und nimmt nicht seine Medikamente.
Nu sollte er morgen in eine Reha kommen und eben Anruf..er liegt auf der Intensivstation.

Da ich nun so langsam das letzte bisschen Kraft bei mir schwinden sehe, war ich heute beim Betreuungsgericht und habe einen Antrag gestellt.
So einen herzlosen Rechtspfleger habe ich noch nie erlebt! Ich wurde wie der letzte Müll behandelt und seine Aussage "jahrelang wird alles mitgemacht und jetzt sollen wir schnell reagieren? Bearbeitungszeit 4 Wochen".

Ich weiss nicht was der Tag noch bringen wird, aber ich hoffe so sehr, dass das Alles bald ein Ende hat...wie auch immer!
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Ann
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BeitragThema: Re: Demenz und Alkoholismus
Do 14 Jun 2012, 11:21    © Ann
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:-trost-: umarmung






Liebe Grüße
 
Ann 


                                      Leben heißt nicht zu warten, dass der Sturm vorüber zieht, sondern zu lernen im Regen zu tanzen.   
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gardy
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BeitragThema: Re: Demenz und Alkoholismus
Do 14 Jun 2012, 15:04    © gardy
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Liebe Petra ,

das war ja wirklich ein A... von einem Beamten. So nen Spruch kann er sich sparen. Aber gut dass Du vorgesprochen hast. Wirst sehen alles wird früher oder später in Ordnung kommen. Dafür wünsche ich Dir viel Kraft und vor allen Dingen Gesundheit und ein wenig Freude.






Liebe Grüße Gardy sunny
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BeitragThema: Re: Demenz und Alkoholismus
So 17 Jun 2012, 20:16    © petra52
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Was mach ich nur?

Mein Papa hat nu schon seit 2 Wochen die Nahrung verweigert (auch meine 2x täglich frisch gekochte Kost), liegt auf der Intensivstation und nach dem Gespräch mit dem Arzt heute, wurden ihm 2 Möglichkeiten für das weitere Verfahren genannt.
Entweder er wird auf die normale Station gelegt, dass heisst dann auch, wenn sein Herz wieder aussetzt, dass nicht sofort Hilfe zu erwarten wäre, oder er bekommt eine Magensonde, dann evtl. noch einen Herzschrittmacher.
Fakt ist, er ist ein Pflegefall mit 24 Stunden Betreuung.

Nach der Diagnose, meinte er nur "ich will heim"!!!
Er hätte Verantwortung und könnte Mama nicht so alleine lassen!

Ich sass da und glaubte meinen Ohren nicht zu trauen. Er will heim!

Was ist das für ein "daheim" hab ich ihn gefragt? Hast du vergessen, dass Mama dich nicht wirklich versorgen kann und sich jeden Abend einen trinkt und ihr dann alles egal ist". Sie anstatt Brot und Milch eher Unmengen von Tempotaschentücher und Zeitschriften kauft?
Pflegepersonal würde sie nie in die Wohnung lassen, weil....sie kann ja alles noch in ihren Augen selbst und sieht jeden Helfer als Feind an.

Nach der Frage schloss er einfach die Augen, was er seit dem Klinikaufenthalt immer tut, wenn er nicht antworten möchte.

Nu steh ich schon wieder in einem Gewissenskonflikt. Meiner Ansicht nach ist es unmöglich das er nach hause kommt, aber darf ich das entscheiden? Es scheint sein letzter Wunsch zu sein, ob nu aus Verantwortungsgefühl oder auch vor der Angst eines Pflegeheimes.

Ich hoffe sehr, der soziale Dienst der Klinik trifft die Entscheidung und ich bin somit raus aus dem Spiel, denn den letzten Willen meines lieben Papas aus Vernunftsgründen nicht zu erfüllen ist für mich ein schrecklicher Gedanke.
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Lilli201
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BeitragThema: Demenz und Alkoholismus
Di 19 Jun 2012, 19:14    © Lilli201
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Liebe Petra52, ich würde in diesem Fall der Mutter ihre Freiheit lassen. Anstatt von Psychopharmaka u.ä. zieht sie Alkohol vor. Und, wieviel  Menschen trinken mehr als sie sollten. Ich halte gar nicht von einer Kontrolle über die Eltern. Es ist doch nichts passiert. Wenn man davon ausgeht, dass etwas passieren könnte, dann müsste man nur noch über Anträge nachdenken.

Alles Gute

 

 
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dirtsa66
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BeitragThema: Re: Demenz und Alkoholismus
Di 19 Jun 2012, 19:35    © dirtsa66
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Lilli, merkst du eigentlich worum es Petra hier geht ? Anscheinend nicht. Ihr Vater ist todkrank, soll sie ihn in die Hände ihrer trinkenden dementen Mutter geben nur damit sie sagen kann, ich hab meine Eltern nicht bevormundet.
Vor dem Schreiben lesen und nachdenken bitte !

Ich hab auch deinen anderen Beitrag gelesen, aber dort hast du ja schon genügend Antworten bekommen. mehr möchte ich dazu nicht sagen.

Astrid







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petra52
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BeitragThema: Re: Demenz und Alkoholismus
Mi 20 Jun 2012, 19:05    © petra52
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Vielen Dank dirtsa66, habe nicht die Kraft das über die stehende zu kommentieren.

Ich habe heute meine Mama wieder mit Lebensmittel und "Taschengeld" versorgt, wollte noch gemütlich mit ihr einen Kaffee trinken, aber sie hatte wieder ihren Freiheitsdrang. "Kind, ich muss hier aus der Wohnung raus, ich möchte jetzt spazieren gehen, sei nicht böse".
Da ich ja weiss, wo sie am Nachmittag immer hingeht und was sie da leider (das Kiosk und das Bierschen) macht, hab ich nur genickt und bin gegangen.

Kurz danach zuhause erhielt ich einen Anruf aus der Klinik. Mein Papa wurde in ein Einzelzimmer verlegt und ich möge doch bitte kommen!

Jetzt wieder dieser Gewissenskonflikt! Hole ich Mama ab und nehme sie angetrunken mit, oder fahre ich mit den Kindern alleine.
Wir haben sodann beschlossen alleine zu fahren und von Papa/Opa leise Abschied zu nehmen.
Als wir gingen sagte ich ihm, dass ich dann morgen früh mit Mama käme und denke, wenn er sie noch einmal hören/spüren möchte, wird er seine letzte Kraft bis dato aufbewahren.

Ich weiss, ist nicht für jeden verständlich und vielleicht auch reichlich naiv, aber wer so in Not ist kommt auch auf solche Gedanken.

Schlimm ist die Kombination Demenz/Alkohol, weil man nie weiss, ob getrunken wurde oder nicht. Man muss das Trinkverhalten studieren um so den Unterschied zu erkennen.
Wie gesagt, mit nur Demenz hätte ich meine Mama selbstverständlich mit in die Klinik genommen, aber angetrunken? Nein!

Ich hatte soviele Gespräche u. a. auch mit der Suchtberatung oder auch mit der Klinikseelsorge und jeder sagte mir "das Patientenwohl steht im Vordergrund", aber dennoch......ich fühl mich sehr schlecht!
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Ann
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BeitragThema: Re: Demenz und Alkoholismus
Mi 20 Jun 2012, 19:41    © Ann
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Liebe Petra,

ich kann gut verstehen, dass du so gehandelt hast. Ich denke, ich hätte es auch so gemacht.

Ich wünsche dir und deinen Kindern viel Kraft!






Liebe Grüße
 
Ann 


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BeitragThema: Re: Demenz und Alkoholismus
Mi 20 Jun 2012, 20:03    © dirtsa66
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Liebe Petra,

Vergiss einfach was Lilli geschrieben hat, ist nicht der Mühe wert das zu kommentieren, sie hat keine Ahnung. Ich denke, du hast gut entsxhieden, so wie du es bisher gemacht hast.

So hattet ihr wenigstens die Chance euch ruhig von deinem Papa zu verabschieden. Morgen wirst du ja sehen wie es aussieht...wie es ihm geht und ob du deine Mama mitnehmen kannst. Entscheide dann einfach aus dem Bauch heraus. Du machst das schon richtig.

Alles Liebe

Astrid







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BeitragThema: Re: Demenz und Alkoholismus
Sa 23 Jun 2012, 20:02    © petra52
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So!!!, nu ist was passiert!!!

Meine Mutter ist volltrunken in ihrer Wohnung gestürzt und hat sich eine riesige Platzwunde am Kopf zugezogen!
Die ganze Wohnung ist voll Blut. Sofa, Sessel, Wände, Böden......alles.

Der Krankenwagen kam und nahm sie mit! Aber........der Sanitäter meinte, dass sie nach der Versorgung wieder nach hause könnte!!!!!!!!!

Bitte, bitte.....was mach ich nur?
Ich bin nicht mit dem Krankenwagen mitgefahren, sondern bin einfach nach hause.

Was soll ich tun? Soll ich in die Klinik? Ich habe solche angst, dass ich sie wieder mitnehmen muss!!!!

Mein Papa liegt in den letzten Atemzügen!

Ich kann nicht mehr!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
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dirtsa66
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BeitragThema: Re: Demenz und Alkoholismus
Sa 23 Jun 2012, 20:41    © dirtsa66
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Hallo Petra,

Entschuldige, ich hab es erst jetzt gesehen. wenn du es nicht schon getan hast würd ich unbedingt hinfahren und versuchen das Ruder herumzureißen, man sieht ja dass sie für sich selbst eine Gefahr ist. Ich fürchte wenn du nicht hinfahrst und nicht mit den Ärzten redest schicken sie sie dir mit der Rettung nach Hause.

Und dann noch dein Papa dazu...mir tut es im Herzen weh wenn ich lese, wie es dir geht, es ist einfach nur schrecklich. Ich kann nicht helfen, es tut mir Leid. Aber fahr hin, es muss eine Lösung geben.

Ach ich weiß auch nicht, es tut mir so Leid.

Bitte meld dich wieder wenn du etwas weißt.

Ich denk an dich

Astrid







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Lena
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BeitragThema: Re: Demenz und Alkoholismus
Sa 23 Jun 2012, 21:12    © Lena
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Ja Petra, fahr in´s Krankenhaus und rede mit den Ärzten, das sie im dort bleibt. Erklär ihnen deine Situation mit deinem Vater. Da kannst du sie nicht gebrauchen.
Wünsche dir viel Erfolg. Und wie Astrid gesagt hat, melde dich mal bei uns, später.

Herzlichst Lena






Liebe Grüße Lena.
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soda1964
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BeitragThema: Re: Demenz und Alkoholismus
Sa 23 Jun 2012, 21:22    © soda1964
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Liebe Petra,
Oh, wie mir das leid tut...

Doch ich denke auch, dass du unbedingt mit den Arzten reden und ihnen klar machen musst, dass deine Mama so nicht heim kann. Erzähl einfach offen und ehrlich, wie eure Situation ist. Auch wenn du weinen musst...
Frag, ob es im Krankenhaus einen Seelsorger gibt oder einen Psychologen - irgend jemand, mit dem du reden kannst. Zeig deine Verzweiflung!
Ich denke an dich umarmung in diesen Stunden, ganz fest!

Viel Kraft,
Therese






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BeitragThema: Re: Demenz und Alkoholismus
Sa 23 Jun 2012, 21:43    © petra 52
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hallo Petra

es tut mir sehr leid das zu hören. Ich hoffe sehr du findest jemand im Krankenhaus mit dem du gut sprechen kannst. Es muss eine Lösung geben.

Ich denke an dich und wünsche dir viel Kraft.

lG
Janine
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petra52
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BeitragThema: Re: Demenz und Alkoholismus
So 24 Jun 2012, 01:06    © petra52
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Vielen lieben Dank für eure Anteilnahme, aber ob ihr es glaubt oder nicht.....sie darf wieder heim!!!!

Ich hatte mit der Klinik gesprochen, unsere ganze schlimme Situation erklärt und eben kam ein Anruf vom Unfallchirugen...sie kann wenn sie möchte nach hause!!!
Habe ihm nochmals unsere Lage erläutert, habe wieder "bitte, bitte helfen sie mir" ins Telefon gefleht und dennoch....sie ist eine mündige Bürgerin und man kann sie nicht festhalten.

Ich weiss genau sie reisst sich zuhause den Verband ab und es geht von vorne los, weil sie bis morgen gar nichts mehr von heute weiss!

Keine Hilfe!!! Nirgendwo!!! Was muss denn noch alles passieren?
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Marie
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BeitragThema: Re: Demenz und Alkoholismus
So 24 Jun 2012, 06:36    © Marie
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Liebe Petra,

so schlimm das klingen mag: Du kannst wirklich nur abwarten, dann erneut den Notarzt rufen und schildern, was passiert ist. Vielleicht hat das Krankenhaus dann eine Möglichkeit, sie in ein Heim zu bringen, ggf. auch erst mal in die Psychiatrie, weil sie sich ja selbst gefährdert.

Wenn niemand eine Vollmacht mit Aufenthaltsbestimmungsrecht hat, sieht es schlecht aus.

Ich wünsche Dir viel Kraft, das alles durchzustehen.

Vielleicht hat ja jemand anderes hier noch eine bessere Idee.






von Marie
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gardy
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BeitragThema: Re: Demenz und Alkoholismus
So 24 Jun 2012, 08:07    © gardy
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Liebe Petra,
da kannst Du leider nichts machen. Deine Mutter steht sich selber vor. D.h. sie kann Entscheiden was sie will.
Die größte Hilfe wäre nun sie in ihr "Unglück" rennen zu lassen. D.h. nicht mehr Verantwortung für sie zu übernehmen. Eine Alkoholikerin hört erst mit dem Trinken auf, wenn sie ihren sogenannten Tiefpunkt erreicht hat. Sicherlich weißt Du das ja von der Beratungsstelle.
Nicht mehr helfen heißt: Dich nicht mehr verantwortlich für ihr tun zu zu halten. Das hört sich alles sehr schwer an, aber das ist der einzige Weg. Nur so kann sie selber merken, dass es so nicht mehr weiter geht.
Ich wünsche Dir viel Kraft und paß auf Dich acht, denn Du bist sehr wichtig.






Liebe Grüße Gardy sunny
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Biggi
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BeitragThema: Re: Demenz und Alkoholismus
So 24 Jun 2012, 13:11    © Biggi
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Liebe Petra,
das tut mir sehr leid. Aber ich kann mich da nur anschliessen, dass du im Moment wirklich nur abwarten kannst, was weiter passiert. Das Krankenhaus hat keine Handhabe sie dort festzuhalten, wenn sie aus medizinischer Sicht versorgt wurde.

Ich weiss jetzt nicht, ob das schon mal angesprochen wurde. Kannst du nicht mal bei den anonymen Alkoholikern nachfragen, ob die schon mal einen ähnlichen Fall hatten, oder sonst Rat wissen?

Ich kann deine Not gut verstehen und schicke dir ein Kraftpaket, bis sich endlich eine Lösung ergibt.

LG Biggi

Wie geht es deinem Vater?







---  Nicht das Älterwerden sollte man fürchten, sondern das man verlernt Kind zu bleiben ---
                           
  
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petra52
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BeitragThema: Re: Demenz und Alkoholismus
So 24 Jun 2012, 13:23    © petra52
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"Nein, nein, nein....so kann es nicht weitergehen", waren die Gedanken von mir und meinen beiden Kids als wir heute das Klinikum betraten.
Wir gehen alle 3 daran zugrunde.

Papa liegt im 5. Stock, Mama nu im 6. und genau da warteten wir mit ihrer gepackten Tasche eine Stunde auf die diensthabene Ärztin, die dann doch nicht kam.
Da aber heute an unserem Klinikum Tag der offenen Tür ist und dort verschiedene Stände aufgebaut waren, kam uns der Gedanke gleich und sofort dort bei dem sozialen Dienst vorzusprechen. Mit der Leiterin hatte ich schon vor 3 Wochen über unseren Zustand gesprochen und genau sie sprach ich auch heute direkt an. Sie konnte sich noch gut daran erinnern, sah unserer aller Verzweiflung, übergab den Stand ihren Kolleginnen und ging mit uns auf die Station meiner Mutter um dort mit dem Pflegepersonal zu sprechen.
Also...eine Entlassung erfolgt weder heute noch morgen und die Aussicht das sie sich selbst entlässt ist nach dem Gespräch dann auch vom Tisch.
Des Weiteren wird von der Klinik ein gesetzlicher Betreuer eingesetzt, bis dann mal das Amtsgericht entscheidet.
Es kommt endlich endlich endlich Bewegung ins Spiel und es sieht so aus...uns wird geholfen.

Noch wäre sie auf Station eine verwirrte Person, die dauerhaft fragt warum sie einen Verband tragen müsste und was denn passiert sei.
Aber trotzdem gaben mir die Schwestern ihren Wohnungsschlüssel den ich in ihrer Kliniktasche hinterlegt hatte vorsichtshalber wieder zurück.
Sie meinten..sicher ist sicher, denn wenn sie den Schlüssel sieht möchte sie heim!!

Und trotzdem...ich war auf der Station meiner Mutter und war nicht in ihrem Zimmer und habe nicht ihre Hand gehalten und nu sitz ich wieder zuhause und mir laufen die Tränen und ich fühle trotz des Übels ganz erbärmlich, aber...ich schaffe es einfach nicht sie jetzt zu sehen.
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Demenz und Alkoholismus

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