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 Ich bin Demenzkrank

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Babs2105
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BeitragThema: Ich bin Demenzkrank
Do 30 Jul 2009, 21:03    © Babs2105
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1. Schliesse mich nicht aus. Lass mich an sozialen Aktivitäten und gesellschaftlichen Anlässen teilhaben.

2. Nimm mich mit, wenn du ausgehst. Gehen und Bewegen sind Genußmöglichkeiten, die mir weiterhin zur Verfügung stehen.

3. Sei nicht enttäuscht, wenn ich selbst wenig übernehme, z.B. nicht selbst Auto fahre. Glaube mir, dass ich lieber selber am Steuer säße, als mich chauffieren zu lassen.

4. Erinnere mich an frühere Ereignisse und Erlebnisse. Damit ermöglichst du mir gute Gefühle. Auch förderst du meine Lebendigkeit.

5. Lass dich davon überraschen, was ich alles noch kann. Du musst mir dazu allerdings auch die Gelegenheit bieten. Nimm mir laso nicht alles von vorherein ab, weil du denkst, ich sei zu nichts mehr in der Lage.

6. Halte mir nicht mein Unvermögen vor Augen. Es bedrückt mich schon genug, meine Probleme selbst zu registrieren. Auch verspricht es wenig Erfolg, wenn du mich "erziehst", "mahnst" oder "bestrafst". Du hilfst uns beiden mehr, indem du mich beim Lösen der Probleme sinnvoll unterstützt.

7. Freu dich mit mir, wenn mir etwas gelingt. Gerade wegen meiner Schwierigkeiten ist es nicht selbstverständlich, wenn ich Alltagsaufgaben bewältige.

8. Rufe mich an oder besuche mich, wann immer dir danach ist. Oft fühle ich mich einsam und ängstlich. Dann freue ich mich über jeden Kontakt.

9. Ich bin nicht "ansteckend" also halte nicht unnötig Abstand zu mir. Auch mir tut behutsamer und einfühlsamer körperlicher Kontakt gut.

10. Spare mir gegenüber nicht mit Anerkennung. Ich bin keine "leere Hülle". Gerade wegen meiner Probleme geniesse ich Wertschätzung besonders.

11. Versuche, dich in meine Lage zu versetzen. Wie geht es dir, wenn du Dinge nicht findest, dich wegen Krankheit schwach und hilflos fühlst oder dich in der Öffentlichkeit "blamierst"? Betrachte mein Verhalten nicht als "agressiv", "nervend" oder "enthemmt" - oft drückt es nur meinem Wunsch nach Bewegung, Kontakt und Orientierung aus.

12. Akzeptiere, dass mein Befinden von Tag zu Tag schwanken kann. Fühle dich nicht belogen, wenn ich Besuchern oder Ärzten gegenüber auflebe und diese kaum nachvollziehen können, wie schlecht es mir geht.

13. Sprich langsam, ruhig und verständlich mit mir. Mit deinen Gefühlen (Ärger, Nervosität) steckst du mich an.

14. Warum soll ich dich dauerd anfassen, zumal mir dies zunehmend schwerer fällt? Könntest du dich nicht auch manchmal auf meine Vorstellungen eingehen?

15. Nicht alle Welt muß meine Diagnose kennen. Also verkünde sie nicht jedem. Außerdem macht es mich misstrauisch, wenn ich merke, wie andere über mich sprechen.

16. Fasse mich nicht lieblos an. Halte und behandele mich nicht wie einen Kriminellen, für den man sich schämt und der versteckt werden muß.



Das habe ich in einem Buch über Demenz gefunden, diese Zeilen haben Dementkranke wirklich verfasst.
Das musste ich kopieren und hier herein schreiben !






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maxmoritz
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BeitragThema: Re: Ich bin Demenzkrank
Do 30 Jul 2009, 21:07    © maxmoritz
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Einfach nur Klasse!!!! flower
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BeitragThema: Re: Ich bin Demenzkrank
Do 30 Jul 2009, 21:18    © Admin
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Super Babs!! Hab lieben Dank dafür.
danke

Ich habs unter "wichtig" gesetzt, damit es nicht mit der Zeit unter allen Beiträgen verloren geht.






Liebe Grüsse
 

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BeitragThema: Re: Ich bin Demenzkrank
Fr 31 Jul 2009, 00:57    © Babs2105
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Vielen lieben Dank Frau Admin flower

Dort ist es sicher besser aufgehoben






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sylvia
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BeitragThema: Re: Ich bin Demenzkrank
Fr 31 Jul 2009, 08:01    © sylvia
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Danke Babs, wie Wahr, das sollte sich jeder über sein Bett hängen, der einen Dementen hat.

Hab auch was gefunden was diese Menschen besser verstehen läßt:


Waren Sie nicht schon öfter enttäuscht oder verärgert, weil die Gespräche mit dem von Ihnen betreuten Demenz-Kranken unbefriedigend verliefen? Die folgenden Hinweise erläutern, wie Sie selbst dazu beitragen können, besser mit Demenz-Patienten zu kommunizieren.
Offen reden



Sprechen Sie niemals mit anderen über den Kopf des Patienten hinweg und verzichten Sie darauf, sich mit anderen durch heimliche Zeichen zu verständigen. Sie wissen nie, was der Patient dennoch mitbekommt und wie tief er durch solche Formen der Entmündigung verletzt wird.
Positiv ausdrücken



Verzichten Sie im Gespräch auf Negativ-Formulierungen. Worte wie "nicht", "keiner" oder "niemand" werden besonders in der Aufregung leicht überhört. Vom Hinweis "Niemand will Dir wehtun" nimmt der Demenz-Kranke vielleicht nur den Begriff "wehtun" wahr.
Sich wiederholt vorstellen



Möglicherweise vergisst der Kranke im Verlauf des Gespräches, wen er vor sich hat. Scheuen Sie sich dann nicht, sich wiederholt vorzustellen.
Konkret reden



Wiederholen Sie lieber den Satz des Dementen als bloß mit einem (zu vieldeutigen) „Mmmmhhhh“ oder „oh oh oh“ zu antworten. Verzichten Sie auf unbestimmte Fürwörter wie („es“, „sie“). Sprechen Sie von „dem Kissen“ (nicht von „ihm“) oder von „Angelika“ (statt von „ihr“). Vermeiden Sie „bedeutungsschwangere“ Bilder oder Jargon, wenn Sie etwas beschreiben oder erfragen („Brennen die Schmerzen wie Feuer?“), da Sie damit den Kranken intellektuell möglicherweise überfordern.

Nur über Sichtbares sprechen

Dasjenige, worüber man mit dem Demenz-Kranken spricht, sollte während der ganzen Unterhaltung immer sinnlich wahrnehmbar bleiben (“Siehst Du die weiße Wolke da oben?” und nicht: “Hast Du vorhin die Wolke gesehen?”). Auch der Betreuer sollte möglichst immer im Wahrnehmungsfeld bleiben und beispielsweise dem von hinten geschobenen Rollstuhlfahrer eine Hand auf die Schulter legen und ihn wiederholt darauf hinweisen, dass man hinter ihm hergeht.
Eindeutig kommunizieren



Sprechen Sie von sich selbst klar mit “ich” und weichen Sie nicht in das allgemeine “man” aus (“Man muss...”). Verzichten Sie auf das verwirrende und meist unehrliche “wir” (“Wir wollen jetzt zur Toilette”). Fragen Sie konkret (wie, was, wo, wann) und nicht mit “warum”. Lassen Sie dem Pflegebedürftigen Zeit zur Antwort und geben Sie ihm gegebenenfalls die Möglichkeit, mit “ja” oder “nein” zu antworten.
„Relevant“ kommunizieren



Die Information „Es ist Dienstag, 11 Uhr 30“ hilft Demenz-Kranken oft weniger als der Hinweis „Es dauert noch etwas bis zum Mittagessen“. Achten Sie darauf, dass Ihre Informationen für den Dementen in seiner jetzigen Situation bedeutsam sind. Versuchen Sie auch umgekehrt, in unverständlich erscheinenden Äußerungen des Patienten Bedeutung zu entdecken, auf die Sie dann gezielt reagieren können. Beispiel: Ein Demenz-Kranker hörte auf, ständig nach der Uhrzeit zu fragen. Seine Betreuerin hatte herausgefunden, dass der Betreffende befürchtete, zu spät in die Kirchen zu kommen. Darauf hatte sie zugesagt, ihm mitzuteilen, wenn es soweit sei.
Nicht die eigene Enttäuschung demonstrieren



Lassen Sie es den Kranken nicht spüren, wenn Sie vom Gesprächsverlauf enttäuscht sind. Vermitteln Sie dem Kranken durch Ihre Sprechweise, dass sie ihn "für voll nehmen".
Gefühle „sprechen lassen“



Versuchen Sie nicht, mit dem Demenz-Kranken zu diskutieren oder ihm Gründe zu erläutern. Sie helfen ihm mehr, wenn Sie auf seine Gefühle eingehen. Beispiel: Ein Demenz-Kranker will unbedingt zur Bank, weil er vergessen hat, dass sein Konto nicht mehr existiert. Hier kann der Hinweis "Die Finanzen sind in Ordnung" manchmal mehr beruhigen als Appelle an das Gedächtnis. Gefühle existieren auch dann, wenn die Sprache versagt: Versuchen Sie daher, die Gefühle des Kranken zu erkennen und zu erwidern. Machen Sie sich bewusst, dass Ihr Verhalten (z.B. der ärgerliche oder warme Unterton Ihrer Stimme) beim Demenz-Kranken Emotionen auslöst. Ein Demenz-Kranker kann sehr wohl registrieren, ob Sie ihm nur formal oder mit Aufmerksamkeit und Zuwendung "das Händchen halten".

Behutsam durch das Gespräch führen

Beginnen Sie Erläuterungen immer mit dem Einfachsten und sparen Sie sich Ausnahmen und Besonderheiten für später auf. Teilen Sie dem Kranken vor allem Dinge mit, die für ihn bedeutsam sind. Warten Sie auf Stichworte des Patienten und drücken Sie sich möglichst anschaulich aus. Scheuen Sie sich nicht, Gesprächsinhalte zu wiederholen. Lassen Sie sich das, was Sie erklärt haben, möglichst direkt vom Kranken vormachen. Weisen Sie den Patienten ausdrücklich darauf hin, sobald Sie das Thema wechseln wollen. Wenn Sie im Beisein des Kranken etwas unternehmen, sollten Sie ihm immer erläutern, was Sie als nächstes tun werden ("Ich gehe jetzt ins Badezimmer. Dort hole ich ein Handtuch. Dann komme ich wieder zurück.")

Mit Namen ansprechen, Berühren, in kurzen Sätzen sprechen, Pausieren, mehrfach wiederholen, Handlungsanweisungen in Einzelschritte zerlegen, ruhig sprechen, keine „Babysprache“, Abstraktions- und Merkfähigkeit nicht überfordern

Sprechen Sie den Kranken mit seinem Namen an und legen Sie dann eine kleine Pause ein. Eine körperliche Berührung vermittelt Sicherheit und fördert den Kontakt. Benutzen Sie kurze und einfache Sätze. Machen Sie zwischen zwei Sätzen ausreichend lange Pausen. Packen Sie jeweils nur eine Aussage in einen Satz. Scheuen Sie sich nicht, den gleichen Satz mehrfach wörtlich zu wiederholen und Hinweisreize zu geben. Verzichten Sie auf komplexe Sätze und Befehle ("Geh baden!"). Gliedern Sie eine Aufforderung in die erforderlichen Einzelschritte ("Knöpfe das Hemd auf.", "Steige in die Wanne.", "Setze den linken Fuß zuerst hinein."....).Sprechen Sie dabei möglichst ruhig und entspannt. Vermeiden Sie jegliche Form von "Babysprache". Verzichten Sie auf Gesprächsinhalte, die Abstraktionsfähigkeit erfordern und Merkfähigkeit voraussetzen.
Aus Liedern die Botschaft heraushören



Wenn Demenz-Kranke singen, kann sich dahinter eine Bedeutung verbergen. So setzt sich der Patient vielleicht mit Sterben, Tod und Trennung auseinander, wenn er die Melodie von "Ich hatte einen Kameraden" summt. Nutzen Sie also auch die Musik, um einen Zugang zum Demenz-Kranken zu erhalten (z.B. wenn Sie Ihrerseits bestimmte Gefühle ansprechen wollen).

Waren Sie nicht schon öfter enttäuscht oder verärgert, weil die Gespräche mit dem von Ihnen betreuten Demenz-Kranken unbefriedigend verliefen? Die folgenden Hinweise erläutern, wie Sie selbst dazu beitragen können, besser mit Demenz-Patienten zu kommunizieren. Sie ergänzen die in Teil 1 beschriebenen Prinzipien.
Offen reden



Sprechen Sie niemals mit anderen über den Kopf des Patienten hinweg und verzichten Sie darauf, sich mit anderen durch heimliche Zeichen zu verständigen. Sie wissen nie, was der Patient dennoch mitbekommt und wie tief er durch solche Formen der Entmündigung verletzt wird.
Positiv ausdrücken



Verzichten Sie im Gespräch auf Negativ-Formulierungen. Worte wie "nicht", "keiner" oder "niemand" werden besonders in der Aufregung leicht überhört. Vom Hinweis "Niemand will Dir wehtun" nimmt der Demenz-Kranke vielleicht nur den Begriff "wehtun" wahr.
Sich wiederholt vorstellen



Möglicherweise vergisst der Kranke im Verlauf des Gespräches, wen er vor sich hat. Scheuen Sie sich dann nicht, sich wiederholt vorzustellen.
Konkret reden



Wiederholen Sie lieber den Satz des Dementen als bloß mit einem (zu vieldeutigen) „Mmmmhhhh“ oder „oh oh oh“ zu antworten. Verzichten Sie auf unbestimmte Fürwörter wie („es“, „sie“). Sprechen Sie von „dem Kissen“ (nicht von „ihm“) oder von „Angelika“ (statt von „ihr“). Vermeiden Sie „bedeutungsschwangere“ Bilder oder Jargon, wenn Sie etwas beschreiben oder erfragen („Brennen die Schmerzen wie Feuer?“), da Sie damit den Kranken intellektuell möglicherweise überfordern.

Nur über Sichtbares sprechen

Dasjenige, worüber man mit dem Demenz-Kranken spricht, sollte während der ganzen Unterhaltung immer sinnlich wahrnehmbar bleiben (“Siehst Du die weiße Wolke da oben?” und nicht: “Hast Du vorhin die Wolke gesehen?”). Auch der Betreuer sollte möglichst immer im Wahrnehmungsfeld bleiben und beispielsweise dem von hinten geschobenen Rollstuhlfahrer eine Hand auf die Schulter legen und ihn wiederholt darauf hinweisen, dass man hinter ihm hergeht.
Eindeutig kommunizieren



Sprechen Sie von sich selbst klar mit “ich” und weichen Sie nicht in das allgemeine “man” aus (“Man muss...”). Verzichten Sie auf das verwirrende und meist unehrliche “wir” (“Wir wollen jetzt zur Toilette”). Fragen Sie konkret (wie, was, wo, wann) und nicht mit “warum”. Lassen Sie dem Pflegebedürftigen Zeit zur Antwort und geben Sie ihm gegebenenfalls die Möglichkeit, mit “ja” oder “nein” zu antworten.
„Relevant“ kommunizieren



Die Information „Es ist Dienstag, 11 Uhr 30“ hilft Demenz-Kranken oft weniger als der Hinweis „Es dauert noch etwas bis zum Mittagessen“. Achten Sie darauf, dass Ihre Informationen für den Dementen in seiner jetzigen Situation bedeutsam sind. Versuchen Sie auch umgekehrt, in unverständlich erscheinenden Äußerungen des Patienten Bedeutung zu entdecken, auf die Sie dann gezielt reagieren können. Beispiel: Ein Demenz-Kranker hörte auf, ständig nach der Uhrzeit zu fragen. Seine Betreuerin hatte herausgefunden, dass der Betreffende befürchtete, zu spät in die Kirchen zu kommen. Darauf hatte sie zugesagt, ihm mitzuteilen, wenn es soweit sei.
Nicht die eigene Enttäuschung demonstrieren



Lassen Sie es den Kranken nicht spüren, wenn Sie vom Gesprächsverlauf enttäuscht sind. Vermitteln Sie dem Kranken durch Ihre Sprechweise, dass sie ihn "für voll nehmen".
Gefühle „sprechen lassen“



Versuchen Sie nicht, mit dem Demenz-Kranken zu diskutieren oder ihm Gründe zu erläutern. Sie helfen ihm mehr, wenn Sie auf seine Gefühle eingehen. Beispiel: Ein Demenz-Kranker will unbedingt zur Bank, weil er vergessen hat, dass sein Konto nicht mehr existiert. Hier kann der Hinweis "Die Finanzen sind in Ordnung" manchmal mehr beruhigen als Appelle an das Gedächtnis. Gefühle existieren auch dann, wenn die Sprache versagt: Versuchen Sie daher, die Gefühle des Kranken zu erkennen und zu erwidern. Machen Sie sich bewusst, dass Ihr Verhalten (z.B. der ärgerliche oder warme Unterton Ihrer Stimme) beim Demenz-Kranken Emotionen auslöst. Ein Demenz-Kranker kann sehr wohl registrieren, ob Sie ihm nur formal oder mit Aufmerksamkeit und Zuwendung "das Händchen halten".

Behutsam durch das Gespräch führen

Beginnen Sie Erläuterungen immer mit dem Einfachsten und sparen Sie sich Ausnahmen und Besonderheiten für später auf. Teilen Sie dem Kranken vor allem Dinge mit, die für ihn bedeutsam sind. Warten Sie auf Stichworte des Patienten und drücken Sie sich möglichst anschaulich aus. Scheuen Sie sich nicht, Gesprächsinhalte zu wiederholen. Lassen Sie sich das, was Sie erklärt haben, möglichst direkt vom Kranken vormachen. Weisen Sie den Patienten ausdrücklich darauf hin, sobald Sie das Thema wechseln wollen. Wenn Sie im Beisein des Kranken etwas unternehmen, sollten Sie ihm immer erläutern, was Sie als nächstes tun werden ("Ich gehe jetzt ins Badezimmer. Dort hole ich ein Handtuch. Dann komme ich wieder zurück.")

Mit Namen ansprechen, Berühren, in kurzen Sätzen sprechen, Pausieren, mehrfach wiederholen, Handlungsanweisungen in Einzelschritte zerlegen, ruhig sprechen, keine „Babysprache“, Abstraktions- und Merkfähigkeit nicht überfordern

Sprechen Sie den Kranken mit seinem Namen an und legen Sie dann eine kleine Pause ein. Eine körperliche Berührung vermittelt Sicherheit und fördert den Kontakt. Benutzen Sie kurze und einfache Sätze. Machen Sie zwischen zwei Sätzen ausreichend lange Pausen. Packen Sie jeweils nur eine Aussage in einen Satz. Scheuen Sie sich nicht, den gleichen Satz mehrfach wörtlich zu wiederholen und Hinweisreize zu geben. Verzichten Sie auf komplexe Sätze und Befehle ("Geh baden!"). Gliedern Sie eine Aufforderung in die erforderlichen Einzelschritte ("Knöpfe das Hemd auf.", "Steige in die Wanne.", "Setze den linken Fuß zuerst hinein."....).Sprechen Sie dabei möglichst ruhig und entspannt. Vermeiden Sie jegliche Form von "Babysprache". Verzichten Sie auf Gesprächsinhalte, die Abstraktionsfähigkeit erfordern und Merkfähigkeit voraussetzen.
Aus Liedern die Botschaft heraushören



Wenn Demenz-Kranke singen, kann sich dahinter eine Bedeutung verbergen. So setzt sich der Patient vielleicht mit Sterben, Tod und Trennung auseinander, wenn er die Melodie von "Ich hatte einen Kameraden" summt. Nutzen Sie also auch die Musik, um einen Zugang zum Demenz-Kranken zu erhalten (z.B. wenn Sie Ihrerseits bestimmte Gefühle ansprechen wollen).

LG Sylvia








Es ist nicht zu wenig Zeit, die wir haben, sondern es ist zu  viel Zeit, die wir nicht nutzen.


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BeitragThema: Re: Ich bin Demenzkrank
Sa 08 Aug 2009, 15:31    © Babs2105
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Alles was ich sehe...

alles was ich sehe,
wenn ich in diese augen blicke
ist die leere und die bittere enttäuschung
die das leben mit sich bringt..
alles was ich spüre, ist die eisige kälte
wenn ich seinen körper berühre
und ihm liebbevoll über sein gesicht streichele..
alles was ich erkenne, ist der schmerz
wennn ich in sein verletztes herz blicke..
und alles was ich tun kann ist zuschauen..
zuschauen und vielleicht hin und wieder
seine alte schwache hand halten,
in der ich mich so geborgen fühle..
ich wünschte ich könnte ihm die kraft
und lebensfreude schenken, die er verdient hat.
möge der trauer nur weichen
und sein lächeln zurück kehren..
ihm ist nicht bewusst,
was er tut und zu uns spricht
und dennoch erkennt man die liebe
in seinen worten
die liebe und die vergebung dafür,
dass wir nicht stets an seiner seite sein können.
Ich höre ihn leise beten,
höre ihn bitten um eine erlösung,
sehe ihn hoffen auf ein ende..
doch es scheint,
als würde er nicht erhört werden..
es bricht mir das herz,
wenn er seine tränen zu verstecken versucht
und seine verzweiflung zu verhindern..
jedoch der strick,
der sich um meine kehle gelegt hat,
lässt langsam wieder locker
wenn mir wieder einfällt,
dass er mich niemals fragen wird,
wieso es so ist, wie es ist..
denn was würde gott hören wollen
und was sollte ich ihm sagen,
wenn er mich fragt,
was ich ihm damals zur antwort gab??
ich weiß es nicht. ich weiß nur,
dass es auf diese frage
nie eine antwort geben wird,
die den schmerz lindert.


Das hat mal eine Praktikanten in einem Seniorenheim geschrieben.
Diese Zeilen hätten von mir sein können.






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BeitragThema: Re: Ich bin Demenzkrank
Sa 08 Aug 2009, 17:14    © sylvia
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Das hing auch im Seniorenstift aus, wo mein Papa wohnte. Gleich im Flur, es konnte jeder lesen und ich las es oft.

LG Sylvia








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BeitragThema: Re: Ich bin Demenzkrank
Sa 08 Aug 2009, 18:39    © Admin
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Liebe Babs, liebe Sylvia

Ich kann nur sagen, einfach klasse - habt lieben Dank dafür danke






Liebe Grüsse
 

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BeitragThema: Re: Ich bin Demenzkrank
So 09 Aug 2009, 08:52    © sylvia
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Moin,
ich möchte noch erwähnen, wenn ein Angehöriger im sterben liegt sollte es nicht stumm um ihm herum sein. Wenn ich mal nicht mit der Schwester bei meinem Papa war, so war doch immer Musik an, seine Schlager, die er so liebte oder auch der Fernseher, wenn Tiersendungen kamen. Ich habe trotz der vielen Tränen auch mal lächlen können. Ich denke es ist wichtig.

LG Sylvia








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BeitragThema: Re: Ich bin Demenzkrank
So 09 Aug 2009, 19:43    © Babs2105
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Ich habe es bei meiner S.Mutter anders erlebt.
Als sie zu atmen aufhörte und meine Tochter mit ihren Schuhen durch unser Laminatfußboden "klackte" kam sie noch mal wieder "zurück", sie hat drei Mal Luft noch geholt, es war schlimm wie sie so kämpfte.
Erst als meine Tochter wieder auf leisen Sohlen lief und ich ihr dann durch Gesicht steichelte und ihr ganz ruhig sagte wir wären alle da und sie könne jetzt in Ruhe gehen, schloß sie dann die Augen für immer.






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BeitragThema: Re: Ich bin Demenzkrank
Mo 10 Aug 2009, 07:56    © sylvia
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Moin Babs,
hab ich vielleicht vergessen zu schreiben. Auch ich sagte meinen Papa: ich hab ihn lieb und er könne gehen. Da er davor auch immer eine rosigere Gesichtsfarbe bekam und klare Augen. Er wollte wohl nicht loslassen, da wir uns erst so kurz wiederhatten. Nach diesem Satz, denke ich viel es ihm leichter. Wir wissen ja nicht, was sie alles mitbekommen. Auch streichelte ich immer seine Hand und das Gesicht.

LG Sylvia








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BeitragThema: Re: Ich bin Demenzkrank
So 03 Jan 2010, 22:00    © Babs2105
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Habe meinen ersten Beitrag kopiert, vergrößert, ausgedruckt, laminiert und bei uns im Domicil an die große Pinnwand gehängt.
Es wird von den Angehörigen oft gelesen und viele wußten es nicht, daß Demente tatsächlich so fühlen oder empfinden.






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BeitragThema: Re: Ich bin Demenzkrank
Mo 04 Jan 2010, 10:25    © Admin
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Liebe Babs

Ich finde da hast du eine ganz tolle Idee gehabt . Für Diejenigen wo es neu ist, kann es eine grosse Hilfe im Verstehen sein. Für Diejenigen die sich dessen schon Bewusst waren, tut es dennoch gut, immer wieder von neuem daran erinnert zu werden. Manche guten Aussagen kann man nicht oft genug lesen

Liebe Grüsse

Ursula






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BeitragThema: Re: Ich bin Demenzkrank
Mo 04 Jan 2010, 11:43    © Biggi
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Liebe Babs,
das ist echt eine gute Idee.

Eigentlich sollte dieses Schreiben zur Pflichtlektüre für jeden Angehörigen werden..

LG Biggi







--- Wir müssen bereit sein, uns von dem Leben zu lösen, das wir geplant haben, damit wir das Leben finden, das auf uns wartet. ---

                        
                           
  
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BeitragThema: Re: Ich bin Demenzkrank
Mo 27 Sep 2010, 21:33    © Karin
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Hallo Babs,

danke für deinen Beitrag. Besonders der Punkt

12. Akzeptiere, dass mein Befinden von Tag zu Tag schwanken kann. Fühle dich nicht belogen, wenn ich Besuchern oder Ärzten gegenüber auflebe und diese kaum nachvollziehen können, wie schlecht es mir geht.

macht mir oft zu schaffen. Wenn andere da sind, geht es meiner Mutter gut, sie ist lebhaft und macht alles mit (soweit möglich). Kaum sind die weg, hab ich wieder das Elend da sitzen und bin verzweifelt, weil die anderen mich nicht verstehen können, was ich mitmachen. Ja, ich fühle mich dann belogen und betrogen.

Ich werde den Text auch kopieren und an die Wand hängen, damit alle das lesen können.

Vielen Dank!

Liebe Grüße
Karin
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BeitragThema: Re: Ich bin Demenzkrank
Di 28 Sep 2010, 09:51    © Admin
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Liebe Karin

Es gibt immer wieder mal Situationen, wo Demente "normal" wirken möchten und sich verständlicherweise vorallem bei Besuch, oder Fremden gegenüber zusammenreissen. Wer möchte schon, das alle mit denen man zu tun hat, wissen wie Dement man wirklich ist? Allerdings ist dies für sie geistiger "Hochleistungssport" dessen Müdigkeitserscheinungen sich dann wieder im "üblichen Umfeld" doppelt so stark bemerkbar machen. Ich habe es manchmal so gesehen, das unser Erik "unter uns", im vertrauten Umfeld wieder sich selber sein durfte. Also Entspannt und dementsprechend auch Verwirrter = Bei uns fühlte er sich wohl und so wie er wirklich ist akzeptiert und geliebt.

Auch wir Gesunden legen doch unser Innerstes nur denen gegenüber offen, denen wir Vertrauen. Soweit Demente dies noch steuern können tun sie es ebenfalls. Wenn man es so betrachtet, dann fühlt man sich weniger belogen, sondern im Vertrauen bestätigt

Liebe Grüsse
Ursula






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BeitragThema: Re: Ich bin Demenzkrank
Di 28 Sep 2010, 23:55    © Karin
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Ja, so muss ich es wirklich sehen, sonst macht es mich verrückt. Nur schade, dass die "Besucher" das nicht erkennen.

Mir ist gerade in deiner Antwort etwas aufgefallen:

Also Entspannt und "dement-sprechend" auch Verwirrter

Liebe Grüße
Karin






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BeitragThema: Re: Ich bin Demenzkrank
Sa 13 Aug 2011, 10:25    © Esme
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Danke,ich habe das jetzt auch gelesen und bin erschüttert darüber,was man doch so alles vergisst und unbewusst falsch macht.Ich muss das erst lernen.






Grüssle Esme
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BeitragThema: Re: Ich bin Demenzkrank
Sa 13 Aug 2011, 10:37    © Babs2105
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Hallo Ihr Lieben, ja ich bin immer noch da.
Leider bin ich seit einem gutem Jahr krankgeschrieben, es ging mir nicht soooo gut. Aber gelesen habe ich hier öfters.

Es freut mich sehr, daß mein Beitrag so gut immer noch ankommt.

Viele liebe Grüße
Barbara






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BeitragThema: Re: Ich bin Demenzkrank
Sa 13 Aug 2011, 12:10    © Biggi
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Liebe Barbara,
schön, mal wieder zu lesen.

LG Biggi







--- Wir müssen bereit sein, uns von dem Leben zu lösen, das wir geplant haben, damit wir das Leben finden, das auf uns wartet. ---

                        
                           
  
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BeitragThema: Re: Ich bin Demenzkrank
Sa 13 Aug 2011, 12:28    © Babs2105
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Danke Biggi, versuche ab jetzt etwas aktiverer Mitglied zu werden study






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BeitragThema: Re: Ich bin Demenzkrank
Sa 13 Aug 2011, 19:34    © Admin
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Liebe Babs

Willkommen zurück cheers Ich freue mich sehr das du wieder da bist






Liebe Grüsse
 

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BeitragThema: Re: Ich bin Demenzkrank
Sa 13 Aug 2011, 22:13    © Babs2105
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freue mich schon auf schöne Meinungsaustausche






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BeitragThema: Re: Ich bin Demenzkrank
Sa 13 Aug 2011, 22:54    © Babs2105
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Währed meiner Ausbildung habe ich von meiner Dozentin diese bekommen.
Finde es so toll, daß ich es Euch gern mitteilen möchte :

Hinter dem Nebel

Du bewegst dich im Halbdunkel, wie im Nebel.
Gehst herum an orte, die dir halbwegs vertraut erscheinen. Dennoch weißt du nicht genau, wo du bist.
Es ist nicht ganz klar : Ist es Sommer oder Winter, NAcht oder Tag ???

Manchmal lichtet sich der Nebel ein wenig und du siehst die Dinge deutlicher.
Aber es ist nicht ganz klar, welche Rolle und Bedeutung die Dinge haben - alles erscheint so zusammenhanglos.
Zwar kannst du einige Datails erkennen, aber wenn du es gerade zu begreifen, zu verstehen glaubst, rinnt es dir wie Sand durch die Finger.
Was immer du versuchst - etwas sauber zu machen, Schuhe anzuziehen, den Weg vom Bäcker zurück zu finden - immer geht es daneben.
Du vergisst, was du eigentlich tun wolltest und bemerkst, dass der Körper deienm Willen nicht mehr gehorcht.

Wie du da in deinem Nebel herumstocherst, stellst fest, dass Menschen um dich herum sind, eilen, sausen. Sie haben so viel Energie, sie scheinen zu wissen, was sie tun. Sie reden und gestekulieren. Du weißt nicht welchen Zweck sie folgen. Gelegentlich schnappst du Gesprächfetzen auf und gewinnst den Eindruck, dass sie über dich sprechen.
Manchmal taucht ein bekanntes Gesicht auf. Aber bevor du so richtig begriffen hast, wer das ist, verschwindet es wieder.
Du fühlst dich verloren, allein, verwirrt, befremdet, verängstigt.

Zu alledem kommt, dass du deien Urin und Stuhl nicht mehr halten kannst.
Ein furchtbares Gefühl, so nass und so schwer da unten.
Du hast nichts mehr im Griff, verlierst den Halt.
Es bleibt Scham, Schuld, Versagen.
Du kennst dich bei den Menschen nicht mehr aus. Es ist als wärst du lebendig in der Hölle.

So rennst du auf und ab, weiß nicht wohin.
Eigentlich nach Hause woes war und sicher war, mit bekannten Gesichtern und Gerüchen.
Es schreit in die immer wieder:
Nach Hause !!!
Aber du findest es nicht, du kommst nie an.

Das ist jetzt dein Leben.
Alles zerfällt, nicht ergibt einen Sinn, was du versuchst, misslingt.
Das schlimmste aber ist das Gefühl, dass es nicht immer so war.
Hinter dem Nebel taucht immer wieder die Erinnerung an ein anderes Leben auf ......




( Quelle: Christian Müller-Hergl, Dipl. Theologe und Altenpfleger, Meinwerk-Institut, Paderborn)







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BeitragThema: Re: Ich bin Demenzkrank
Sa 13 Aug 2011, 23:30    © Babs2105
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Hinter dem Nebel
(bei personenzentrierter Betreuung)

Du bist in einem Garten, zu Beginn eines Sommertages.
Die Luft ist warm und lau, mit süßem Blumenduft, und ein leichter Nebel schwebt umher.
Du kannst nicht von allem die Umrisse erkennen, aber du nimmst einige herrliche Farben wahr:
Blau, Orange, Rosa und Lila.
Das Gras ist smaragdgrün.
Du weißt nicht wo du bist, aber das macht nichts !
Irgendwie fühlst du dich "zu Hause", und da ist ei Gefül von Harmonie und Frieden.

Beim Umhergehen nimmst du andere Menschen wahr.
Einige von ihnen scheinen dich zu kennen: es ist eine Freude, herzlich und mit Namen gegrüßt zu werden

bei einem oder zwei von ihnen bist du sicher sie zu kennen.
Und dann ist da diese eine besondere Person.
Sie scheint so warm, so freundlcih, so verständnisvoll.
Sie muß deine Mutter sein; wie schön ist es wieder mit ihr Zusammensein !
Das Licht des Lebens brennt nun hell und fröhlich in dir.
Es ist nicht immer so gewesen.
Irgendwo tief drinnen gibt es blasse Erinnerungen an erdrückende Einsamkeit und eiskalte Furcht.
Du weißt nicht mehr, wann das war, vielleicht im anderem Leben.
Jetzt gibt es Gesellschaft, wann immer du willst, und Ruhe, wenn es dir lieber ist.
An diesem Ort mit diesen wunderbaren Menschen gehörst du hin; sie sind eine Art Familie.

Die Arbeit die du hier leistest, ist die beste, die du je hattest.
Die Arbeitszeiten sind flexibel und die ARbeit macht Spaß;
mit Menschen zusammen zusein hat dir immer Freude bereitet.
Du kannst in deinem Tempo, ohne irgendwelche Eile und ohne jede Druck erledigen und du kannst dich ausruhen, wann immer es nötig ist.
Da ist z.B. dieser freundlicher Mann, der oft mach dir schaut - durch ein seltsames Zusammentreffen, trägt er denselben Namen wie dein Mann.
Er scheint dich zu brauchen und gerne mit dir zusammen zu sein,
Deinerseits bist du glücklich, Zeit für das Zusammensein mit ihm aufzubrigen; seine Gegenwart ist dir auf seltsame Weise angenehm

Als du an einem Spiegel vorübergehst, erhascht du einen Blick auf eine Person, die recht alt aussieht.
Ist das deine Großmutter oder Person, die nebenan wohnte ?
Egal es ist schön, ach sie zu sehen.
Dann beginnst du dich müde zu fühlen, nimmst eien Sruhl und setzt dich hin
Bald verspührst du eine Kälte ums Herz, ein Gefühl des Sinkens im Magen- wieder kommt die tödliche Angst über dich.
Schon möchtest du du rufen, aber dann siehst du diese freundliche Mutter-Person, die schon neben dir sitzt.
Ihre HAnd ist dir hingesreckt, wartet darauf, dass du sie ergreifst.
Während ihr miteinander srecht, verflüchtigt sich die ANgst wie Morgennebel und du bist wieder im GArten, entspannst in der goldenen Wärme der Sonne.
Du weißt, dass es nicht der Himmel ist, aber manchmal fühlt es sich so an, als könne es auf halben Wege dorthin sein,


( Quelle.: Tim Kitwood. Der personenzenrierte Ansatz im Umgang mit verwirrten Menschen. Hans Huber Verlag, 2000. S. 126. 127


Bitte rechtschreibfäler und sonstige Buchstabenferesser ignorieren






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