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 Ich brauche dringend Hilfe - atypische Demenz

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alive208
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BeitragThema: Ich brauche dringend Hilfe - atypische Demenz
Mi 02 Jul 2014, 19:27    © alive208
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Hallo Ihr Lieben,
 
ich bzw. wir brauchen dringend Hilfe, weil wir einfach nicht mehr weiter wissen.
 
Meine Oma ist 87 Jahre alt und lebte bis Januar 2014 noch in ihrer eigenen Wohnung und hat bis dahin auch noch ihren Garten bewirtschaftet usw. Sie hatte keine Orientierungsprobleme und hatte auch keine Einschränkungen was das Kurzzeitgedächtnis betrifft. Angefangen hat es vor einem halben Jahr, dass sie Fussel auf ihrer Decke und ihren Anziehsachen für  kleine Tiere hielt, die die Sachen zerstören bzw. zerfressen.  Ende Januar spitzte sich die Situation plötzlich zu. Sie räumte in ihrer Wohnung alles aus den Schränken aus und fand keine Ordnung mehr. Sie rief dann meine Mutti an und sagte ihr, dass sie nicht mehr in der Wohnung bleiben könnte. Da meine Mutti noch voll berufstätig ist, brachten wir sie bei meinem Onkel (ihrem Sohn) und meiner Tante unter. Dort wurde die Situation aber auch immer schlimmer, so dass meine Tante sie eigentlich 24 Stunden betreuen musste. Sie räumte sämtliche Anziehsachen aus den Schränken aus und sagte aber ständig, dass sie nichts zum Anziehen hätte. Manchmal zog sie fünf Pullover gleichzeitig übereinander oder stand nackt vor uns. Hinzu kam, dass sie Angstzustände bzw. Panikattacken bekam und wir nicht wussten, was wir in diesem Moment tun sollten. Die Halluzinationen bezüglich der „kleinen Tiere“ blieben. Wir sprachen dann mir ihrem damaligen Hausarzt, da wir dachten, dass ihr Zustand vielleicht durch Nebenwirkungen ihrer Tabletten (sie nahm damals nur Schilddrüsentabletten, Wassertabletten und ein Mittel gegen Herzvorhofflimmern) verursacht wird. Er konnte uns aber auch nicht weiterhelfen bzw. sagte uns, dass es für ihn nach einer Psychose klingt, er sich aber mit psychischen Krankheiten nicht auskennt.
 
Nach langem Hin und Her hatten wir dann endlich einen Platz in einer psychiatrischen Klinik bekommen, in welcher die Ursache der plötzlichen Wesensveränderung meiner Oma abgeklärt und eventuell eine medikamentöse Einstellung erfolgen sollte. Beim Aufnahmegespräch schilderten wir der Ärztin die Situation bzw. die rapide psychische Verschlechterung und teilten ihr auch mit, dass sie seit Jahren unter Depressionen und Angstzuständen litt. Die Ärztin war auch etwas überrascht über den schnellen Verlauf und vermutete einen Tumor oder Schlaganfall. Sämtliche Untersuchungen wurden gemacht – u. a. auch CT – und es wurde nichts festgestellt bzw. nur alterstypische Verschleißerscheinungen des Gehirns. Meine Oma bekam aber in der Klinik von Anfang an Risperidon, Melperon und Tavor und wurde leider auch nachts festgeschnallt und tagsüber im Rollstuhl fixiert. Ihr Zustand und die Halluzinationen verschlechterten sich zunehmend. Sie dachte, sie ist in einem Gefängnis und alle hätten sich gegen sie verschworen und sie wird abgehört usw.  Sie konnte nicht mehr laufen, schlucken und nahm innerhalb von wenigen Wochen 12 Kilo ab. Sie wurde aggressiv den Schwestern gegenüber und verweigerte jegliche Aktivität. Nach 5 Wochen wurde sie mit der Diagnose atypische Demenz und ohne Verbesserung der Symptomatik in ein Pflegeheim entlassen.
 
Dort ist sie jetzt seit 2 Monaten und ihr Zustand hat sich seitdem immer mehr verschlechtert. Sie hat fast 30 Kilo abgenommen, lässt sich von den Pflegern nicht anfassen bzw. versorgen und verweigert das Essen und Trinken. Sie hat nach wie vor Halluzinationen bzw. denkt schlecht über ihre Mitmenschen.
 
Das verwunderliche ist jedoch, dass sie nach wie vor alles und jedes Gespräch mitbekommt, auch weiß, was gestern, vorgestern usw. passiert ist und auch noch  alle Leute erkennt bzw. wiedererkennt. Sie kann sich selbst reflektieren, d. h. sie bereut es, dass sie aggressiv den Pflegern gegenüber ist, meint aber, dass sie das in der jeweiligen Situation nicht ändern kann. Auch ihre psychische Verfassung ändert sich jeden Tag bzw. sogar während des Tages. Man kann sich eine Stunde „normal“ mit ihr unterhalten und im nächsten Moment fängt sie an zu zittern und wiederholt nur noch ein und das selbe Wort (meistens ein Phantasiewort, dass es nicht wirklich gibt) und reagiert nicht mehr auf Fragen. Am nächsten Tag weiß sie davon, sagt aber, dass sie in der jeweiligen Situation nicht anders kann. Auch gibt es Tage, an denen sie nur noch „nein“ sagt oder „das geht nicht“ und sie wehrt dann auch alles mit Händen und Füßen ab. Gibt man ihr dann z.B. trotzdem etwas zu essen oder trinken, macht sie sofort den Mund auf und schluckt es sehr hastig, als wenn sie – was ja auch zutrifft – sehr ausgehungert ist. Auch gibt es Tage, wo sie sehr aufgebracht und unruhig ist und sich über alles Sorgen macht (Angst- und Panikzustände). Man kann sie dann nicht mehr beruhigen, ablenken oder sich normal mit ihr unterhalten.
 
Man hat das Gefühl, dass sie vom Verstand her noch weitgehend klar ist, aber ihr Körper ihr nicht mehr gehorcht bzw. genau das Gegenteil macht. Auch wenn sie Halluzinationen hat, lebt sie nicht in der Vergangenheit o. ä. Sie hat aber einen kompletten Gefühls- bzw. Mitgefühlsverlust und fast kein Interesse mehr an ihrem alten Leben (z. B. Garten, Enkel, Urenkel usw.)
 
Meine Frage ist nun, ob diese schnelle Entwicklung und Symptomatik auch typisch für eine Demenz sind. Sie hatte im Februar noch keine Pflegestufe und ist nun nach nur 4 Monaten in die Pflegestufe 3 eingestuft, sie hat in der Zeit wie oben geschrieben fast 30 Kilo abgenommen, kann nicht mehr wirklich laufen (sitzt nur noch im Rollstuhl), stürzt öfter und ist nun komplett inkontinent. Jegliche Medikamente (Neuroleptika, Beruhigungsmittel) haben nicht angeschlagen bzw. die Symptomatik verschlechtert. Das Pflegeheim hat uns heute angerufen und mitgeteilt, dass meine Oma wieder dringend in die Klinik muss, da sie die Pflege nicht mehr gewährleisten können und sie ansonsten verhungert.
 
Sorry, für den langen Text ... aber gibt es jemanden der ähnliches erlebt hat bzw. bei dessem Angehörigen sich der Zustand auch von Tag zu Tag immer mehr bzw. so rapide verschlechtert hat?
 
Vielen Dank im Voraus!
 
Alive208
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jellyamber
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BeitragThema: Re: Ich brauche dringend Hilfe - atypische Demenz
Mi 02 Jul 2014, 21:07    © jellyamber
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Hallo Alive,

vorweg: wenn du mir die PLZ deiner Oma schreibst, suche ich dir eine Memoryklinik heraus. Das sind Kliniken, die auf Demenz spezialisiert sind und wo man u.a. auch vollstationär erst einmal Symptomatik und Medikamentengabe abklären lassen kann. Der Vorteil gegenüber einer rein gerontopsychiatrischen Klinik ist ein mehr an Wissen um die verschiedenen Demenzen und eine längere Aufenthaltsdauer - wenn notwendig. 

(Obacht, ich bin keine Ärztin, ich habe nur einige Zeit ältere psychotische und depressive Menschen betreut): Alles, was du von deiner Oma schilderst, klingt tatsächlich nach einer Psychose, auch wenn es ungewöhnlich ist, können auch sogenannte Alterspsychosen im vorgerückten Alter plötzlich auftreten. Wobei die Angstattacken und Depressionen schon Vorboten dafür sind. Typisch ist dafür das sehen von Krabbeltierchen, der fehlende Affekt anderen Menschen gegenüber und das trotzdem klar sein im Hier und Jetzt, auch wenn es zeitweise aussetzt. Auch Futterattacken und Essensverweigerungen sind typisch dafür. Manchmal gehen Demenzen und Psychosen gemeinsam einher. Da ist es schwer heraus zu finden, was man am Besten als erstes behandelt. Und ja, manchmal kann alles rasend schnell gehen und man reibt sich nur die Augen, wo der Mensch von gestern geblieben ist.

Alterspychosen sind wirklich schwer einzustellen. Ob Risperidon oder Melperon da das richtige Mittel ist, kann ich nicht beurteilen. Tavor sollte an und für sich erstmal deiner Oma etwas Ruhe verschaffen. Aber anscheinend arbeitet alles noch sehr in ihr. 
Ich finde einen weiteren Klinikaufenthalt nicht schlecht in dieser Situation, da das Heim ja medizinisch nichts ändern kann. 
Allerdings würde ich tatsächlich versuchen, in eine wie oben beschriebene Klinik zu kommen. 
Es ist schade, dass die Klinik sie austherapiert entlassen hat, aber das ist der Kassenzwang, ein Wunder, dass sie eh so lange bleiben konnte. 

also, schreib mir mal die PLZ und ich schau mal, was ich finden kann. 

Liebe Grüße und  I love you lich willkommen hier.
Hier bekommst du ganz viel Ideen und Rückhalt und es ist immer einer da, der zuhört. 

Ute






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alive208
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BeitragThema: Re: Ich brauche dringend Hilfe - atypische Demenz
Mi 02 Jul 2014, 21:37    © alive208
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Hallo Ute,

vielen lieben Dank für Deine schnelle und liebe Antwort. Wir wohnen in der Nähe von Dresden und ich habe schon versucht alle möglichen Stellen bezüglich Hilfe anzuschreiben. Und einen Arzt, der uns hilft bzw. unterstützt finden wir auch nicht. Das Pflegeheim macht jetzt ziemlich Druck und will meine Oma schon am Freitag wieder in eine gerontopsychiatrische Klinik einweisen. Wir sind aber nicht wirklich einverstanden damit bzw. fürchten wir, dass sie wieder nur mit Neuroleptika und Zwangsmaßnahmen behandelt wird.

Sie bekommt derzeit drei (!) Neuroleptika und ein Mittel bzw. Antidementiva gegen Alzheimer bzw. Parkinson (obwohl sie diese Krankheit m. E. gar nicht hat). Tavor bekommt sie auch, aber das beruhigt sie leider nicht wirklich :-(. 

Vielleicht hast Du ja noch eine Idee bzw. kennst eine gute Klinik.

Danke :-)!


Alive
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Silvi
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BeitragThema: Re: Ich brauche dringend Hilfe - atypische Demenz
Do 03 Jul 2014, 06:10    © Silvi
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Herzlich Willkommen bei uns liebe Alive ! 

Als ich deinen Bericht gelesen habe dachte ich auch nach Demenz hört sich das nicht an !

Es gibt so viele verschiedene Formen der Demenz da will ich natürlich nichts sagen , bin ja kein Arzt !,

Was ich allerdings echt schlimm finde ist das man deine Oma Fixiert hat , hatte denn die Klinik eine Richterliche  Verfügung dafür ? 

Ansonsten hätten sie es nicht gedurft !

Ich würde den Rat von Ute annehmen und es in einer Memoryklinik versuchen ! 
Ich hoffe sehr das deiner Oma schnell und richtig geholfen werden kann !

Das sie soviel Gewicht verloren hat ist  schlimm ,oft neigen Einrichtungen dazu gleich zu einer PEG zu Raten , was in  Ausnahmefällen sicher nicht falsch ist , aber zuerst sollte man versuchen es ohne zu schaffen ! 

Sicher hat sie Lieblingsgerichte , Speisen die sie sehr mag ,Süßigkeiten , damit könnte man es zuerst versuchen ! 

Wenn deine Oma die richtigen Medis bekommt , sie ruhiger ,ausgeglichener ,ohne Angstzustände und Panikattacken wieder Leben kann ,wird sicher sich ihr Apetitt wieder steigen ! 


Ich hoffe du meldest dich noch mal und berichtest wie es mit deiner Oma weitergeht ! 

 daumendrueck Für die Omi ! 

Alles liebe Silvi
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jellyamber
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BeitragThema: Re: Ich brauche dringend Hilfe - atypische Demenz
Do 03 Jul 2014, 07:53    © jellyamber
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Liebe Alive,

hier die Adresse für Dresden:
Gedächtnissprechstunde
Universitätsklinikum Carl Gustav Carus der TU Dresden
Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie
Ansprechpartner: Frau Dr. med. Vjera Holthoff, Frau Dr. J. Schellong, Herr Dr. Barth, Frau Dipl.-Psych. S. Lüdecke
01307DresdenFetscherstraße 74Tel: 0351 / 458-2797

Wenn du dort anrufst, versuch gleich einen stationären Aufenthalt für deine Oma zu bekommen. Für ambulante Sprechstunden fehlt jetzt einfach die Wartezeit.

Zur Fixierung und Neuroleptika: 
Wir sind natürlich erst mal immer alle dagegen, vor allem bei älteren Menschen. Aber manchmal braucht es eine gewisse Zeit und Menge an Stoff, um dem Menschen soweit beruhigen zu können, damit es in der Therapie weiter gehen kann. Was mich stört ist, dass die Ärzte in der Gerontopsychiatrie deine Oma quasi aufgegeben haben. Wie gesagt, dahinter steckt oft kein böser Wille oder Unvermögen, sondern Vereinbarungen mit den Kassen (Aufenthaltsdauer, die tatsächlich bezahlt wird). 

Kümmere dich selber um einen Platz in der Memory Clinic, mach es dem Heim so einfach wie möglich, dass deine Oma dort hin kommen kann, umso schneller wirst du wahrscheinlich Erfolg haben. Denn das Heim ist jetzt wahrscheinlich nur darauf aus, deine Oma möglichst schnell in andere Hände zu geben. Wie ist dein Kontakt zum behandelnden Neurologen im Heim?

Natürlich werden sie, liebe Silvi, nicht einfach so "fixieren". In jedem Fall wird immer ein richterlicher Beschluss erwirkt, auch wenn das so unwahrscheinlich wie sonst noch was klingt. Kein Profi wird sich ans Bein pissen lassen und einen Beschluss vernachlässigen. Damit du sicher bist, Alive, kannst du dir beim nächsten Aufenthalt deiner Oma in einer Klinik, wo sie fixiert werden sollte, den Beschluss zeigen lassen. 

Zum "Wahn": Ehrlich gesagt, sollte ich mal wahnhaft werden, möchte ich, dass ich Medikamente bekomme, auch wenn ich erst mal in der Ecke hänge. Halluzinationen zehren einen total aus (mit Grund, warum deine Oma so rapide abgenommen hat). Ängste machen einen fertig. Neuroleptika natürlich auch, aber es ist immer ein Abwägen, was schlimmer ist. Ein vollausgelebte Psychose bringt einen um. Von der Depression will ich gar nicht reden. Und die Menge an Hirnmasse, die bei jedem Schub verloren geht, auch nicht. Auch wenn deine Oma jetzt 87 Jahre alt ist, gibt es Mittel und Wege, sie aus dem Wahn zu bringen und dann wirklich rauszufinden, ob noch eine typische Demenz damit "vergesellschaftet" ist. Aber - erst mal fegen, bevor man nass wischt...  Wink 

Darum würde ich beim Gespräch mit der Memoryclinic ruhig die Demenzsymptome mit betonen, damit sie Grund haben, sie aufzunehmen. 
Es kann sein, dass sie die Aufnahme verweigern, weil sie keine Akutstation sind, dann lass deine Oma in die Gerontopsychiatrie aufnehmen und versuch in der Zwischenzeit eine Verlegung zu organisieren. Das kann ruhig ein paar Wochen dauern. Sei geduldig!


Viel Glück und viel Kraft dafür!

Liebe Grüße
Ute






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BeitragThema: Re: Ich brauche dringend Hilfe - atypische Demenz
Do 03 Jul 2014, 07:57    © dirtsa66
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Hallo Alive,

Erst einmal herzlich willkommen bei uns. Es tut mir so Leid wie es deiner Oma geht und wie sie in der Psychiatrie behandelt wurde. kein Wunder, dass sie glaubte sie sei im Gefängnis. Sie festzubinden wenn sie sowieso schon voller Ängste ist finde ich sehr grausam.

Ich hoffe so sehr dass ihr noch eine Möglichkeit findet die richtige Behandlung für sie zu finden, denn das was sie jetzt bekommt hilft ihr ja wohl gar nicht. 

Man fühlt sich so hilflos wenn ein Mensch leidet, den man lieb hat!

Hier kannst du über alles schreiben und wirst immer eine Antwort bekommen, die manchmal konkrete Ratschläge enthalten können, manchmal aber auch nur ein bisschen Trost. Und es tut schon gut einmal alles abladen zu können.

Alles Liebe 
Astrid






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BeitragThema: Re: Ich brauche dringend Hilfe - atypische Demenz
Do 03 Jul 2014, 08:43    © Admin
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Erstmal liebe Ute  danke 


Liebe Alive

Ute hat schon alles sehr gut beschrieben, da gibt es für mich nichts mehr beizufügen    Also möchte ich dich erstmal einfach nur herzlich Willkommen heissen hier im Forum und hoffe das du dich in unserer Mitte so richtig wohl fühlen wirst  rose






Liebe Grüsse
 

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BeitragThema: Re: Ich brauche dringend Hilfe - atypische Demenz
Do 03 Jul 2014, 11:24    © alive208
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Vielen vielen lieben Dank erst einmal für die freundliche Aufnahme bei Euch und die zahlreichen und vor allem schnellen Antworten. Ihr seid die ersten mit denen ich darüber sprechen/schreiben kann und die einen verstehen und Hilfe anbieten.
 
Liebe Silvi,
 
vielen Dank für Deine Antwort. Ich wollte in meinem Eingangsbericht nicht so ausführlich schreiben, da der Text schon so lang war. Zu den Fixierungsmaßnahmen muss ich sagen, dass wir (zum Glück!!) eine Vorsorgevollmacht haben. Da wir ziemlich überraschend mit dem Thema Demenz bzw. psychiatrische Klinik konfrontiert wurden, haben wir uns natürlich auf die Ärzte verlassen. Sie legten uns damals nahe, dass unsere Oma lieber nachts fixiert (Bauchgurt) werden sollte, da sie sonst stürzt und sich Knochenbrüche usw. zuziehen könnte. Unglücklicherweise ist sie auch am ersten Tag aus dem Rollstuhl gefallen und hatte eine kleine Wunde am Kopf (wir waren aber nicht dabei). Außerdem wurde uns auch gesagt, dass man notfalls die Einwilligung zur Fixierung auch ohne unsere Zustimmung durchsetzen könnte. Wir haben dann leider zugestimmt und uns mit den Folgen zu spät auseinander gesetzt. Erst im Nachhinein habe ich gelesen, dass selbst die ganztägige Fixierung am Rollstuhl zu den Fixierungsmaßnahmen zählt. Das haben sie auch ohne unsere Zustimmung den ganzen Tag von Anfang an gemacht. Meine Oma hatte also keine Chance tagsüber aus dem Rollstuhl aufzustehen, da sie bei ihr dann eine Tischplatte (die nur mit Hilfe wieder abgemacht werden kann) angebracht haben.
 
Wie auch immer, wir bereuen den Schritt immer noch sehr und würden einer Fixierung nie wieder zustimmen.
 
Wir besuchen meine Oma nach wie vor jeden Tag und bringen ihr auch ihre Lieblingsspeisen mit. Manchmal klappt es super und sie isst auch alles auf und an anderen Tagen müssen wir das Essen unangerührt wieder mitnehmen. Das Pflegepersonal im Heim ist sehr ausgelastet und hat kaum Zeit sich um meine Oma zu kümmern bzw. ihr beim Essen zu helfen bzw. sie zu ermutigen. Sie lassen das Essen dann einfach stehen und teilen uns mit, dass sie nicht essen wollte.
 
Einer PEG werden wir mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht zustimmen (obwohl uns das Heim schon mehrmals darauf angesprochen hat), da es auch laut Vorsorgevollmacht nicht dem Wunsch meiner Oma entsprechen würde.
 
 
 
 
Liebe Ute,
 
vielen Dank auch für Deine Antwort und die Adresse. Ich hatte dort damals im Februar schon angerufen und es so verstanden, dass nur eine ambulante Betreuung bzw. Medikamenteneinstellung möglich ist. Wir müssten also meine Oma mehrmals nach Dresden fahren. Ich werde dort heute aber auf jeden Fall nochmal anrufen und bezüglich einer stationären Aufnahmemöglichkeit fragen.
 
Ja und was die Themen Neuroleptika und Neurologe betrifft, hast Du genau ins Schwarze getroffen bzw. zwei Reizthemen angesprochen. Ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll, um nicht gleich wieder total wütend zu werden. In der ersten Klinik haben sie ihr vier Wochen Risperidon und Melperon verschrieben. Die Halluzinationen nahmen zu und was noch schlimmer war, meine Oma konnte sich nicht mehr bewegen, saß mit offenem Mund im Rollstuhl, konnte nicht mehr reden und essen. Wir waren damals so geschockt (weil wir dachten, sie hätte einen Schlaganfall), dass wir am nächsten Tag sofort mit der Oberärztin gesprochen haben. Sie musste dann zugeben, dass sie das auch schon festgestellt haben und dass sie das Risperidon zu hoch dosiert haben und jetzt reduzieren. Toll! Eigentlich beginnt man ja mit einer geringen Dosis und steigert dann langsam. Sechs Tage nach dem Gespräch mit der Oberärztin wurde meine Oma dann plötzlich innerhalb von zwei Tagen ohne Abschlussgespräch bzw. nochmaliger Rücksprache mit uns entlassen. Wir haben dann das Langzeitgutachten angefordert und dieses aber auch erst nach ein paar Wochen erhalten. Daraus wurde dann ersichtlich, dass das Risperidon innerhalb der verbleibenden sechs Tage ausgeschlichen wurde und dass das Melperon keine Wirkung zeigte und abgesetzt wurde. Als Entlassungsmedikament wurde ihr dann Dipiperon verschrieben, ohne eventuelle Nebenwirkungen überprüfen zu können.
 
Im Heim verschlechtert sich der Zustand meiner Oma nun wie schon beschrieben dramatisch. Mit dem Neurologen des Heims besteht kein Kontakt, da er von Anfang an jeglichen Kontakt mit uns Angehörigen ablehnt und zu keinem Gespräch bereit ist. Da er ohne Rücksprache mit uns Medikamente absetzt und neu verordnet und auch in weiteren Punkten fahrlässig gehandelt hat, haben wir einen Anwalt eingeschaltet...deswegen möchte ich jetzt hier darüber auch erst einmal nicht ausführlicher berichten. Fakt ist jedoch, dass man als Vorsorgeberechtigter über Risiken von Medikamenten (insbesondere Neuroleptika) aufgeklärt werden muss und dass eine Medikamentengabe bzw. –umstellung nur mit Zustimmung des Vorsorgebevollmächtigten erfolgen darf...ansonsten ist es Körperverletzung. Das wissen aber wahrscheinlich viele Ärzte nicht bzw. wollen es nicht wissen. Das Suchen eines anderen Neurologen hatte bis jetzt auch keinen Erfolg. Unsere Region ist mit Neurologen unterversorgt und keiner ist bereit neue Patienten aufzunehmen bzw. meine Oma zu behandeln.
 
Was Du über den Wahn bzw. die Halluzinationen schreibst, ist natürlich richtig. Es ist für uns schwer sie in diesem Zustand und auch mit den ganzen Panikattacken und Angstzuständen zu sehen. Sie hat nun drei verschiedene Neuroleptika über mehrere Wochen und Monate bekommen und keins hat wirklich geholfen (die Halluzinationen und der Verfolgungswahn sind nach wie vor da) bzw. den Gesundheitszustand nur noch verschlechtert (Muskelzittern, Schluckprobleme usw.). Keine Ahnung, ob es überhaupt noch Möglichkeiten und Mittel gibt, diese Symptome zu behandeln bzw. die rapide Verschlechterung des Gesamtzustandes meiner Oma zu stoppen....es ist für uns alle gerade wie in einem schlechten Film....
 
Liebe Astrid,
 
vielen Dank auch für Deine lieben Worte. Ja, es ist wirklich schwer einen lieben Menschen so leiden zu sehen und nicht helfen zu können. Hinzu kommt noch, dass die Gesellschaft so emotionslos geworden ist und ein alter Mensch – gerade auch bei Ärzten - nicht wirklich zählt. Hier im Forum lese ich zum ersten Mal, dass es Menschen und Pflegekräfte gibt, die sich Gedanken um ihre Angehörigen bzw. die Patienten machen und versuchen die letzten Jahre noch so angenehm und vor allem so menschenwürdig wie möglich zu gestalten.
 
In der ersten Klinik sagte eine Schwester gleich beim Aufnahmegespräch zu mir (ich war damals nervlich ziemlich fertig, weil ich meine Oma in der geschlossenen Psychiatrie zurücklassen musste): „Am besten sie kommen nur alle zwei drei Wochen ihre Oma besuchen, da müssen sie sich das hier nicht ansehen. Mich berührt das nicht wirklich. Wenn ich Kinder betreuen müsste hätte ich Mitgefühl, aber bei den alten Menschen nicht.“ Da war ich damals schon total sprachlos. Und auch jetzt im Heim werden die Patienten nicht immer gut behandelt. Sie werden angeschrien oder es wird sich in deren Beisein lustig über sie gemacht. Meiner Oma wird z. B. ständig gedroht, dass sie eine Magensonde bekommt oder in die Klinik muss, wenn sie nicht isst (weil sie genau wissen, dass sie Angst vor einer erneuten Klinikeinweisung hat). Eine andere Schwester meinte zu meiner Mutti und im Beisein von meiner Oma (!): „Ach sie isst mit Absicht nicht, sie will sterben“. Meine Oma bekommt das natürlich alles mit, kann sich dazu aber nicht äußern und war hinterher kaum zu beruhigen (Angstzustände und Panikattacken).
 
Ich möchte keinen angreifen bzw. pauschalisieren und ich weiß, dass es viele Pflegekräfte gibt, die ihr Möglichstes tun und Schwerstarbeit leisten. Und wahrscheinlich muss man auch einen gewissen emotionalen Abstand haben, um nicht daran kaputt zu gehen.
 
 
Hallo Ursula,
 
vielen lieben Dank auch für Deine Willkommensgrüße  Smile



Liebe Grüße
Alive
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BeitragThema: Re: Ich brauche dringend Hilfe - atypische Demenz
Do 03 Jul 2014, 11:52    © jellyamber
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Ok, ich bin jetzt gerade echt sprachlos. Ich höre mir immer gerne auch die andere Seite an, aber das, was du schreibst (Drohung mit PEG, Behauptungen über Sterben wollen und das vor allem in ihrer Gegenwart) - das geht nicht und solltest du sofort (auch schriftlich) der Heimleitung mitteilen. Ebenso das mangelnde Anbeiten von Essen. Ist das Heim auf Demenz spezialisiert?

Weigert sich der Neurologe mit euch zu sprechen, habt ihr den richtigen Schritt über den Anwalt getan. Jetzt bleibt - an und für sich - nur noch der Wechsel in ein anderes Heim, denn dort scheint die Haltung alles andere als angemessen zu sein. 

Hier, den kennst du vielleicht?
http://www.dresden.de/media/pdf/sozialamt/Diagnose_Demenz_2013.pdf

Selbst wenn die Memory Clinic stationär nichts hat, wissen die vielleicht einen Rat. 
Die Frühdyskenisien (Zungen- und Schlungkrämpfe) bekämpft man normalerweise gleich zu Beginn mit einem Anticholinergikum.
Es wird gleichzeitig zum Neuroleptikum gegeben. 


Oh Mann, es tut mir echt leid, was deine Oma durchmacht.
Du musst jetzt echt weiter für sie kämpfen!


Liebe grüße
Ute

PS: Vorübergehende Fixierung per Vorsorgevollmacht ist ok, wenn das aber Dauerzustand wird wie bei deiner Oma dann MUSS ein richterlicher Beschluss her und das geht nur, wenn ihr dabei anwesend seid!






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BeitragThema: Re: Ich brauche dringend Hilfe - atypische Demenz
Do 03 Jul 2014, 12:47    © jellyamber
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Hier findest du wirklich gute Informationen, um mit der ständigen Bedrohung PEG einen Umgang und Argumente zu finden: 

https://www.demenzforum.net/t3044-magensonde-peg-ja-oder-nein?highlight=Magensonde

LG
Ute






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BeitragThema: Re: Ich brauche dringend Hilfe - atypische Demenz
Do 03 Jul 2014, 13:38    © alive208
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Liebe Ute,

vielen lieben Dank für Deine Hilfe und die Links. Ich kannte beide noch nicht...danke :-).

Auf Deine private Nachricht kann ich leider noch nicht antworten...da kommt die Nachricht, dass ich noch zu wenig geschrieben habe. Sobald das klappt, schicke ich Dir den Link des Heims.

Laut Internetseite hat das Heim eine Demenzabteilung, aber als ich dann mal eine Schwester direkt darauf angesprochen habe, teilte sie mir mit, dass die Demenzbewohner alle verteilt auf den einzelnen Wohnbereichen untergebracht sind. M. E. sind dort auch viele Pflegekräfte hinsichtlich einer Demenzerkrankung nicht ausreichend geschult. Sie beschweren sich ständig über unsere Oma und unterstellen ihr, dass sie viele Sachen mit Absicht macht (z. B. Essensverweigerung, Aggressivität beim Waschen, nicht laufen wollen usw.). Wir müssen sie dann immer darauf hinweisen, dass das ihre Krankheit ist und dass sie das nicht persönlich nehmen dürfen. Als sie letztes Wochenende ohne Unterbrechung drei Tage lang mit beiden Armen unwillkürlich gezittert hat, wurde ihr unterstellt, sie würde Gegenstände nach dem Personal werfen. Auch wurde uns schon öfter gesagt, dass unsere Oma nicht ins Heim passt und dass die Pfleger überfordert sind.

Von dem Medikament gegen Zungen- und Schlungkrämpfe habe ich noch nie was gehört und das wurde meiner Oma auch noch nie verabreicht. Vielleicht hätte das ja zusätzlich zu den Neuroleptika geholfen?

Am liebsten würden wir meine Oma sofort dort rausholen und zu Hause pflegen. Da sie jetzt aber Pflegestufe 3 hat und wir nicht barrierefrei wohnen und berufstätig sind, ist das alles nicht so einfach. Das Hauptproblem ist jedoch, dass wir dann keine ärztliche Versorgung (insbesondere einen Neurologen) mehr hätten.

So weiter gehen kann es aber auch nicht. Wir werden auf jeden Fall versuchen sie in einem anderen Heim unterzubringen, denn das jetzige Heim hat uns ja auch schon angedroht, den Vertrag zu kündigen.

Liebe Grüße
Alive
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Luise
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BeitragThema: Re: Ich brauche dringend Hilfe - atypische Demenz
Do 03 Jul 2014, 14:26    © Luise
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Liebe Alive,
sei ganz herzlich Willkommen.
Es muss für deine Oma und Euch schrecklich sein. Dann noch die harte Art der einen Pflegerin.
Ich stelle mir vor, dass die verschiedenen Medikamente für einen älteren Körper nicht ohne sind.
Bestimmte Anzeichen lassen vermuten, dass sie diese Medikamente nicht verträgt.
Ich schätze sehr, dass du so mit deiner Oma mitfühlen kannst und dich so super um sie kümmerst.
Du bist ein sehr guter Mensch. Bleibe weiter so nahe bei deiner Oma. Sie braucht dich und deine Familie gerade
jetzt sehr.
Ich musste vor Jahren eine Fixierung eines Menschen sehen und in seine hilflosen Augen schauen.
Da ich nur eine weitläufige Verwandte war konnte ich nichts dagegen machen.
Nun stelle ich mir vor, ich wäre einen Tag lang an den Rollstuhl fixiert. Das Befinden schon im gesunden Zustand
brauche ich nicht zu schreiben. Dann noch die nicht zu wenigen Medikamente.
Weiß man dann noch was vorn oder hinten ist? Ich glaube nicht.
Ich finde es sehr gut, dass ihr einen Rechtsanwalt einschalten konntet. Ihr seid so eine tolle Familie.
Lass dich umarmen. Ich wünsche deiner Oma beste Genesung und alles alles Gute. Dir und Deiner Familie ebenso.
LG Luise
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Ann
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BeitragThema: Re: Ich brauche dringend Hilfe - atypische Demenz
Do 03 Jul 2014, 15:00    © Ann
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Herzlich Willkommen, liebe Alive !

Fühl dich wohl hier. rose






Liebe Grüße
 
Ann 


                                      Leben heißt nicht zu warten, dass der Sturm vorüber zieht, sondern zu lernen im Regen zu tanzen.   
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Silvi
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BeitragThema: Re: Ich brauche dringend Hilfe - atypische Demenz
Do 03 Jul 2014, 19:12    © Silvi
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Liebe Alive , mir stellen sich gerade die Nackenhaare auf , ich glaub das gar nicht was da mit deiner Omi passiert ! 

Was ist denn das für ein Heim , schrecklich wie die Pflegekräfte mit der Oma umgehen , euch zu drohen den Bertrag zu kündigen  ! Ihr Unvermögen Lassen sie an der Oma aus und benehmen sich wie die Axt im Walde ! 

So kann es doch der Oma gar nicht besser gehen , ich finde es wirklich schrecklich was sie deiner Oma da antun ! Ein bisschen mehr Liebe und Mitgefühl ,Einfühlungsvermögen , dann würde es ihr sicher besser gehen ! 

Gut das ihr euch nach einem neuen Heim umschaut , eines wo sie wissen wie man mit Menschen umgeht ,ob alt oder jung ,ob Dement oder Psychotisch , egal ! 

Ich Drücke euch ganz fest die Daumen das ihr schnell etwas wirklich gutes findet ! 

Alles liebe Silvi
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Marie
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BeitragThema: Re: Ich brauche dringend Hilfe - atypische Demenz
Fr 04 Jul 2014, 12:20    © Marie
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Liebe Alive,

das ist wirklich schrecklich, was Du durchmachst - selbst wenn hier alle irgendwie in einer ähnlichen Situation sind.

Schau Dich schnell nach einer anderen Unterbringungsmöglichkeit für Deine Oma um, eine, die auf Demenzkranke besonders zugeschnitten ist.

Ich habe zwar erlebt, daß unser privater häuslicher Pflegedienst mich von einer Stunde auf die andere (Freitag mittags) allein stehen ließ, weil mein Sohn im Wohn- und Schlafzimmer meines Vaters (der allein in einem Haus lebte) Webcams angebracht hatte, damit ich von zu Hause aus mal nach ihm sehen und ggf. schnell mit dem Taxi hinfahren konnte. Ich hätte mir nie vorstellen können, daß es ähnliche Situationen auch in Heimen geben kann. Eine Verteilung Demenzkranker auf Stationen, die dafür nicht ausgelegt sind, ist meines Erachtens völlig daneben. Einer Dementen zu unterstellen, daß sie anderen gegenüber etwas mit Absicht macht, würde ich nicht mal der letzten Hilfskraft verzeihen.

Ich schicke Dir mal ein großes     Du kannst es brauchen.  daumendrueck  daß Du schnell ein besseres Heim finden kannst.






von Marie
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Biggi
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BeitragThema: Re: Ich brauche dringend Hilfe - atypische Demenz
Fr 04 Jul 2014, 13:41    © Biggi
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Liebe Alive,
sehr gute Ratschläge und Infos hast du schon bekommen. Mir fehlen echt die Worte, wie man so mit einem Menschen umgehen kann.

Du bist eine tolle, verantwortungsvolle und GsD auch hartnäckige Enkelin.    Auch ich schicke dir ein riesen Kraftpaket, und wünsche deiner Oma von Herzen, dass sie bald wieder ein würdiges Leben führen darf.  Lass dich mal  umarmung 

LG Biggi







--- Wir müssen bereit sein, uns von dem Leben zu lösen, das wir geplant haben, damit wir das Leben finden, das auf uns wartet. ---

                        
                           
  
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soda1964
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BeitragThema: Re: Ich brauche dringend Hilfe - atypische Demenz
Fr 04 Jul 2014, 23:01    © soda1964
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Hallo Alive,

 welcom auch von mir.
Ich bin tief betroffen von deinen Schilderungen. Wie gut, hat deine Oma dich an ihrer Seite.
Ich wünsche dir Kraft und Mut, weiterhin für sie einzustehen.
Hier findest du viele hilfreiche Tipps und Informationen - und viele liebe Menschen.

Liebe Grüsse






Therese

Die wichtigsten Dinge im Leben sind keine Dinge.
unbekannt



Die wahre Lebenskunst besteht darin, im alltäglichen das Wunderbare zu sehen.
Pearl s. Buck
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Fussel
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BeitragThema: Re: Ich brauche dringend Hilfe - atypische Demenz
Sa 05 Jul 2014, 08:06    © Fussel
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Sorry, wenn ich mit Bürokratie nerve...
aber die Vorsorgevollmacht scheint im Moment ja nicht sonderlich
hilfreich für Euch zu sein.

Wer hat denn die Betreuung über die Großmutter?
Ist die Vorsorgevollmacht notariell bestätigt ?

Wurde die Vorsorgevollmacht dem Vormundschaftsgericht vorgelegt und
eine gesetzliche Betreuung beantragt, damit man in allen Bereichen handlungsfähig wird ?

Normalerweise erhält man wenn man die Vormundschaft übernimmt eine
Belehrung in der man erfährt, welche Wege man einhalten muß.
Das beinhaltet zb. auch die Situation von Freiheitsberaubungen und daß man
diese als Betreuer beim Gericht beantragen muß, also daß man eine dauerhafte
Fixierung eben nicht mal eben vornehmen lassen darf.

Die Ärzte dürfen im Notfall über einen kurzen Zeitraum fixieren, müssen sich dann
aber die Freiheitsberaubung von einem Richter genehmigen lassen.
Auch die dürfen nicht dauernd einen Patienten fixieren.

Der Betreuer ist nicht berechtigt eine dauerhafte Fixierung durchführen zu lassen,
ohne das diese durch einen Richter angeordnet wurde.

Die Vorsorgeverfügungen sind in vielen Situationen leider nicht ausreichend.
Vor allem der Neurologe scheint diese nicht ernst zu nehmen, sonst würde
er sich mit Euch auseinandersetzen müssen.

Um Dir Gehör zu verschaffen würde ich mir zuerst dieses grüne Betreuungsformular
beim Amtsgericht beschaffen.

Die Vorsorgevollmacht reicht bei vielen( auch finanziellen) Angelegenheiten nicht aus,
und man ist zb. auch nicht berechtigt den Haushalt des Angehörigen aufzulösen.
Dazu reicht selbst die gerichtlich angeordnete Betreuung nicht aus.


Es wäre also durchaus sinnvoll sich die notwendigen Papiere ausstellen zu lassen.

Mit der Vorsorgevollmacht ist das eigentlich kein Problem vom Gericht als Betreuer
bestellt zu werden, damit ihr handlungsfähig werdet.
Die Banken und Sparkassen akzeptieren zb. nur Vorsorgevollmachten die auf ihren
eigenen Formularen ausgestellt wurden.

Der Neurologe, der sich mit Euch nicht unterhält, scheint Euch nicht hören zu wollen.

Je nachdem wie die Vorsorgevollmacht formuliert ist, braucht er das auch nicht.


Liebe Grüße Christina
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jellyamber
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BeitragThema: Re: Ich brauche dringend Hilfe - atypische Demenz
Sa 05 Jul 2014, 08:34    © jellyamber
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Liebe Alive,

wie ist es gelaufen mit deiner Oma? Habt ihr so schnell einen Platz bekommen?
Wahrscheinlich bist du noch ordentlich am Rotieren, hm?


Liebe Grüße
Ute  winke






"Und was die Jugend dalässt, ist ein Spiegel. Da guckt man rein und sieht: Man hat keine Eierschale mehr auf dem Kopf. Man hat jetzt eine Frisur."

Martina Holzapfl
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Fussel
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BeitragThema: Re: Ich brauche dringend Hilfe - atypische Demenz
Sa 05 Jul 2014, 08:50    © Fussel
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Gleichzeitig hast Du mit der gesetzlichen Betreuung die Großmutter
ja noch nicht versorgt.

Sofern sich die Oma in einer Klinik befindet und die " Therapie" abgelehnt
wird, kann tatsächlich seitens der Klinik ein Anrecht darauf bestehen den
Behandlungsvertrag zu kündigen.
Dasselbe Recht steht Euch zu.

Aber davon hast Du die Großmutter ja noch nicht ausreichend versorgt.

Du wirst Dich wirklich breitflächig erkundigen müssen, was es in Deiner Region
alles für Möglichkeiten gibt.

Für die Schwiegermutter fielen 90 % der Pflegeheime weg. Die waren nicht in
der Lage einen Menschen zu versorgen, der so aufwändig zu pflegen war.
Den Schwiegervater hatten wir in derselben Situation zuhause.
Das war mithilfe einer 24 Stundenbetreuung nahezu nicht möglich, obwohl
mein Mann und ich nach und vor der Arbeit mithalfen, und ergab auch
einen finanziellen Spagat. 
Die 24 Stundenpflege war dem nicht alleine gewachsen, sondern diese
konnte zwar kochen und für den Haushalt sorgen, aber sie war mit
der Situation total überfordert, weil es sich nicht um ausgebildetes
Pflegepersonal handelte. Das dürfte auch so manche ausgebildete
Pflegekraft überfordern. Die wollen zwar kranke Menschen pflegen,
wenn es aber gefährlich für beide Seiten wird, dann sind viele
Menschen einfach überfordert.
( Wir hatten als Verwandte den Vorteil, daß die Schwiegereltern
auf uns halbwegs reagierten. Ein Fremder hatte kaum eine Chance.)

Ich würde mir das nie wieder antun wollen, denn es mußte 24 Stunden
am Tag kontinuierlich jemand anwesend sein und auch der Haushaltshilfe
während unserer Arbeitszeit zur Hilfe eilen.

Die erste Zeit hatten wir den Schwiegervater bei uns zuhause. Das bedeutete
daß einer von uns immer bei ihm sein mußte.

Das war allerdings für den Schwiegervater die beruhigendste Situation,
nur wir selbst gingen leider auf dem Zahnfleisch, zumal die Arbeit natürlich
weiterlaufen mußte.
Es hat uns gesundheitlich sehr geschadet. ( was man oftmals erst im Nachhinein
feststellt, wenn man aus der Situation heraus ist.)

Das günstigste wäre natürlich, wenn ihr mit der behandelnden Klinik einen
Status quo erreichen könntet, mit denen alle zufrieden gestellt werden könnten.

Die Dauerfixierung ist so eine Sache.
Die Klinik kann diese beantragen und zu 70 % stimmt der Richter der freiheitsberaubenden
Maßnahme zu. Das bedeutet aber nicht, daß man sich die Anordnung des Gerichts
ersparen kann.
Weist man sich selbst auf eine geschlossene Abteilung ein, so kann das in gewisser
Weise als Zustimmung gewertet werden.
Ich würde mir den Behandlungsvertrag genau durchlesen.
Nichts desto trotz, geht das ohne richterliche Anordnung in keinem Fall ständig, sondern
nur kurzfristig und zeitlich begrenzt.

Schön wäre eine Institution, die nach dem Werdenfelser Weg arbeitet.
http://de.wikipedia.org/wiki/Werdenfelser_Weg

Dann aber muß man in der Lage sein einen Sturz als natürliches Risiko
in Kauf zu nehmen. Wasch mich, aber mach mich nicht naß, funktioniert
leider nicht.

Ich denke daß die Forumsmitglieder sicherlich schon sehr gute Lösungsmöglichkeiten
genannt haben.

Allerliebste Grüße nochmals Christina
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Quintilia
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BeitragThema: Re: Ich brauche dringend Hilfe - atypische Demenz
Sa 05 Jul 2014, 09:20    © Quintilia
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Liebe Alive,

herzlich Willkommen bei uns im Forum.

Deine Schilderungen über deine Oma machen mich zutiefst betroffen. Vor allen Dingen weil ich selber letzes Jahr miterleben musste, wie "träge" im Fall von Menschen über 80 diagnostiziert wird, so nach dem Motto: "Na ja, was will man noch in DEM Alter...."

Ich kann gut nachempfinden, wie viel Kraft du momentan brauchst und schicke dir daher ein dickes dickes Kraftpaket.

Liebe Grüße
Petra
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BeitragThema: Re: Ich brauche dringend Hilfe - atypische Demenz
Sa 05 Jul 2014, 09:35    © alive208
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Hallo Ihr Lieben,
 
ich möchte kurz ein Update geben.
 
Auf Druck des Pflegeheims hin, sollten wir ja unsere Oma innerhalb von nur zwei Tagen erneut in eine psychiatrische Klinik (die aber keinen guten Ruf hat) einweisen. Wir haben NICHT zugestimmt, da wir meine Oma erstens gar nicht darauf hätten vorbereiten können (sie hat wahnsinnige Angst, wenn sie in ein Auto oder in einen Krankenwagen einsteigen soll, weil sie immer denkt, sie wird „weggeschafft“) und zweitens weil sie immer noch stark traumatisiert ist von dem ersten Klinikaufenthalt und den Zwangsmaßnahmen usw.
 
Zum Glück hat uns unser Rechtsanwalt den Kontakt zu einem Neurologen vermittelt, bei dem wir nun in zwei Wochen einen Termin haben.
 
Ein weiterer glücklicher Umstand sorgte dafür, dass gestern Abend ein Notarzt wegen einer anderen Heimbewohnerin im Pflegeheim war. Da meine Oma wieder stark zitterte und sehr unruhig war und sich in eine Angstspirale hineinsteigerte, hat die Pflegekraft uns den Kontakt zu diesem Arzt vermittelt. Ja und was soll ich sagen, es war der erste Arzt, der uns in den ganzen Monaten das erste mal richtig zugehört hat, der das Gespräch mit uns nicht vor meiner Oma führte und der sich meine Oma im Nachhinein angesehen und sich mit ihr unterhalten hat. Er war schockiert über die vielen und zu starken Medikamente die meine Oma bekommt und bestätigte uns auch, dass die Erscheinungen (starkes Zittern, nicht schlucken können) die meine Oma zurzeit hat, von den Nebenwirkungen der Neuroleptika kommen kann. Er hat dann einige Medikamente komplett gestrichen und bei einigen die Dosis reduziert. Nachdem er sich mit meiner Oma unterhalten hat, bestätigte er uns, dass es für ihn ebenfalls nicht (zumindest nicht primär) nach eine Demenzerkrankung als Grunderkrankung aussieht, sondern dass sie eine starke Depression und Angstzustände hat. Sie hat Sachen gewusst, von denen selbst wir überrascht waren, dass sie die noch wusste. Er hat ihr nun erst einmal ein Antidepressivum verschrieben und aber auch gleich dazu gesagt, dass wir es wieder absetzen sollen, wenn es nicht hilft.
 
Wir sind jetzt erst einmal sehr froh und hoffen, dass sich der Zustand meiner Oma nun endlich verbessert oder zumindest stabilisiert und wir die zwei Wochen bis zum Termin beim Neurologen durchhalten. Die letzten beiden Wochenenden musste ja immer aufgrund von starker Unruhe/Zittern und eines Sturzes der Notarzt gerufen werden.
 
Liebe Luise,
 
vielen Dank für Deine lieben und einfühlsamen Worte. Wir werden unsere Oma immer unterstützen und ihr helfen. Schließlich war sie ja auch fast ihr ganzes Leben für uns da. Und außerdem hat es auch kein Mensch verdient, die letzte Lebenszeit in so einem Zustand bzw. unter solchen Bedingungen zu verbringen. Uns bricht es jedes Mal das Herz, wenn wir sie so sehen und im Heim zurücklassen müssen. Sie war immer eine eigenständige Person, war ständig unterwegs und liebte ihren Garten über alles. Und nun sitzt sie den ganzen Tag in ihrem Zimmer und fühlt sich total unwohl. Und das schlimmste ist eigentlich, dass man zusehen muss, wie sie jeden Tag immer mehr abbaut und so stark an Gewicht verliert. Und man kann nicht helfen. Unser größtes Ziel wäre es, wenn wir sie wieder mit nach Hause nehmen könnten.
 
Und auch mit den Zwangsmaßnahmen hast Du Recht. Hier im Forum wurde ein Link zu einem Beitrag über Zwangsmaßnahmen gepostet. Der Beitrag hat mich total schockiert und wir bereuen es wie gesagt immer noch, dass wir ihr das angetan bzw. damals aus Unwissenheit zugestimmt haben.
 
Ich kann verstehen, dass Du die Bilder der Fixierung Deiner entfernten Verwandten nicht mehr vergessen kannst. Gerade, wenn man etwas emotionaler und einfühlsamer ist, nimmt einen die Hilflosigkeit total mit.
 
Vielen Dank nochmals für Deine lieben Wünsche!
 
 
Liebe Ann,
 
auch Dir vielen Dank für Deine lieben Willkommensgrüße  Smile .
 
 
Liebe Silvi,
 
vielen Dank auch für Deine lieben Worte. Ja, ich bin auch geschockt, wie manche Pflegekräfte mit den Heimbewohnern umgehen. Viele sind jedoch überfordert oder eben nicht richtig ausgebildet. Das ist aber m. E. ein systembedingtes Problem und/oder mangelndes Einfühlungsvermögen. Ich bewundere alle Pflegekräfte, die so einen Job leisten. Das ist physische und psychische Schwerstarbeit.
 
Dass meine Oma unter diesen Bedingungen aggressiv ist/wird und sich nicht waschen oder zum essen zwingen lässt, kann ich vollkommen verstehen. Na ja und die Pflegekräfte werden dann aber auch ungehalten, nehmen es persönlich und verweigern u. U. auch die Pflege. Es ist ein Kreislauf....
 
 
Liebe Marie,
 
vielen lieben Dank auch für Deine lieben und einfühlsamen Worte. Das Heim werden wir auf jeden Fall wechseln, sobald wir eine richtige Diagnose haben bzw. meine Oma medikamentös richtig eingestellt ist. Vielleicht besteht aber dann auch die Möglichkeit sie zu Hause zu pflegen....das wäre uns am liebsten.
 
Was Euch mit dem privaten Pflegedienst passiert ist, ist aber auch nicht vertretbar. Zumal man sich ja darauf verlässt und der Dienst vertragliche Pflichten zu erfüllen hat. Aber wahrscheinlich hatten sie Angst, dass sie bei der Pflege beobachtet bzw. sogar aufgezeichnet werden. Die Angst vor Haftung ist in diesem Bereich sehr groß.
 
Liebe Biggi und liebe Therese,
 
auch Euch vielen lieben Dank für die Willkommensgrüße und das „Kraft-und-Mut-Wünschen“. Das kann man in solchen Zeiten wirklich sehr gut gebrauchen...danke  Smile !
 
 
 
 
Liebe Grüße
Alive
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BeitragThema: Re: Ich brauche dringend Hilfe - atypische Demenz
Sa 05 Jul 2014, 11:02    © alive208
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Liebe Christina,
 
vielen lieben Dank für Deine ausführliche und helfende Antwort.
 
Mit der praktischen Anwendung der Vorsorgevollmacht hast Du natürlich Recht. Wir hätten auch nie gedacht, dass wir trotz der Vollmacht solche Probleme haben werden. Trotzdem bin ich sehr froh, dass wir überhaupt eine haben. Ohne Vollmacht hätten wir unserer Oma glaub ich gar nicht helfen können.
 
Ja, unsere Vollmacht wurde beim Notar erstellt und wir haben auch immer sofort mitgeteilt, dass wir vorsorgebevollmächtigt sind. Ich weiß nicht, ob es Unwissenheit ist oder ob die Ärzte, Kliniken und Pflegeheime es darauf anlegen und hoffen, dass man keine Ahnung hat bzw. seine Rechte nicht kennt. Bei uns zieht sich das wirklich durch alle Bereiche. In der ersten Klinik wurde mit uns nichts abgestimmt, keine Ergebnisse ausgewertet und die Medikamente ohne Aufklärung verschrieben und abgesetzt. Wir mussten jedes Gespräch „erzwingen“. Die Krönung war dann, dass wir an einem Dienstag erfahren haben, dass unsere Oma am Donnerstag entlassen wird, obwohl es ihr weder besser ging, noch konnten wir auf die Schnelle einen richtigen Pflegeplatz finden. Ein Abschlussgespräch mit uns Angehörigen - über die genaue Diagnose und wie es jetzt weiter geht – gab es ebenfalls nicht. Erst durch Anforderung des Kurz- und Langgutachtens haben wir alles erfahren. Der betreuende Hausarzt sowie der Neurologe des Heims sind ebenfalls nicht bereit mit uns zu reden. Das Heim weiß weder genau, wann die Ärzte im Haus sind, noch besteht die Möglichkeit einen Termin zur Abstimmung in ihrer Praxis zu bekommen. Das war dann auch der Grund, warum wir einen Rechtsanwalt eingeschaltet haben. Es hat jeder gemacht was er wollte.... Medikamente wurden ohne unser Wissen und ohne Aufklärung verschrieben oder die Dosis einfach erhöht. Und meiner Oma ging/geht es immer schlechter. Unser Anwalt hat uns dann mitgeteilt, dass es sich um Körperverletzung handelt und dass die Ärzte fahrlässig handeln. Unsere Vorsorgevollmacht ist in der Hinsicht zum Glück ausreichend formuliert.
 
Wie oben mitgeteilt haben wir damals aus Unwissenheit der Fixierung durch einen Bettgurt zugestimmt, da wir nicht wollten, dass unserer Oma noch mehr passiert. Aus heutiger Sicht würden wir das nie wieder tun. Diese Fixierung war zeitlich – ich glaub auf zwei/drei Wochen – begrenzt.
 
Bezüglich der ganzen zusätzlichen Formulare werde ich mich auf jeden Fall noch näher informieren. Danke.
 
Was Du mit Deinen Schwiegereltern erlebt hast, klingt auch sehr hart bzw. nach einer sehr harten Zeit. Auch wir könnten meine Oma in ihrem jetzigen Zustand gar nicht zu Hause betreuen, geschweige denn aus dem Rollstuhl usw. heben. Es ist, wenn man so eine Krankheit noch nicht erlebt hat, immer leicht zu sagen, dass man Angehörige immer zu Hause pflegen und niemals in ein Pflegeheim unterbringen würde. Die Realität sieht dann leider anders aus. Wir hätten uns das alles auch niemals so vorstellen können. Dass so eine 24-Betreuung durch die Angehörigen sehr schlaucht und gesundheitliche Folgen hat – vor allem wenn man noch arbeiten geht – kann ich voll und ganz nachvollziehen. Trotzdem hat man immer irgendwie ein schlechtes Gewissen....
 
Vielen Dank nochmals für Deine ausführliche Antwort und Deine Tipps.
 
Liebe Grüße
Alive
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BeitragThema: Re: Ich brauche dringend Hilfe - atypische Demenz
Sa 05 Jul 2014, 11:22    © alive208
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Liebe Petra,
 
auch Dir vielen lieben Dank für Deine Willkommensgrüße. Mit der Behandlung von über 80 Jährigen kann ich Dir voll und ganz zustimmen. Wir haben auch oft hören müssen, dass „unsere Oma ja schon alt ist und was wir denn noch erwarten würden“. Tja, wir erwarten keine Wunder, aber wir erwarten eine menschenwürdige letzte Lebenszeit und vor allem einen respektvollen Umgang. Kein Mensch hat es verdient so zu leiden oder mit Medikamenten ruhig gestellt zu werden.
 
Ein Arzt meinte auch, als wir nachfragten, warum sie ein stark abhängig machendes Mittel über mehrere Monate bekommt: “Ihre Oma ist alt, da können keine Abhängigkeiten mehr entstehen bzw. ist das in diesem Fall egal“. Was will man dazu noch sagen....
 
Liebe Grüße
Alive
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BeitragThema: Re: Ich brauche dringend Hilfe - atypische Demenz
Sa 05 Jul 2014, 11:33    © alive208
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Ich möchte noch einmal allen danken, die mir geantwortet, Hilfe angeboten und ihr Mitgefühl ausgesprochen haben. Auch wenn ich Eure ganzen persönlichen Geschichten und Schicksale noch nicht kenne, möchte ich Euch – vor allem denen, die noch in einer ähnlichen Situation sind - ebenfalls ganz viel Kraft und Durchhaltevermögen wünschen.
Es ist wirklich schön und gut zu wissen, dass es so ein Forum und vor allem noch solche empathische Menschen gibt.  danke 

 
Ich werde Euch auf jeden Fall weiter berichten und wünsche Euch allen erst einmal ein schönes Wochenende.
 
Liebe Grüße
Alive
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Ich brauche dringend Hilfe - atypische Demenz

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