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 Trickbetrüger

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Fussel
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BeitragThema: Trickbetrüger
Mi 30 Jul 2014, 22:39    © Fussel
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Liebe Foris!

Ich mußte heute den Dienst abbrechen und zu Mama fahren.
Bei ihr ist im Moment ihre Nichte zu Besuch, die auch ca mitte 70 ist.
Die beiden sind seit Montag von einer Trickbetrügerbande belagert worden.

Grrr!
Sorry, aber als ich die Geschichte hörte, mußte ich auf dem Nachhauseweg
tatsächlich fast darüber lachen, wie leicht es ist alte Menschen zu betrügen,
reinzulegen usw. Unglaublich !

Die beiden haben jetzt natürlich erst einmal Angst und sind total verstört.

Mutter feierte am Samstag ihren 90sten Geburtstag.
Ich vermute, daß die Trickbetrüger sich die Adressen aus diesen Gemeindeblättchen
holen, die ihnen direkt zeigen: Wo alte Menschen wohnen.

Ich werde diese Art Glückwünsche wohl erst einmal für die Zukunft unterbinden,
und die Gemeindebrief-Redaktion bitten keinerlei Adressen mehr zu veröffentlichen.

Die beiden Frauen sind Montags schon von einer Frau, die angeblich die
Telefonnummer der Wohnungsverwaltung haben wollte, belagert und ausbaldowert
worden.
Heute schellte dann ein angeblicher Polizist, der gleich einen Dieb dabei hatte.
Die beiden behaupteten, der Dieb wäre bei Mutter über den Balkon eingestiegen
hätte ihr 30€ geklaut und der Dieb entschuldigte sich sogar, daß es ihm leid täte.
Dann spielte der angebliche Polizist den beiden eine horrende Geschichte vor.

( Ich fragte meine Mutter: "Wo hast Du denn ein Portemonaie, in dem sich 30€ befinden, die
man Dir klauen könnte ?- Du bist ununterbrochen in der Wohnung. Wäre jemand
über den Balkon eingestiegen, dann wäre der über Dich gestolpert.)

Der Polizist erzählte den beiden alten Damen: Die Spurensicherung würde noch kommen.
Die dürften nichts anfassen und durchsuchte die Wohnung.
Er fand aber nur 2 Ringe und 2 Ketten.
Dann forderte er meine Mutter auf nach ihrem Geld zu schauen.

Der Pflegedienst traf da aber schon ein, und der Herr verabschiedete sich.
Die Schwester vom Pflegedienst informierte die Polizei und mich.

Um den Schmuck tut es mir nicht leid, aber darum was diese Männer mit meiner alten
Mutter gemacht hat. Die sitzt nun zitternd zuhause und fühlt sich nicht mehr sicher.

Aus einem Bericht entnahm ich, daß ein Wachhundschild schon sehr abschreckend ist,
wenn sich etwaige Täter nicht sicher sein können, ob nicht wirklich ein größerer Hund
in der Wohnung ist. Ich werde unseren Hund zu verschiedenen Zeiten bei Mutter parken und ein
passendes Warnschild anbringen, aber auch noch andere Sicherungen versuchen
einzubauen. ( Leider kann Mutter nicht mehr mit dem Hund rausgehen. Das würde
nicht einmal mit einem kleineren funktionieren. Es macht aber nichts,
wenn der ab und zu anschlägt, wenn er fremde hört und in der Wohnung ist,
dann kann man schlecht herausbekommen , ob der Hund nun anwesend ist oder nicht.
Groß genug um ein bißchen Abzuschrecken ist unsere Queeny als Schäferhund.


Wie schützt Ihr Eure betagten Eltern?

Mutter darf die Tür nicht mehr öffnen, und hat eine Schild mit der Telefonnummer
meines Mannes an die Tür und ans Telefon bekommen.
Wenn jemand zu ihr möchte, der nicht ihr Sohn oder ihr Enkel ist, dann
soll sie die Tür nicht mehr öffnen, sondern sofort anrufen. Der Mensch soll
wiederkommen, wenn mein Mann oder ich eintreffe.
Wenn der "echt" ist, dann kommt der auch wieder, egal von welcher Behörde
oder Verwaltung er angeblich sein soll.
Mit der Wohnungsverwaltung werde ich absprechen, daß die nur noch
Heizungen ablesen usw. wenn sie uns angeschrieben haben.

So etwas irritiert die alten Menschen ebenfalls, sodaß sie meinen, sie hätten
vielleicht einen Termin übersehen.

Vor falschen Polizeibeamten sollte man seine Senioren unbedingt warnen.
Meine Mutter habe ich angewiesen, daß sie die 110 anruft und sich erkundigt,
ob die einen Beamten unterwegs haben. Das dürfte zu 99 % ein Fake sein.

Da nun aber echte Polizeibeamte da waren, ist das wieder so ein Unsicherheitsfaktor,
den man ausnutzen könnte.
Diese Trickbetrüger waren mehrmals da. Das scheint eine ganze Bande zu sein, die
sich darauf spezialisiert hat, die alten Menschen mit seltsamen Geschichten zu
verstören und zu verunsichern.

Mama alleine wäre mißtrauischer gewesen. Alleine wäre sie nicht so
fix darauf hereingefallen Vor allem, weil ihr so etwas ähnliches vor einigen Jahren
schon mal passiert ist, war sie auf der Hut.
Ich merke immer wieder, daß es keine gute Idee ist die beiden Frauen
zusammen werkeln zu lassen. Das ergibt in der Praxis
mehr Probleme als man annehmen würde. Mutters Nichte fehlt der Know-How
was alte Menschen betrifft, so lieb wie das auch gemeint ist.
So einfach wie man sich das vorstellt, ist das leider nicht.

Die Nichte läßt alle in die Wohnung ein.

Mutter öffnet normalerweise nie die Tür und
läßt  Menschen ein, die nicht zur Familie gehören, seitdem sie vor Jahren von 2 Frauen,
bestohlen wurde, von der eine vorgab, ihr wäre übel geworden.

( Ich hatte schon ein paar mal Bedenken, wie das mit Mama und ihrer Nichte
läuft, die Mutter regelmäßig 3-4 mal im Jahr für einige Wochen besucht.
Einerseits mögen sich die beiden Frauen und Mama ist in der Zeit nicht alleine.
Andererseits funktioniert das nicht, weil die Nichte zu naiv ist und zu schlicht denkt.
Das bringt Mutter immer wieder in Gefahr, weil sie dem nicht gewachsen ist und
als Mensch von 90 Jahren einfach andere Ressourcen hat, als ein jüngerer Mensch. Ihre 
Nichte kann Gefahren einfach nicht einschätzen, oder wenn das etwas ist, daß für Mutter
nicht mehr geeignet ist zu tun. ) Mittlerweile gruselt es der Familie schon, wenn sich
wieder einmal so ein Dauerbesuch ankündigt.  Das endet immer katastrophal.
Ich möchte Mama die Freude nicht verderben. Allerdings merkt Mutter selbst, daß
das für sie eigentlich nichts mehr ist. Sie freut sich aber immer wieder, wenn
die Nichte sich ankündigt. Diese läßt einfach jeden in die Wohnung und überfordert sich
auch im Umgang mit Mutters Rollator, Rollstuhl usw. Wenn ich die damit
hantieren sehe, wird mir übel.

Ich denke, daß ich diese Besuche, so leid es mir tut unterbinden muß.
So naiv ist Mutter nicht. Sie ist normalerweise auf der Hut und fühlt sich in
falscher Sicherheit, wird aber psychisch und physisch überfordert.







Liebe Grüße Christina


Zuletzt von Fussel am Mi 30 Jul 2014, 23:32 bearbeitet; insgesamt 2-mal bearbeitet
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Fussel
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BeitragThema: Re: Trickbetrüger
Mi 30 Jul 2014, 22:56    © Fussel
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Marie
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BeitragThema: Re: Trickbetrüger
Mi 30 Jul 2014, 23:14    © Marie
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Liebe Christina,

vor diesem Problem habe ich auch immer Angst gehabt.

Meinem Vater konnte ich leider nicht mehr beibringen, daß er erst durch das Fenster neben der Haustür schauen muß, bevor er öffnet und Fremden nicht öffnen darf. Zumal hatten wir schon Mitte der Neunziger den Fall, daß er mit einer dubiosen Dachdeckerfirma einen Vertrag schloß, aus dem wir nicht mehr raus kamen. Das ist aber eine längere und sehr teure Geschichte. Mit bestimmten Dingen nach 1990 kam er einfach nicht zurecht.

Das darf ja wohl nicht wahr sein, daß im Gemeindeblatt die vollständige Adresse von alten Leuten, denen man zum Geb. gratuliert, abgedruckt wird. Ich habe Vater sogar aus dem Telefonbuch nehmen lassen. Geld hatte mein Vater, nachdem 3x welches verschwunden war, nicht mehr im Haus.

Wir hatten den Vorteil, daß die Straße recht abgelegen war und die 30m lange und sehr steile Auffahrt zum Haus von überall einsehbar. Die Nachbarn haben auch ein wenig mit drauf geschaut, wenn Fremde gesehen wurden.

Das mit dem Hund und dem Warnschild ist sicher hilfreich. Vielleicht kannst Du das Ganze auch mit den Nachbarn besprechen. Selbst nicht-Demente sind da aber oft ziemlich stur. Merke ich hier im Haus. Haustür wird ewig offen stehen lassen, Korridortür ist auf Wunsch meiner Nachbarn jetzt auch mit Klinke statt Knopf außen versehen. Hinweise und Diskussionen werden abgetan.

Zitat :
Mutter darf die Tür nicht mehr öffnen, und hat eine Schild mit der Telefonnummer
meines Mannes an die Tür und ans Telefon bekommen.
Wenn jemand zu ihr möchte, der nicht ihr Sohn oder ihr Enkel ist, dann
soll sie die Tür nicht mehr öffnen, sondern sofort anrufen. Der Mensch soll
wiederkommen, wenn mein Mann oder ich eintreffe.
Wenn der "echt" ist, dann kommt der auch wieder, egal von welcher Behörde
oder Verwaltung er angeblich sein soll.
Mit der Wohnungsverwaltung werde ich absprechen, daß die nur noch
Heizungen ablesen usw. wenn sie uns angeschrieben haben.


Solche Appelle haben bei uns leider gar nichts genützt, nicht mal in der Anfangszeit als Vater noch gar nicht pflegebedürftig war.






von Marie
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Fussel
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BeitragThema: Re: Trickbetrüger
Mi 30 Jul 2014, 23:38    © Fussel
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Lieben Dank, Marie.

Ich denke wir hatten das zweifelhafte Glück, daß Mama etwas
ähnliches vor einigen Jahren erlebte, sodaß sie eigentlich vorgewarnt
war.
Hätte die Nichte die Leute nicht reingelassen - Mutter öffnet die
Tür für Fremde nicht und läßt die normalerweise auch nicht mehr ein.

Die Damen, die Mutter damals bestohlen haben, als sie Anfang 80 war,
hatten Mutter ins Badezimmer eingeschlossen. Das hatte Mama sich
natürlich gemerkt und das hat sich bei ihr ins Hirn eingebrannt.
Aber mit jemanden der schon in der Wohnung ist und der dann
wie der Krüppel am Weg auf sie einredet, dem ist sie nicht mehr gewachsen
um zu hinterfragen, ob der gerade Nonsens erzählt.

Die haben natürlich auch eine richtige Show abgezogen um die alten
Menschen zu beschäftigen und das Nachdenken zu blockieren.

Mutters Nichte tut Mama leider nicht gut, wenn sie 3-4 mal im Jahr
für einige Wochen zu Besuch kommt.
Die läßt einfach jeden in die Wohnung ein,
überredet Mama auch zu Spaziergängen, die sie nicht handhaben kann
und überfordert Mama und sich körperlich.
Normalerweise hätte Mama angerufen und mir von dem ersten Besuch
berichtet. Da die Nichte da ist, wiegt sie sich in falscher Sicherheit.

Ich habe beiden untersagt einen weiteren Polizisten einzulassen, von dem die beiden
denken könnten, daß die echte Polizei nun noch mal wieder
kommen könnte.
Echte Polizeibeamte werden sicherlich nicht böse deshalb sein.
Die haben
sich bei uns zu melden. Sonst geht die Story nachher noch weiter, die
diese Bande seit Anfang der Woche abzieht.


Das sind gottseidank nur Trickbetrüger.
Aber Mama sitzt nun zitternd da und traut sich nicht alleine zu bleiben.

Nun Queeny wird's vielleicht richten, wenn sie ein paar mal bei Mutter
neben dem Bett schläft und aufpaßt.
Wir werden unseren Hund dann
eben morgens wieder abholen, und schauen ob das ausreichend ist um
Mutter die Angst zu nehmen. Ansonsten müssen wir mal schauen,
wie wir da wieder auf die Reihe bekommen.

Normalerweise sagt Mama zu allem was sie nicht kennt und was ihr
nicht vertraut ist: "Wenden Sie sich an meine Tochter. Die regelt das alles."
Sie unterschreibt nichts, gibt auch am Telefon keine Auskünfte und
würde keinen einlassen." Das ist eigentlich besonders ärgerlich....

Wenn man die beiden nun bedröppelt da sitzen sieht, schaut
das schon fast wieder lustig aus....

Ohne den Hund würden beide heute Nacht wohl abwechselnd
Wache halten, damit nun keiner über den Balkon klettert.

Ich sagte zu Mama:
"Das sind nur Trickbetrüger. Die klettern nicht über Balkone.
Die brauchen gar nicht klettern oder sich anstrengen.
Die lügen nur.
Wenn ihr beiden durch die Tür in
die Wohnung laßt, brauchen die nicht klettern oder eine
Tür aufbrechen lernen. Warum sollten die klettern ? 
Es ist doch viel einfacher wenn die zur Haustür herein gelassen werden."
;-)
Mutter ist normalerweise nicht so gutgläubig.
Die kennt normalerweise sogar die Gegebenheiten der Polizei und
weiß das Beamte, die angeblich aus Frankfurt kommen zur Polizei Hessen
gehören und in Nordrhein-Westfahlen nichts zu suchen haben.

Die ist wie ein Schaf dem Gruppenzwang hinterher gelaufen.




Allerliebste Grüße Christina
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Marie
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BeitragThema: Re: Trickbetrüger
Do 31 Jul 2014, 00:03    © Marie
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Liebe Christina,

also ist eigentlich die Nichte diejenige welche... Und dann bleibt die auch gleich noch wochenlang und das jedes Quartal. Wenn sie Deiner Mama auch sonst nicht gut tut, solltest Du ihr öfter mal sagen, was Sache ist. Mach' ihr klar, daß sie an der Wohnungstür nichts zu suchen hat, wenn es klingelt. Es ist nicht ihre Wohnung. Hoffentlich versteht sie es noch. Die Leute haben Schmuck gestohlen. Mach' der Nichte klar, daß sie den das nächste Mal bezahlen muß, wenn sie wieder Diebe in die Wohnung läßt. Man kann da gar nicht rigoros genug argumentieren.

Ich bin sowas von sauer in solchen Fällen.

Na, Du kriegst das schon auf die Reihe.

Nachts werden sie ja nicht wieder kommen. Kannst also erst mal beruhigt schlafen - ich gehe jetzt auch.  






von Marie
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Rita
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BeitragThema: Re: Trickbetrüger
Do 31 Jul 2014, 06:00    © Rita
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Liebe Christina,

bin auch der Meinung du solltest der Nichte das mal klar stellen.
Es ist die Wohnung der Mutter und nicht der NIchte, und sie hat sich nach der Mutter zu richten, nicht umgekehrt.
Wenn sie das nicht versteht, und einfach jeden rein lässt, dann würd ich ihr sagen, um die Mutter zu schützen, soll sie dann halt eben nicht mehr zu Besuch kommen, basta.
Kann's ja nicht sein dass die Mutter jetzt so viel Angst hat (kann ich durchaus verstehen, ginge uns wohl genauso), weil die Nichte fahrlässig ist und einfach auf macht.

Der Gemeinde würd ich eh einen gesalzenen Brief schreiben, heute mit all dem Datenschutz... und die veröffentlichen die Adresse? Hallo? Geht's noch?
Geht gar nicht.

Aus dem Telefonbuch würd ich die Mama auch nehmen lassen, so selbst wenn in dem Gemeindeblatt zum 90. gratuliert wird (was ich eh schon blöd finde, was hat derjenige dann davon), so steht da zwar der Name drin, aber die Person finden, das ist dann ein anderes Paar Schuhe. So wird's den Trickbetrügern schwerer gemacht.

Es tut mir so leid dass es der Mutter so ergangen ist. Schon echt schlimm was so manche Leute tun, und dabei absolut kein Gewissen haben. Nichts.
Wie kann man nur...

Rita
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Paula
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BeitragThema: Re: Trickbetrüger
Do 31 Jul 2014, 09:27    © Paula
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Hallo Christina,

neben dem Hundeschild an der Tür, könnt ihr gleich die Türklingel
mit Hundegebell versehen, das schreckt Trickbetrüger und Einbrecher
schnell ab.
Eine Kamera vor der Tür wäre sehr hilfreich, damit man gleich
sieht, wer davor steht.

Meine Eltern haben vor ein paar Jahren eine Gegensprechanlage im
Haus installieren lassen. Mama hat uns, und vor allem unseren Kindern
damals immer eingebläut, erst fragen wer da ist. Was macht sie heute?
Sie rennt nach draußen, und öffnet gleich die Tür.



Liebe Grüße
Paula
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BeitragThema: Re: Trickbetrüger
Do 31 Jul 2014, 13:10    © lucky
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Liegt eigentlich bei der Nichte (70) ebenfalls eine Demenzerkrankung vor?

Es liest sich so.

Also Oma noch allein lebte, ist sie auch auf jedes Haustür"geschäft" reingefallen.

Hat auch 4-stellig gekostet.
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Fussel
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BeitragThema: Re: Trickbetrüger
Do 14 Aug 2014, 09:36    © Fussel
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Die Nichte ist von Geburt an etwas behindert.
Sie kann nicht lesen und schreiben, ist aber ein sehr lieber
Mensch, der allerdings nicht unbedingt als Pflegerin geeignet ist,
weil sie viele Dinge ganz einfach nicht abschätzen kann.
Sie war in ihrer Ursprungsfamilie ziemlich benachteilgt und
zu meiner Mutter hatte sie stets ein Vertrauensverhältnis.
Sie hing halt immer sehr an meiner Mutter und kommt
nun ca 2-3 mal im Jahr meine Mutter für 2-3 Wochen besuchen.

Eine richtige Hilfe ist das eher nicht, aber die beiden Frauen mögen
sich halt sehr.

Ich habe immer etwas Bedenken, weil meine Mutter mit der Situation
überfordert ist, und die Nichte verschiedenen Situationen nicht
im Griff hat, weil sie diese nicht realisiert.
Eigentlich gefällt mir das ganze weniger, denn die Nichte ist selbst
ziemlich krank und über mir schwebt eigentlich nur ein weiterer
Pflegefall, den ich ich zumindestens erstversorgen muß, wenn
die beiden zusammen sind. ( Ich denke, daß die Versorgung meiner
Eltern und Schwiegereltern ausreichend ist, ich muß nicht noch
die gesamte alternde Familie versorgen und organisieren.)


Im Moment ist die Nichte immer noch bei Mutter, weil Mutter sich
weigert alleine zu bleiben, aber auch die Summe für eine 24 Stundenpflege
zu investieren.
Eine 24 Stundenpflege ist von den pflegerischen Tätigkeiten für die
Pflege meiner Mutter überzogen. Die ist eigentlich nicht notwendig.
Aber seit dem Vorfall mit dem Trickbetrüger hat Mama natürlich Angst
und die beiden Frauen schaukeln sich damit auch regelrecht hoch.

Die turnen einen beide im Moment regelrecht kaputt, weil ich soviel
wie die meinen neben der Arbeitszeit nicht bewältigt bekomme.
So lange kann ich mit meiner körperlichen Behinderung nicht
pausenlos unterwegs sein, wie die sich das vorstellen.

Ich habe am Montag eine Dame der Seniorenberatung der Stadt
da gehabt, die einen unabhängigen Pflegeberater und Sachverständigen
mitgebracht hat.
Zur Information: Diesen muß man selbst finanzieren. Er kostet 60€
pro Stunde, die er aktiv wird, rechnet im 15 Minutentakt ab.
( Die gesamte Beratung ect. wird zwischen 300 und 400€ kosten)
wurde vom Hausarzt vermittelt. Dh. das hat meine Mom mit dem Doc
verhackstückt.)

Zu Mutters Problemen im Moment hat er folgende Vorschläge:
A) Mutter hat Angst, daß jemand über den Balkon einbrechen könnte.
sein Vorschlag: Es wird ein Bewegungsmelder installiert.
( Da Mutter gerne selbst auf dem Balkon geht, denke ich das das Probleme
geben könnte, und daß sie den Bewegungsmelder oft selbst aktivieren könnte,
aber das muß man sich in der Praxis nochmals anschauen, wie diese genau
funktionieren.)
b.) Vom Hausnotruf hält er nicht viel. Er würde einen Schlüsseltresor an
der Haustür installieren lassen. Mit einer Zahlenkombination kann dann
ein Rettungsdienst in die Wohnung. - Nur wer alarmiert den dann?
Der Notruf kann nicht abgeschafft werden. Das würde nur in Kombination
gehen.
c.) Der Pflegedienst wird für die Medikamentengabe und das ATS anziehen
beibehalten. Damit sind 2-3 Besuche pro Tag abgesichert.
d.) Mutter erhält statt des Pflegedienstes eine Krankenschwester, diese
ist Rentnerin und erhält einen Stundensatz von 10€ /h, kommt 2-3 mal
am Tag und ist auch bereit hin und wieder bei Mutter zu übernachten.
( Was mache ich an Feiertagen, wenn die Schwester krank wird oder Urlaub hat?
Mit dem Pflegedienst waren diese Zeiten abgedeckt.)
e.) Zur Finanzierung strebt er eine Höherstufung der Pflegestufe auf Pflegestufe 3
an. ( und dabei habe ich eigentlich das schlechteste Gefühl. In einem Pflegeheim
wäre die Pflegestufe 2 für Mutter ausreichend. Begründet wäre die Erhöhung der
Pflegestufe mit der BTM Medikamentation meiner Mutter.)
Dh. wenn ich Mutter in ein Pflegeheim geben müßte, weil das nicht funktioniert,
dann wird sie obwohl die Maßnahmen für die Pflegestufe 2 reichen würden, mit der
Pflegestufe 3 veranschlagt und abgerechnet.

SO begeistert wie die Dame von der Stadt und der Pflegeberater selbst
war ich von diesen Maßnahmen alle nicht, denn ich muß etwas organisieren,
das meine eigene Erkrankung und meine Berufstätigkeit mit berücksichtigt.

Die einzige Lösungsmöglichkeit, die mir übrig bleibt, wenn das nicht funktioniert,
ist eine 24 Stundenbetreuung. Nun, das wird dann wohl warscheinlich der Weg werden,
wobei ich das viel einfacher hätte haben können, in dem ich die ganz einfach
angefordert und engagiert hätte.
Ich vermute diesen Umweg hätte man sich auch sparen können.

Meine Mutter entscheidet aber noch mit. Bei den Schwiegereltern war es
so, daß ich wegen der Betreuung und deren Zustand alleine Entscheidungen
treffen konnte/mußte.

Das steht und fällt mit der Krankenschwester, wobei ich keine einzige Krankenschwester
kenne, die nach 40-45 Berufsjahren noch körperlich Kranken-bzw. Altenpflege bewältigen
konnte. Die Schwester wird zu wenig Berufsjahre für ihre Rente haben, oder aber ist körperlich "auf." Ich hoffe, daß der Grund zu wenig Berufsjahre sind.

Der Pflegeberater machte einen sehr guten Eindruck, bis auf ein paar
Kleinigkeiten. ( Ich verschweige bei Ärzten und Kollegen immer, welchen Beruf
ich habe. Die erklären dann immer so nett, wenn man brav zu hört.)
Mutter muß zb etwas "trockener" sein, weil sie wegen der dekompensierten
Links-und Rechtsherzinsuffizienz, ansonsten überall, insbesondere in der Lunge
Wasser einlagert. Dh. sie trinkt zwar 2-3 l. Aber die müssen auch wieder ausgeschwämmt
werden. Dh. sie hat die Wahl zwischen etwas "trocken" gefahren zu werden,
oder ausreichend Luft zum Atmen zu haben.

Wenn sie sich mehr bewegt, etwas salzhaltiger ißt, dann müssen die Wassertabletten erhöht werden. Solange das in einem gewissen Verhältnis bleiben kann, muß man mit den
Nebenwirkungen jonglieren.
Das begrenzt ihre Wahrnehmung natürlich etwas als würde sie ihre Umwelt durch
einen Tunnel wahrnehmen. Sie kann sich damit nur auf kleine Bereiche konzentrieren,
und Nebenaspekte nicht wahrnehmen. Eine andere Wahl hat man damit leider nicht.

Mit Demenz hat das bei meiner Mom eigentlich nichts zu tun. Sie kann aber leider nur immer einzelnen Aspekten folgen. Ich bin der Ansicht, wenn dieser einzelne Aspekt nun
immer wieder das Gespräch mit der Nichte über Trickbetrüger und Überfälle ist, dann
kommen wir im Moment in keinster Weise weiter. Andererseits besteht Mutter darauf,
daß die Nichte erst abreist, wenn die Pflegerin kommt.
Anstatt, ,daß sie wieder Vertrauen aufbauen kann, sitzt meine Nichte schlotternd
mit ihr auf der Couch und die beiden schaukeln sich gegenseitig mit dem Thema
Einbrecher usw. hoch. Das Fernsehprogramm hilft dabei fleißig mit.

Wir werden erst wieder ein Bein auf den Boden bekommen, wenn Mutters Nichte
abgereist ist. Die Beiden reden über nichts anderes und die Nichte kann das nicht
differenzieren und umsetzen, daß das Thema Trickdiebstahl nichts mit Einbruch
und Mord zu tun hat.
Diese Trickbetrüger brauchen nicht mehr wieder zu kommen. Die haben gesehen, daß
es in der Wohnung nichts weiter zu holen gibt, als das was sie mitgenommen haben.

(In der Wohnung werden keine weiteren Wertsachen verwahrt, und deren Beute war mit
den 2 Ringen und einfachen Ketten schon nicht sehr groß.)

Daß Mutter nun Angst hat ist normal. Das darf sie haben und daran werden wir
auch ausführlich arbeiten müssen. Es nutzt aber nichts, wenn man sich bemüht und
danach folgen 22 Stunden in denen Mutters Nichte diese Geschichte immer wieder
ausbaut und auf den Tisch bringt. Die beiden reden über nichts anderes und die Geschichten werden immer größer und gruseliger.

Am Freitag haben wir das Gespräch mit dem Pflegeberater und der Krankenschwester.
Die kann von mir aus sofort beginnen, damit Mutters Nichte endlich abreisen kann.
Man kann wirklich nur sagen, daß das eine sehr liebe Frau ist, aber wenn jemand
ein Problem hat, dann hat er nach dem Gespräch mit ihr ein noch viel größeres
Problem, weil alles zur Katastrophe hochstilisiert wird.

Mit der naiven Art gerät man natürlich in allerlei Katastrophen und das Leben
ohne Lesen und Schreiben ist sicherlich nicht leicht.

Das ist einfach eine ganz furchtbare Kombination.
Mein verstorbener Bruder hat das damals initiert, und wenn ich ehrlich bin,
hatte ich damals schon größte Bedenken. Ich wollte mich da aber nicht einmischen.
weil man die Freundschaft der Frauen natürlich berücksichtigen muß.

Diese Trickbetrüger sollte man schwer bestrafen. Auch wenn das nur kleine
Fische sind, richten die einen immens großen Schaden an.
Für so ein paar alte Ringe und Ketten, so einen Schaden an den Menschen zu
hinterlassen, darauf sollte dieselbe Strafe stehen, wie auf schwere Körperverletzung und
schweren Raub.

Diese bescheuerte Situation bekommt man kaum noch in den Griff bei einem Menschen
dieses Alters.
Da bist Du froh, daß Du deinen alten Angehörigen halbwegs gut versorgt
hast, dann kommt so ein Idiot daher, und macht die Organisation von Jahren
kaputt.

Schade, daß der nicht an meine Tür kommt, das wäre der erste Mensch, den ich
die Treppen runter prügeln würde ( mit meiner Reitgerte, die ich immer im Schirmständer
parke, wenn ich aus dem Stall komme.)
So kann man auch einen Pflegefall der Pflegestufe 3 basteln, in dem der alte Mensch
überhaupt nichts mehr alleine machen kann/ will. ( Sch....!- sorry).
Allerliebste Grüße Christina

Der Pflegeberater an sich ist eine gute Sache.
Liest man im Net die Erfahrungsberichte, dann beraten nicht alle gut.

Es waren einige gute Ansätze dabei, die man im einzelnen durchdenken, andere
praktisch ausprobieren muß.
Ich würde das so ausdrücken: Es ist durchaus, daß was wir im Moment benötigen,
aber keine Lösung die nicht nachgebessert oder ausgebaut werden müßte, denn
diese Lösung ist sicherlich für meine Mutter okay.
Ich werde damit größere Probleme haben, weil das als berufstätiger mit
chronischer Erkrankung/ Behinderung nicht voll umsetzbar ist.
Wir sind dann wieder bei dem Thema, daß ich vor oder nach dem Dienst,
oder wenn ich am Wochenende frei habe, bei mir und in meinem Haushalt
nichts geregelt bekomme. Das was ich an Erleichterungen wegen der Behinderung
erhalten habe, müßte ich doppelt und dreifach in der Zeit einsetzen, wenn
die Pflegerin ausfällt oder frei hat. 
Das macht eigentlich nur Sinn, wenn man
einen Dienst zur Verfügung hat, der die Ausfallzeiten ausgleicht, und das schafft
keine einzelne Krankenschwester. Wenn die anruft:" Ich kann heute nicht, habe eine
Erkältung, Hexenschuß usw. dann kann ich meinem Arbeitgeber nicht sagen:
"Schauen Sie heute doch mal zu wie Sie fertig werden."

Das funktioniert weder mit meinen Arbeitszeiten, und auch nicht, wenn
ich statt der 6 Stunden, die ich höchstens noch arbeiten darf, 8 Stundendienste
eingeplant bekomme ,wobei man nach 6 Stunden auch nur selten
einfach nachhause gehen kann, weil ständig irgendetwas dazwischen
kommt....
Das ist kein leidensgerechter Arbeitsplatz, den ich zur Zeit erhalten habe.
Er ist allenfalls etwas einfacher, weil ich keine Patienten mehr heben muß.
Die sehen das aber auch nur selten ein, werden recht böse, wenn ich ihnen
sage, daß sie warten müssen ." Ich kann Ihre Mama / Ihren Papa nicht heben.
Die Kollegen kommen gleich in das Zimmer. "-
Die Angehörigen meinen immer noch, sie müßten an den Schreibtisch
kommen, damit ich dann gleich ihre Verwandten windeln, auf den Nachstuhl
oder ins Bett heben kann."
Für die ist es eine Hilfe für das Pflegepersonal, wenn man die Schelle nicht benutzt,
sondern bis zum Schreibtisch läuft. Und dann rührt die "faule" Schwester dort sich nicht einmal und kommt sofort mit." scratch 

Morgens wenn die Schwestern Pause haben ist das am schlimmsten.
Es ist ja nicht viel Pflegepersonal vorhanden, und während der Pause
arbeite ich weiter, weil ich ja zu anderen Zeiten meinen Dienst beginne.
Die Schwester die alleine weiter arbeitet und auf die Schelle geht,
kann die Patienten auch nicht alleine heben. Normalerweise sind die
Windel- und Waschrunden gerade fertig. Die Patienten essen ebenfalls,
und die Patienten, die zum Essen aus dem Bett geholt werden, sollen
dort eigentlich 30 Minuten sitzen bleiben. Das ist die Anordnung der KG und
des Arztes für die Mobilisation. Wenn die Patienten allerdings mit dem Essen
fertig sind, möchten die sofort ins Bett zurück.
Dann wird es sehr ungemütlich, weil die Pausen genommen werden müssen,
und in der Zeit geht eigentlich überhaupt nichts.
Das ist die Zeit, die mir mit den Knochen und Gelenken eigentlich
das Genick bricht, denn heute wartet keiner mehr gerne und manche Menschen
müssen tatsächlich sofort nach dem Essen, oder wenn sie Essen sehen
zur Toilette, um nicht zu sagen fast alle Pflegefälle.
Sorry, wenn ich mich immer wiederhole: Wir haben ein sehr bescheidenes
System, daß so wenig Personal einplant, um die Bedürfnisse und
Wünsche der Patienten alle zur Zufriedenheit zu erfüllen.

Bei meiner Mutter wirkt sich das dann so aus, daß ich nach
den Diensten immer noch nicht weiter laufen kann.

Das System, daß der Pflegeberater sich ausgedacht hat, ist
sicherlich für den Pflegefall schön, aber es berücksichtigt
die Verhältnisse und Gegebenheiten nicht.
Ich werde bei der ersten Krankmeldung der Dame ins Schwimmen
geraten. Hoffentlich ist die Frau gesund, munter und zuverlässig.

Ich vermute, daß ich innerhalb der nächsten 5-6 Monate selbst umplanen
muß.
Allerdings ist es positiv, wenn der Pflegeberater alle Anträge
übernimmt. Der arbeitet da effektiver und mit mehr Erfahrung als ich
und die Chancen, daß er diese Anträge alle bewilligt bekommt sind
höher.


Liebe Grüße Christina
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Marie
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BeitragThema: Re: Trickbetrüger
Do 14 Aug 2014, 11:00    © Marie
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Liebe Christina,

da bleibt mir im Moment nur ein Rat: Mache dem Pflegeberater und der zum Einsatz kommenden Krankenschwester Deine eigene eingeschränkte Situation so deutlich wie es nur irgend geht.


   daumendrueck  und  umarmung für Dich.






von Marie
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Fussel
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BeitragThema: Re: Trickbetrüger
Di 19 Aug 2014, 20:53    © Fussel
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Nun, das hört sich alles fein an.
Aber die ersten Eindrücke sind:
Es läuft überhaupt nichts.
Alles heiße Luft und dummes Gelaber.

Dieses "gestrickte " Pflege durch den Pflegeberater,
der 60€ pro Stunde für seine Organisation bekommt,
begann damit, daß der Pflegedienst morgens überhaupt
nicht erschien.
Montag erschien die Schwester die für Mutter kochen soll
mit einer Konservendose.
Dienstags kam sie erst gegen 16 Uhr zum Mittagessen kochen.
Mutter saß da und machte die gesamte Familie schockelig.
Weder auf der Arbeit noch zuhause kommt man mit
diesem Dienst eine ruhige Minute.
Wenn sich das nicht noch deutlich verbessert,
dann wird das nix.
Das Vertrauen meiner Mutter haben die sich in den ersten
beiden Tagen eher verspielt, anstatt es sich zu gewinnen.

10 € bekommt dieser Dienst pro Stunde. Na toll, aber selbst wenn
die sich stundenweise für die alten Leute Zeit nehmen wollen, dann
nutzt es wenig, wenn man den alten Menschen um 16 Uhr beginnt
da Mittagessen zu kochen ,und um 17 Uhr das Abendessen.
Sowas hört man eigentlich von amerikanischen Knastsendungen.
;-)
Sorry, aber ich bin nach den ersten beiden Tagen eher entsetzt.
Wie kann man sich so weit aus dem Fenster hängen, wie toll man
das alles organisiert und führt sich dann so bei einem neuen Kunden
ein.

Das was ich das sehe ist: Die haben überhaupt kein Personal,
oder bedeutend zu wenig. Ansonsten würde das nicht dermaßen
schräg laufen.

Wenn da jemand krank wird, dann melden die sich nicht
einmal telefonisch.

Mutter hat die Nase voll, ist schockiert und will nun in ein Pflegeheim.

Sie hat sogar selbst begonnen die Pflegeheime anzurufen und sich
dort anzumelden.
Das einiges am Anfang noch ruckelig läuft, damit muß man rechnen.
Daß aber überhaupt keiner erscheint und man erst herumtelefonieren
muß, das ist übel. Was machen denn die alten Menschen, die Diabetiker sind,
und keine Verwandten mehr haben?
Ich habe seit letzter Woche bereits 3 mal meinen Arbeitgeber bitten
müssen, meine Arbeitszeiten zu verlegen oder auf mich zu warten.

Wenn ich mir das anschaue, dann bin ich nicht sehr zuversichtlich.

Ich werde mich bemühen so schnell wie möglich einen Heimplatz
zu finden.
Das wird so enden, wenn jemand ausfällt oder krank wird, kümmert
sich von diesem Dienst überhaupt keiner um Mutter.-
So etwas sieht man im Ansatz, wenn man die Materie "Pflege-Pflegedienste"
kennt. Das sind Fehlplanungen gewesen, und es war kein Plan B
möglich zu planen, wohl weil die dafür überhaupt keine Kapazitäten haben,
wenn jemand ausfällt, oder etwas dazwischen kommt.

Liebe Grüße Christina
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Fussel
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BeitragThema: Re: Trickbetrüger
Fr 24 Jul 2015, 06:48    © Fussel
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Nun das ist natürlich auch irgendwie weitergegangen....

Meine Mutter bestand darauf in dieses Pflegeheim zu gehen um dort
für 3 Wochen erst einmal "Probe zu wohnen."

Vor meinem Urlaub mußte ich aus dem Stegreif den Transport organisieren.

Also hatte ich ihre Koffer zu packen und brachte sie dann Montags mit
Sack und Pack zum Pflegeheim, in dem sie wohnen bleiben wollte.

Zu transportieren hatte ich : Mama, ihre Koffer, den Rollator, das Sauerstoffgerät,
den Fernseher, und und und.
Wir fuhren aus dem Stegreif mal eben trotz gepackter Koffer zig mal
hin und her von ihrer Wohnung zum Pflegeheim.

Dazwischen packten wir unserer Koffer, weil wir Freitags zu unserer Tochter
nach Kassel fahren wollten.

Kaum war alles im Pflegeheim, mußte alles wieder zurück transportiert
werden, weil meine Mutter dort nur bis Donnerstags bleiben wollte...

Also alles wieder zurück....
Ich mußte den alten Pflegedienst wieder aktivieren und kam dann
10 Tage später als geplant bei meiner Tochter an. Von den 14 geplanten
Urlaubstagen bei ihr, blieben mir knapp 4 Tage.

Vorgestern rief mich mein jüngster Bruder an: Mutter hätte seiner Tochter
erzählt, daß sie am 9.8 ins Pflegeheim zieht.

Ich hatte natürlich keine Ahnung um was es dabei geht, hielt das für eine
von Mutters Windeiern.

Denn das ergibt ja überhaupt keinen Sinn, in ein Pflegeheim zu ziehen, aber
die Wohnung nicht aufzulösen, und den Pflegedienst nicht abzubestellen ect.

Ich dachte noch, als ich gestern vom Dienst kam ( mir war speihübel und ich
konnte gestern leider kaum laufen): So ein Unfug, das reicht wenn Du dich am
Wochenende darum kümmerst, was das soll....
Da rief mich die Dame vom Rudolf-Schloer-Stift in Moers an. Ich müsse
am Montag morgen vorbei kommen....

Ich: " Ich kann am Montag morgen nicht vorbei kommen. Ich bin am Montag
im Dienst. Es ist Ferienzeit und ich kann nicht einfach in der Urlaubszeit vom
Dienst fernbleiben...."

Meine Mutter hat da alles wild gemacht, weil sie so schnell wie möglich in einem
Pflegeheim aufgenommen werden muß.....

So ein Quatsch mit Soße!

Sie würde dort erst einmal in einem Zweibettzimmer untergebracht usw...

Ich lachte die Dame aus....

Das wird SO nix! Das ist wieder so eine Aktion weil ich Urlaub habe, mit
der ich Beschäftigungstherapie habe. Wir sind neben der Arbeit inmitten
des Umzugs meines Sohnes, der ein Haus gekauft hat. Die Schwiegertochter
ist schwanger und wir stecken in Farbtöpfen und Möbeln. Ich kann mich
kaum bewegen und Mutter spinnt wieder einmal herum....
Die bleibt dort wieder 4 Tage, dann transportiere ich deren Zeug wieder
durch die Gegend....

Nach dem Umzug ist die Hochzeit meines Sohnes, und meine Mutter
muß wie vor jeder Feier in der Familie alle Aufmerksamkeit auf sich ziehen.
Anders kennen wir die Situationen mit ihr nicht !

Ich denke, ich werde am Montag nachmittag in das Pflegeheim fahren um sie
dort für ein Einbettzimmer anzumelden.
Wenn sie das bekommt, kann sie dort einziehen.
Dann wird aber auch die Wohnung
aufgelöst, denn ich fahre nicht ständig ihre Sache durch die Gegend und organisiere
ihre Pflege wieder neu, wie in meinem letzten Urlaub auf den wir uns gefreut
hatten.

Was ist das mal wieder für eine mistige Idee von ihr, die ich nachher auszubaden habe.

Ich fahre überhaupt nichts für diese Aktion von ihr durch die Gegend und schleppe
schon gar nicht wie ein Packesel ihr Zeugs in ein Pflegeheim und wieder zurück!

Allerliebste Grüße Fussel
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Trickbetrüger

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