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 Fühle mich überfordert

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Rudolfo
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BeitragThema: Fühle mich überfordert
Do 11 Sep 2014, 12:23    © Rudolfo
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Hallo, hier mein erster Beitrag mit der Bitte um ein paar Tipps:
Meine Mutter (87) ist seit 3 Jahren pflegebedürftig, seit 1 Jahr hat sie Pflegestufe 2. Bisher wurde ärztlicherseits keine Demenz festgestellt. Sie kann noch ohne Hilfe vom Bett auf den daneben stehenden Toilettenstuhl wechseln und ca. 2  Minuten aufrecht stehen. Ansonsten benötigt sie Hilfe beim waschen, baden, eincremen usw. Sie ist Diabetikerin, Insulinspritzen macht sie selbständig, die Werte sind meistens gut. Auch Blutdruck ist gut. Leichte Blasen-Inkontinenz. Krasse Schwerhörigkeit, will aber kein Hörgerät. Beste Privatkasse, kriegt alles bezahlt, war aber seit 20 Jahren bei keinem Zahnarzt mehr. Viele Zähne ausgefallen, kann fast nur noch Brei essen.
Sie lebt im wesentlichen von "Astronautennahrung" aus der Apotheke. Von den Hauswirtschaftskräften zubereitetes gekochtes Essen lehnt sie ab, da diese Damen "dreckig" seien. Essen auf Rädern sei aus verfaulten Zutaten gekocht und ebenfalls nicht zumutbar. Argumente sind zwecklos und erzeugen nur Wut.
Sie wohnt 250km (3 Stunden) von mir entfernt in ihrem eigenen Haus. Sonst gibt es keine Angehörigen, keine nahen Bekannten, keine Nachbarn. Ich habe eine notarielle Vollmacht für alles, benutze sie aber nur für amtliche Sachen. Die normalen Dinge wie Heizöl bestellen, Katzenfutter bestellen usw. macht sei selbst telefonisch. Der Pflegedienst kommt einmal am Tag und auch eine Hauswirtschaftshilfe.
 
Es geschehen seltsame Dinge. Ich fühle mich bei vielen Situationen überfordert
Hier einige Beispiele:
 
- Sie soll laut Arzt einen fünfteiligen Tablettencocktail nehmen, Die Pflegekräfte bereiten dies schön vor, in Tagesboxen. Wenn die Schwestern weg sind, nimmt sie die Tagesbox, entleert sie und wirft die Tabletten weg. Gut getarnt in Tempos eingewickelt, damit es niemand sieht. Sie fühlt sich besser ohne Tabletten, ist ja auch ok. Meine Frage: "warum sagst du dem Arzt das nicht?" Antwort "dann würde der böse, weil ich nicht mache, was er sagt. Wenn du mich verpetzt, sind wir geschiedene Leute!".
--> Wie soll ich mich verhalten? Vertrauensbruch oder weiter mitspielen?
 
- Sie hat einen sehr starken Willen, möglichst viel selbst zu machen. Finde ich gut. Die Chefschwester hat ihr gesagt: "wenn die Stunden nicht zusammenkommen, könnten Sie die Pflegestufe 2 wieder verlieren". Sie hat das völlig mißverstanden und konstruiert eine Aufforderung zum Versicherungsbetrug daraus. Unter anderem deshalb mußten wir jetzt den Pflegedienst wechseln, weil die Situation total eskaliert ist. Von ihrer Meinung ist sie nicht abzubringen, akzeptiert keine Argumente, macht total zu, wenn ich mit ihr darüber diskutieren möchte. Das war schon früher so, wenn ich als Jugendlicher mit ihr diskutieren wollte. Aber jetzt ist es noch schlimmer geworden.
-->Was kann man da machen?
 
- wenn neue Putzkräfte da sind, läuft es zunächst einige Wochen gut. Sie scheint aber nur auf einen Anlaß zu warten, daß es Ärger gibt. Dann fühlt sie sich als Opfer von aggressiven und bösen Leuten, die sich alle gegen sie verbündet haben gegen sie und jammert mir intensiv vor. Wenn ich dann anbiete, zu vermitteln, verbietet sie mir das, weil sie total feige ist. Nach einer Weile müssen die Leute dann ausgetauscht werden, bis es irgendwann keine mehr gibt.
--> soll ich heimlich vermitteln? Nutzt das was? Wäre ja auch wieder ein Vertrauensbruch.
 
- An ihrem Haus müßten dringend einige Dinge gemacht werden, Garten, Dachdecker. Sehr umfangreich, so daß ich es selbst nicht kann. Ich würde das gerne bezahlen, darf es aber nicht. Argumente meiner Mutter: zu teuer, braucht man nicht, sie will es "schwarz" machen lassen (passiert dann aber nicht). Die Rente meiner Mutter reicht ohnehin nicht, so daß ich monatlich ca 500-1000 Euro zuschieße, aber das macht mir nichts aus.
-->Was kann man da machen, damit das Haus nicht verrottet?

Das eigentlich Schlimmste für mich ist ihre absolute Unzugänglichkeit für vernünftige Argumente und Meinungen anderer. Soll ich sie einfach "sausen" lassen, jeder ist für sich selbst verantwortlich, oder muß ich ständig ein schlechtes Gewissen haben?
 
Ein paar Ratschläge würden mir sehr gut tun, gerne auch unperfekte. Danke im Voraus dafür.
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Ulli
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BeitragThema: Re: Fühle mich überfordert
Do 11 Sep 2014, 13:57    © Ulli
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Hallo Rudolfo,

erst einmal ein herzliches Willkommen im Forum.

Was du hier schreibst kennen sehr viele - und ebenso viele verzweifeln daran.
Wenn sich die Situation Eltern/Kind umdreht merken viele, dass sie noch zu viel "Kind" sind und da schlecht raus kommen.
Leider ist es nun mal so, dass irgendwann die Kinder das Heft in die Hand nehmen müssen und auch mal gegen den Willen der Eltern entscheiden müssen. Ich will damit nicht sagen, dass man alles an sich reißen soll, doch wenn man merkt, die Lage ist nicht mehr tragbar bleibt nichts anderes übrig.

Welche Medikamente sind es denn, die deine Mutter nehmen soll? Ist es bedenklich wenn sie die einfach weg läßt?
Sprech mal mit ihrem Arzt darüber. Das ist kein Hintergehen sondern  F ü h r s o r g e !

Fang damit an - nicht gleich alles auf einmal.
Sollten die Medis dringend notwendig sein, besteht die Möglichkeit, dass der Arzt eine Verordnung ausstellt und der Pflegedienst die tägliche Einnahme überwacht.

Liebe Grüße - Ulli
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Rudolfo
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BeitragThema: Re: Fühle mich überfordert
Do 11 Sep 2014, 15:00    © Rudolfo
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Danke Ulli, tut gut !
Nach meiner Meinung muß meine Mutter die Medikamente nicht mehr nehmen. Sie wirft sie seit 1 Jahr weg und der Zustand ist stabil. Die Blutdruck- Harn- und Zuckerwerte sind auch ok, halt so wie man von einer 87jährigen im besten Fall erwarten kann. Vorher hat sie unter heftigen Nebenwirkungen gelitten. Der Arzt wäre wahrscheinlich auch einverstanden damit oder würde eine andere leichtere Verordnung machen. Aber sie ist so feige und will nicht mit ihm darüber reden, weil sie denkt, er wäre dann beleidigt, wenn seine Kompetenz angezweifelt würde. Lieber beschäftigt sie den Pflegedienst damit, die Pillen einzusortieren und fühlt sich noch verdammt schlau damit, die Schwestern zu vera....en.
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Paula
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BeitragThema: Re: Fühle mich überfordert
Fr 12 Sep 2014, 09:06    © Paula
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Hallo Rudolfo,

wie dir geht es vielen Angehörigen. Besonders aus der Ferne
kann man nicht gleich reagieren.
Du solltest dir einen Termin bei dem Hausarzt holen, und mit ihm
unter 4 Augen über die häusliche Situation, und die Medikamenteneinnahme
deiner Mutter sprechen. Er kann auch verordnen, dass der Pflegedienst
die Medikamenteneinnahme überwacht.

Hilfe und kostenlose Beratung bekommst du auch beim Pflegestützpunkt
beim Wohnort deiner Mutter. Meistens bei der Stadt- oder Kreisverwaltung.


Liebe Grüße
Paula
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