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 Falschen Behauptungen widersprechen ?

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Marie
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BeitragThema: Re: Falschen Behauptungen widersprechen ?
So 02 Nov 2014, 21:38    © Marie
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Lieber Kurt,

langsam beginne ich zu verstehen, worauf Du hinaus willst. Natürlich leben wir in der Nachbarschaft von Einfamilienhäusern (wie es mein Vater tat) oder in Hochhäusern (wie ich) nicht wie in einer großen Familie. Ich bin ganz froh darüber. Das heißt aber nicht, daß man sich nicht gegenseitig hilft. Nicht erst als ich mit der Pflege meines Vaters zu tun bekam, hatte er Hilfe von Nachbarn ringsum. Das hatte aber sicher ganz viel auch mit seiner ganzen Art zu tun, obwohl er von sich aus kaum auf andere zu gegangen ist. Außer mir gab es weder Verwandte noch Freunde in der Stadt.

Ich habe nicht viel Aufwand betreiben müssen, um von meiner jeweiligen Flurnachbarin (früher für meinen Sohn, wenn ich mal auf Lehrgang war und meine Mutter sich nicht kümmern wollte und heute für meine Wohnung, wenn ich länger im Ausland bin) die nötige Hilfe zu bekommen. Das geht ganz unproblematisch.

Unterstützung in der Pflege meines Vatersund später bei der Auflösung seines Haushalts hatte ich vor allem von einem unmittelbaren Nachbarn. 

Wenn ich allerdings hier im Forum lese, wie es doch recht oft unter Geschwistern zugeht, wenn die Pflege der Eltern ansteht, dann bin ich heilfroh, Einzelkind zu sein. Familie ist eben auch nicht alles.

Problematisch wird es natürlich, wenn jemand dement wird, allein lebt und schon vorher nicht so beliebt war in seiner Umgebung. Meine Mutter hätte als Demente sicher keine Hilfe von Nachbarn bekommen können (mein Vater stand da ganz allein mit dem Problem, weil ich auch hunderte km entfernt lebte). Wenn sie der Überlebende Elternteil gewesen wäre, hätte ich sofort den nächsten freien Heimplatz gebucht - und nichts weiter.

Ich denke, man muß sich selbst in guten Zeiten um zwischenmenschliche Beziehungen kümmern. Man kann Hilfe bekommen - und Hilfe geben, wenn das Geben und Nehmen auch nicht immer zwischen den gleichen Personen abläuft. Ich bin auch noch ab und zu der Meinung, daß ich demjenigen, der mir hilft auch wieder helfen muß. Oft geht das gar nicht und es ist auch okay, wenn ich dann anderen helfe.






von Marie
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kurt
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BeitragThema: Re: Falschen Behauptungen widersprechen ?
So 02 Nov 2014, 22:15    © kurt
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Silvi schrieb:

Lieber Kurt , eine Frage , vor deiner schweren Erkrankung , hast du da jemals vorher , als es dir noch gut ging , daran gedacht , in eine Behindertengerechten Wohnung zu ziehen ? Weil du vielleicht irgendwann mal keine treppen mehr steigen kannst , oder die Beine nicht mehr hoch genug bekommst um in die Duschtasse zu steigen ? 

5 Jahre vor meiner Behinderung bildeten meine Partnerin und ich, beide voll leistungsfähig eine Zweipersonenwohngemeinschaft um uns im Alter durch gegenseitige Unterstützungsmöglichkeit das Leben leichter machen zu können.

Nach der Behinderung lies ich meine Dusche durch eine kleine Badewanne ersetzen, weil ich wegen Einschränkungen des Gleichgewichts nur unzureichend mich stehend abduschen konnte. Seitdem, über 5 Jahre, halte ich mich mit beiden Händen an einem Griff und turne erfolgreich in die Wanne hinein und wieder hinaus.
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kurt
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BeitragThema: Re: Falschen Behauptungen widersprechen ?
So 02 Nov 2014, 22:35    © kurt
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Marie schrieb:
Ich denke, man muß sich selbst in guten Zeiten um zwischenmenschliche Beziehungen kümmern.

Für eine zwischenmenschliche Beziehung gehören aber mindestens zwei Partner.

2003 nach dem Einzug in unsere Wohnung engagierte ich mich bei unserer Eigentümergemeinschaft als Beirat. Meine Partnerin verweigerte die Teilnahme bei der Eigentümergemeinschaft. Durch meine Erkrankung und längerer Reha fiel ich einige Zeit aus. Nachdem unser Hausverwalter durch eine Verwalterin ersetzt worden war wurde ich von den Mitbeirätinnen, mit Unterstützung der neuen Hausverwalterin durch Verleumdungen in Mißkredit gebracht weil sie keinen Mann in ihrer Gruppe haben wollten. Seitdem brach die Beziehung zu diesen Personen ab.

Also, ich hatte mich eingesetzt um zwischenmenschliche Unterstützungen zu leisten was Zunichte gemacht wurde. Ich habe seitdem durch meinen Einsatz weiterhin zwischenmenschliche Beziehung zum Kirchenchor und zur Sängerzunft aber in der Eigentümergemeinschaft ist diese Beziehung zerstört.
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Wuselchen
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BeitragThema: Re: Falschen Behauptungen widersprechen ?
So 02 Nov 2014, 22:44    © Wuselchen
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Ihr schreibt so schnell, während ich erstmal alles überdenke und dann kommt noch etwas neues dazu.. Darum habe ich immer so lange Texte.
 
Im ersten Vortrag über Demenz den ich besucht habe, wurde die These vertreten, große Volks-Krankheiten weisen auf Missstände in unserer Gesellschaft hin ( z.B. Pest auf mangelnde Hygiene) und Demenz auf fehlenden Zwischenmenschlichen Kontakt, schwindende Großfamilien, so etwas in der Art. Vielleicht wurde die Last früher nur auf mehrere Schultern in der Familie verteilt und wurde nicht außerhalb der Familie bekannt.
Ich sehe zwei Problemfelder

  • 1.       Mein persönlicher Fall

Wir stehen noch am Anfang der Weges und hoffen auf Tipps und Hilfe. Da diese nicht von selbst auftauchen müssen wir handeln. Darum habe ich mich hier angemeldet und schaue hier vor Ort was möglich ist.

  • 2.       Das allgemeine Tabu Demenz

In einer Gesellschaft in der immer mehr Menschen erkranken, werden auch die Menschen mehr, die mit ihnen in Verbindung stehen. Die wissen worum es geht. Nicht nur die graue Theorie. In einem Beitrag wurde der Vergleich zu Kindern gezogen. Ich durfte nicht in den Kindergarten, weil meine Mutter nicht berufstätig war, mein Ältester ist mit 3 Jahren dort betreut worden, bei meinem Jüngsten gab es 2 Jährige und  mittlerweile gibt es eine Krippe ab 6 Monate. Was ich schreiben will, mit den Bedürfnissen ändert sich das Angebot. Langsam und erstmal unter Diskussionen aber wenn wir es bei den Kindern schaffen können wir das auch für uns.

Liebe Silvi
Ganz ehrlich, ja ich habe über mein Älter werden nachgedacht und im Gegensatz zu meiner Schwiegermutter ist der Plan nicht wenn ich alt bin sterbe ich.
Momentan arbeite ich in zwei  Wohnhäuser mit je 15 Wohneinheiten für Senioren, dass in diesem Jahr eröffnet wurde. Die „jungen“ 65 bis 70 Jährigen leben sich gut ein, bringen sich und ihre Ideen ein, gestallten wie sie es möchten. Die Älteren tun sich deutlich schwerer. Also selbst in unserer Kleinstadt gibt es zwischen Altenheim und alleine zu Hause schon Spielraum. 

 Ich bewundere viele Berufe gerade im Gesundheitswesen, die ohne Idealismus gar nicht möglich sind.

Pflegen ist nicht umsonst ein Beruf mit langjähriger Ausbildung, Fortbildungen und wenn noch Demenz dazu kommt mehr eine Berufung als Beruf.  Als junger Mensch habe ich mich bewusst gegen diese Ausbildung entschieden und die Familie und die Kranke muss das ab einem gewissen Punkt akzeptieren. 
Danke für Deine Arbeit !! rose


Liebe Marie

Danke fürs erinnern, vieles was ich geben durfte ist unerwartet auf verschlungenen Wegen zurückgekommen.


Lieber Kurt
es tut mir leid, das ihr euren tollen Plan nicht weiterleben könnt.
Habe gerade gelesen, Singen ist ein schönes Hobby. Das mit der Hausgemeinschaft ist natürlich naja,


Jetzt muss ich Schluss machen in Ermangelung eines warmen Wohnzimmers habe ich mich ins Schlafzimmer zurückgezogen und jetzt ist Schlafenszeit. allgemein

Gute Nacht wünscht Wuselchen
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