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 Das Duschen und Kleider anziehen

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Theresa
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BeitragThema: Das Duschen und Kleider anziehen
Di 09 Dez 2014, 20:59    © Theresa
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Meine Lieben,

gerne möchte ich ein paar Erfahrungen mit Euch teilen.
Seitdem ich mit meinem Mann zurück von Europa bin, (Ferien) hat er viel mehr Defizite. Ich habe immer gedacht, dass mein Mann noch so viel wie möglich selber machen soll, am Morgen beim Aufstehen. Mein Mann hat jeweils ewig Zeit gebraucht um sich zu duschen, da kommt er vor einer Woche aus dem Badezimmer, ohne unter der Dusche gewesen zu sein.Ich sage Nichts. Aber Alles hat ja auch einen Grund. Mein Mann hat Mühe die richtige Wassertemperatur einzustellen, er weiss auch nicht mehr was man mit dem Haarwaschmittel macht. Meine Hilfe war nicht willkommen im Badezimmer.
Das Zähneputzen! Ich wollte meinem Mann die Freiheit lassen, seine Zähne alleine zu putzen. Der Zahnarzt  Besuch vor einer Woche hat mir aber was anderes gelernt. Von nun an assistiere ich meinem Mann, ich bereite ihm die Zahnbürste und das Mundwasser.Aufgepasst, Alzheimer Patienten schlucken das Mundwasser runter, wenn man nicht aufpasst. Und das ist Alzheimer im mittleren Stadium, wovon ich spreche.
Kleider anziehen. Zuerst wundert man sich warum der demente Ehemann so lange braucht, bis er sich angezogen hat. Die Antwort ist, er kann es nicht mehr alleine. Nun braucht es viel Diplomatie und Geduld in dieser Phase von nicht mehr alleine können.In diesem Stadium wollen sich die Männer nicht helfen lassen, sie sind frustriert, und sie wollen im Verborgenen rundwursteln.

Mein Mann war am Morgen jeweils wie ein wildes Pferdchen, das von einem Zimmer ins andere gelaufen ist, wenn ich ihm helfen wollte das Hemd anzuziehen,  nahm er die Unterhose und weg war er in einem anderen Zimmer, und probierte, die Unterhose alleine anzuziehen,was er aber gewöhnlich nicht schaffte. Mit den Socken hatte ich schon früh einen Trick. Ich sage jeweils, ich müsse seine Füsse zwischen den Zehen pudern, sonst kriege er Fusspilz, das gibt mir Gelegenheit, zur gleichen Zeit ihm zu helfen, die Socken anzuziehen.Dann die Haare föhnen, frisieren, sage ich ihm, ich hätte schon immer gerne Friseuse werden wollen......  Dann sind mir vor paar Tage die Nerven durchgebrannt. Dieser Marathon laufen am Morgen, ich konnte es einfach nicht mehr. Mit Tränen in den Augen hab ich meinem lieben Mann gesagt, dass es so nicht mehr weitergeht. Das er meine Hilfe annehmen soll, ohne widerspenstig zu sein.Seit 3 Tagen ist mein Mann am Morgen wie ein Schaf, er akzeptiert, dass ich im helfe, von der Dusche bis zum Haare frisieren.

Meine Lieben, was ich damit sagen will. Ein dementer Ehemann im mittleren Stadium der Krankheit, kann manchmal sehr wohl noch verstehen, wenn man ihn um irgend was bittet.Natürlich werden sie zuerst unzufrieden, ein paar Argumente muss man schon einstecken, aber es lohnt sich.
Viel Mut, besonders an alle Ehefrauen mit ihren dementen Männer.
Liebe Grüsse
Theresa






und immer immer wieder geht die Sonne auf sunny
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Marie
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BeitragThema: Re: Das Duschen und Kleider anziehen
Di 09 Dez 2014, 21:13    © Marie
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Liebe Theresa,

danke, daß Du diese Erfahrung mit uns teilst und Glückwunsch, wie Du das Problem so schnell gelöst hast.






von Marie
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Theresa
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BeitragThema: DasDuschen und Kleider anziehen
Mi 10 Dez 2014, 09:58    © Theresa
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Liebe Marie,

so schnell hatte ich das Problem nicht gelöst, ich brauchte 4 Monate und so manche Träne im stillen Kämmerchen, Dein Bild mit dem Schnee hat mir echt Freude bereitet
Grüsse
Theresa






und immer immer wieder geht die Sonne auf sunny
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Biggi
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BeitragThema: Re: Das Duschen und Kleider anziehen
Mi 10 Dez 2014, 11:53    © Biggi
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Liebe Theresa,
ich bewundere immer wieder, mit wieviel Zuversicht und Empathie du eure Situation annimmst. Dein Mann kann sich sehr glücklich schätzen, dass er dich hat. Dass es nicht immer leicht ist, und du manche Tränen vergiesst, ist auch sehr verständlich, es ist nicht immer leicht. Ich schicke dir mal einen Knuddler für Tage, wenn es nicht so gut läuft. umarmung 

Weiter viel Kraft und liebe Grüße aus dem schmuddeligen Deutschland
Biggi winke







--- Wir müssen bereit sein, uns von dem Leben zu lösen, das wir geplant haben, damit wir das Leben finden, das auf uns wartet. ---

                        
                           
  
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Marie
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BeitragThema: Re: Das Duschen und Kleider anziehen
Mi 10 Dez 2014, 12:09    © Marie
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Ja, liebe Theresa, es schreibt sich schneller und liest sich noch schneller als es in Wirklichkeit ist. Ich wünsche Dir weiterhin viel Kraft. umarmung






von Marie
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Heike60
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BeitragThema: Re: Das Duschen und Kleider anziehen
Sa 20 Dez 2014, 19:28    © Heike60
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Liebe Theresa,

fast so und ähnlich geht es meiner Mutter mit meinem Vater , der dement ist.
Wenn ich darf, werde ich meiner Mutter mal von dir zitieren.Leider kann meine Mutter selber  nicht online sein und hier lesen.
Aber sie hat halt ähnliche Probleme .Vielleicht macht es ihr Mut oder es ist ein kleiner Wegweiser für sie.
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Theresa
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BeitragThema: Das Duschen und Kleider anziehen
So 21 Dez 2014, 06:08    © Theresa
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Liebe Heike60

Natürlich darfst Du Deiner Mutter meine Beiträge zitieren. Wie alt ist Dein Vater,und seit wann weiss deine Mutter, dass ihr Mann, also Dein Vater dement ist. Vor allem im Anfangsstadium bis zum mittleren Stadium können demente Ehemänner ganz schön widerspenstig sein, sie wollen und werden nie zugeben, dass sie Hilfe brauchen. Beim Kleider anziehen, einfach erst mal zufällig neben den dementen Ehemann stehen, vielleicht zur gleichen Zeit was anderes tun im Schlafzimmer, wie Betten machen, dann so nebenbei helfen ohne Worte, das Hemd anzuziehen, dann wieder aus dem Zimmer weggehen...
Das Duschen ist eine harte Nuss....Kaum ein Mann lässt sich einfach so freiwillig helfen, ich musste mir so Einiges einfallen lassen.
Viel Mut und Kraft, falls Du weitere Informationen brauchst, wegen Duschen oder so, bin immer gerne bereit, meine Erfahrungen zu teilen
Liebe Grüsse
Theresa






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Rita
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BeitragThema: Re: Das Duschen und Kleider anziehen
Mo 22 Dez 2014, 14:28    © Rita
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Liebe Theresa,

das war ja ein Spiessrutenlaufen, aber du bist sehr einfallsreich und hast alles super gemeistert.
Dass da paar Tränen kullen ist absolut normal. Es ist einfach extrem frustrierend, und traurig noch dazu.
Aber weisst du, ich denke du hast das alles so super gemeistert, du kannst ruhig stolz auf dich sein. sunny 

Ja, manchmal hilft es mit einer List. So wie du mit den Füssen pudern und Friseuse usw.

Ich wünsch dir weiterhin viel Mut, Geduld und Kraft.

Rita
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