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 Wie geht man damit um?

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die.ahnungslosen
Gast



BeitragThema: Wie geht man damit um?
Mi 20 Mai 2015, 01:43    © die.ahnungslosen
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Hallo,

ich falle direkt mal mit der Tür ins Haus und erzähle.

Meiner Schwiegermutter hatte 2012 soweit man weiss min. 7 Schlaganfälle. Man merkte ihr lange nichts an.
Weder geistig noch Körperlich.

Mitte letzten Jahres fiel uns dann zum ersten mal auf das sie vergesslicher wurde. Sie vergass zb. das man vor ein paar Tagen miteinander telefoniert hat oder kam zu abgemachten Besuchen nicht.

Anfangs dachten wir uns noch nichts dabei, sie wird halt älter, da ist das eben so.

Das wurde dann aber immer schlimmer. Ende 2014 erhielt sie dann die Diagnose Demenz.
Wir wussten dann bescheid und wussten das wir jetzt halt öfter mal anrufen müssen und/oder wenn Treffen verabredet waren das wir kurz vorher nochmal anriefen um bescheid zu geben das man eben verabredet ist.

Das klappte auch soweit gut, bis auf die Vergesslichkeit hat man es ihr auch gar nicht angemerkt.

Aber dann fing es an das sie ganz anders wurde. Sehr aggressiv. Uns gegenüber haben wir das Zähneknirschend hingenommen obwohl es teilweise echt fies wurde.
Unserem Sohn gegenüber hielt es sich immer in Grenzen, es kam zwar auch zu aggressionen, aber ich konnte das immer gut durch einen Themenwechsel stoppen.
Aber als sie im Januar diesen Jahres aber dermaßen (nicht nur verbal) auf unseren 4 Jährigen Sohn losging reichte es uns einfach.
Sie war ihm gegenüber so aggressiv und gemein, er weinte schon, aber sie hörte einfach nicht auf bis ich mich dann dazwischen schmiss weil sie auf einfache Worte von mir nicht hörte.

Mein Sohn hat seitdem Angst vor der Oma. Vorher telefonierten die zwei min. 1 mal die Woche min. 1 Stunde. Jetzt will er sie seit diesem Tag nicht mehr sprechen. 

Sie hat sich dazu nur soweit geäußert "Ja mein Gott, ich kann halt auch nichts dafür. Ich bin halt Krank. Aber jaja, die böse böse Oma!" Packte ihre Tasche und ging.




Ich muss ganz ehrlich sagen, wir beide wissen einfach nicht wie wir damit umgehen sollen.

Anfangs dachten wir wie gesagt "Das gehört zum Alter, ist doch alles okay, das wird schon!"
Aber als sie dann unserem Sohn gegenüber so extrem aggressiv wurde hat sich auch bei uns einiges Verändert.
Mein Mann und ich haben hinterher noch lange drüber geredet und waren beide der Meinung "Demenz schön und gut, aber das ging zu weit. Das kann sie nicht mit ihrer Krankheit entschuldigen!"
Doch nun bekam ich gegenwind von jemandem der schon lange mit jemandem zusammen lebt der Alzheimer hat.
Auch solche aggressivitäten müsse ich hinnehmen und ja, auch entschuldigen. Sie können nichts dafür.


Jetzt fühlen wir uns wie zwischen zwei Stühlen.

Einerseits das Verständnis für ihre Krankheit, andererseits die Wut das sie unserem Sohn solche Angst gemacht hat das er selbst nach immerhin über 5 Monaten (!) immernoch nichts von ihr wissen will, egal wie gut wir ihm zureden!


Und ich weiss ja, sie kann wirklich nichts dafür. Weiss mein Mann auch. Wissen wir alle. Aber wir bekommen das einfach nicht in unsere Köpfe rein das sie nun tun und lassen kann was sie will solange sie hinterher sagen kann "Tschuldigung, meine Demenz, ich war nicht ganz bei mir."


Ich beschäftige mich speziell jetzt wieder mit dem Thema weil sie nächste Woche das erste mal seit dem Vorfall im Januar wieder zu Besuch kommt und ich schon richtig Bauchweh deshalb habe. Meinem Sohn gegenüber sage ich zb. "Oma S. kommt nächste Woche. Mensch die haben wir ja lange nicht gesehen, ich freu mich schon drauf. Du auch?"
Aber da kommt immer wieder ein dickes "Nein, Oma soll nicht kommen. Die hat mich geärgert/hat mir wehgetan/macht angst!"
Eigentlich sollte sie heute (mittwoch) kommen. Aber unser Sohn hat sich total quer gestellt und geweint und geschrien als er hörte sie kommt. Daher haben wir es nochmal verschoben damit wir nochmal in Ruhe mit ihm reden können (macht ja keinen Sinn wenn er so eine Angst hat). Nur denke ich muss ich selber eben erstmal verstehen was da los ist bevor ich mit ihm darüber - kindgerecht - rede.



Daher musste ich einfach Menschen fragen die mehr Erfahrungen haben als wir.

Ist es denn wirklich so? Muss ich alles entschuldigen und hinnehmen "nur" weil sie Dement ist? 


Und wenn ja, wie sollen wir damit umgehen? Was sollen wir in solchen Situationen tun? Was sollte man unter keinen Umständen tun? Wie sollen wir unserem Sohn klar machen das Oma zwar gemein ist, aber das nicht so meint? Wir können ihn dem ja nicht einfach aussetzen nur weil sie es ja eigentlich nicht böse meint. Und vor allem: Kann es schlimmer werden, oder wird es schlimmer werden?


Ich hoffe auf einige helfende Antworten, Danke dafür schonmal!


LG die ahnungslosen
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lucky
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BeitragThema: Re: Wie geht man damit um?
Mi 20 Mai 2015, 06:01    © lucky
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Ich würde den Sohn ganz raushalten. Wieso soll er die Oma besuchen oder mit ihr telefonieren?

Sie hat eine aggressive Phase. Diese kann bleiben, kann schlimmer oder besser werden.

Als Erwachsener kommt man nicht damit klar, als Kind muss man es nicht.

Und nein - ein Demenzkranker hat keinen Freifahrtschein, zu tun und zu lassen, was Anderen schadet.
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lucky
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BeitragThema: Re: Wie geht man damit um?
Mi 20 Mai 2015, 06:03    © lucky
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Den Besuch der Oma bei Euch würde ich dem Kind zuliebe absagen.

Die "kindgerechten Gespräche" sind lieb gemeint aber in diesem Fall würde ich sie mir schenken.

Das würde ich nochmal aufnehmen, wenn er in der Schule ist.
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die.ahnungslosen
Gast



BeitragThema: Re: Wie geht man damit um?
Do 21 Mai 2015, 00:40    © die.ahnungslosen
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Müssen tut er es nicht. Ich würde ihn nie zwinge, ich respektiere siene Angst da voll und ganz. Will ihm aber zeigen das Oma immer noch eine ganz liebe sein kann. Auch wenn es zur Zeit nicht so oft vorkommt.

Es ist eben schade das er so eine Angst hat und der Kontakt so nun total abbricht.
Die beiden waren ein Herz und eine Seele. 

Zumal ich meinem Mann auch nicht zumuten will seine Mutter nicht mehr sehen zu können.
Alleine will er nicht hin weil sie ein unschöne Vergangenheit haben, aber sie gar nicht sehen will er auch nicht.
Ohne Kind hingehen fällt weg da wir Vormittags unerwünscht sind und sie hier nicht herkommt. Nachmittags ist der Kleine da, Freunde oder Verwandte die ihn nehmen gibt es nicht bzw. wollen nicht.


Ich dachte einfach es wäre genug Zeit vergangen, aber dem ist scheinbar so nicht.


Danke für deine Antwort!
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lucky
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BeitragThema: Re: Wie geht man damit um?
Do 21 Mai 2015, 07:37    © lucky
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Sollte das Kind vernünftiger sein als der Mann? 

Ich verstehe Dich und Deinen Sohn. Deinen Mann verstehe ich nicht.
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Lena
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BeitragThema: Re: Wie geht man damit um?
Do 21 Mai 2015, 10:51    © Lena
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Hallo ahnungslose,
ich würde auch mein Kind ganz rausnehmen.
Ich würde sie trotzdem imme wieder mal vormittags besuchen, ohne Kind, ob ihr erwünscht seid oder nicht. Damit muß sie eben leben! Ihr könnt nicht euer ganzes Leben umkrempeln wegen ihr.
Wenn Oma zu Besuch kommt...kann er nachmittags im Kindergarten bleiben, bei einem Freund zu Hause spielen... Es gibt bestimmt jemanden, der ihn mal für diese Zeit betreut. Eine nette Nachbarin zB..Omaersatz.

Und nein, man muß nicht alles hinnehmen von einem Dementen. Sonst geht man am Ende kaputt, das hält keiner aus, kostet sehr viel Kraft.
Viel Erfolg umarmung






Liebe Grüße Lena.
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die.ahnungslosen
Gast



BeitragThema: Re: Wie geht man damit um?
Do 21 Mai 2015, 18:17    © die.ahnungslosen
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@ lucky

Nein, natürlich nicht. Wie gesagt, es war/ist nur ein Versuch.

Das du meinen Mann da nichts verstehst ist okay da du die Vorgeschichte nicht kennst. Hier versteht ihn auch keiner, allerdings daher weil er eben noch Kontakt hat nachdem was sie getan hat.


@ lena

Natürlich könnte ich ihn mal beim Freund lassen und dann hin, wäre natürlich machbar und für uns auch kein problem. Aber Vormittags hin auch wenn sie nicht will geht eher gar nicht. Ich hatte mal vor einigen Jahren nen fiesen Streit mit ihr infolge dessen wir auch weiter weg zogen weil sie ständig vorbei kam, unerwünscht. 




Aber danke nochmal an euch beide! Jetzt fühlen wir uns besser damit das wir nicht alles Tolerieren können was sie tut und sind etwas gelassener!
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ein gast
Gast



BeitragThema: liebe ahnungslose
Do 27 Aug 2015, 10:30    © ein gast
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ich bin nur zu gast und schreibe das erste mal in diesem forum... ich möchte dir antworten weil ich ebenfalls einen sohn (mittlerweile 17 jahre) habe und mit ihm und meiner demenzkranken Mutter seid 18 jahren zusammen in einem haus leben. auch mein sohn wurde schon mit 6 jahren von meiner mutter verbal beschimpft und angeschrien... leider kam auch manchmal zu einem handgemenge... ich hab mich täglich mit ihm zusammengsetzt und geredet.... ich konnte und wollte ihm seine eigentlich sehr liebevolle und einzige oma nicht nehmen (einschließlich der vater meines sohnes sind alle omas u. opas verstorben)...

Millerweile und das innerhalb von 2 jahren hat meine mutter pflegestufe 3 ... vor 10 wochen kam eine krebsdiaknose hinzu... sie hat endlos viele stürze hinter sich... sie läuft weg... hat angst vor fremden menschen (auch vor uns... wenn sie sich in einer anderen zeit befindet)... sie hat kein schmerzempfinden mehr... kein gefühl für heiß und kalt... unsere worte erreichen sie nicht mehr....
ich stelle mir dann vor.. ich stehe in china auf einer kreuzung und alle lächeln mich an und zupfen an mir rum... da hätte ich auch mächtig panik.. versuche dich in den kranken hinein zu fühlen... ich hab viel gelesen über die krankheit oder filme angesehen.. besuche die dementenstation im altenheim... mein sohn unterstützt mich bei der pflege.. denn es ist mittlerweile ein 24 std. job... er hat vor kurzem in der schule 11 kl. einen vortrag zu diesem thema gehalten und eine 1 mit sternchen bekommen....

natürlich gibt es immer die bösartigen momente... da sollte man rechtzeitig medikamentös behandeln... dann lässt es sich einigermaßen aushalten... und auch ich komme(manchmal tägl.) an meine grenzen... denn meine mutter verweigert jegl. entlasstungsangebot  (tagespflege us.) ... weil sie in ihrer welt einfach nicht krank ist!

so meine liebe... du bist nicht allein...

bb iris
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