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 Nach langer zeit melde ich mich mal wieder

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Christine70
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BeitragThema: Nach langer zeit melde ich mich mal wieder
Sa 23 Mai 2015, 23:34    © Christine70
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Es hat sich sehr viel getan bei uns. Wer meine alten Beiträge kennt, weiß, daß es um meine mutter geht.

Sie wohnt jetzt in einer kleinen wohnung in einer Seniorenresidenz, also betreutes wohnen. in ein altenheim wollte sie nicht.
Der umzug war eine katastrophe, aber es mußte sein.
Am ende hat sie in ihrer wohnung dinge gedreht, die wir nicht mehr verantworten konnten.
Sie hat z. b geld abgehoben und zuhause versteckt und dann behauptet, ihre einzige freundin hat es ihr geklaut, was aber nicht der fall war. dann hat sie essen versteckt. ich bin zu ihr nach hause gekommen und wunderte mich, was in der küche so stinkt Sad sie hatte im küchenschrank fleisch im hintersten winkel versteckt, da krabbelten schon würmer rum. sie meinte dann nur, sie war das nicht.

Wir haben uns den mund fusselig geredet..... bis sie endlich eingesehen hat, daß es besser ist, in eine kleinere wohnung zu ziehen. nur leider war die einzige wohnung weiter weg, 30 km einfach von mir. meine jüngere schwester wohnt auch in diesem ort und meinte dann, sie nimmt das pflegegeld und kümmert sich dafür um unsere mutter. wir waren einverstanden. ich kann schlecht jeden tag die 60 km fahren, das geht finanziell schon gar nicht schreiweinend
Einmal die woche hab ich sie aber besucht und ihr auch geholfen oder bin mit ihr einkaufen gefahren.

sie wohnt seit dezember dort, also jetzt ein halbes Jahr und sie jammert....... sie jammert die ganze zeit, weil sie sich mit keinem nachbarn versteht. sie fängt mit jedem streit an und läßt sich da aber auch nix sagen. das liebste wäre ich, ick käme alle zwei tage, was aber nicht drin ist. so gerhe ich das möchte, es geht nicht !!

Diese woche dann der Super-Gau: Mein schwiegervater ist plötzlich gestorben, so daß mein mann einiges zu erledigen hatte.
Als meine mutter das mitbekommen hat, drehte sie am rad, weil sie mal NICHT im mittelpunkt stand. da rief sie einen tag vor der beerdogung an, sie sei ja so krank und ich soll kommen und sie ins krankenhaus fahren. ich hatte aber kein auto zuhause, mein mann war mit seiner mutter unterwegs, behördengänge. Da ist sie ausgetickt Sad

Ich hatte bis gerade eben keinen kontakt diese woche zu ihr. vorhin dann rief sie an und machte mich zur sau, sie war zwei tage im krankenhaus und ich hab mich nicht gekümmert, was sie doch schon alles für mich getan hat, ich sei undankbar und bösartig.
ich hab so ruhig wie möglich reagiert, aber bestimmt !
da hat sie einfach aufgelegt.

Sie war wegen einer Blasenentzündung im Krankenhaus, also nix lebensbedrohliches. Unangenehm ja, aber nichts schlimmes.


Jetzt rief mich vor einer halben stunde meine schwester an, daß meine mutter ihren selbstmord angekündigt hat. sie wohnt im dritten stock und will aus dem fenster springen. sie sagte zu meiner schwester, Da wir ja diese woche eh schon eine beerdigung hatten, haben wir da ja übrung drin. ich fass es nicht Sad
ich war vorhin total fertig, bis meine schwester nochmal angerufen hat und meinte, meine mutter hat jetzt eine tablette genommen und geht ins bett. sie wußte das mit dem Selbstmord wohl gar nicht mehr.

Aber was kann man da jetzt machen???? ich hab angst, daß sie es irgendwann wirklich macht Sad die möglichkeit besteht durchaus. die fenster lassen sich öffnen. was würdet ihr machen?
Es ist NUR betreutes wohnen, kein altenheim. das heißt, sie leben in einer eigenen wohnung und sind für sich selber zuständig. es kommt nur dreimal am tag jemand, um nach den medikamenten zu gucken und insulin zu spritzen.und jede wohnung hat notfallknöpfe, das wars.


Kann man das noch verantworten? ich bin jetzt echt soweit, daß ich sag, sie muß in ein altenheim und braucht feste betreuung.

ich schreib auch mal stichpunktartig, wie weit die demenz schon ist:

- Sie ruft dauernd bei mir an und fragt nach meiner adresse und telefonnummer, die sie sich dann aufschreibt, aber kurz drauf nix mehr davon weiß

- sie fragt mich dauernd, wieviel kinder ich hab
- sie weiß meinen namen und den namen meiner kinder nicht mehr
- sie fragt wo sie wohnt
- sie "verliert" dinge, und keiner weiß wo sie abgeblieben sind (brillen, fernbedienung, kleidung)
- sie geht einfach in die gärten der nachbarschaft und pflückt blumen, die nachbarn freuen sich da natürlich nicht drüber
- sie ruft mitten in der nacht an und weiß die uhrzeit nicht
- sie verwechselt die waschmaschinen (sie haben einen waschraum auf jeder etage)
- sie ruft an, weil sie z. b. milch braucht und wenn ich dann komm, stehen 10 l im kühlschrank

Ich könnte so weitermachen, aber es reicht.... ein neurologe wurde bisher noch nicht besucht, weil sie das nicht zuläßt Sad

Ich weiß jetzt nicht wie ernst ich die situation mit dem suizid nehmen soll. WAS kann man da unternehmen?

Morgen weiß sie sicher nix mehr davon
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Ulli
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BeitragThema: Re: Nach langer zeit melde ich mich mal wieder
So 24 Mai 2015, 13:30    © Ulli
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Liebe Christine,

ich möchte das ganz bestimmt nicht runterspielen - aber ! in den allermeisten Fällen kündigen die Leute ihren Selbstmord nicht an.
Dieses Aufbauschen zeigt, dass sie nach Aufmerksamkeit schreit. Laßt euch bitte nicht davon erpressen !
Sag ihr beim nächsten mal, wenn sie so etwas noch mal sagt, muß sie wegen Suizidgefahr in die Psychiatrie.
Benutze ruhig das Wort "Klappsmühle".
Achte dann mal auf ihre Reaktion !

Wenn meiner Mutter etwas nicht gepaßt hat, sagte sie auch immer "da kann ich mich ja gleich vors Auto werfen" oder "Ich gehe ins Wasser, das könnt ihr mir glauben!"
Das hat sie auch schon vor ihrer Erkrankung gemacht und gesagt "Wenn ich wüßte, dass ich so (dement) werde, würde ich mich vorher umbringen."
Deshalb hat niemand mit ihr, als sie selber betroffen war, offen darüber geredet.
Im Nachhinein glaube ich, das war ein Fehler.

Zuerst kam in uns die Panik hoch, wenn sie so gesprochen hat. Später haben wir es nicht mehr ernst genommen.

Bitte !
Das muß bei deiner Mutter nicht genauso sein. Du wirst sie am besten beurteilen können.
Sollte sie wirklich gefährdet sein, so gehört sie zum Arzt, bzw. in eine Klinik.
Auch gegen ihren Willen !

Liebe Grüße - Ulli
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Christine70
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BeitragThema: Re: Nach langer zeit melde ich mich mal wieder
So 24 Mai 2015, 22:06    © Christine70
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Dank dir für deine antwort. Ja, meine mutter hat das schon öfter gesagt, aber halt noch nie auf diese art und weise. meist kam dann immer: "Wenn ich nicht mehr aufwachen würde"
Gestern hat sie aber direkt meine schwester angerufen. wir sind uns aber jetzt auch einig, daß auch wegen der pfingstfeiertage bei ihr wohl wieder so eine panik hochkam. sie wirft uns ja auch dauernd vor, sie sitzt alleine in der fremden wohnung und keiner besucht sie, was aber gar nicht stimmt. und ganz schlimm ist das immer, wenn sie irgendwie mitbekommt, daß etwas ins haus steht, z. b. jemand von uns in urlaub fährt oder wie jetzt im falle des plötzlichen Todes meines Schwiegervaters. da ist es doch nur verständlich, dass mein mann diese woche erstmal viel für seine Mama da war Sad Und dann merkt meine mutter, daß sie mal nicht die erste geige spielt und tickt aus.


sie war ja schonmal in der psychiatrie, weil ihre antidepressiva nicht mehr anschlugen und sie teilwsise sogar aggressiv wurde. und da meinte sie auch mal am telefon zu mir, sie nimmt tabletten, damit sie nicht mehr aufwacht. ich habe das damals bei der einweisung auch dem arzt gesagt, aber sie stellte mich als lügnerin hin und meinte, sie würde sowas NIE sagen und schon gar nicht tun Sad

Wir hatten schon einen fall von suizid in der familie, 20 jahre liegt das nun zurück, und da wurde das auch nicht angekündigt.

ich weiß nur noch nicht, ob es vielleicht besser wäre, dem wohnheim wenigstens mal einen hinweis zu geben. ich weiß nicht ob es richtig wäre, wenn sie davon erfahren. gestern hatte ich telefonisch niemanden erreicht.

heute hat sie sich noch nicht gemeldet, aber ich weiß, daß ihr nix passiert ist. sie war bei meiner schwester zum mittagessen.
dann tut sie immer so, als wäre nix gewesen, weil sie es womöglich gar nicht mehr weiß.

mein hausarzt sagte das letzte mal zu mir, da ich psychisch auch schon stark angeschlagen bin und medis nehmen muß. daß ich auf jeden fall kürzer treten muß, was meine mutter betrifft. sie ist gift für mich im moment. nur wird einem das ja dann wieder als "Du kümmerst dich null um mich" vorgeschmissen.
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Quintilia
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BeitragThema: Re: Nach langer zeit melde ich mich mal wieder
Mo 25 Mai 2015, 11:25    © Quintilia
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Liebe Christine,

das ist ja schrecklich, wie es bei euch momentan läuft. Mein tiefes Mitgefühl dazu.

Dass du dir Sorgen wegen dem angekündigten Selbstmord machst, kann ich gut verstehen. Sicherlich ist es tatsächlich so, dass die meisten Selbstmörder ihren Selbstmord nicht ankündigen. Nicht selten passiert es aber auch, dass Menschen, die mit "Selbstmord-"Versuchen um Hilfe und Aufmerksamkeit schreien wollen, sich quasi unabsichtlich zu Tode bringen, weil sie nicht rechtzeitig gefunden werden, sich in der Wirkung der Wahl ihrer Mittel verschätzen etc. Von daher würde ich es schon einigermaßen ernst nehmen.

Die Einweisung in die Psychiatrie wäre daher zumindest zur Überprüfung der Dosierung ihrer Medikamente (Antidepressiva? Beruhigungsmittel?) keine schlechte Lösung. Außerdem könnte man euch dort sicherlich nach einiger Zeit sehr gut sagen, ob das betreute Wohnen für eure Mama noch die richtige Wahl darstellt.

Liebe Grüße
Petra
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Christine70
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BeitragThema: Re: Nach langer zeit melde ich mich mal wieder
Mo 25 Mai 2015, 23:06    © Christine70
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Genau hier liegt ja auch cder Hund begraben. In den Statuten des heimes steht ja auch, daß keine Demenz-Kranken genommen werden. Meine Mutter kann gut Schauspielen und scheinbar hat das dort noch keiner so richtig bemerkt. meine Schwester (die auch das pflegegeld bekommt und sich größtenteils um sie kümmert) sagt immer, ich soll ja niemandem was sagen, sonst fliegt sie aus der wohnung raus Sad Aber kann man da noch schweigen?

Ein Problem ist ja auch meine jüngere Schwester. Sie ist die einzige ohne Kinder, ich selber hab drei und meine große Schwester 6 kinder, davon sind zwei leicht behindert. (Zwillinge)
Also sollte meine mutter wirklich in ein altenheim oder pflegeheim kommen, von uns beiden könnten sie nix holen. ich könnte auch finanziell gar nichts beisteuern, da wir unser haus noch nicht abbezahlt haben Sad meine mutter bekommt ihre Rente und die Witwenrente, aber ob das reicht weiß ich nicht. und den rest würden sie dann wohl von unserer jüngeren schwester holen, und da ist sie keinesweges begeistert.

es geht also auch ums geld Sad Momentan kann meine mutter noch alles selber bezahlen, reicht also aus. aber ein pflegeheim ist teuerer.

über kurz oder lang geht es aber nicht mehr ohne. die demenz schreitet immer weiter voran, man merkt das ja. 

Es ist schwer danebenzustehen. meine mutter tut mir ja im grunde sehr leid und ja, ich lieb sie auch, aber manchmal frage ich mich, wie lange ich das noch ertragen kann Sad am schlimmsten sind ja immer wieder diese vorwürfe, daß ich mich nicht kümmere. und dann wirft sie mir immer vor, was sie alles für uns getan hat. wenn eine mutter einem kind vorwirft, was sie alles für das eigene kind getan hat, dann tut das schon sehr weh. tut man das nicht gerne und aus freien stücken?
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Quintilia
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BeitragThema: Re: Nach langer zeit melde ich mich mal wieder
Mo 25 Mai 2015, 23:32    © Quintilia
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Liebe Christine,

das kann ich dir gut nachempfinden, dass dich das sehr verletzt, denn mir geht es ähnlich. Daher weiß ich auch nicht so richtig, was ich dir da raten kann. Ich kann nur mal  trösten . Wir alle hier tun unser bestes, da bin ich mir sicher. 

Also, wenn es "nur" ums Geld geht, bzw. ihr finanzielle Befürchtungen habt - was ja auch vollkommen nachvollziehbar ist - dann lasst euch doch mal beraten. Nur weil deine Schwester kinderlos ist, heißt das ja nicht, dass sie so viel verdient, dass sie über der Freigrenze liegt mit ihrem Einkommen. Pflegestufe wird sich ja auch ändern.... Dann bekommt halt das Pflegegeld nicht mehr deine Schwester, sondern es wird zur Finanzierung des Heims mit herangezogen. Kann es sein, dass sie deswegen nicht eben begeistert von der Idee Heim ist???

Aha... du sollst also niemandem was sagen? Heißt das, dass die Mama noch gar nicht richtig zur Diagnose beim Neurologen war? Bekommt sie denn auch nicht die üblichen Medikamente, die das ganze noch hinauszögern könnten? Wenn ihr mit dem Neurologen bzw. Nervenarzt sprecht, dann lasst ihn doch auch beurteilen, ob ein Antidepressivum der Mama nicht gut tun würde. Vielleicht legt sich das mit den Vorwürfen dann zumindest ein bisschen.

LG Petra
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BeitragThema: Re: Nach langer zeit melde ich mich mal wieder
Di 26 Mai 2015, 11:00    © lucky
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Hallo Christine, erstmal gute Besserung an Dich selber.

Du bist erstmal das Wichtigste.

Nun zur Mutti:

Wer ist ihr gesetzlicher Betreuer?

Dieser sollte sich Gedanken darüber machen, wo Deine Mutti am Besten untergebracht ist und wer es bezahlt. Um da Ängste auszuräumen: meistens zahlt das Amt.

Angehörige haben hohe Freibeträge.

Niemand wird arm, nur weil er den Heimplatz der Mutti zahlen muss.

Und natürlich ist sie in der momentanen Einrichtung völlig verkehrt.

Bei uns ist es auch so, dass im betreuten Wohnen keine Demenzkranken aufgenommen werden.

Dann könnten sie ja auch zu Hause bleiben.

Wenn ich Betreiber eines betreuten Wohnens wäre, würde ich mir auch veräppelt vorkommen, wenn man unter falschen Voraussetzungen einen Demenzkranken "unterschiebt".

Aber, Ihr werdet das lösen, da bin ich sicher.
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