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 Pflegeheim oder doch lieber zu Hause pflegen lassen

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SandyV
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BeitragThema: Pflegeheim oder doch lieber zu Hause pflegen lassen
Mi 16 Nov 2016, 17:44    © SandyV
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Hallo,

ich hatte meinen Beitrag schon gestern geschrieben, aber leider ist er irgendwie untergegangen, weil ich wohl vergessen hatte, mich kurz vorzustellen. Das habe ich jetzt nachgeholt und werde erneut versuchen aufzuschreiben, was mir gerade furchtbar schwer auf der Seele lastet:

Meine Mutter, 82, ist vor ca. 4 Wochen in ihrer Wohnung gestürzt. Ihre Nachbarn haben einen Schlüssel zur Wohnung. Der Nachbar hörte die Hilferufe meiner Mutter und versuchte, in die Wohnung zu gelangen. Leider steckte ihr Schlüssel von innen, so dass die Tür durch die Polizei aufgebrochen wurde.

Der Rettungsarzt stellte fest, dass meine Mutter offenbar länger dort gelegen hatte, denn sie war total ausgetrocknet und so gut wie nicht ansprechbar. Außer 3 gebrochenen Rippen ist ihr zum Glück nichts weiter passiert.

Sie wurde in die Klinik (Intensivstation) eingeliefert. Hier wurde erstmal ganz langsam wieder Flüssigkeit zugeführt. Es wurde dann festgestellt, dass meine Mutter stark dement sei. Das habe ich erfahren, als ich am nächsten Tag in die Klinik gefahren bin. Und es traf mich wie ein Schock, weil es völlig überraschend kam.

Bis vor kurzem war von einer Demenz nichts zu merken. Ein bisschen tüdelig war sie sicher, aber mit 82 Jahren ist das sicher nicht ungewöhnlich.

Was mir dann einen weiteren Schock versetzt hat, war der Zustand der Wohnung. Die Wohnung war total verwahrlost, teilweise
zugemüllt mit Zeitungen, Zeitschriften, benutzten Taschentüchern usw. Die Toilette war ein einem grausamen Zustand, ebenso die Küche, im Kühlschrank verschimmelte Lebensmittel, vergammeltes Obst usw. Echt furchtbar.

Inzwischen wurde die Wohnung von einer Reinigungsfirma gereinigt und kaputte Tür wurde durch eine neue ersetzt.

Meine Mutter kam nach einer Woche Klinikaufenthalt in die Kurzzeitpflege. In dem Heim gibt es wahrscheinlich die Option, dass sie nach Beendigung der Kurzzeitpflege langfristig dort bleiben kann. Das Problem ist, dass sie das auf gar keinen Fall will. Sie will nur nach Hause.

Sie weiß jedoch nicht mehr, wo sie wohnt und hat auch sonst teilweise erhebliche Erinnerungslücken und bringt alles durcheinander. Außerdem ist sie sturzgefährdet und innerhalb ihrer Wohnung befinden sich Treppen. Die Wohnung selbst liegt im 3. Stock.

Durch den Medizinischen Dienst der Pflegekasse wurde ein Gutachter beauftragt. Das Gutachter hat meiner Mutter die Pflegestufe 0 bescheinigt (ich hatte eigentlich 1 erwartet).

Nun zu meinem Problem:

Ich weiß nicht, ob ich sie einfach so im Heim lassen kann - gegen ihren Willen, oder ob ich einen Pflegedienst beauftragen soll, der 2 - 3 mal täglich kommt und sie unterstützt. Nur frage ich mich natürlich, was ist, wenn wieder etwas passiert und gerade kein Pflegedienst vor Ort ist.
Wie ich es auch drehe und wende, ich kommen zu keinem Ergebnis. Auf der einen Seite will ich sie nicht "zwangsweise" im Heim lassen, auf der anderen Seite habe ich kein  gutes Gefühl, wenn sie allein in ihrer Wohnung ist. Dazu muss ich noch schreiben, dass ich ca. 100 km von ihr entfernt wohne, so dass ich auch nicht immer schnell vor Ort sein kann. Außerdem habe ich einen Job und Familie mit 2 Kindern.

Es tat gut, das einmal aufzuschreiben. Ich danke Euch fürs Lesen, ist ja doch ein bisschen lang geworden, obwohl ich nur die wichtigsten Sachen aufgeschrieben habe.

LG, Sandy
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soda1964
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BeitragThema: Re: Pflegeheim oder doch lieber zu Hause pflegen lassen
Mi 16 Nov 2016, 21:59    © soda1964
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Liebe Sandy

leider ist es oft so, dass erst durch eine "Notsituation" die wirkliche Tragweite einer Demenzerkrankung zum Vorschein kommt. Im gewohnten Umfeld sind viele Abläufe vertraut und laufen "automatisch ab", so dass viel weniger auffällt, was alles nicht mehr klappt.

So wie du die Situation deiner Mutter beschreibst, scheint sie doch schon länger nicht mehr so gut zurecht gekommen zu sein.

Wie gut kann ich deine Sorge und deine Gedanken verstehen. Hier ein Gedankenanstoss von meiner Seite.
Denkst du denn, dass deine Mutter - mit Unterstützung des Pflegedienstes - zurecht noch käme? Nach der Zeit im Krankenhaus und in der Kurzzeitpflege würde sie sicher ein paar Tage brauchen, bis sie sich wieder wohl fühlen würde in ihrem zu Hause. Gäbe es vielleicht die Möglichkeit, dass du, oder jemand anderes, die erste Zeit bei deiner Mutter wohnen und übernachten könnte, bis sie sich wieder etwas eingelebt hätte? Dann könntet ihr alle noch mal probieren, ob es zu Hause gehen würde und könntet ihrem Wunsch entsprechen.
Stellt sich nach ein paar Tagen raus, dass es nicht mehr machbar ist und sie nicht mehr zurecht kommt, so hättet ihrs wenigstens versucht und du müsstest dir keine "Vorwürfe" machen.

Liebe Grüsse






Therese

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BeitragThema: Re: Pflegeheim oder doch lieber zu Hause pflegen lassen
Do 17 Nov 2016, 09:41    © gisela
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liebe sandy
entscheidungen für andere menschen treffen ist nicht einfach, denn
wer kann schon wissen, was für einen anderen das beste ist. nur ist es leider
manchmal unumgänglich eben dies zu tun.
hast du für deine mama eine vorsorgevollmacht oder betreuung?
die plötzliche demenz deiner mama könnte natürlich durch ein 
flüßigkeitsdelir ausgelöst worden sein, welches sich zurückbilden könnte
bei kontinuierlicher ausreichender flüßigkeitszufuhr.
du könntest nach der kurzzeitpflege noch die verhinderungspflege für deine
mama in anspruch nehmen, um den derzeitigen heimaufenthalt zu verlängern, bis
ihr euch im klaren seid, was weiter geschehen soll.
ich würde nichts übers knie brechen, sondern alle probleme und lösungen
ausgiebig besprechen, dabei kann dir der sozialdienst im heim helfend zur seite stehen.
manchmal klappt es recht gut, wenn demenzkranke in ihrer wohnung leben, mit pflegedienst
und helfenden händen in der nachbarschaft.
doppelschliessbare schlösser wären eine möglichkeit, dass die nachbarn in die wohnung könnten, 
auch wenn von innen ein schlüssel steckt.
habt ihr gegen das medizinische gutachten einen widerspruch eingelegt?
meist kommt bei der zweiten begutachtung dann eine höhere pflegestufe heraus.
kein schönes gefühl, wenn man plötzlich mit allem überrollt wird,
und ich drück dir die daumen, dass ihr eine gute lösung findet
lieben gruß
gisela






    lieben gruß

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Der beste Weg, einen Freund zu haben, ist der, selbst einer zu sein.


Ralph Waldo Emerson, US-amerik. Philosoph, 1803 – 1882
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BeitragThema: Re: Pflegeheim oder doch lieber zu Hause pflegen lassen
Do 17 Nov 2016, 14:35    © Kessi
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Liebe Sandy,
was für ein Schock für Dich! So plötzlich vor diese Situation gestellt zu werden, ist besonders schlimm, finde ich. Es ist schwer, ohne Euch und Euer Verhältnis zueinander zu kennen und ob Du eine Vorsorgevollmacht für Deine Mutter hast, hier "den" richtigen Rat zu geben. Wenn Du Familie mit 2 Kindern hast und 100 km weit weg wohnst, ist die Variante, für einige Tage mit bei Deiner Mutter versuchsweise einzuziehen sicher schwer umzusetzen. Wenn aber Deine Mutter in die eigene Wohnung zurück gehen sollte - gäbe es denn vor Ort ein Netz, dass sie in akuten Situationen (erneuter Sturz, Ausschließen aus der Wohnung, Verlaufen beim Einkauf u.s.w.) auffangen könnte? Bei Pfegestufe 0 wird es mit 2-3x täglich Besuch pro Tag schon recht eng. Ist die finanzielle Situation Deiner Mutter so, dass Ihr eventuell das, was die Pflegekasse nicht bezahlt, privat dazubezahlen könntet? Wieviel Hilfe braucht sie denn bei der täglichen Pflege? Mein Vater z. B. kann noch alleine duschen, vergisst es aber. Der Pflegedienst hilft ihm nun 2 x wöchentlich beim Duschen und legt für den Folgetag frische Wäsche raus (jeweils Zeitbedarf etwa 30 min) - damit ist das Geld für die Pflegestufe 0 schon aufgebraucht. Man kann aber z. B. noch Pflegeleistungen von der Krankenkasse (nicht Pflegekasse) dazu bekommen, wenn der Hausarzt das verschreibt (z. B. Medikamentengabe oder an- und ausziehen von Kompressionsstrümpfen). Vielleicht ist da noch etwas mehr für Deine Mama rauszuholen. Auch ein Hausnotruf könnte hilfreich sein (und wird teilweise zusätzlich von der Pflegekasse übernommen).
Hast Du bei Deinen Überlegungen, falls Deine Mutter in eine Pflegeeinrichtung ziehen soll/ muss, auch mal daran gedacht, sie bei Dir in der Nähe unterzubringen? Das könnte es ihr etwas leichter machen - die Aussicht auf häufigere Besuche durch Dich und die Enkelkinder. Für Dich vielleicht auch mit weniger Aufwand verbunden, wenn Du über kurz oder lang für sie Entscheidungen treffen musst und nicht erst 100 km weit fahren müsstest.
Ich wünsche Dir, egal wie es weiter geht, viel Kraft und dass Dein Herz und Dein Verstand zusammen mit Dir und Deiner Mutter den richtigen Weg finden.
Liebe Grüße
Kessi






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SandyV
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BeitragThema: Pflegeheim oder doch lieber zu Hause pflegen lassen
Do 17 Nov 2016, 15:57    © SandyV
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Hallo Ihr Lieben,

erst einmal vielen Dank für Eure Antworten. Es tut gut, sich mit Menschen auszutauschen, die in ähnlicher Situation sind.

Wenn meine Mutter zurück in die Wohnung ginge, könnte ich nicht einige Tage bei ihr bleiben, weil ich keinen Urlaub mehr habe und auch meine Familie nicht unbedingt sich selbst überlassen möchte.

Gegen das Gutachten habe ich keinen Widerspruch eingelegt, da mir die Pflegedienstleitung sagte, dass es nicht unbedingt etwas bringt, da sie ja noch relativ selbstständig ist.

Allerdings hat eine Untersuchung durch den Neurologen gestern auch die Diagnose bestätigt. Der Arzt meinte auch, dass es besser sei, wenn meine Mutter dort bliebe, da sie eben alles durcheinander bringt, vieles vergisst und sturzgefährdet ist.

Jetzt wurde mir auch zugesichert, dass sie definitiv da bleiben kann.

Ich muss also jetzt bis Ende der Woche eine Entscheidung treffen, was mir sehr schwer fällt. Allerdings tendiere ich dazu, sie im Heim zu lassen. Da ist sie unter Aufsicht und wird gut versorgt. Zu Hause käme 2 - 3 mal am Tag ein Pflegedienst und was ist mit der restlichen Zeit? Was, wenn sie loszieht, um etwas einzukaufen und dann orientierungslos durch die Gegend irrt. Sie hat in letzter Zeit sehr viel Geld für Kleidung ausgegeben, die sie nicht anzieht. Die Klamotten lagen teilweise noch mit den Preisschildern dran auf dem Fußboden!!!!
Ich war entsetzt, wie viel Geld sie in Klamotten investiert hat. Sie scheint auch hier jeglichen Bezug zur Realität verloren zu haben. Noch habe ich keine Betreuungsvollmacht, so dass sie ja auch selbst über ihr Geld verfügen kann.

Ach, mir gehen so viele Dinge durch den Kopf, dass ich gar nicht mehr weiß, wie ich sortieren soll.

Aber es tut gut, sich hier alles von der Seele schreiben zu können. Danke für Eure Antworten und Hinweise bisher. Ich bin natürlich weiter für jeden Tipp oder Ratschlag sehr dankbar.

Liebe Grüße, Sandy
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