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 Merkwürdiges Verhalten meiner Mutter … Demenz?

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Jill
Gast



BeitragThema: Merkwürdiges Verhalten meiner Mutter … Demenz?
Mo 28 Nov 2016, 13:30    © Jill
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Hallo zusammen
 
Meine Mutter (75) legt manchmal ein merkwürdiges Verhalten an den Tag. Aufgefallen ist es mir zum ersten Mal letztes Jahr, ich muss etwas weiter ausholen.
 
Sie hat eine eigene Wohnung, lebt aber mit ihrem Freund zusammen. Die Balkone im Haus wurden neu gestrichen und sie hat dem Hausmeister den Schlüssel gegeben, damit sie nicht die ganze Zeit über da sein musste. Dauerte fast eine Woche.
Nachdem die Malerarbeiten beendet waren, sagte sie zu mir, dass eine Jacke fehlte, die im Flur hing, und verdächtigte die Maler, sie geklaut zu haben.
Die Jacke fand sich später im Auto wieder, sie hatte sie selbst mitgenommen.
 
Da habe ich mir noch nichts dabei gedacht.
 
Ein paar Wochen später rief sie mich an und sagte, jemand hätte die Bilder in der Wohnung umgehängt. Ich bin hingefahren und fand alles unverändert vor. Sie verdächtigte den Hausmeister, dass er sich einen Schlüssel nachgemacht hätte und hat das Schloss tauschen lassen.
 
Das kam mir bereits merkwürdig vor, aber die nächsten Monate kam es zu keinen weiteren Zwischenfällen.
 
Anfang des Jahres behauptete sie, jemand hätte die Matratze in ihrer Wohnung ausgewechselt, da wäre eine andere drin, was sich natürlich nicht bewahrheitete.
Ab und zu verwechselte sie mal einen Termin, aber sonst war alles wie immer.
 
Was mir aufgefallen ist, dass sich ihr Schriftbild verändert, es sieht sehr zittrig aus und die letzte Geburtstagskarte im September hat ihr Lebensgefährte geschrieben. Da sie Atritis in den Händen hat, fand ich das nicht so beunruhigend, aber inzwischen habe ich gelesen, dass es ein Anzeichen für Demenz sein kann.
 
Letzte Woche hat sie beschlossen, eine neue Matratze zu kaufen, ihre wäre so dünn, sie versteht gar nicht, was damit passiert ist. In ihrer Wohnung, in der sie nicht lebt – sie sieht dort einmal in der Woche nach dem Rechten.
Heute ruft sie mich an und fragt mich, was ich mit ihrem Bett gemacht habe, die Matratze wäre wieder in Ordnung und nicht mehr so dünn.
Ja nichts habe ich gemacht.
Sie sagte, ich hätte die Matratze aus der Wohnung geholt und dann wieder gebracht, um sie zu ärgern. Stimmt natürlich nicht, habe ich ihr gesagt, dann hat sie meinen Mann verdächtigt.
Ich konnte sie schlussendlich davon überzeugen, dass wir es nicht waren. Sie kann sich das gar nicht erklären und ihr Freund hat auch gesagt, dass die Matratze so komisch war vorher.
Ich habe mir dann ihren Lebensgefährten geben lassen und er sagte, er war überhaupt nicht mit in der Wohnung. Er wartet meistens im Auto, wenn sie schnell hochflitzt.
 
Zum Arzt will sie nicht, sie wäre schließlich gesund, sagt sie.
 
Ich finde  dass alles sehr beunruhigend und möchte, dass sie zum Arzt geht. Hat jemand einen Tipp für mich, wie ich sie davon überzeugen kann?
 
Termine und Geburtstage kann sie sich gut merken, auch in Gesprächen wirkt sie normal und erinnert sich auch daran, sie geführt zu haben.
Nur dieses seltsame Verhalten manchmal, das macht mir Sorgen.
Kann es eine beginnende Demenz sein?
 
Vielen Dank fürs Zuhören.
 
Jill
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BeitragThema: Re: Merkwürdiges Verhalten meiner Mutter … Demenz?
Di 29 Nov 2016, 15:35    © Admin
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Hallo Jill

Jill schrieb:
Sie verdächtigte den Hausmeister, dass er sich einen Schlüssel nachgemacht hätte und hat das Schloss tauschen lassen.
Dem Hausmeister kann dies egal sein, aber für Dich und ihren Lebenspartner kann es Wichtig sein um klar und eindeutig zu wissen, wieweit sich deine Mutter wirklich nur etwas zusammen reimt.

Jill schrieb:
Was mir aufgefallen ist, dass sich ihr Schriftbild verändert, es sieht sehr zittrig aus und die letzte Geburtstagskarte im September hat ihr Lebensgefährte geschrieben
Dafür kann es viele Gründe geben. Nicht zuletzt auch Altersbedingte. Und erst recht bei fortschreitender Artritis, die du selber schon im Verdacht hattest.

Kurz gesagt liebe Jill. Wenn ich deine Zeilen lese, so gibt es etliches was auf eine Demenz hindeuten könnte. Muss es aber nicht. Auch z.B Depressionen, Flüssigkeitsmangel, oder Medikamentenkonflikte können ebenfalls solche Symptome hervorrufen.

Jill schrieb:
Ich finde  dass alles sehr beunruhigend und möchte, dass sie zum Arzt geht. Hat jemand einen Tipp für mich, wie ich sie davon überzeugen kann?
Ich kann deine Beunruhigung sehr gut nachvollziehen. Aber leider gibt es auch kein Patentrezept um eine erwachsene Person, die sich weigert, zu einem Arztbesuch zu bewegen. Etlichen hier im Forum blieb leider auch schon nur noch die Option übrig, auf eine Eskalation zu warten. Z.B ein plötzlicher Krankenhausaufenthalt, oder sonstige gesundheitliche Probleme, die auch vom Betroffenen als solche wahr genommen werden.

Was du aber versuchen könntest ist:

Sage deiner Mutter das du, als ihre Tochter dir um sie Sorgen machst und dir von Herzen wünschst, das es ihr nach ihrem Sinne bis zum Lebensende so gut wie möglich gehen darf....
Wie steht ihr Lebenspartner zu deinen beschriebenen Begebenheiten? Ich finde es sehr wichtig, dass ihr Gemeinsam immer wieder einen möglichst aktuell begehbaren Weg zur Hilfe für deine Mutter findet und euch gegenseitig dabei Bestärken und Unterstützen könnt  rose






Liebe Grüsse
 

"Trauer ist ein Teil des Lebens, aber sie darf nicht das ganze Leben werden."
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Jill
Gast



BeitragThema: Re: Merkwürdiges Verhalten meiner Mutter … Demenz?
Mi 30 Nov 2016, 10:58    © Jill
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Vielen lieben Dank für die ausführliche Antwort.  rose

Meine Mutter war gestern zu Besuch und ich habe etwas erfahren, dass ich noch nicht wusste.

Meine Mutter nimmt sein fast 40 Jahren das Nervenmedikament Liprium Taps und sie hat, wie ich gestern erfuhr, die Dosis erhöht, ohne den Arzt zu fragen.

Ich wusste, dass sie im Sommer 2015 die Dosis auf 1,5 Tabletten erhöht hat. In dem Zeitraum hat sie zum ersten Mal so eine merkwürdige Geschichte erzählt. Habe das aber nicht in Zusammenhang gebracht. 
Erst als sie gestern ganz nebenbei erzählte, dass sie inzwischen 2 Stück pro Tag nimmt, hat es bei mir geklingelt.

Der Beipackzettel zählt als Nebenwirkung Wahnvorstellungen und Verwirrtheit auf, grad bei Langzeitmedikation.

Ich versuche sie jetzt davon zu überzeugen, dass sie zum Arzt geht und die Medikation mit ihm bespricht. Vielleicht kann ich sie ja dorthin begleiten.

Liebe Grüße
Jill
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