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 Aufnahme-Denk- und Merkfähigkeitsstörung

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Landei
Gast



BeitragThema: Aufnahme-Denk- und Merkfähigkeitsstörung
Fr 26 Mai 2017, 20:33    © Landei
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Die Geschichte meiner Mama 75 Jahre alt. Sie beginnt aller Vermutung vor rund 2 Jahren. Meine Mutter sehr aktiv, eine Frau die sich Jahrzehnte engagiert hat, die mehr für andere da war, als für sich selbst. Kleiner Ort auf dem platten Lande. Jeder kennt jeden, jeder spricht auch über jeden. Was genau Auslöser für diese Gespräche waren, lässt sich für uns als Betroffene nicht mehr nachvollziehen. Wir können es nur erahnen. Im Rahmen ihrer ehrenamtlichen Arbeit muss sich ein Fehlerteufel eingeschlichen haben und im Anschluss kamen wohl die ersten Andeutungen hinter vorgehaltener Hand. Kurzum, vor einem Jahr wurden wir direkt angesprochen, dass man sich erzählen würde, meine Mutter wäre demenzkrank. Ihre Ämter hat sie nach einem vermeindlichen Disput niedergelegt. Uns selbst ist nach einem Kreislaufkollaps vor 2 Jahren aufgefallen, dass sie sich verändert hat. Sie lebt zurückgezogener, ist antriebsärmer, hat jedoch keine Einschränkung in ihrer Alltagskompetenz. Meine Eltern leben allein, führen ihren Haushalt, pflegen ihren Garten, fahren gemeinsam in den Urlaub, schränken jedoch ihre sozialen Kontakte ein. Auf Nachfragen und ihrem Auftreten entnehmen wir aber, dass sie damit glücklich sind. Ich als Tochter nehme eine Antriebsarmut wahr. Ist sie im Urlaub, ist sie mit uns unterwegs, fallen uns bis auf vermehrte Nachfragen keine Einschränkungen auf. Ihr Kurzzeitgedächtnis hat aber sehrwohl gelitten. Nachdem wir mit den Gerüchten konfrontiert wurden, hat sich mir zunächst der Boden unter den Füßen aufgetan und ich habe lange überlegt, ob es wahr sein könnte, ob ich erste Anzeichen einfach übersehen habe. Anschließend habe ich jedoch das Internet auf den Kopf gestellt und festgestellt, dass meine Wahrnehmung nicht getrübt ist. Die Gerüchte und das Gerede haben mir mehr zu schaffen gemacht, als die Einschränkungen meiner Mutter (die sich übrigens nicht verschlechtert) sondern sich weiterhin nur im mangelnden Kurzeitdedächtnis zeigen und in Kleinigkeiten in der Denkfähigkeit. Beispiel: Wir laufen durch den Wald. Für Kinder haben sie mehrere Tiere aus Holz aufgestellt. Die Tiere sollen vom Weg aus gesucht werden. Der Holzwolf, für uns völlig klar, dass er aus Holz ist und sie sagt: Da ist er. Bewegen tut er sich nicht. "Oma, der ist doch aus Holz" " Achso ja, bin ich doof. Kurzzeitgedächtnis ist ganz schlecht. Irgendeine Leitung ist zu und lässt die Informationen nicht durch in die Ablage. Nachdem wir im letzten Jahr hinsichtlich der Gerüchteküche viele Gespräche mit meinem Vater geführt haben, hat er uns mitgeteilt, dass er das schon lange wüsste, dass die Leute reden würden und dass das mit ein Grund sei, warum sie sich zurückzieht. Daraufhin waren sie beim Hausarzt. Der hat festgestellt, dass es sich um einen altersentsprechenden Abbau handelt und nichts darauf hinweisen würde, dass es eine beginnende Demenz sei. Sofern lediglich nur das Gedächtnis gestört ist und ansonsten keine Einschränkungen nebenher vorhanden sind, spricht man nicht von einer Demenz. Medikamente braucht sie keine. Die Gerüchte sind abgeebt. Hin und wieder fragt wieder jemand. Dann werde ich leicht hektisch und auch ärgerlich, weil ich sie schützen möchte und ich mich irgendwie in der Position sehe, mich zu rechtfertigen. Niemand von den Menschen, die diese Gerüchte in die Welt gesetzt haben, rufen mal an, erkundigen sich wie es ihr geht, begegnen ihr mit Wertschätzung, fragen sich immer nur, warum man sie nicht sehen würde. Nur weil ein Mensch sich nicht mehr ganz so verhält, wie noch vor fünf Jahren. Eigene Familienmitglieder haben Erwartungen, die sie mit 75 nicht mehr erfüllen kann. Ich glaube wir vergessen, dass unsere Eltern einfach älter werden. Ich bin tageweise erschüttert und es wühlt mich auf. Fremde Menschen verschlimmern die Situation. Wenn sie einfach still wären und ganz offen auf sie zugehen würden, wäre alles in Ordnung. Und da sie stets eher introvertiert war, ist der Rückzug durch ihre Einschränkung ( die ihr ja durchaus bewusst ist) völlig normal. Ich als Tochter würde sie gern aus diesem Hamsterrad befreien. Und außerdem lässt mich der Gedanke nicht los, dass der Hausarzt auch noch einmal genauer hätte gucken können und es vielleicht eine kleine Stellschraube geben könnte, um die Situation zu verbessern. Er hat lediglich den Test gemacht und das Blutbild. Meine Mutter hat hohen Blutdruck. Vor vier Jahren ist gefallen. ihr wurde morgens schwarz vor Augen. Beim Hinsetzen auf den Boden, hat sie sich einen Wirbelbruch zugezogen. Damals hat man CT und auch EEG gemacht. Durch überhöte Blutdrucksenker hatte sie vor zwei Jahren einen Kreislaufkollaps.  Damals hat man jedoch nur die Dosis neu eingestellt. Seitdem ist sie in regemäßiger Behandlung. Mehr wurde jedoch nicht gemacht.  Habt ihr noch irgendeinen Tipp für mich. Ich bin für alles dankbar. Sie nimmt Gingko und B12. Daneben hat sie Schüssler genommen. Das hat allerdings keine Verbesserung gebracht. Ich habe nun von diesem Tee gelesen und meine Eltern sind begeisterte Teetrinker? Wäre das eine Möglichkeit? Ich hoffe, es ist nicht allzu verwirrend scratch Ich habe es jetzt einfach frei runtergeschrieben.  LG, vom Landei
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soda1964
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BeitragThema: Re: Aufnahme-Denk- und Merkfähigkeitsstörung
Fr 26 Mai 2017, 22:53    © soda1964
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Hallo Landei

wie gut, hast du dich hingesetzt und dir einfach mal alles "von der Seele geschrieben". Es hilft, die Gedanken zu ordnen.
Traurig, was für Erfahrungen ihr mit der "Gerüchteküche" machen musstet. Unsere Gesellschaft hat oft wenig Toleranz, egal in welche Richtungen...

Wie gut kann ich verstehen, dass du deine Mutter schützen und ihr helfen möchtest. Es tut weh mitzuerleben, wie vertraute Menschen älter werden, langsamer werden und gewisse Dinge nicht mehr gleich gut funktionieren. Und so, wie du schreibst, realisiert auch deine Mutter, dass sie gewisse Einschränkungen hat.

Vielleicht würde euch allen helfen, wenn deine Mutter mal von einem Neurologen angeschaut würde? Es gibt auch Memory-Kliniken wo Abklärungen gemacht werden.

Vielleicht magst du dich im Forum anmelden? Im internen Bereich gibt es noch mehr Informationen und Erfahrungsberichte.

Alles Gute und liebe Grüsse






Therese

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gisela
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BeitragThema: Re: Aufnahme-Denk- und Merkfähigkeitsstörung
So 28 Mai 2017, 10:43    © gisela
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liebes landei
ich sehe es wie therese.
ich würde mit der Mama einfach mal einen Neurologen aufsuchen.
Hausärzte sind nicht unbedingt die richtigen Ansprechpartner bei beginnenden
demenzerkrankungen.
es gibt ausser der Demenz noch einige Erkrankungen, die demenzsymptome
hervorrufen können.das kann aber wirklich nur ein Neurologe abklären.


lieben gruß
gisela






    lieben gruß

                           gisela                        

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Landei
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BeitragThema: Re: Aufnahme-Denk- und Merkfähigkeitsstörung
So 28 Mai 2017, 13:01    © Landei
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Vielen Dank für eure Antworten. Leider werde ich meine Eltern nicht dazu bewegen können, einen Neurologen aufzusuchen. Zumindest nicht zu diesem Zeitpunkt. Das kann ich erst in Erwägung ziehen, sollte sich wirklich eine signifikante Verschlimmerung einstellen. Und bisher scheint das nicht der Fall zu sein. Wir leben sehr eng miteinander. Telefonieren mehrmals die Woche und sehen uns regelmäßig. Wir beobachten sie natürlich genauer, gucken wie sie sich gibt. Aber bis auf das Kurzzeitgedächtnis können wir keine Einschränkungen feststellen. Darum gehen wir ja selbst von einer gutartigen Altersvergesslichkeit bzw. einer leichten kognitiven Störung aus, die jedoch irgendein Auslöser gehabt haben muss. Vielleicht ein kleiner Schlag? Von Hilfebedürftigkeit ist sie weit entfernt. Wenn ich jetzt auf einen Facharzttermin drängen würde, dann würde sie sich eher zurückziehen. Und ich vertraue jetzt auf die regelmäßigen Kontrollen beim Hausarzt, der nebenbei zumindest auch psychologische Krankheitsbilder mit abdeckt und hoffe, sobald ihm etwas auffallen sollte, dass er überweist. Außerdem ist mit meinem Vater vereinbart, dass wir absolut offen miteinander umgehen. Er ist den ganzen Tag mit ihr zusammen. Sollte ihm auffallen, dass irgendetwas dauerhaft vom Alltag abweicht, sprechen wir miteinader. Weiterer Kanal ist unser Sohn, der regelmäßig zweimal die Woche nach der Schule bei seinen Großeltern seinen Nachmittag verbringt. Möchte da keinen Druck ausüben und sie einfach so annehmen wie es jetzt ist. Und ich habe mir fest vorgenommen, sollte mich noch einmal jemand auf meine Mutter ansprechen. Wie es ihr geht oder warum man sie hier im Ort so wenig sieht. Dann werde ich in die Offensive gehen und sagen, dass es schöner wäre mit ihr zu reden, anstatt über sie zu reden. Und das uns sehrwohl bewusst ist, dass sie in aller Munde war und dass der Hauptgrund für ihren Rückzug ist. Fertig. Mich belastet dieser Zustand zunehmends. Meine Eltern nach eigenen Angaben nicht mehr (wobei ich das auch nicht glaube). Darum verbringen sie auch alle sechs bis acht Wochen ihre Zeit an ihrem Urlaubsort. Da haben sie Bekannte. Dort ist sie viel freier, hat ihre Sicherheit und fühlt sich wohl. Hat ihre stetigen Bekannten dort, die immer mal wieder zum selben Zeitpunkt dort sind. Aber sie fühlt sich nicht beobachtet. Ich kann es verstehen schreiweinend  Traurig. Aber ich denke, das ist eher mein persönliches Problem. Mir wird es erst besser gehen, wenn ich in der Öffentlichkeit mal ein Zeichen gesetzt habe lol! Schön, dass ich das Forum gefunden habe. Ich werde mich anmelden! Danke! LG
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gisela
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BeitragThema: Re: Aufnahme-Denk- und Merkfähigkeitsstörung
Mo 29 Mai 2017, 11:30    © gisela
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liebes landei

deine gedankengänge gefallen mir gut, und deine Eltern
können sehr froh sein dich zu haben.
fein, dass du dich entschlossen hast dich anzumelden.
also bis bald
winke-winke

lieben gruß
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Aufnahme-Denk- und Merkfähigkeitsstörung

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