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 Vortrag "Herausforderung Demenz" in Bern 31.01.2018

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BeitragThema: Vortrag "Herausforderung Demenz" in Bern 31.01.2018
Fr 26 Jan 2018, 17:20    © Help
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Hallo zusammen

Nächste Woche findet in Bern ein Vortrag zum Thema Demenz statt. Vielleicht hat jemand Zeit und Interesse. Ich stell hier mal den Link rein.

http://www.alz.ch/be/index.php/eventreader-veranstaltungen-d/events/vortrag_in_bern.html

Mit lieben Grüssen
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BeitragThema: Erfahrungen als Pflegehelferin in einem Demenzzentrum
Sa 27 Jan 2018, 03:27    © Aggi
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Lieber Help,

durch Deinen Beitrag hab ich mir mal den Link angesehen. Und den Namen der Referentin gegooglet:

Referentin: Natalie Hamela, Fachspezialistin Demenz

Natalie Hamela ist Deutsch-Französin, lebt in Bern und arbeitet in der Beratung von Angehörigen von Menschen mit Demenz. Sie hält regelmäßig Vorträge, gibt Schulungen und konzipiert aktuell für eine Studie der Berner Fachhochschule eine neue Schulung für Pflegende.

Zwar kann ich nicht von Deutschland in die Schweiz kommen, wollte aber reinstellen, was ich gefunden hab
und mich bei Dir bedanken, denn was ich fand, war schön:

https://www.wegweiser-demenz.de/weblog-und-forum/weblog/hamela-natalie/mitten-ins-herz.html

DAS WEBLOG

Mitten ins Herz

Natalie Hamela am 18.09.2014, 18:04

Die Demenzerkrankung verändert insbesondere das Verhalten eines Menschen häufig sehr stark. Oft erkennt man den geliebten Menschen nicht wieder. Die Angehörigen sind mit der Situation überfordert und verletzen den Demenzerkrankten, ohne es zu wollen.


Mitten ins Herz

Erfahrungen als Pflegehelferin in einem Demenzzentrum in der Schweiz


Mitten ins Herz

Einmal in der Woche schaut die Tochter von Frau G., die im Wohnbereich des Schweizer Demenzzentrums lebt, bei ihrer Mutter vorbei. Dort mache ich meine Ausbildung zur Pflegehelferin.

Sie bringt etwas zum Naschen mit, schaut ob die Mutter noch all ihre Lieblings-Waschartikel hat und geht mit ihr ins Café im Erdgeschoss.
An einem Nachmittag blieben die beiden oben im Wohnbereich und tranken dort ihren Kaffee. Dabei musste ich mit anhören und erleben wie hilflos die Tochter der Situation ausgeliefert war zu begreifen, dass die eigene Mutter sie nicht mehr erkennt. Gleichzeitig erlebte ich mit, wie weh der Mutter die Begegnung tat.

Tochter: „Mutter, weißt du denn nicht mehr, wer ich bin? Du musst doch noch wissen, wer ich bin. Ich besuche dich doch jede Woche.“ (mehrfach wiederholt)
Frau G. (irritierter Blick, fragende Mimik) „Wissen Sie, dass kann ich euch jetzt so nicht sagen.“
Tochter: „Und Mutter, weißt du noch, wie alt du bist? Du bist 1922 geboren, und jetzt ist das Jahr 2014. Was meinst, wie alt du bist?“
Frau G. (irritierter, müder Blick): „Nein, ich bin müde im Kopf, das weiß ich jetzt nicht.“

Dann lässt die Tochter mehrere Fotos von sich und der Mutter machen, die sich sichtlich unwohl dabei fühlt. Tochter und die fotografierende Pflegerin schauen sich die Fotos auf der Digitalkamera an und lachen. Frau G. fragt „Was gibt‘s denn zu lachen?“, bekommt aber keine Antwort. Stattdessen lachen die beiden weiter und reden über die Mimik von Frau G. auf den Fotos, so als wäre sie nicht anwesend. Sie lachen ÜBER sie, statt MIT ihr.

Nach dem Besuch der Tochter sitzt Frau G. alleine am großen Tisch im Aufenthaltsraum und weint laut. Ich gehe zu ihr, nehme sie in den Arm und sage „ihr seid traurig, gell“. Sie sagt „ja“ und weint weiter. Dann sitze ich mit ihr solange da, bis es ihr besser geht.
Ich habe sie als Mensch mit ihren Gefühlen ernst genommen. Selbst wenn bei Demenz das Erinnerungsvermögen mehr und mehr abbaut, das Herz eines Menschen mit Demenz wird nicht dement! D. h. ein an Demenz erkranter Menschen hat Gefühle wie jeder andere Mensch auch.

Ich wünsche mir, dass wir – wenn wir einen demenzerkrankten Angehörigen haben - lernen, loszulassen von dem Bild des Menschen, der er vor der Erkrankung war und zu akzeptieren, dass dessen Erinnerungsvermögen von der Gegenwart an rückwärts abnimmt.
Vielleicht erkennt eine demente Mutter die ihr gegenübersitzende 65jährige Frau nicht als ihre Tochter. Sie spürt jedoch eine Verbindung zu ihr. Würde man ihr ein Foto vorlegen, auf dem die Tochter im Alter von zum Beispiel 15 Jahren zu sehen ist, würde die alte Dame ihre Tochter darauf erkennen, weil sie sich nur noch an diese Zeit erinnern kann.

Fotos aus vergangenen Tagen können deshalb wahre Türöffner in die Gedankenwelt des Menschen mit Demenz sein. Und der Schmerz über die Tatsache, dass die 65jährige Tochter nicht mehr als Tochter erkannt wird ist dann vielleicht erträglicher.






Manches ist einfach zu wahr um schön zu sein.
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BeitragThema: Was wäre, wenn...
Sa 27 Jan 2018, 03:32    © Aggi
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https://www.wegweiser-demenz.de/weblog-und-forum/weblog/hamela-natalie/was-waere-wenn.html

Natalie Hamela, Fachspezialistin Demenz

Natalie Hamela ist Deutsch-Französin, lebt in Bern und arbeitet in der Beratung von Angehörigen von Menschen mit Demenz. Sie hält regelmäßig Vorträge, gibt Schulungen und konzipiert aktuell für eine Studie der Berner Fachhochschule eine neue Schulung für Pflegende.

DAS WEBLOG

Was wäre, wenn...

Natalie Hamela am 19.02.2015, 09:40

Was wäre, wenn… schreibt Natalie Hamela in ihrem Weblogbeitrag und versetzt sich ganz selbstverständlich in einen an Demenz erkrankten Menschen. Es muss für jeden ein schreckliches Gefühl sein, wenn man keine Wahl hat, weil man sich durch Sprache nicht mehr ausdrücken kann. Auch ohne Demenz hat wohl jeder schon einmal die Erfahrung gemacht, dass über den Kopf hinweg entschieden wurde.


Was wäre, wenn....

Was wäre, wenn
ich auf andere Menschen angewiesen wäre und ich ihnen meine Bedürfnisse nicht mitteilen könnte?

Was wäre, wenn mich jeden Tag eine andere Person ankleiden würde, die nicht bemerken würde, dass ich Arthrose im linken Fuß und deshalb starke Schmerzen beim Anziehen des Strumpfes und des Schuhes habe?

Was wäre, wenn ich mich unwohl fühlen und schämen würde, weil ich meinen Urin nicht halten konnte, dies aber nicht mitteilen kann?

Was wäre, wenn ich einige Stunden in meiner Hose voller Urin und Stuhl herumlaufen müsste, ohne das es jemand merkte und man mich noch dazu drängen würde, mich hinzusetzen und zu essen?

Was wäre, wenn ich den Drang dazu hätte, den ganzen Tag herumzulaufen, man jedoch das Gefühl hat, ich könnte stürzen, und mich deshalb an einen Rollstuhl festbindet?

Was wäre, wenn ich traurig wäre, weil ich mich allein gelassen, hilflos und nutzlos fühlte, und statt Trost zu erhalten eine höhere Dosis an  Antidepressiva bekäme?

Dann würde ich mich mit den mir verbliebenen Kommunikationsmitteln, nämlich über Emotionen, ausdrücken! Ich wäre wütend, ich würde Personen vielleicht wegstoßen, ich würde vielleicht das Essen wegwerfen, ich würde mich „daneben“ benehmen, weil ich mich nicht anders ausdrücken könnte....
Und so würde in der Pflege-Dokumentation der Institution, in der ich lebte, stehen: verhaltensauffällig, aggressiv, herausforderndes Verhalten. Die Medikamenten-Dosis würde erhöht, die Pflegekräfte hätten Mühe mit mir und vielleicht sogar Angst davor, mich anzukleiden, etc.... Die von mir ersehnte Nähe und Zuneigung bliebe gänzlich aus, und alles würde nur noch schlimmer....

In der Begleitung von Menschen mit Demenz sollten wir immer versuchen zu verstehen, warum sich Menschen mit Demenz manchmal so verhalten, wie sie sich verhalten. Ihre Emotionen haben immer einen Grund! Es ist ihre Art, sich auszudrücken und sehr häufig eine Reaktion auf etwas, was für sie nicht stimmt.
Mit einer empathischen und wertschätzenden Grundhaltung und dem achtsamen Sein im Hier und Jetzt, aber auch ganz simpel mit gesundem Menschenverstand können wir versuchen herauszufinden, wo das wirkliche Problem liegt und eine Entschärfung einer heiklen Situation bewirken.
Der Schlüssel dazu ist unsere Haltung und die Tatsache, den von uns betreuten Menschen wie einen vollwertigen Menschen mit einer ganzen Seele und Gefühlen zu behandeln.






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BeitragThema: Zuhause im öffentlichen Raum?
Sa 27 Jan 2018, 03:37    © Aggi
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https://www.wegweiser-demenz.de/weblog-und-forum/weblog/hamela-natalie/zuhause-im-oeffentlichen-raum.html

Natalie Hamela, Fachspezialistin Demenz

Natalie Hamela ist Deutsch-Französin, lebt in Bern und arbeitet in der Beratung von Angehörigen von Menschen mit Demenz. Sie hält regelmäßig Vorträge, gibt Schulungen und konzipiert aktuell für eine Studie der Berner Fachhochschule eine neue Schulung für Pflegende.

DAS WEBLOG

Zuhause im öffentlichen Raum?

Natalie Hamela am 08.09.2016, 14:49

Die meisten Familien bzw. Lebenspartner stellen ihr Leben komplett um, damit der an Demenz erkrankte Angehörige so lange wie möglich bei der eigenen Familie in der gewohnten Umgebung leben kann. Wenn die Pflege eine zu große Herausforderung wird und nicht mehr allein geleistet werden kann, muss über eine Alternative nachgedacht werden. Es gibt inzwischen zahlreiche Alternativen zur Pflege in der eigenen Wohnung. Natalie Hamela schreibt über ihre Erfahrungen und ihre Bedenken, wenn der Demenzerkrankte ein neues Zuhause bekommt.


ZUHAUSE IM ÖFFENTLICHEN RAUM?

Ist uns eigentlich bewusst, dass Menschen mit Demenz, die in einer Pflegeeinrichtung leben, dort zuhause sind? Zumindest sollte es sich so anfühlen. Doch oftmals bieten wir ihnen eher den Service eines Hotels, die Atmosphäre eines Krankenhauses und die Sicherheit eines Gefängnisses an. Sollten wir da nicht unsere Haltung überdenken?

Menschen mit einer fortgeschrittenen Demenz verbringen ihre letzten Lebensjahre oftmals in einer Pflegeeinrichtung. Dort haben sie vielleicht ein Einzelzimmer, teilweise ausgestattet mit einigen Erinnerungen aus ihrem Leben, ihrem ehemaligen Zuhause. Diese Zimmer werden am Tag mehrmals vom Personal der Pflegeeinrichtung betreten, manchmal ohne Anklopfen oder direkt nach kurzem Anklopfen.
Das ist also das Zuhause von den Bewohnern einer Demenzstation. Hier leben und hier wohnen sie. Und das ist gleichzeitig ein öffentlicher Raum, wo Menschen arbeiten und nach Belieben ein- und ausgehen.

Menschen mit Demenz (ich betone hier, dass es immer wieder individuell zu unterscheiden gilt) leben häufig räumlich und zeitlich desorientiert. Sie haben deshalb auch verstärkt das Bedürfnis nach Sicherheit und Geborgenheit. Und nicht selten ist zu hören „ich will nach Hause“. Sie fühlen sich aber alleine in ihrem Zimmer oftmals verloren, weit weg von dem Gefühl von Geborgenheit „in den eigenen vier Wänden“. Spätestens seit Arno Geigers’ Buch „Der König in seinem Exil“, in dem der Autor die letzte Lebensreise seines Vaters mit Alzheimer beschreibt, wissen wir, dass diese Aussage „ich will nach Hause“ nicht wirklich  bedeutet, ich will in die eigenen vier Wände zurück. Tatsächlich gemeint ist das Bedürfnis nach Sicherheit und Geborgenheit, was mit dem Zuhause verbunden ist.

Umso wichtiger ist es also, den Menschen mit Demenz in einer Pflegeeinrichtung Momente der Sicherheit und Geborgenheit zu vermitteln, immer wieder. Doch ist das möglich im öffentlichen Raum einer Pflegeeinrichtung?

Wie sieht dieser öffentliche Raum für die Bewohnenden einer Demenzstation manchmal aus, oder wie muss er sich wohl anfühlen? Wenn ich es stark zuspitze, dann bieten wir ihnen oftmals folgende Modelle: das Hotel, das Krankhaus oder das Gefängnis. Dabei sollte sich ein Mensch mit Demenz sicher nicht permanent wie in einem Hotel fühlen, wo er geradezu zur Passivität erzogen wird und er sich nicht gebraucht fühlen kann. Noch sollte sich sein Leben wie bei einem Daueraufenthalt in einem Krankenhaus anfühlen, mit dem Effekt des Hospitalismus, wonach Kranke sich noch kranker fühlen. Und zu allerletzt sollte es sich nach einem Gefängnis anfühlen, wo das Bedürfnis nach Selbstbestimmung und Freiheit in hohem Masse eingeschränkt wird. (Wir wissen mittlerweile, dass Bewohnende, die in eine für sie sinnvolle Tätigkeit eingebunden sind und sich gebraucht fühlen, gar nicht das Bedürfnis nach „Weglaufen“ haben.)

Die Wertehaltung und Atmosphäre einer Einrichtung haben demnach eine große Bedeutung für das Wohlbefinden der Bewohnenden. Wenn wir den Menschen mit Demenz im öffentlichen Raum einer Pflegeeinrichtung ein Zuhause bieten wollen, dann brauchen wir die Haltung, dass wir zu Gast im Zuhause des Bewohnenden sind.
Mit dieser bewussten Haltung lassen sich Tagesabläufe neu denken und neu gestalten.
Vergessen wir nicht, dass wir heute die Bedingungen von morgen und damit die Bedingungen unseres eigenen Alters mitgestalten.






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BeitragThema: Re: Vortrag "Herausforderung Demenz" in Bern 31.01.2018
Sa 27 Jan 2018, 09:42    © Help
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Liebe Aggi


Du bist sehr aufmerksam und fleissig. Danke Aggi für die wertvolle Ergänzung.

Lieber Gruss
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BeitragThema: Re: Vortrag "Herausforderung Demenz" in Bern 31.01.2018
Sa 27 Jan 2018, 10:05    © Aggi
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Embarassed

... öhm, hab ja nur auf Deine Vorlage reagiert ...

Aber Danke für die Blumen - tut gut!  nickend

LG,
Aggi






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Vortrag "Herausforderung Demenz" in Bern 31.01.2018

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