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 Einsichtsfähig?

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Toons
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BeitragThema: Einsichtsfähig?
Mi 12 Sep 2018, 22:31    © Toons
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Hallo zusammen!

Ich habe nur eine kurze Frage - sie lautet: sind Demente anfangs noch einsichtsfähig, zum Beispiel in ihre Hilfsbedürftigkeit?

Vielen Dank für Antworten,

Toons
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Amelu
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BeitragThema: Re: Einsichtsfähig?
Do 13 Sep 2018, 00:40    © Amelu
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Bei meiner Mutter haben die geistigen Fähigkeiten erst im Laufe der Zeit nachgelassen, anfangs unmerklich, aber dann nicht mehr zu übersehen. Ob das Orientierungssinn oder die Fähigkeit zur Einsicht oder ihr soziales Verhalten, erkennen von längst vertrauten Leuten - sehr parallel haben die Fähigkeiten nachgelassen. 

Die Einsicht verschwand zuerst zu abstrakteren Dingen, z.B. das Wissen, das ein Katasterdokument ihren Immobilenbesitz beurkundet, das konnte sie nicht mehr einsehen. Doch ihre dringende Bitte nach einem Rechtsanwalt zu dieser Angelegenheit hat sie einsichtig auf später verschoben, weil sie eingesehen hatte, daß man nacht um 22 Uhr keinen RA mehr anrufen kann. Und diese beiden Dinge am gleichen Abend und in direkter Folge aufeinander. 

Die letze Einsicht, die ihr verloren ging, war die Notwendigkeit zu essen und zu trinken...



Eva
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Toons
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BeitragThema: Re: Einsichtsfähig?
Do 13 Sep 2018, 02:02    © Toons
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Danke Dir für Deine Antwort!

Ja. manche Dinge sieht meine Mutter auch noch ein, leider aber nicht die Tatsache, dass sie an Demenz erkrankt ist und deswegen Unterstützung braucht. 

Es hat mich heute ein Stück Arbeit gekostet, ihre Einsicht zur Notwendigkeit des Freischneidens des Gartentores zu gewinnen. Das ging nur mit einem Trick. 

Toons
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Belle
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BeitragThema: Re: Einsichtsfähig?
Do 13 Sep 2018, 05:56    © Belle
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Lieber Toons, ich könnte mir auch gut vorsellen, das diese "Einsicht" wie du es nennst ein Teil ihres Grundcharakters ist. So wie sie als gesunder Mensch eben auch agierte. Meine Mam war auch früher schon ein sehr gutmütiger, sanfter und nennen  wir es "einsichtiger" Charakter. Und in der Krankheit, ist sie das geblieben. Diese grundlegenden Charakterzüge haben sich nicht wesentlich verändert. Sie nimmt meine Hilfe an. Immer. Aber sie fordert, bzw. verlangt keine Hilfe, ich muss soweit beobachten und erkennen was sie gerade braucht und denn dementsprechent darauf reagieren. So kommen wir eingespielt ganz gut über die Runden. Wie das bei einer ihr fremden Person wäre, kann ich allerdings nicht sagen....
Alles Liebe, Belle
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BeitragThema: Re: Einsichtsfähig?
Do 13 Sep 2018, 08:11    © Admin
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Lieber Toons

Ich glaube das hängt sehr stark (im Groben gesagt) von der Typologie einer Person ab. So könnte ich mir vorstellen, das z.B eine Person, die in ihrem Leben immer sehr selbstbestimmend oder kontrollierend war, sich selbst bei einer Demenz nur schwer zur Einsicht ändern lässt. Wärend Personen, die in ihrem Leben, zum Wohle für Andere bereit waren sich selber aufzugeben, nun auch bei einer Demenz eher auf Andere hören werden.

In vieler Hinsicht hat dies, aus meiner persönlichen Sicht, auch mit (falschem?) Stolz und dessen Folgen zu tun. Wo also Folgedessen selbstbestimmte Personen, trotz Demenz, sich schwer tun werden Hilfe anzunehmen, wärend Solche, wo sich gewohnt sind, "nur" für Andere und dessen Wohl zu leben, auch hier froh sein werden, wenn nun Andere (bequem?) die persönlichen, lebenswichtigen Entscheidungen für sie treffen werden.

Kurz gesagt: Es gibt aus meiner Sicht keine pauschale Antwort zur Einsichtsfähigkeit. Diese glaube ich, ist zumindest im Anfangsstadium bei Allen unserer Lieben noch da. Aber dennoch wird der Umgang damit, je nach Typologie und früherer Lebensphilosophie/Lebensführung sehr individuell bleiben.






Liebe Grüsse
 

"Trauer ist ein Teil des Lebens, aber sie darf nicht das ganze Leben werden."
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BeitragThema: Re: Einsichtsfähig?
Mi 10 Okt 2018, 07:05    © Quintilia
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Admin schrieb:
Ich glaube das hängt sehr stark (im Groben gesagt) von der Typologie einer Person ab. So könnte ich mir vorstellen, das z.B eine Person, die in ihrem Leben immer sehr selbstbestimmend oder kontrollierend war, sich selbst bei einer Demenz nur schwer zur Einsicht ändern lässt....

Genau so kann ich das für unsere persönliche Geschichte auch bestätigen!

Meine Mutter war genauso ein Mensch, wie Ursula das hier beschreibt. 

"Logischerweise" ist (Krankheits-)Einsicht bei ihr nie zu erreichen gewesen, weder am Anfang noch jetzt, wo die Demenz bereits weit fortgeschritten ist. 

Daher lebe ich seit der Diagnosestellung vor 5 Jahren nur von "Tricks".
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Marie
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BeitragThema: Re: Einsichtsfähig?
Mi 10 Okt 2018, 14:10    © Marie
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Ich sehe das auch so.

Bei meiner Mutter hat sich das Verhalten durch die Demenz nur insoweit geändert, daß sie sich nicht mehr verstellen konnte, nicht mehr entscheiden konnte, was sie sagt oder lieber nicht. Sie war einfach nur viel schlimmer als vorher. Als ich nach längerer Zeit mal wieder nach Hause kam, habe ich nur gemeint, daß ihr Verhalten krankheitswertig ist. Von Demenz hat zu der Zeit keiner gesprochen, von Krankheit überhaupt nicht obwohl sie leider jemand war, die jahrzehntelang immer darauf bestanden hat, diese oder jene Krankheit zu haben.

Mein Vater dagegen war gut zu beeinflussen - wie vorher auch. Er war nach wie vor einfach "pflegeleicht". Wir haben auch in diesem Fall nicht von Demenz gesprochen oder von Krankheit. Er war über 93 als die Demenz so richtig zum Tragen kam und alles wurde aufs Alter geschoben. Hat gut geklappt.






von Marie
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Toons
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BeitragThema: Re: Einsichtsfähig?
Do 11 Okt 2018, 18:55    © Toons
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Scheint schwierig zu sein, das mit der Einsichtsfähigkeit....

Gestern hatte meine Mutter meinen Namen vergessen. Sie wusste zwar noch genau, dass ich einer ihrer Söhne bin, aber nicht mehr, wie ich heiße. Darüber hat sie sich ziemlich erschrocken.

Sie verkündete, dass sie wohl jetzt dement würde und da hatte ich einen Moment lang geglaubt, dass sie ihre Erkrankung erkannt hat. Tatsächlich hat sie aber nur ganz allgemein mit einer Demenz kokettiert und denkt nicht im Traum daran, dass das wohl tatsächlich auf sie zutreffen könnte.

Toons
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