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 Verzweifelung

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Toons
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BeitragThema: Verzweifelung
Fr 09 Nov 2018, 10:48    © Toons
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Hallo zusammen, meine Mutter weiß nicht mehr, was sie konkret machen soll. Sie sitzt im Haus auf einem Stuhl, schaut in die Gegend und ist völlig verzweifeld über den Verlust an Orientierung. Sie will, dass ich ihr helfe. Ich nehme an, sie erwartet von mir das Aufzeigen irgendeiner Perspektive für sich. Aber mehr als ihr beispielsweise zu sagen, dass wir morgen spazierengehen, fällt mir auch nicht ein. Ich fühle mich da ziemlich hilflos. Es ist für mich sehr schwer mitanzusehen, dass meine Mutter klar merkt, wie sie ihren Verstand verliert und darüber seelisch förmlich ausrastet und kaputtgeht. Ich bin hundertprozentig sicher, wenn sie wüsste, wie sie das praktisch anstellen könnte, würde sie sich umbringen.

Was kann ich da machen, um ihr zu helfen?

Danke,
Toons
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lucky
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BeitragThema: Re: Verzweifelung
Fr 09 Nov 2018, 11:52    © lucky
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Hat sie Ergotherapie, Tagespflege oder sonstige Beschäftigung?

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Toons
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BeitragThema: Re: Verzweifelung
Fr 09 Nov 2018, 12:10    © Toons
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Es gibt eine 24-Stunden-Pflegerin aus Bulgarien im Haus, die ein einigermaßen vernünftiges Deutsch spricht.

Die Beschäftigung war immer ihr Garten und ihr Haushalt. Für den Garten ist es mittlerweile zu kalt und mit dem Haushalt kommt sie nicht mehr klar.

Ich fahre fast täglich zu ihr.

Toons

CW
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kamia
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BeitragThema: Re: Verzweifelung
Fr 09 Nov 2018, 12:57    © kamia
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Ergoth. ist sehr hilfreich - verschreibt der Neurologe


Zuletzt von kamia am Sa 10 Nov 2018, 21:28 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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gisela
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BeitragThema: Re: Verzweifelung
Fr 09 Nov 2018, 14:04    © gisela
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lieber toons
Zitat :
Die Beschäftigung war immer ihr Garten und ihr Haushalt. Für den Garten ist es mittlerweile zu kalt und mit dem Haushalt kommt sie nicht mehr klar.
hausarbeit ist für viele demenzkranke lange zeit wichtig, auch, wenn sie es eben
nicht mehr so erledigen können, wie wir es erwarten/wünschen.
ich hab meine mama immer machen lassen, auch wenn ich hinterher oft
mehr arbeit hatte als wenn ich es selbst gemacht hätte.
geschirr spülen, abtrocknen,schubladen aufräumen, kartoffeln schälen, beim kochen helfen,
wäsche aufhängen, staubsaugen /wischen ect ect.
dabei geht es nicht zwingend darum, dass es perfekt erledigt wird, sondern das
alltägliche früher immer durchgeführte arbeiten gemacht werden. und den demenzkranken
für seine arbeit loben und wertschätzen.






    lieben gruß

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mein Vorbild ?....der Löwenzahn...wenn er es schafft durch Asphalt zu wachsen...kann auch ich scheinbar unmögliches schaffen
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Toons
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BeitragThema: Re: Verzweifelung
Fr 09 Nov 2018, 22:53    © Toons
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@Gisela:

Das war ein guter Tip, danke dafür. Es sind manchmal die einfachsten Dinge, auf die man selber nicht kommt.

Kreuzworträtsel wären unpassend, meine Mutter hat sich niemals damit beschäftigt.

Im Grunde lautet die Frage, die meine Mutter mir stellt: "Ich verliere gerade meinen Verstand, mein ganzes Ich, und es schmerzt ganz grausam. Was soll ich denn jetzt tun, anstelle meinen lädierten und bald nicht mehr vorhandenen Verstand zu benutzen? Bitte gib mir einen Rat, hilf mir - ich werde sehenden Auges verrückt und dieses Gefühl ist schrecklich!"

Ich kann nur rudimentär helfen und das ist auch niederschmetternd.

Toons
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lucky
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BeitragThema: Re: Verzweifelung
Sa 10 Nov 2018, 10:33    © lucky
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Wäre ein Alltagsbegleiterkurs was für Dich? Wo man diese dinge in netter Runde zumindest bespricht (in den kurzen Kursen).
Mir hat es Spaß gemacht. Und etwas gebracht hat es auch.
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Belle
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BeitragThema: Re: Verzweifelung
Sa 10 Nov 2018, 10:47    © Belle
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Toons schrieb:

Im Grunde lautet die Frage, die meine Mutter mir stellt: "Ich verliere gerade meinen Verstand, mein ganzes Ich, und es schmerzt ganz grausam. Was soll ich denn jetzt tun, anstelle meinen lädierten und bald nicht mehr vorhandenen Verstand zu benutzen?
Hallo Toons
Vielleicht hilft ihr Gedankentraining. Das könntest du mit ihr machen, dann hat sie das Gefühl aktiv an sich zu arbeitne.
Sollte sie ihre Verstandesfähigkeiten tatsächlich weitgehend verlieren, so wird sie das in der Form, wie du es beschreibst, nicht mehr kommunizieren können, denke ich. Ihr Ich wird sie nicht verlieren, es wird einfach eine andere, vielleicht schon länger vergangene Seite ihres Ichs zum Vorschein kommen. Gemeinsam kann man diese dann mit Hilfe von Fotos und Geschichten neu aufarbeiten. 
Und das mit der Hausarbeit ist mit Sicherheit eine wichtige Beschäftigung. Vielleicht noch irgendeine Form der Handarbeit? Ich bin sicher es wird sich etwas finden.
Alles Liebe, Belle
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gisela
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BeitragThema: Re: Verzweifelung
Sa 10 Nov 2018, 13:34    © gisela
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lieber toons
ich glaube, was einem dementen am besten hilft ist ihm das
gefühl vermitteln zu können, das er trotz seiner defizite ein
wertvoller und für mich wichtiger mensch ist.
ich habe mama oft um ihren rat gefragt zu irgendwelchen dingen
von denen ich wusste, das sie es weiss.
ein rezept z.b , oder einen putztip. dabei hab ich ihr dann vermittelt,
dass ich ohne ihren rat und ihr wissen echt aufgeschmissen wäre.
sie hat oft gern geholfen und war stolz wie oskar, dass sie etwas besser wusste
als ich  scharmant-zwinkernd
ich brauche deine hilfe hört eigentlich fast jeder demente gern






    lieben gruß

                           gisela                        


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w.clemenz
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BeitragThema: Re: Verzweifelung
Mo 17 Dez 2018, 17:46    © w.clemenz
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Das, was Gisela schreibt, trifft auch auf mich zu. Ich frage meine Frau oft (aber nicht zu oft) wie man dies oder jenes macht, und sage ihr auch wie hilfreich es ist. Eigentlich weiß sie, dass ich gut alleine zurecht komme. Trotzdem scheint es ihr zu gefallen.

Leider @Gisela auch recht wenn sie sagt, dass man nur rudimentär helfen kann und eigentlich hilflos ist.
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Belle
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BeitragThema: Re: Verzweifelung
Mo 17 Dez 2018, 18:16    © Belle
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w.clemenz schrieb:
dass man nur rudimentär helfen kann und eigentlich hilflos ist.
Das gilt vorallem, wenn man auf ein gutes Endergebnis hofft (das es nicht geben kann). Ab dem Zeitpunkt der Einsicht, dass es eben so ist wie es ist, ohne Kompromisse, ohne Heilungschancen - dann ist das Gefühl der Hilflosigkeit besser zu ertragen. Es macht einer "Zeitbereicherung" Platz, die Chance eine Zeitspanne qualitativ zu nutzen. Immer wieder gilt es zu versuchen nicht in die alte "Hilflosigkeitsstruktur" zurückzufallen, dass ist die große Herausforderung. Aber es zahlt sich aus dahingehende Weiterentwicklung voranzutreiben. Gemeinsam mit deiner Frau ein bewusstes Zeitgenießen. Einander aufnehmen und einander sein lassen. Wie es eben ist.
Ich wünsche euch alles Gute!! lg Belle
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w.clemenz
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BeitragThema: Re: Verzweifelung
Mo 17 Dez 2018, 18:35    © w.clemenz
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@Belle - Danke für den Beitrag. Es entspricht im Großen und Ganzen dem, was ich mir denke.

Mit "Hilflosigkeit" meinte ich auch nicht die Mithilfe zu einer Heilung. Die kann es nicht geben. Was ich meinte, ist Hilflosigkeit im Umgang mit dementen Personen. Wie soll man z.B. in speziellen Situationen reagieren. Ich meine, ich bin nicht geschult, ich kann nur meinen "gesunden Menschenverstand" anwenden, der nicht immer richtig sein kann. Vielleicht mache ich mir aber auch nur unnütze Gedanken.
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Belle
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BeitragThema: Re: Verzweifelung
Mo 17 Dez 2018, 18:55    © Belle
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w.clemenz schrieb:
"gesunden Menschenverstand"
das ist das Beste, was wir haben!!! (gepaart mit Bauchgefühl)
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BeitragThema: Re: Verzweifelung
Di 18 Dez 2018, 19:57    © Help
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Belle schrieb:
Vielleicht hilft ihr Gedankentraining.


Servus Belle

Ich denke, dein Tipp mit dem Gedankentraining ist sicher gut gemeint und oft bei "Nicht-Demenz" hilfreich.

Probleme gibt es damit leider häufig beim Demenz-, und ganz besonders beim Alzheimer-Kranken, da dieser Neues ohnehin nur mehr schwer oder gar nicht mehr behalten kann. Ein Gedankentraining setzt ihn zusätzlich unter starken Druck bzw. Stress , blockiert sein Gehirn zusätzlich (vermehrte Cortisolausschüttung!) und macht ihm seine Defizite noch mehr bewusst. Wäre also eher negativ.

Ich würde seine/ihre Biographie miteinbeziehen, was kann der/die Betroffene, was macht er/sie gerne, womit hat er/sie Freude, ein gutes Gefühl und - ganz wichtig - ein Erfolgserlebnis.


Gisela schreibt weiter unten ...

Zitat :
lieber toons
ich glaube, was einem dementen am besten hilft ist ihm das
gefühl vermitteln zu können, das er trotz seiner defizite ein
wertvoller und für mich wichtiger mensch ist.
ich habe mama oft um ihren rat gefragt zu irgendwelchen dingen
von denen ich wusste, das sie es weiss.
ein rezept z.b , oder einen putztip. dabei hab ich ihr dann vermittelt,
dass ich ohne ihren rat und ihr wissen echt aufgeschmissen wäre.
sie hat oft gern geholfen und war stolz wie oskar, dass sie etwas besser wusst

...damit trifft sie den Nagel auf den Kopf.


Lieber Gruss
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BeitragThema: Re: Verzweifelung
Di 18 Dez 2018, 20:10    © Belle
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Natürlich ist die jeweilige Biographie mit einzubeziehen, denn jeder Krankheitsverlauf ist davon geprägt. So wie die Therapiemöglichkeiten unendlich verschieden sein können. Nichts ist generalisierbar. Es gibt sie nicht, die Theorie. Noch nicht - und wir werden es nicht mehr erleben....
lg, Belle
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BeitragThema: Re: Verzweifelung
Di 18 Dez 2018, 20:59    © Help
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Belle schrieb:
Es gibt sie nicht, die Theorie. Noch nicht - und wir werden es nicht mehr erleben....

...weshalb nicht? Warum bist du dir so sicher?

Lieber Gruss
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