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 Fremdgefährdung

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Bibi
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BeitragThema: Fremdgefährdung
Di 22 Dez 2015, 09:42    © Bibi
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Hallo,

ich bin so verzweifelt...

Meine Mama lebt in einer Demenz-WG. Gestern wurde mir vom Mobilen Dienst mitgeteilt, dass meine Mama andere Bewohner angegriffen hat. Sie wäre z. B. mit einem Messer auf jemanden los gegangen! Meine Mama kann sich verbal kaum noch verständigen, hört sehr schlecht und nimmt zum Teil das Gehörte falsch auf. Nur so kann ich mir erklären, warum sie in ihrer Verzweiflung so etwas macht. Sie war immer ein ausgeglichener, friedliebender Mensch... Sobald sich so etwas wieder ereignen sollte, wird wg. Fremdgefährdung die Polizei gerufen und es könnte eine Einweisung in eine geschlossene Abteilung erfolgen. Das will ich auf keinen Fall! Ich weiß, dass meine Mama das nicht mit Absicht macht, sondern aus Verzweiflung...

Was kann ich tun? Ich habe die ganze Nacht geweint und bin mit den Nerven am Ende...

Hat evtl. schon jemand Erfahrung mit einer Einweisung und einer Einstellung mit Medikamenten? Wenn ja, was es so schlimm, wie ich befürchte?

Danke!
Bibi
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Hopeful
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BeitragThema: Re: Fremdgefährdung
Di 22 Dez 2015, 10:27    © Hopeful
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Hallo liebe Bibi trösten 

Sei welcom 

Ich kann verstehen das du verzweifelt bist.Ich weiss noch ganz genau wie ich mich gefühlt habe als man mir mitteilte das meine Mama auf eine Pflegekraft losgegangen sei....

Meine Mama kam daraufhin erstmal ins Krankenhaus zum richtigen einstellen der Medikamente.Danach ging es ihr besser und sie war nicht mehr so agressiv...

Was will die WG denn jetzt unternehmen?Abwarten und Tee trinken???

Deine Mama kann nichts für ihr Verhalten!!!!

Ich wünsche dir einen für dich hilfreichen Erfahrungsaustausch allesgut






LG Hopeful

Die Hoffnung möcht`ich nie verlieren!
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Bibi
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BeitragThema: Re: Fremdgefährdung
Di 22 Dez 2015, 10:36    © Bibi
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Hallo Hopeful,

danke für deine schnelle Antwort.

Wie waren deine Erfahrungen mit dem "Einstellen" im Krankenhaus? Was wurde genau gemacht? Wurde z. B. fixiert? Wie lange war deine Mama weg? 

Danke,
Bibi
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jellyamber
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BeitragThema: Re: Fremdgefährdung
Di 22 Dez 2015, 12:17    © jellyamber
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Liebe Bibi,

Einstellen mit Medikamenten braucht i.d.Regel mindestens 21 Tage, manchmal mehr. 
Ich weiß, dass die Vorstellung, deine Mama geschlossen unterzubringen für dich grausam ist,
aber es ist ein guter und gangbarer Weg, denn im Heim oder WG kann sie nicht so engmaschig beobachtet
werden und das ist notwendig, um die richtige Dosis rauszufinden und das möglichst schnell. 

Meine Ma war der liebste Mensch auf der Welt, aber Demenz löst nun mal auch Aggressionen aus,
vor allem, wenn "man" nicht den richtigen Umgang damit findet. Meine Ma ist völlig auf den Fernseher losgegangen,
weil sie nicht mehr verstanden hat, dass das Film ist und nicht ihre Realität. 

Ich würde an deiner Stelle das Gespräch mit der WG, aber vor allem mit dem derzeit behandelnden Neurologen suchen
und mich beraten lassen. Geschlossene Unterbringung für einen gewissen Zeitraum ist kein Weltuntergang. 
Du würdest sie ja auch im KHS behandeln lassen, wenn sie Krebs hätte oder ein gebrochenes Bein, nicht?

Fixierung wird nur im wirklich notwendigen Fall gemacht. Aber auch da können dich die Ärzte aufklären. 
Hast du eine Vorsorgevollmacht?

Liebe Grüße 
Ute






"Und was die Jugend dalässt, ist ein Spiegel. Da guckt man rein und sieht: Man hat keine Eierschale mehr auf dem Kopf. Man hat jetzt eine Frisur."

Martina Holzapfl
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Bibi
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BeitragThema: Re: Fremdgefährdung
Di 22 Dez 2015, 12:33    © Bibi
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Hallo Ute,

ja, ich habe eine Vollmacht.

Das Gespräch mit der Leitung vom Pflegedienst hatte ich gestern und morgen spreche ich mit dem betreuenden Gerontopsyhchiater.

Meine Mama ist an Krebs erkrankt und war deshalb im letzten Jahr für 10 Tage im Krankenhaus. Ich konnte sie begleiten, war ständig bei ihr und hatte ein eigenes Bett. Trotzdem war es sehr, sehr schwer. Gerade deshalb ist die Vorstellung, dass sie jemanden "ausgeliefert" ist, ohne mich als vertraute Bezugsperson, tatsächlich der Weltuntergang für mich...

Bibi
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jellyamber
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BeitragThema: Re: Fremdgefährdung
Di 22 Dez 2015, 13:42    © jellyamber
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Ja, und vor allem, weil in der Gerontopsychiatrie in der Geschlossenen einem vor Augen geführt wird,
wie wirklich krank unsere Eltern sind oder noch werden könnten. Das ist nicht leicht zu erleben,
ich weiß das und ich würde auch meinem Vater das immer ersparen wollen.
Aber wenn es nicht anders geht und sieh es vielleicht mal so:
Die Medikamente könnten deiner Mutter ein wenig oder auch mehr die Angst 
und Bedrohung nehmen, die sie empfindet und weswegen sie so aggressiv reagiert. 

Auf der Geronto ist sie jedenfalls beschützter als in einem normalen Krankenhaus
und Pfleger und Ärzte haben einen viel besseren Umgang mit Demenzen. 

Liebe Grüße
ute






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Martina Holzapfl
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Amelu
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BeitragThema: Re: Fremdgefährdung
Di 22 Dez 2015, 22:47    © Amelu
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Hallo Bibi,

hier habe ich einen Hinweis aus Behandlung, die sehr gut ist, sollte aber von erfahrenen Homöopathen durchgeführt werden.

https://www.demenzforum.net/t6599-demenz-und-homoopathie

Wäre das eine Option für Euch?



Amelu
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Fussel
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BeitragThema: Re: Fremdgefährdung
Mi 23 Dez 2015, 06:11    © Fussel
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Sicher ist eine Demenz eine Erklärung für ihre plötzliche Aggressivität.

Ich würde jedoch in jedem Fall  zusätzlich einen Neurologen hinzuziehen und darauf drängen,
daß ein MRT oder CT des Schädels gemacht wird, denn mit einer bösartigen Erkrankung
sind durchaus auch mal Hirnbeteiligungen der Auslöser für eine Wesensveränderung
und man sollte nicht außer Acht lassen, daß die Krebserkrankung ebenfalls
solche Symptome machen kann.


Das ergäbe dann andere Therapieansätze als wenn der Auslöser die Demenz
ist und eine Einstellung auf Medikamente würde unter Umständen anders
aussehen müssen, bzw. wäre evtl. nicht von Erfolg gekrönt.


Ich würde Mama zur Untersuchung bei den Ärzten anmelden, die die Diagnose
Krebs gestellt haben, und darauf hinweisen  daß bei einer erneuten Aggressivtät nicht
die Polizei sondern den Notarzt gerufen werden könnte, der in eine Klinik einweist, die Demenz und
Krebserkrankungen behandeln kann.


Vor den Feiertagen wirst Du sicher nicht unbedingt sofort einen Termin erhalten.

Wo sitzt der bösartige Tumor Deiner Mama ?


Allerliebste Grüße Christina
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Quintilia
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BeitragThema: Re: Fremdgefährdung
Mi 23 Dez 2015, 17:38    © Quintilia
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Liebe Bibi,

der an Alzheimer erkrankte Vater eines lieben Freundes von mir wurde auch nach einer langen Serie fremdgefährdenden Verhaltens medikamentös eingestellt. Wo das gemacht wurde und wie lange es dauerte, kann ich dir nun leider nicht mehr sagen. Ich weiß nur noch, dass mein Freund anfangs ebenso verzweifelt war wie du jetzt. Er konnte nicht mehr umhin, als sein Vater im Altersheim einer Mitbewohnerin den Arm gebrochen hatte. Wie verzweifelt war da der Sohn.

Als der Vater vor einigen Monaten für immer einschlafen durfte, sagte mir mein Freund einmal, er sei froh und dankbar, dass sein Papa dank der medikamentösen Einstellung noch einmal zwei Jahre geschenkt bekam, in denen er so friedlich und ausgeglichen war wie die 10 Jahre zuvor nicht mehr. So könne er ihn nun mit einem friedlichen Lächeln auf den Lippen in Erinnerung behalten.

Liebe Bibi, gräme dich daher nicht zu sehr und sei zuversichtlich, dass deiner Mama durch eine medikamentöse Einstellung Angst, Verzweiflung und Aggressionen genommen werden können. 

Petra
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Bibi
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BeitragThema: Re: Fremdgefährdung
Di 29 Dez 2015, 08:41    © Bibi
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Hallo und vielen dank für eure Antworten!

Meine Mutter bekommt inzwischen das Medikament Lyrica und es ist etwas besser geworden. Ich bin so lange wie möglich bei ihr, was durch die Feiertage ganz gut machbar ist.

Sie ist ja zum Glück nicht ständig aggressiv. Meist passiert es dann, wenn z. B. alle beim Essen zusammen sitzen. Meiner Mama wird es dann wohl "langweilig" und spielt z. B. mit der Tasse oder dem Glas, schüttet es aus (auf den Teller oder auch auf den Tisch) und dann gibt es "Ärger" von den Mitbwohnern, die geistig noch gesünder sind. Diese wollen das verhindern, rufen und greifen teilweise nach der Tasse. Meine Mutter meint, dass sie ihr etwas wegnehmen wollen und wird sauer. Eigentlich leicht erklärbar. Die Betreuer können nicht immer überall sein, mal muss jemand auf die Toilette oder etwas anderes Verhindert die Anwesenheit am Tisch.

Mama sucht ständig die Nähe zu anderen Menschen und braucht jemanden an der Hand. Manche Mitbewohner wollen das nicht und auch hier reagiert sie dann "sauer"...

@ Christina: der Tumor ist im Unterleib

Liebe Grüße und allen einen guten Rusch!
Bibi
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