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 praxisbeispiele von der dementenstation

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Amelu
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BeitragThema: Re: praxisbeispiele von der dementenstation
Sa 23 Apr 2016, 21:35    © Amelu
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Ich will mal versuchen, ob ich die Spiegelkacheln im Nippesschrank mit einem Nesseltuch zuhängen kann. Klebefolie - so fürchte ich - wird nie wieder gut wegzumachen sein, falls die Abdeckung nicht mehr nötig ist.

An der Haustüre einen dunklen Vorleger hinlegen, wird nicht möglich sein, weil die Tür nach innen aufschwingt und da wäre ein Teppich sehr hinderlich. Leider geht an diese Türe auch keine 'Verkleidung', sonst wären die Scheiben auch zu. Und das wenige Licht, das durch diese Fensterchen kommt, ist sehr nötig in dem  dunklen Flur.
Gsd hat die Tendenz zum Weglaufen sehr nachgelassen, seit ich erklärt habe, daß wir keinen Schlüssel für diese Tür haben, sie ist und bleibt verschlossen für alle. Meistens ist sie nicht in der Nähe, wenn wir durchgehen müssen, weil Mutters Hauptlebensbereich im oberen Stockwerk ist. Nur ab und zu kann ich sie ermuntern, die Treppe runterzukommen, weil sie dann wenigstens etwas unterwegs ist und läuft, auch das macht ein Itzelchen müde.
Bewegung fehlt ihr eigentlich immer und ich bin froh um jeden Schritt, den sie gern macht, jedes Treppen runter- und raufgehen, das sie noch sehr gut bewältigt. In etwas mehr als 1 Monat wird sie immerhin 99 Jahre alt!



Amelu
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Ulli
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BeitragThema: Re: praxisbeispiele von der dementenstation
So 24 Apr 2016, 10:45    © Ulli
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Wow !
Was für ein stattliches Alter ! Und wenn sie sich dann noch alleine bewegen kann .... umso erstaunlicher.

Ulli
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kurt
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BeitragThema: Re: praxisbeispiele von der dementenstation
So 24 Apr 2016, 11:28    © kurt
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Vielleicht würde es der Frau Spass machen den Spiegel zu bemalen? Damit könnte sich auch das Verhältnis zu dem Spiegel ändern.
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gisela
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BeitragThema: Re: praxisbeispiele von der dementenstation
So 24 Apr 2016, 17:02    © gisela
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ursula schrieb:
Eine zusätzliche Möglichkeit (Sicherheit) wäre auch noch, eine Folie an die Einganstüre zu kleben, mit einem Motiv einer hübsch gemauerten Mauer darauf.
ja..........das geht natürlich auch und zeigt ebenfalls Wirkung........wichtig ist hier dann nur die motivauswahl.
wir hatten auch mal so eine Idee, haben dann aber komplett übersehen, dass wir auch Männer haben,
die stehpinkler sind. mauern oder auch wälder als fototapete (wir hatten eine wand schick als wald beklebt) sind für solche Männer
gerne Einladungen, wenn sie das Klo nicht finden.
gut..........es kann nicht alles klappen scharmant-zwinkernd
war uns jedenfalls eine lehre

lieben gruß
gisela






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BeitragThema: Re: praxisbeispiele von der dementenstation
So 24 Apr 2016, 17:44    © Amelu
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kurt schrieb:
Vielleicht würde es der Frau Spass machen den Spiegel zu bemalen? Damit könnte sich auch das Verhältnis zu dem Spiegel ändern.


Das wäre auszuprobieren, obwohl ich fürchte, daß die Krankheit schon zu weit fortgeschritten ist, um das noch hinzukriegen Crying or Very sad



Amelu
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dirtsa66
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BeitragThema: Re: praxisbeispiele von der dementenstation
So 24 Apr 2016, 19:35    © dirtsa66
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Liebe Gisela,

tolle Beispiele und ganz tolle Ideen. Mama hatte nachts auch oft Besuch mit dem sie sich unterhielt - aber ohne Spiegel. ich weiß bis heute nicht wen oder was sie da gesehen hat. Das war allerdings noch vor ihrer Zeit im Heim.

Danke, dass du deine Erfahrungen mit uns teilst.

Alles Liebe
Astrid






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Ulli
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BeitragThema: Re: praxisbeispiele von der dementenstation
Mo 25 Apr 2016, 11:21    © Ulli
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Alsoooo ...... das Blumentöpfe dafür missbraucht werden kann ich mir vorstellen .... dann doch besser das Bücherregal.. scharmant-zwinkernd

Ulli
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BeitragThema: Re: praxisbeispiele von der dementenstation
Mo 25 Apr 2016, 15:40    © Ann
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Dankeschön, liebe Gisela! rose






Liebe Grüße
 
Ann 


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BeitragThema: Re: praxisbeispiele von der dementenstation
Di 09 Aug 2016, 17:41    © gisela
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7)
ein neuer Bewohner zieht ein. aus den unterlagen ist zu entnehmen, dass er aus dem
millieu stammt und lange zeit obdachlos war. er hielt sich gern im garten auf, ging aber nur selten in sein zimmer.
nachts fand der Nachtdienst ihn mehrfach nicht IM bett sondern entweder darunter liegend oder er lag
zusammengekauert in einer ecke des zimmers.
seine Habseligkeiten holte er mehrfach täglich aus dem schrank und verstaute sie in seinem mitgebrachten
Rucksack, den er ,wenn er ihn nicht mit sich herumtrug als Kopfkissen benutzte.
wir haben ihm dann, nach einer fallbesprechung mit betreuer, Neurologen und personal das zimmer
möglichst millieugerecht eingerichtet. soll heissen.........wir haben das bett entfernt und nur noch eine
matratze die auf dem boden lag im zimmer gelassen, statt Bettwäsche erhielt er eine Wolldecke und statt
Kopfkissen benutzte er weiterhin seinen Rucksack.
es gab einige Diskussionen mit der pflegedienstleitung, die meinte, DAS würde absolut nicht gehen,
und wie das denn aussehen würde, wenn angehörige dies sehen.
auf einem angehörigenabend haben wir dann den Sachverhalt mit den anwesenden besprochen, haben erklärt,
dass dies dem Bewohner in Anlehnung an seine biografie zugute kommt und er sein zimmer so deutlich besser annehmen würde.
es gab viel zuspruch durch die angehörigen und auch die pdl musste schliesslich
zugeben,dass es gut ist, was wir tun.
das einzige, was wir dem Bewohner verweigern mussten, war der wunsch nach seinem Gaskocher um sich büchsen heiss zu machen.






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BeitragThema: Re: praxisbeispiele von der dementenstation
Di 09 Aug 2016, 20:05    © Ulli
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Hallo Gisela,

ich staune immer wieder was bei euch alles möglich ist nickend .
Das finde ich absolut toll.

Ulli
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BeitragThema: Re: praxisbeispiele von der dementenstation
Mi 10 Aug 2016, 10:16    © gisela
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danke ulli

naja........alles klappt auch bei uns nicht, aber wir versuchen
ein größtmögliches wohlfühlpotential für unsere Bewohner zu schaffen.
manchmal ist eben umdenken auf allen ebenen notwendig

lieben gruß
gisela






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BeitragThema: Re: praxisbeispiele von der dementenstation
Do 18 Aug 2016, 18:13    © gisela
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wir Mitarbeiter schulen uns manchmal in kleinen heimeigenen Fortbildungen
selbst. es bekommt jeder Mitarbeiter ein Thema, dass er ausarbeiten und den anderen vorstellen
muss.
Vorteil..............man denkt wieder mal mehr über das ein oder andere nach.........reflektiert.......
befasst sich ausserhalb des täglichen stationsablaufes mit demenzbezogenen dingen, lernt voneinander.
oft stellen wir unsere Ausarbeitungen auch auf angehörigenabenden vor um Transparenz zu schaffen,
um zu erklären,um unser tun darzustellen.
ich hatte letztens das Thema Demenz und Natur.


Natur und Demenz



 



dementiell erkrankte menschen verlieren nach und nach ihre fähigkeitenin bezug auf raum, zeit und situation.was sehr lange erhalten bleiben kann sind die emotionalen fähigkeiten, gefühle wietrauer, freude,begeisterungsfähigkeit, der sinn für schönes, und auch fähigkeitendie früher zum alltäglichen tun gehörten.hier kommt der natur, insbesondere flora und fauna eine besondere bedeutung zugute.



die generation unserer derzeit betreuten hatten häufig balkone, gärten oder auch landwirtschaft, zu denen tätigkeiten gehören, die lange zeit auch bei schwerer demenz ausgeübt werden können, wie z.b.blumen pflanzen oder gießen, laub harken, gemüse und obst ernten, tiere versorgen.



da demente bewohner häufig auch einen ausgeprägten bewegungsdrang haben, sind arbeiten an der frischen luft, z.b. im dementengarten ein gutes mittel um einen teil dieses bewegungsdranges zu befriedigen und zugleich zu altbekannten tätigkeiten gehören.



bei der bepflanzung eines dementengartens sollte immer darauf geachtet werden,daß sämtliche dinge von den bewohnern unbeschadet in den mund gesteckt werden können, sei es früchte aber auch blätter, da demente bewohner häufig mit allen ihnen zur verfügung stehenden sinnen geniessen.



pflanzen wie z.b. goldregen,maiglöckchen oder auch weihnachtssterne sollten in einem dementengarten aufgrund der giftigkeit beim verzehr daher nicht auftauchen. hier ist es ratsam, wenn die giftigkeit nicht bekannt ist, sich vor der bepflanzung in gärtnereien, blumenläden oder aber auch im internet vorher zu informieren.



allen betreuenden sollte bewusst sein, dass ein dementer mensch eine andere wahrnehmung besitzt und so kann es in einem eben noch schön bepflanzten garten durchaus vorkommen, dass ein dementer mensch wie früher unkraut jätet und dabei auch eine gerade eingepflanzte blume herausreißt, da er sie nicht als solche wahrnimmt. hier sollte die "arbeit" des dementen wertschätzend gelobt werden, ohne ihn auf seinen fehler aufmerksam zu machen (pflanzen sie einfach die blume später wieder ein)



bei ausflügen oder arbeiten in der natur mit dementen bewohnern stehen folgende zielsetzungen:



- schulung des gleichgewichtssinns (durch unterschiedliche bodenbeschaffenheiten )



- knüpfen von sozialkontakten und stärken des gemeinschaftsgefühls



- wecken von erinnerungen



- stärken/erhalten der wahrnehmung durch sehen,riechen,fühlen,schmecken (sammeln von naturmaterialien, anlegen eines kräutergartens, pflanzen die zum naschen zwischendurch einladen wie erdbeeren, johannisberen, erbsen, ect.



- spass und lebensfreude, das gefühl vermittelt zu bekommen gebraucht zu werden, seine erfahrungen einbringen zu können



- sensorische stimulation durch wind ,sonne, regen, wärme,kälte



- förderung der kreativität



- förderung von appetit und schlafbedürfnis



das erleben von natur ist häufig ein schlüssel, um mit dementen menschen in kontakt zu kommen, gespräche zu führen, gemeinsame aktivitäten durchzuführen, erfahrungen weiter zu geben,zu beobachten.



auch tiere lösen bei dementen menschen meist positive reize aus. ein bunter schmetterling, vögel im vogelhäuschen, erfreuen oft das auge, katzen und hunde (hier sollten vorher bestehende ängste biografisch abgeklärt werden) laden zum streicheln und schmusen ein. im umgang mit tieren sollte allen betreuenden personen bewusst sein, dass z.b. das schmusen mit hasen/kaninchen früher nicht üblich war, da diese überwiegend als nahrungsmittel gehalten wurde.( also nicht wundern, wenn ein bewohner das streicheln eines kaninchens empört ablehnt)





 







lieben gruß

gisela






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BeitragThema: Re: praxisbeispiele von der dementenstation
So 21 Aug 2016, 18:53    © Ann
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Zitat :
naja........alles klappt auch bei uns nicht, aber wir versuchen
ein größtmögliches wohlfühlpotential für unsere Bewohner zu schaffen.
manchmal ist eben umdenken auf allen ebenen notwendig

Das ist wirklich toll, liebe Gisela! Ich glaube, was ihr bei euch im Heim schafft, schafft kaum ein Heim!






Liebe Grüße
 
Ann 


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BeitragThema: Re: praxisbeispiele von der dementenstation
So 21 Aug 2016, 18:54    © dirtsa66
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Hallo Ann!

Wie geht es dir so?

Alles Liebe
Astrid






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BeitragThema: Re: praxisbeispiele von der dementenstation
Do 03 Nov 2016, 17:44    © gisela
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neue Bewohnerin, neuer fall.
frau x zieht auf der ebene ein, wirkt in sich gekehrt und misstrauisch allem gegenüber.
den einzigen ´vollständigen satz, den sie sagt ist "gib mir was rotes".
keiner von uns weiss erstmal was sie damit meint, eine kollegin versucht es mit
roter Bekleidung.........scheinbar nicht die richtige Wahl, denn wieder sagt sie "gib mir was rotes".
sie ist unruhig, umtriebig,rüttelt n türen oder zieht sich in ihr zimmer zurück..........sondert sich ab.
essen wird von ihr meist abgelehnt............ausser..............es gibt ROTE Marmelade........oder KIRSCHjoghurt.
in der übergabe besprechen wir die Verhaltensweisen von frau x......lassen die letzten tage Revue passieren
und stellen fest...........mit  roten Lebensmitteln scheint sich eine gewisse Zufriedenheit einzustellen.
seitdem bekommt die Dame morgens mittags und abends marmeldenbrot und bedankt sich überschwänglich.
auch ihr drang immer die erste sein zu wollen beim essen und die scheinbare angst zu kurz zu kommen
konnte geklärt werden, nach einem besuch der schwester, als diese erzählte, dass die Bewohnerin mit 15 !! Geschwistern
aufgewachsen ist.
sofort war verständlich, dass sie wahrscheinlich immer um ihre Portion kämpfen musste und dieses gefühl auch jetzt
in der Gemeinschaft mehrerer Bewohner hatte.
gut..........sie wird also immer als erste bedient, womit ihr ein gefühl vermittelt werden konnte nicht zu kurz zu kommen.
und mittlerweile zeigt sich auch, dass sie gern bereit ist von ihrem "schatz" etwas abzugeben.
so bekommen neben ihr sitzende Bewohner ein von ihr geschmiertes stück Brot zugeteilt als "geschenk".
sie wirkt mittlerweile deutlich entspannter..........ihre Umtriebigkeit hat deutlich nachgelassen, sie lässt
sich auf soziale kontakte ein.






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mysunny
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BeitragThema: Re: praxisbeispiele von der dementenstation
Fr 04 Nov 2016, 06:13    © mysunny
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hier was süsses für euch auf der Station Gisela, nur um danke zu sagen. 
Für Frau x was rotes. Davon wird sie sicher was weiter verschenken wollen.

Ihr seid ein Beispiel wie man ganz einfach auf einem Mensch eingehen kann ...wie hier auf der Bitte von Frau  x : gib mir was rotes !! super macht ihr das. 

Frau x fühlt sich jetzt angenommen, man nimmt sie ernst und sie kommt nicht mehr zu kurz ! 

Mitfühlende Herzen können Wunder vollbringen.

LG 
Janine
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BeitragThema: Re: praxisbeispiele von der dementenstation
Fr 04 Nov 2016, 08:32    © gisela
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vielen lieben dank janine
rose






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BeitragThema: Re: praxisbeispiele von der dementenstation
Fr 04 Nov 2016, 19:46    © dirtsa66
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Liebe Gisela,

ich würd mir für alle Dementen, die in Heimen leben wünschen, dass sie so liebe, einfühlsame Pfleger und Betreuer ums sich haben könnten, wie ihr es seid!

danke

Alles Liebe
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gisela
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BeitragThema: Re: praxisbeispiele von der dementenstation
Di 25 Apr 2017, 16:50    © gisela
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nach einiger zeit mal wieder eine neue Begebenheit aus unserem offenen dementenbereich

ein neuer bewohner wird täglich ab mittags um 13.00 massiv unruhig, zeigt hinlauftendenzen, teilweise bei ansprache aggressives verhalten, strebt immer wieder ins treppenhaus.
in einer fallbesprechung erzählt die schwester des bewohners, dass dieser früher als kind immer um die mittagszeit zu seinem vater auf die bausstelle ging und mit dem zusammen gemeinsam mittagspause im treppenhaus auf den stufen gemacht hat.
das nächste mal, als bew unruhig wurde hat das personal ihn also ins treppenhaus gehen lassen, einen pfleger mit zwei klappstullen auf die stufen gesetzt, bew hat sich dazu gesetzt und "mittagspause mit seinem "vater" gemacht", kam mit ihm ne halbe stunde später wieder auf station und der bewohner schien zufrieden, verhielt sich den weiteren nachmittag unauffällig.

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BeitragThema: Re: praxisbeispiele von der dementenstation
Di 25 Apr 2017, 17:26    © Biggi
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Liebe Gisela,
das freut mich für alle Beteiligten. Da sieht man wieder, wie wichtig solche Informationen seien können.  

Liebe Grüße







--- Wir müssen bereit sein, uns von dem Leben zu lösen, das wir geplant haben, damit wir das Leben finden, das auf uns wartet. ---

                        
                           
  
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BeitragThema: Art deines Arbeitsplatzes
Di 25 Apr 2017, 18:37    © greenwood.66
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Liebe Gisela.
Wenn ich deine Berichte lese,mit welcher Mühe und Einfallsreichtum  die deine Arbeit ausübst drängt sich mir die Frage auf,in welchem Heim du wirkst?  Ist es eine "Luxusoase" für betuchte Menschen oder eine Standardanlage?
In unserem Umfeld bin ich sowohl im Pflegedienst als auch in Wohnheimen noch keinem derart qualifiziertem Menschen begegnet.
Nur in der Selbsthilfegruppe Zweien,die ich aber nicht mit in unser Boot holen konnte.
Liebe Grüße greenwood.66
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BeitragThema: Re: praxisbeispiele von der dementenstation
Mi 26 Apr 2017, 13:16    © gisela
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lieber Andreas
nein, wir sind keine luxuseinrichtung, unsere Bewohner kommen aus allen
schichten und nur wenige sind selbstzahler.
den "Luxus" , wenn man es denn so nennen will, den wir uns nehmen, dass
auf unseren dementenabteilungen Mitarbeiter arbeiten, die auch wirklich dort
arbeiten WOLLEN.
und auch bei uns im haus klappt nicht immer alles und es gibt immer etwas
zu verbessern, aber wir bemühen uns (ich denke, es gibt kein heim, was komplett perfekt ist)
und es ist auch nicht so, dass wir nun täglich solche wie von mir beschriebenen
fallbeispiele haben, aber wir sehen in verhaltensauffälligkeiten für uns die Herausforderung
möglichst angemessen darauf zu reagieren.

lieben gruß
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BeitragThema: praxisbeispiele von der demenzstation
Sa 29 Apr 2017, 16:08    © Lichtblick
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Hallo Giesela
Auch ich bin immer wieder erstaunt wie ihr arbeitet.
Mir ist solch ein Heim noch nicht begegnet.
Manchmal sind es nur Kleinigkeiten die man verändern muß oder
man spricht mit den Verwandten  idee .So wie ihr es macht  ist das einfach toll danke 
LG
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dirtsa66
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BeitragThema: Re: praxisbeispiele von der dementenstation
So 30 Apr 2017, 17:05    © dirtsa66
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Tolle Ideen, liebe Gisela - Danke!

Alles Liebe
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BeitragThema: Re: praxisbeispiele von der dementenstation
So 30 Apr 2017, 17:30    © gisela
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danke ihr lieben
lichtblick schrieb:
Mir ist solch ein Heim noch nicht begegnet
ich denke, das in einigen heimen  die demenzgeschultes personal haben so gearbeitet
wird..........es dringt eben nur nicht an die Öffentlichkeit.
manchmal erzähle ich, wenn ich ganz begeistert von einem "gelösten Problem" war
auch mal was zuhause oder im Freundeskreis, aber eigentlich sind das selten
Themen, die man mit menschen bespricht die nichts mit der Materie zu tun haben.

heute z.b. gab es eine Begebenheit, die ich einfach nur toll fand.
frau x (ihr kennt sie schon, das ist die, die nur "rotes" ißt), hat eine neue Marotte entwickelt und
wirft neuerdings die rinde die sie vom Brot abschneidet oder Brot, was sie nicht mehr
essen möchte unter ihren tisch und schiebt es mit den füßen an die wand.
als sie nun zum mittag ihr Brot, ihre rote Marmelade und ihren joghurt einforderte hab ich gesagt......
gern, wenn sie vorher die reste von ihrem frühstück wegfegen.
sie mich angeguckt.........lange............dann gesagt..........gib mir das rote.
naja.........ich hab ihr dann statt Mahlzeit erstmal handeule und schaufel in die Hand gegeben und wieder
gesagt...........gern.........sobald die reste unterm tisch weg sind.
und was macht sie............nimmt beides und geht und fegt sämtliche brotteilchen vom boden auf,
kommt stolz wie oskar zu mir in die küche und wir tauschen kehrschaufel gegen ihr tablett mit ihrer wunschkost.
und nein............es war kein zufallserfolg, sie hat es heute bei allen Mahlzeiten so gemacht.

wenn ich nun solche dinge zuhause erzähle können menschen, die nichts mit Demenz zu tun haben
nur wenig damit anfangen, hören zwar zu, aber wundern sich, dass ich mich nun so darüber
freu.
deswegen denk ich dringt sowenig von dem, was personal in heimen macht nach aussen.

lieben gruß
gisela (heute ziemlich erledigt von der Doppelschicht)






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