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 Was soll ich tun?

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Penelope
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BeitragThema: Was soll ich tun?
Di 20 März 2018, 10:27    © Penelope
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Meine Mutter ist an Demenz erkrankt, sie befindet sich noch im Anfangsstadium, lässt aber keine Untersuchungen zu!
Vor mehreren Wochen hatte Sie einen leichten Schlaganfall von dem Sie sich recht schnell erholt hat, laufen war allerdings nicht mehr groß möglich!
Vor ca. 4 Wochen ist Sie dann vor ihrem Bett früh morgens zusamgebrochen und muss wohl mehrere Stunden dort gelegen haben, da der Notruf natürlich nicht um den Hals getragen werden will, haben wir meine Mutter dann , auf dem kalten Boden liegend gefunden!
Ins KH wollte Sie auch nicht , was wir aber dann doch in die Wege geleitet hatten!

Dort stellte sich ein Hirninfarkt heraus!

Leider, sieht sie nichts ein!
Sie meint mit 90 Jahren wird in einer Woche wieder alles gut und sie kann wieder laufen, was mir der Arzt natürlich nicht bestätigen konnte!
Sie ist seit dieser Zeit, schwer Harninkontinent , meint aber alles wäre ein Hirngespinnst der Ärzte und alle wollten nur ihr schlechtestes!
Leider ist eine Pflege in unserem Hause nicht mehr möglich, denn Sie tyrannisiert mit ihrer sehr sturen und mit Worten verletzenden Art , die ganze Familie was zwar immer in irgendeiner Form so war, aber ich jetzt mit 57 Jahren merke, das mir das immer mehr weh tut und das wir nach einigen schweren Schicksalsschlägen einfach nicht mehr können und wollen!

Sie ist nun in einem Pflegeheim, nörgelt an allem und jedem rum, unterstellt dem Pflegepersonal das , diese sich nicht kümmern obwohl Sie alles ablehnt und sagt das sie nur noch nach Hause will und mir ständig Vorwürfe macht , das ich Sie loswerden wolle und nur auf ihr Geld scharf sei,!

Mich belastet dieser Zustand sehr , und ich weiß nicht wie ich damit Umgehen soll!?

Ich muss dazu sagen, das meine Mutter fast blind ist, was die ganze Situation nicht besser macht!

Manchmal erkennt mich meine Mutter noch nicht mal sogar nicht an der Stimme!
Ist die Demenz schon schlimmer als angenommen!
Soll ich einfach mal ein paar Tage nicht in ihr neues Zuhause fahren?

Bin ziemlich verzweifelt 😟



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Amelu
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BeitragThema: Re: Was soll ich tun?
Di 20 März 2018, 11:06    © Amelu
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Hallo Penelope,

herzlich willkommen hier im Forum winke

Deiner Mutter fehlt es nicht an mangelnder Einsicht, sondern Demenz bringt es mit sich, daß der Sinn für Realität verloren geht und ihre neue An- und Einsicht der Dinge wird immer eigener, irrealer, was die jetzige Lage und Verhältnisse betrifft. Ihre Welt wird immer mehr anders als sie bisher gewesen ist - und genau DAS ist ja die Krankheit.
Da heißt es, behutsam auf sie zugehen, ihr möglichst nicht widersprechen, denn das würde ihr ihr Gebresten vielleicht bewußter machen und sie noch mehr in innere Konflikte, Unverständnis, Trauer, Wut und eine unsägliche Angst bringen. Angst vor dem, was ihr passiert und sie sich selber nicht erklären kann, Angst vor all dem Unbekannten, weil das Bekannte (die Erinnerung) immer weiter zerfließt.

Nicht Wahrhabenwollen oder -können dieser Situation, wo das Bekannte verschwindet, die gesamte Orientierung sich verändert, das kann solche Angst auslösen, die sich in Wut dann entlädt, Wut gegen sich selber und gegen die Angehörigen, und das ist eigentlich nie persönlich zu nehmen, es ist der Schmerz der Seele des betroffenen Individuum. Und dieser Mensch verliert seine Identiät, ohne das verbal ausdrücken zu können. DAS ist die Krankheit, die schreckliche, die belastende.
Und ja - 'du bist noch sehr rüstig, natürlich wird in einer Woche, vielleicht auch in 14 Tagen alles wieder gut sein, dann wirst Du auch wieder nach Hause können'.

Daß Deine Mutter inkontinent wird, kann man etwas bagatellisieren mit 'huch, mal was daneben gegangen, ist nicht schlimm' oder 'ah ja, machen wir alles gleich wieder ordentlich, schwätzen wir nimmer drüber'. Inkontinent werden ist peinlich, also nicht noch extra drauf hinweisen, sondern liebevoll das Malheur runterspielen. Bux ist ja schnell gewechselt, das ist eines der kleinsten Probleme.
Mit einiger Sicherheit wird sie das Versprechen bald wieder vergessen haben, nicht aber das Gefühl, daß man sie ernst nimmt und daß Empfinden des Trostes. Es ist nämlich im Umgang mit solchen Angehörigen ungeheuer, ja verd.. wichtig zu wissen, daß das Gefühl nicht dement wird.

Diese 'ich will heim' wird sowieso nicht zu realisieren sein, denn immer mehr wird 'heim' sich wandeln von einem Ort in eine Zeit, in der man daheim war, sich geborgen fühlte, sicher und behütet vor den Unbilden des Lebens. Je weiter die Krankheit fortschreitet, umso mehr gewinnt 'heim' an Stellenwert. Ich habe es so gehandhabt, daß ich ihr immer und  immer wieder zugesichert habe, ganz bald mit ihr heimzugehen. Das hat Mutter das Gefühl der Verlorenheit etwas genommen, sie getröstet.


Die Wutausbrüche als Folge von namenloser Angst, Verwirrung und Hilflosigkeit kann man mit Homöopathie sehr gut etwas mildern, aber diese Medizin muß von einem erfahrenen Homöopathen ausgesucht werden, da gibts keine Allgemeinregel à la 'man nehme...' .

Wenn Du mal zur Einsicht gekommen bist, daß nicht Du, nicht Deine Familie wirklich beschimpft und abgelehnt werdet, dann ist schon viel gewonnen. Werdet Ihr das schaffen?


Eva
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Penelope
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BeitragThema: Re: Was soll ich tun?
Di 20 März 2018, 11:36    © Penelope
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Liebe Eva, das Problem ist, Sie war immer so! Unsere Ehe hatte Sie fast auf dem Gewissen, sehr uneinsichtig und egoistisch!
Immer habe ich nachgegeben und ich weiß im Moment nichtig die Demenz, das ganze im Kopf noch verstärkt, und wie ich jetzt reagieren soll?

Ich habe kein Problem mit ihrer Inkontinenz, und wirklich Verständnis und sage ihr auch das Sie wenn es ihr besser geht wieder zu uns kommen kann, was ich aber wirklich nicht mehr möchte!
Im Moment bin ich nur so hin und hergerissen und fühle mich als ob ich meine Mutter abgeschoben hätte !
Nur der Nervenkrieg seit ein paar Monaten , bringt mich an den Rand meiner Kräfte!
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Aggi
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BeitragThema: Re: Was soll ich tun?
Di 20 März 2018, 12:17    © Aggi
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Liebe Penelope,

erstmal eine zärtliche Umarmung für Dich!  umarmung

Dies schlechte Gewissen und die innere Zerrissenheit, was soll ich nur tun, gehört (leider!) zum All-Inclusive-Paket bei der Pflege eines Angehörigen mit Demenz ... so kommt es mir persönlich jedenfalls vor.  Sad

Das einzige Rezept und es wirkt leider nicht schlagartig: Ruhe bewahren ... meist bedeutet es aber, überhaupt erstmal wieder zur Ruhe kommen ... und nach Deinen ersten Beschreibungen sitzt Dir ja so einiges in den Knochen.

Wenn Du jetzt, nach über 30 Jahren, die Dich beinahe Deine Ehe gekostet hätten, an dem Punkt bist, so geht es nicht mehr weiter, mußt Du Dir das auch selber erlauben. Und das darfst Du!  I love you

Schau, Schlaganfall und Hirninfarkt bei Deiner Mutter deuten darauf hin, dass ihre Demenz durchaus fortgeschrittener sein könnte als "nur" im Anfangsstadium. Auf alle Fälle hast Du sie nicht in ein Heim "abgeschoben", Penelope. Du hilfst Deiner Mutter. Und notfalls kann die beste Hilfe sein, die Distanz zu vergrössern.

Unter Ärzten und Schwestern weiß man, wie schwer oder unmöglich es ist, eigene Angehörige zu behandeln. Meine Mutter war eine super-patente Krankenschwester, die an dem Tag einknickte, als ihre eigene Schwester für eine harmlose Blinddarm-OP eingeliefert wurde. Das Mutti da nicht mit in den OP konnte, haben alle sofort verstanden.

Was die Welt noch begreifen muß, ist, dass wir pflegenden Angehörigen notfalls auch mal den selben Abstand brauchen. Ich ziehe den Hut vor jedem und jeder, die diese Aufgabe womöglich sogar allein zuhause bewältigt. Solche Menschen haben meinen allerhöchsten Respekt.

Aber wenn man selber einsieht, ich gehe kaputt, habe mich aufgerieben, dann muß es genauso erlaubt sein, abzugeben. Das sich dann auch noch selbst erlauben ist nicht leicht. Das schlechte Gewissen ist leider hartnäckig. Weil wir mitfühlende Wesen sind.

Aber Du hast Dir nichts vorzuwerfen. Du sorgst Dich um Deine Mutter. Auch wenn sie es grad nicht verstehen kann.

Nicht unterkriegen lassen, liebe Penelope!  trost

LG,
Aggi






Manches ist einfach zu wahr um schön zu sein.
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gisela
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BeitragThema: Re: Was soll ich tun?
Di 20 März 2018, 16:02    © gisela
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liebe penelope
Zitat :
Im Moment bin ich nur so hin und hergerissen und fühle mich als ob ich meine Mutter abgeschoben hätte !
ja, dieses gefühl kenne ich gut. so ging es mir auch. lange sogar.
die frage die man sich stellen muss und die auch ich mir stellen musste........
was wäre die alternative.
das schlechte gefühl war bei mir lange gegenwärtig, obwohl mein kopf wusste
das ich die richtige Entscheidung getroffen hab.
ich hab mein leben viele jahre auf meine Mama zugeschnitten, immer mehr
von meinem eigenen abgegeben, habe immer nach Möglichkeiten gesucht es ihr
doch noch zu ermöglichen zuhause bleiben zu können.
und manchmal sind es gerade die notfallsituationen, die einem die Entscheidungen, die man
eigentlich schon lange im kopf hat, abnehmen.so war´s bei mir z.b.
ohne mamas Eskalation, hätte ich wahrscheinlich immer wieder gründe gefunden, sie nicht
ins heim einziehen zu lassen.
das jetzt durchzuziehen kostet kraft........viel kraft.......aber man kann es schaffen.
bei dem einen dauert es länger, bei dem anderen nicht.
deine Mama braucht jetzt auch zeit, denn auch für sie hat sich vieles verändert, was
erstmal verkraftet werden will.
ich sage meinen angehörigen im heim immer...........kommen sie, wenn sie das gefühl haben
kommen zu müssen, weil es ihnen sonst nicht gut geht, aber bleiben sie auch gern einen tag
zuhause, wenn sie für sich selbst denken sie brauchen eine Auszeit. die meisten angehörigen
nehmen das Angebot gerne an, wenn sie sehen, dass sich trotzdem gut um ihre angehörigen
gekümmert wird.
alles liebe für dich und deine mama






    lieben gruß

                           gisela                        


mein Vorbild ?....der Löwenzahn...wenn er es schafft durch Asphalt zu wachsen...kann auch ich scheinbar unmögliches schaffen
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Penelope
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BeitragThema: Re: Was soll ich tun?
Di 20 März 2018, 16:57    © Penelope
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Danke, Fürsorge lieben Worte!
Ich muss Ruhe in das ganze bringen 5 Minuten bei meiner Mutter die mit Selbstmitleid, Vorwürfen und Anschuldigungen gespickt sind und ich werde zum Stier!

Du bist doch meine Tochter und Du musst dich doch kümmern!
Bin echt fertig und will im Moment nur das eine gewisse Ruhe in das ganze kommt!
Denn sie ist so Stur , das Sie das Argument nicht gelten lässt, dasich einfach nicht mehr kann🙈
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Quintilia
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BeitragThema: Re: Was soll ich tun?
Mi 21 März 2018, 07:12    © Quintilia
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Liebe Penelope,

ich hab's bereits in deinem Begrüßungspost geschrieben:

Unsere Mamas sind sich sehr sehr sehr ähnlich und ich kann dir deshalb bestens nachempfinden, wie sehr du am Ende bzw. hin- und hergerissen bist.

Auch ich habe meine Mama seit kurzem im Heim, weil es einfach nicht mehr anders ging. Und auch ich kämpfe noch sehr mit dem schlechten Gewissen.


Du fragst, ob du nicht mehr so oft hinfahren sollst und ich antworte dir: JA! 

Lass sie dort ankommen, lass das das Pflegepersonal erstmal "machen". Zieh dich ein wenig aus der Affäre und komm erst mal zur Ruhe und zu neuen Kräften, denn die wirst du noch brauchen.

Sie ist jetzt gut versorgt und du hast einen Schritt getan, der angesichts eurer Situation und dem Stadium ihrer Erkrankung durchaus angebracht war. Du bist deiner "Pflicht" als Tochter bestens nachgekommen, du hast dich gekümmert!

Vieles kann das Pflegepersonal besser in den Griff bekommen als wir Töchter, die wir unseren erkrankten Müttern emotional so nahe stehen. Diese emotionale Nähe ist nicht immer ein Segen - gerade wenn die Beziehungen (wie in meinem Fall und offenbar auch in deinem) sehr belastet sind! 

Das heißt, hier können die "Professionellen" deiner Mama womöglich aktuell mit Abstand "Besseres" tun, als du!

Ich erlebe als Lehrerin und Mutter oft dasselbe: Fremde Kinder erzieht man aufgrund des emotionalen Abstands manchmal erheblich leichter als die eigenen Kinder  zungensmile, gerade in schwierigen Phasen.

Was Aggression und Unruhe betrifft: Ich habe meiner Mutter schon vor vielen Jahren ein Antidepressivum verschreiben lassen und auch das war ein ziemlicher Segen für sie! Aggression und Unruhe sind Zustände, die oft auf großer Angst beruhen. Und die muss deine Mama nicht aushalten. Sprich doch mal mit dem Facharzt bzw.  erstmal mit dem Pflegepersonal darüber.

LG Quintilia
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lucky
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BeitragThema: Re: Was soll ich tun?
Mi 21 März 2018, 07:35    © lucky
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Ich würde momentan auch nicht hinfahren sondern täglich mit dem Pflegepersonal telefonieren. Vielleicht lebt sie sich noch ein, vielleicht auch nicht - das muß man abwarten.
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