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 Geschlossene Unterbringung Ehrfahrungsberichte

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Anja
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BeitragThema: Geschlossene Unterbringung Ehrfahrungsberichte
Do 26 März 2015, 17:13    © Anja
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Huhu, ich hoffe das ist so richtig wo ich meine Thema hinsetzte scratch .
Ich schreibe zur Zeit eine Hausarbeit über mein Projekt. Ich arbeite auf einem Geschlossenen Wohnbereich (Verschlossene Ausentüren) und ich möchte in dem Zuge einen Informationsflyer für Angehörige/Betroffen entwickeln. Um den Wohnbereich vorzustellen und was einen dort erwartet. Leider gibt mir das Internet nicht das was ich gern hätte nämlich die Eindrücke von ausenstehenden. Deshalb meine frage:
Was für erste Gedanken hat man wenn man an einen geschlossenen Wohnbereich denkt. Was bringt ihr damit in Verbindung?? Mein Ziel wäre mit euren Antworten und Eindrücken auch euren Gefühlen den Angehörigen im Vorfeld die Ängste zunehmen und sie ein Stückweit darauf vorzubereiten was sie dort erwartet. Auserdem finde ich die enge Zusammen arbeit mit den Angehörigen sehr wichtig den nur so kann man eine gute Pflege machen wenn alle zusammen an einem strang ziehen. Versteht Ihr wie ich es meine???
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BeitragThema: Re: Geschlossene Unterbringung Ehrfahrungsberichte
Fr 27 März 2015, 06:28    © Admin
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Liebe Anja

Anja schrieb:
Was für erste Gedanken hat man wenn man an einen geschlossenen Wohnbereich denkt. Was bringt ihr damit in Verbindung??
Natürlich sind die ersten Gedanken an einen geschlossenen Wohnbereich alles andere als angenehm. Selbst wenn dessen Sinn und Notwendigkeit in gewissen Situationen durchaus legitim und unausweichlich ist, so bleibt es für mich in meiner Empfindung leider immer nur ein "notwendiges Übel" - oder besser gesagt das "kleinere Übel". Es lässt sich für mich nicht wegreden, das ein geschlossener Wohnbereich etwas ist, wo niemand hin möchte, aber dennoch in gewissen Situationen leider notwendig werden kann.

Für mich ist es also ganz wichtig, wie die Gesamtstimmung beim betreten eines geschlossenen Wohnbereiches ist. Z.B wie ist die Gesamtstimmung? Wirkt das Personal gestresst, oder entspannt? Wieweit kann auf die Bedürfnisse der Bewohner eingegangen werden? Und nicht zuletzt, wie wirken die Bewohner auf mich? Ich glaube, das gerade bei solchen Fragen Aussenstehende nicht zu unterschätzende sensible Sensoren haben. Zumindest die Angehörigen, wo sich wirklich ein möglichst neutrales Bild des Gesamten machen möchten und sich auch intensiver (zum wohle Aller) damit befassen wollen (bezieht sich auch auf Berufstätige).

Ich finde es ganz toll, das du mehr darüber wissen möchtest und gerne an der Brücke des Verständnisses arbeitest denn....
Anja schrieb:
Auserdem finde ich die enge Zusammen arbeit mit den Angehörigen sehr wichtig den nur so kann man eine gute Pflege machen wenn alle zusammen an einem strang ziehen.
das kann ich nur mit einem dicken fetten JA unterstreichen rose  Denn unabhängig der Erfahrung und dem Wissen, so handelt es sich immer nur um ein Teilwissen. Solange wir uns dessen bewusst sind, solange bleiben wir auch offen um gemeinsame Nenner zu gunsten unserer Lieben zu finden.

Anja schrieb:
ich möchte in dem Zuge einen Informationsflyer für Angehörige/Betroffen entwickeln. Um den Wohnbereich vorzustellen und was einen dort erwartet.
Mich würden folgedessen auch deine Gedanken und Überlegungen dazu sehr interressieren nickend

Und zum Schluss noch, möchte ich auch dir ein herzliches Willkommen im Forum zukommen lassen und hoffe einerseits auf einen guten Gedankenaustausch aber auch, das du dich hier bei uns so richtig wohl fühlst winke

P.S: Ich werde dieses Thema in "Demenz Allgemein" verschieben, da es nichts mit Fragen zum Forum zu tun hat und weil es dort folgedessen besser gesehen wird rose






Liebe Grüsse
 

"Trauer ist ein Teil des Lebens, aber sie darf nicht das ganze Leben werden."
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BeitragThema: Re: Geschlossene Unterbringung Ehrfahrungsberichte
Fr 27 März 2015, 08:30    © lucky
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Als Schwiegermutter im geschlossenen Bereich war, waren die Außentüren (zum Garten und zur Terrasse) offen. Man hatte nicht das Gefühl des Eingesperrtseins. Lediglich die Wohnbereichstür zum Treppenhaus war zu. Von dort hätte man sonst direkt auf die Straße bzw. in die Stadt gelangen können. Der Garten und die Terrasse war sehr schön groß. Da Oma im Sommer dort war, wurden z.B. Zwischenmahlzeiten auf der Terrasse eingenommen. Sehr gemütlich.
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kurt
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BeitragThema: Re: Geschlossene Unterbringung Ehrfahrungsberichte
Fr 27 März 2015, 10:09    © kurt
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Admin schrieb:
das ein geschlossener Wohnbereich etwas ist, wo niemand hin möchte

Wirklich?

Man kann einen geschlossen Wohnbereich positiver als geschützten Wohnbereich sehen.

Es verängstigte mich, als ein Sozialpädagoge mich zu einem Besuch im Bezirkskrankenhaus München-Haar mitnahm und wir während dem Besuch mit eingeschlossen waren und selbständig nicht herausgekommen wären. Dieses Gefühl verschwand erst als uns die Schwester beim Weggehen wieder aufsperrte.

Anders war es bei dem Patienten. Nach Schwierigkeiten war er froh vor dem, als feindlich erlebten Umfeld geschützt zu sein. Wenn er dann noch Gelegenheit hat selbständig einen geschützten Gartenbereich zu nutzen ist die Welt für ihn in Ordnung.
Der Patient erlebt einen Schutz vor unangenehmen Mitmenschen. Die angenehmen Mitmenschen dürfen ihn ja besuchen. Er ist geschützt vor unangenehmen Situationen.

Ähnlich der Situationen wenn sich Burgbewohner in der verschlossenen Burg vor dem Feind geschützt fühlen konnten und hier ihre heile Welt hatten.

Der Wunsch des Patienten seinen Horizont wieder zu erweitern kommt dann erst mit Zunahme der Selbstsicherheit.
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Kassandra
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BeitragThema: Re: Geschlossene Unterbringung Ehrfahrungsberichte
Fr 27 März 2015, 11:51    © Kassandra
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Für mich war es damals - allerdings in einer psychiatrischen Klinik - ein beruhigendes Gefühl, da ich meine Mutter geschützt wusste. Sie war in dem Moment nicht in der Lage, für sich die Verantwortung zu tragen und wurde somit vor sich selbst geschützt. Wenn ich sie besucht habe, war es ja kein Thema, diesen Bereich zu Verlassen.

Ein absolut wichtiges Kriterium für mein Empfinden, ist der Eindruck, den das Personal auf mich macht - die Art, wie mit mir und mit den Bewohnern umgegangen wird.

Vielleicht sollten bei dem Flyer verstärkt Bilder aus dem Alltag gezeigt werden. Für mich war es gut zu wissen, was in meiner Abwesenheit im Umfeld meiner Mutter passiert.
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Anja
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BeitragThema: Re: Geschlossene Unterbringung Ehrfahrungsberichte
Fr 27 März 2015, 12:26    © Anja
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Danke Danke Smile

Ich freue mich grade das ich andere Einblicke von euch bekomme. Smile

Ja ich finde es auch wichtig wie das Pflegepersonal auf die Angehörigen wirkt, schließlich spiegelt sich die Laune des Pflegepersonal auf die Bewohner. Vorallem muss man als Angehöriger bei Fragen und Nöten mit einem guten Gefühl zum Pflegepersonal kommen können. Wenn man immer einen gstressten Eindruck bei den Angehörigen hinterlässt hat man doch kein gutes Gefühl dabei seinen Schützling zurück zulassen geschweige den Fragen zustellen oder? scratch Ich mit meinen jungen jahren fahre mit dem Grundsatz das ich so pflege wie ich gern selbst gepflegt werden möchte sehr gut.
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lucky
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BeitragThema: Re: Geschlossene Unterbringung Ehrfahrungsberichte
Fr 27 März 2015, 12:32    © lucky
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Anja schrieb:


Ich arbeite auf einem Geschlossenen Wohnbereich (Verschlossene Aussentüren) und ich möchte in dem Zuge einen Informationsflyer für Angehörige/Betroffen entwickeln.

Um den Wohnbereich vorzustellen und was einen dort erwartet.

Magst Du uns denn beschreiben, was einen dort erwartet? Ist es ein Heim oder eine Klinik? Wird dort eher therapiert oder eher gepflegt?


Leider gibt mir das Internet nicht das was ich gern hätte nämlich die Eindrücke von Aussenstehenden.

Deshalb meine Frage:
Was für erste Gedanken hat man wenn man an einen geschlossenen Wohnbereich denkt. Was bringt ihr damit in Verbindung??

Endlich hören die Suchaktionen auf und ich muss mir keinen Kopf mehr machen, ob meine Mutter in Schlappen nachts durch den Schnee läuft.


Mein Ziel wäre, mit Euren Antworten und Eindrücken auch Euren Gefühlen den Angehörigen im Vorfeld die Ängste zunehmen und sie ein Stückweit darauf vorzubereiten was sie dort erwartet.

Auch hier: Angst wird mir genommen, wenn ich angenommen werde. Ist im Haus der Einbezug von Angehörigen gewünscht und wird er gefordert/gefördert? Oder bin ich als Besuch eher eine "Nervensäge"? Gibt es Angehörigenaktivitäten auch ohne die Patienten/Bewohner? Bekomme ich auch den Arzt/die Ärzte/die Therapeuten zu Gesicht?


Ausserdem finde ich die enge Zusammen arbeit mit den Angehörigen sehr wichtig, denn nur so kann man eine gute Pflege machen wenn alle zusammen an einem Strang ziehen. Versteht Ihr, wie ich es meine???

Beispielsweise solche Dinge wie "transparente Dokumentation". 

Sowas ist viel interessanter als ob die Tür auf oder zu ist.



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gisela
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BeitragThema: Re: Geschlossene Unterbringung Ehrfahrungsberichte
Fr 27 März 2015, 13:06    © gisela
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liebe anja
anja schrieb:
Ich mit meinen jungen jahren fahre mit dem Grundsatz das ich so pflege wie ich gern selbst gepflegt werden möchte sehr gut.

so mach ich es seit vielen jahren auch schon .

für angehörige ist es oftmals erschreckend wenn sie hören "geschlossener Bereich" / "geschützter Bereich". es werden Unterbringungsbeschlüsse benötigt, es kommt ein Richter zur Anhörung und allein dieses Procedere löst oft unangenehme Gefühle aus. eine tochter hat es mal so ausgedrückt : "ich hab das gefühl, als würde ich mutter ins Gefängnis bringen"
wie alle anderen schon gesagt haben ist eine gute Kommunikation zwischen allen bereichen das a & o.
Ängste annehmen, verstehen und erklären.
wir haben bei uns einen offenen und einen geschützten bereich für demenzkranke ( der als ein Wohnbereich gilt) mit einem festen Team. wenn Veranstaltungen oder angehörigenabende o.ä sind, trennen wir diese Bereiche nicht sondern feiern gemeinsam, was den austausch auch unter den angehörigen sehr fördert. jeder angehörige ist zu jeder Tageszeit auf beiden bereichen gern gesehen .
vielleicht bindest du "deine" angehörigen bei der Erstellung eines Flyers auch mit ein?

lieben gruß
gisela
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Biggi
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BeitragThema: Re: Geschlossene Unterbringung Ehrfahrungsberichte
Fr 27 März 2015, 14:39    © Biggi
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Liebe Anja,
herzlich Willkommen bei uns. rose  Deine Einstellung und dein Engagemant gefallen mir sehr.

Unsere Mutter z.B. war nie auf einer geschlossenen Einrichtung, habe sie mir aber angeschaut.  Doch ich teile die anderen Meinungen. Wenn sich die Kranken wohl fühlen und die ganze Atmosphäre und Verständigung stimmt, ist es zweitrangig, ob verschlossen oder offen. 

Meine ersten Gedanken waren eigendlich nicht negativ,weil ich ziemlich zeitig begonnen habe, mich mit der Krankheit auseinanderzusetzen. Da muss man dann auch verstehen, dass es für viele einfach das sinnvollste ist, um geschützt leben zu können. Es ist ja schliesslich kein Gefängnis, wo man nie wieder raus kommt, und wenn das Gesamtkonzept stimmt, finde ich das wie gesagt nicht bedrückend, sondern angemessen.

Ich bin schon gespannt, was du daraus machen wirst.

LG Biggi







--- Wir müssen bereit sein, uns von dem Leben zu lösen, das wir geplant haben, damit wir das Leben finden, das auf uns wartet. ---

                        
                           
  
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Anja
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BeitragThema: Re: Geschlossene Unterbringung Ehrfahrungsberichte
Mo 20 Apr 2015, 10:56    © Anja
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Oh man wie die Zeit verfliegt. Es tut mir leid das ich jetzt erst wieder mal hier vorbei schaue =(
Wie es manchmal so ist und man genug zu tun hat. Ich danke euch sehr für eure Antworten. Very Happy
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