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 Demenz und Auto fahren

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Marie
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BeitragThema: Demenz und Auto fahren
Fr 22 Dez 2017, 21:39    © Marie
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Ich muß heute leider eine traurige Geschichte erzählen. Ich tue es besonders, um Angehörigen von Demenzkranken einmal mehr vor Augen zu führen, wie schnell etwas passiert. Als ich aus dem Urlaub kam, hat mir meine Freundin (71) am Telefon von dem Vorfall erzählt, an dem sie noch sehr lange leiden wird.

An einem Vormittag im November stieg sie aus dem Bus aus und wollte über die Straße zu ihrem Haus gehen. Auf der Mittellinie blieb sie stehen, in jeder Hand einen schweren Einkaufsbeutel. Plötzlich kam mit ziemlicher Geschwindigkeit ein PKW um die Ecke (die Straßen bilden einen spitzen Winkel, sind aber übersichtlich). Der Fahrer überfuhr die Linie seiner Fahrbahn und sie wurde vom Seitenspiegel erfaßt und auf die Straße geschleudert, Taschen und Inhalt weit verstreut, der Spiegel riß ab und wurde später von der Polizei auf der Straße gefunden. Der Unfallverursacher fuhr einfach weiter. Ein nachfolgender PKW hielt an, der Fahrer hatte alles beobachtet. Rettungskräfte und Polizei bestätigten später, daß sie nicht nur einen Schutzengel gehab habe.

Nach längerem Krankenhausaufenthalt liegt sie nun daheim in der ersten Etage, Metall im zertrümmerten Bein und eine Schiene außen herum. 3 Monate nicht auftreten! So hüpft sie notdürftig auf dem anderen Bein in den Flur zu ihrem Toilettenstuhl (Toilette eine halbe Treppe tiefer, wie das in alten Häusern so ist) oder mal in die Küche. Selbst das Hüpfen ist schwierig, weil auf dieser Seite das Hüftgelenk noch recht neu ist, das sie vor einiger Zeit bekam. Glücklicherweise wohnen zwei Söhne und die Schwiegertochter mit im Haus, so daß wenigstens morgens und abends jemand da ist, um sie zu versorgen.

Durch den Spiegel konnte die Polizei den Fahrzeugtyp bestimmen und als der Fahrer am nächsten Morgen ins Autohaus kam, um sein Fahrzeug reparieren zu lassen, hat man ihn gleich in Empfang genommen. Es war ein 71jähriger Mann, der ausgesagt haben soll, er hätte gedacht, mit dem Seitenspiegel einen entgegen kommenden PKW gestreift zu haben. Für ihn offensichtlich kein Grund anzuhalten. Wenn das nicht auf zumindest eine beginnende Demenz hindeutet, dann weiß ich auch nicht.

Vielleicht sollte man doch nicht bis zur Katastrophe warten, ehe man einen dementen Angehörigen auch mit drastischen Mitteln am Fahren hindert.

Meine Freundin ist noch mal davon gekommen. Sie hatte wirklich ein paar aufmerksame Schutzengel.






von Marie
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gisela
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BeitragThema: Re: Demenz und Auto fahren
Sa 23 Dez 2017, 14:02    © gisela
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ach herrje marie
ja so schnell kann´s gehen. das tut mir sehr leid für deine
Freundin, und ich hoffe, sie kann weihnachten mit hilfe
ihrer kinder und mit möglichst wenig schmerzen verbringen.






    lieben gruß

                           gisela                        

Der beste Weg, einen Freund zu haben, ist der, selbst einer zu sein.


Ralph Waldo Emerson, US-amerik. Philosoph, 1803 – 1882
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soda1964
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BeitragThema: Re: Demenz und Auto fahren
Di 26 Dez 2017, 11:26    © soda1964
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Oh, das liest sich schrecklich. Das tut mir sehr leid für deine Freundin.

Meine Nachbarin hat sich letzten Sommer den Unterschenkel ganz böse gebrochen und durfte auch lange Zeit nicht auftreten. Sie ist in der Wohnung oft mit einem Bürostuhl mit Rollen umher gefahren. Entweder sitzend und den Stuhl je nach Tätigkeit auf die entsprechende Höhe eingestellt oder mit dem verletzten Bein darauf kniend und mit dem gesunden Bein "laufend".

Manchmal braucht es ein bisschen Phantasie um von der Vorstellung mit Stöcken zu gehen wegzukommen zwinker 

Gute Besserung deiner Freundin und liebe Grüsse






Therese

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Die wahre Lebenskunst besteht darin, im alltäglichen das Wunderbare zu sehen.
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Marie
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BeitragThema: Re: Demenz und Auto fahren
Mi 27 Dez 2017, 22:20    © Marie
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Danke, liebe Therese. Morgen geht es nun endgueltig nach Hause. Deine Genesungswuensche richte ich gern aus.






von Marie
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