HomeForumLeben mit EGemäldeDemenz....Heimwahl16 Regeln bei DemenzImpfressum


StartseiteFAQSuchenLexikonAnmeldenLogin



Teilen | .
 

 Stimulation durch Berührung

Vorheriges Thema anzeigen Nächstes Thema anzeigen Nach unten 
AutorNachricht
Admin
Administrator
Administrator
Admin

Situation bezieht sich auf Situation bezieht sich auf :

Anzahl der Beiträge :
9977
Alter :
57
Ort :
Schweiz/Schweden
Anmeldedatum :
14.11.07

BeitragThema: Stimulation durch Berührung
Di 15 März 2011, 21:18    © Admin
Eine Antwort erstellen

Autostimulation als Notruf

Wenn alte Menschen der Reizverarmung begegnen, stimulieren sie sich selbst. Um Informationen über den eigenen Körper und die Umwelt zu erhalten, schreiten sie gleichsam zur Selbsthilfe. Typische Beispiele sind

* Nestelbewegungen auf der Bettdecke,
* Reiben und Kratzen auf der eigenen Haut,
* Kratzen mit den Fingernägeln auf dem Tisch und
* Schaukeln mit dem Oberkörper.

Nach Ansicht von A. Hartwanger ist die meist monotone und häufig selbstschädigende Autostimulation ein Hilfeschrei von Menschen, die unter einem Mangel an sinnlichen Anregungen leiden. Dabei sind die Möglichkeiten der ursprünglich von A. Frölich entwickelten "basalen Stimulation" mannigfaltig und einfach zu verwirklichen.

Mittel basaler Stimulation
Körperstimulation:


* Deutlicher Druck bei der Körperpflege (Waschen, Abtrocknen, Einreiben, Massieren); Richtung: vom Körperstamm zur Peripherie
* Erweitertes Reizangebot durch Wechsel der Wassertemperatur, verschieden harte Waschlappen, Schwämme und Handtücher, diverse Waschzusätze
* Förderung der Körperwahrnehmung durch gut sitzende und vollständige Kleidung (einschließlich Unterwäsche)

Anregung des Gleichgewichtssinnes:

* Schaukeln im Schaukelstuhl
* gemeinsames Ausführen rhythmischer Bewegungen (z.B. Tanzschritte)
* Wiegen des Kranken im Arm des Betreuers

Haptische Stimulation (Tast- und Greifsinn):

* "Begreifen" unterschiedlicher Materialien"
* Hände unter fließendes Wasser halten
* Sich selbst eincremen

Vibratorische Anregung:

* Halten einer elektrischen Zahnbürste, eines Elektrorasierers oder ähnlich vibrierender Gegenstände mit der Hand

Orale Stimulation:

(Besonders wichtig für Patienten, die parenteral ernährt werden, aber auch für Personen mit Schluckstörungen, um deren Gefühl für den Mundbereich zu fördern und zu erhalten)

* Regelmäßiges Bestreichen von Lippen, Zähnen, Zunge und einem Teil des Gaumens mit den Fingern oder einem großen Wattetupfer (z.B. bei der Mundpflege)
* Fördern von Lutsch- und Schluckbewegungen durch harte Brotrinden, Bratenkruste oder Kaugummi

Olfaktorische Stimulation:

(Vertraute Gerüche fördern die Erinnerung!)

* Körperpflege mit Parfum, Deo oder Rasierwasser, das dem Kranken lieb und vertraut ist
* Anregung des Geruchssinnes durch Blumen, ätherische Öle und Essensdüfte. Sie überdecken den mitunter typischen Geruch der Betreuungseinrichtung und verbessern so die Atmosphäre.

Visuelle Stimulation:

* Mobiles, Poster und Bilder mit kräftigen Farben sowie leicht erkennbaren Motiven
* Fotos aus dem Privatleben des Patienten.

Schon ein einziger Gegenstand, der ins Blickfeld gerückt wird, kann den Tag des Kranken verändern!

Diese Anregungen sind nur Beispiele. Die Kreativität kennt letztlich keine Grenzen. Allerdings darf man den Kranken nicht überstimulieren.






Liebe Grüsse
 

"Trauer ist ein Teil des Lebens, aber sie darf nicht das ganze Leben werden."
Nach oben Nach unten
http://www.demenzforum.ch
Paula
Ist hier Zuhause
Ist hier Zuhause
avatar

Situation bezieht sich auf Situation bezieht sich auf :

Anzahl der Beiträge :
1272
Alter :
57
Anmeldedatum :
10.09.12

BeitragThema: Re: Stimulation durch Berührung
Di 08 Okt 2013, 16:26    © Paula
Eine Antwort erstellen

Hallo,

wie Ursula schon beschrieben hat, ist basale Stimulation eine Form körperbezogener Kommunikation und Therapie.

Der Schaukelstuhl, Inbegriff des friedlichen, erfüllten Alters, kommt zu neuen Ehren.  Das Schaukeln und Wiegen sind wichtige Elemente der basalen Stimulation, die mittlerweile buchstäblich "von der Wiege bis zur Bahre" Anwendung findet.

Sanfte Wiegebewegungen eines Schaukelstuhls haben nicht nur eine beruhigende Wirkung, sondern können auch Schmerzmedikamente überflüssig machen.
Ein erhöhter Muskeltonus normalisiert sich. Die Durchblutung in den Beinen wird angeregt.
Die Oberschenkelmuskulator wird trainiert.

Alle Menschen wissen, dass man ein Kind durch sanfte Bewegungen beruhigen kann.
Auch bei sehr unruhigen Demenzerkrankten kann meine eine positive Wirkung feststellen.

Normale Schaukelstühle sind wegen ihrer Kufen, nicht besonders geeignet. - Sturzgefahr -
Sinnvoll sind Schaukelstühle, die einen runden Standfuß haben, und sich nach allen Seiten drehen lassen. Dadurch hat man eine Rundumsicht im ganzen Raum.

Ein Beispiel:

http://www.ntvital-shop.de/ntvital-entspannungssessel-p-2433-1.html


Liebe Grüße
Paula
Nach oben Nach unten
http://www.ntvital-shop.de
 

Stimulation durch Berührung

Vorheriges Thema anzeigen Nächstes Thema anzeigen Nach oben 
Seite 1 von 1

Demenzforum :: Demenz Infos :: Tipp-Lexikon für die Pflege (nicht für Diskussionen gedacht)-
StartseiteFAQSuchenLexikonAnmeldenLogin







nach obennach unten