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 Pratikum im Pflegeheim bei Demenzkranken

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Melly
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BeitragThema: Pratikum im Pflegeheim bei Demenzkranken
Pratikum im Pflegeheim bei Demenzkranken EmptyFr 22 Mai 2009, 21:02    © Melly
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Guten Abend!

Ich bin weiblich, 33 Jahre und möchte gerne mein Anliegen schildern.

Durch meine verstorbene an Demenz erkrankte Schwiegermutter habe ich schon einiges über die Krankheit gelernt und auch viel mitbekommen. Bei Ihr und im Heim bei den Besuchen.

Nun mache ich gerade im Pflegeheim ein Pratikum, da ich eine Ausbildung zum Alltagsbegleiter machen möchte. Obwohl mein Kopf mir sagt, diese Krankheit ist nicht ansteckend, habe ich im Moment ein ungutes Gefühl für mich selber.
Ich bin auf einer Station wo so 14 Leute Demenzkrank sind, manche schlimmer als andere. Manche können fast nichts mehr alleine. Nun beschäftige ich mich mit diesen Menschen ( für mich alle fremd), ich spiele mit ihnen und gehe spazieren, manche möchten einen ständig an der Hand halten. Ich bin sehr kontaktfreudig und habe damit auch kein Problem. Ich gebe ihnen die Nahrung an. Es macht mir Freude, den Menschen zu Helfen!

Nun stellt sich aber folgendes zum Feierabend bei mir ein: Sobald ich das Heim verlasse und ich auf der Straße bin, habe ich das Gefühl mich sofort Duschen zu müssen, dann ist Angst da, was ist, wenn ich mich "anstecke" und in ein paar Monaten auch so "verrückt" bin, wie die armen Menschen im Heim.
Ich hoffe, ich habe mich einigermaßen gut ausgedrückt. Das komische ist, mir macht die Arbeit Spaß, die alten Menschen freuen sich, die vermissen mich teilweise schon, wenn ich nicht da bin. Diese Arbeit liegt mir auch.
Aber diese Gedanken, wenn ich Feierabend habe lassen mich nicht los.
Ich sitze zu Hause und denke:Was ist, wenn es doch ansteckend ist?
Bei meiner Schwiegermutter hatte ich die ganzen Jahre diese Gedanken nicht. Vielleicht, weil sie nicht fremd war?

Nun stellt sich die Frage, legt sich die Angst oder nicht? Dann kann ich diese Arbeit nicht ausüben!

Vielen Dank fürs Zuhören und vielleicht auch für den einen oder anderen Tipp!
Melly
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sylvia
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BeitragThema: Re: Pratikum im Pflegeheim bei Demenzkranken
Pratikum im Pflegeheim bei Demenzkranken EmptySa 23 Mai 2009, 11:01    © sylvia
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Herzlich Willkommen liebe Melly,

ich denke mal, das diese Arbeit wohl doch nicht das richtige für Dich ist.

Denn, wie Du sagst, Du hast darüber schon gelesen. Sie kann nicht anstecken.

Hast Dich schon mal den Schwestern anvertraut?

Vielleicht liest Dir das mal durch:
Was sich Demenz-Kranke wünschen

©️ Dr. Dr. Herbert Mück, Köln
Vielen Dank für Ihr bisheriges Engagement. Die Betreuung und Unterstützung von Demenz-Patienten ist keine Selbstverständlichkeit. Sie erfordert sehr viel Geduld, Einfühlungsvermögen und persönlichen Verzicht. Dieses Merkblatt will Ihnen eine Erinnerungsstütze sein, indem es wichtige Wünsche von Demenz-Kranken an Ihre Umwelt festhält. Die hier aufgelisteten Hoffnungen und Bitten entstammen großenteils Gesprächen mit Personen im Frühstadium einer Demenz.

  • Schließe mich nicht aus. Lass mich an sozialen Aktivitäten und gesellschaftlichen Anlässen teilhaben.
  • Nimm mich mit, wenn du ausgehst. Gehen und Bewegen sind Genussmöglichkeiten, die mir weiterhin zur Verfügung stehen.
  • Sei nicht enttäuscht, wenn ich selbst wenig übernehme, zum Beispiel nicht selbst Auto fahre. Glaube mir, dass ich lieber selber am Steuer säße, als mich chauffieren zu lassen.
  • Erinnere mich an frühere Ereignisse und Erlebnisse. Damit ermöglichst du mir gute Gefühle. Auch förderst du meine Lebendigkeit.
  • Lass dich davon überraschen, was ich alles noch kann. Du musst mir dazu allerdings auch die Gelegenheit bieten. Nimm mir also nicht alles von vornherein ab, weil du denkst, ich sei zu nichts mehr in der Lage.
  • Halte mir nicht mein Unvermögen vor Augen. Es bedrückt mich schon genug, meine Probleme selbst zu registrieren. Auch verspricht es wenig Erfolg, wenn du mich „erziehst“, „mahnst“ oder „bestrafst“. Du hilfst uns beiden mehr, indem du mich beim Lösen der Probleme sinnvoll unterstützt.
  • Freue dich mit mir, wenn mir etwas gelingt. Gerade wegen meiner Schwierigkeiten ist es nicht „selbstverständlich“, wenn ich Alltagsaufgaben bewältige.
  • Rufe mich an oder besuche mich, wann immer dir danach ist. Oft fühle ich mich einsam und ängstlich. Dann freue ich mich über jeden Kontakt.
  • Ich bin nicht ansteckend, also halte nicht unnötig Abstand zu mir. Auch mir tut behutsamer und einfühlsamer körperlicher Kontakt gut.
  • Spare mir gegenüber nicht mit Anerkennung. Ich bin keine „leere Hülle“. Gerade wegen meiner Probleme genieße ich Wertschätzung besonders.
  • Versuche, dich in meine Lage zu versetzen. Wie geht es dir, wenn du Dinge nicht findest, dich wegen Krankheit schwach und hilflos fühlst oder du dich in der Öffentlichkeit „blamierst“? Betrachte mein Verhalten nicht als „aggressiv“, „nervend“ oder „enthemmt“ – oft drückt es nur meinen Wunsch nach Bewegung, Kontakt und Orientierung aus.
  • Akzeptiere, dass mein Befinden von Tag zu Tag schwanken kann. Fühle dich nicht belogen, wenn ich Besuchern oder Ärzten gegenüber auflebe und diese kaum nachvollziehen können, wie schlecht es mir sonst überwiegend geht.
  • Sprich langsam, ruhig und verständlich mit mir. Mit deinen Gefühlen (Ärger, Nervosität) steckst du mich an.
  • Warum soll ich mich dauernd anpassen, zumal mir dies zunehmend schwerer fällt? Könntest du dich nicht auch manchmal auf meine Vorstellungen eingehen?
  • Nicht alle Welt muss meine Diagnose kennen. Also verkünde sie nicht jedem. Außerdem macht es mich misstrauisch, wenn ich merke, wie andere über mich sprechen.
  • Fasse mich nicht lieblos an. Halte und behandele mich nicht wie einen Kriminellen, für den man sich schämt und der versteckt werden muss.
  • Drucken Sie diese Seite aus und notieren Sie hier individuelle Wünsche, der von Ihnen betreuten Person:
LG Sylvia








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BeitragThema: Re: Pratikum im Pflegeheim bei Demenzkranken
Pratikum im Pflegeheim bei Demenzkranken EmptySa 23 Mai 2009, 11:46    © Jürgen
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Hallo Melly

Ich bin Altenpfleger und kann dir mit Sicherheit sagen, das du dich nicht anstecken kannst. So wie sich das anhört, hast du irgendwelche Probleme aus der Vergangenheit, die wahrscheinlich jetzt herauskommen. Rede mal mit deinem Arzt darüber, vielleicht auch mit einem Psychiater. Du darfst nach deiner Arbeit nichts mitnehmen, sonst gehst du "kaputt". Du kannst aber auch mit den Schwestern/ Pflegern darüber reden wie sie damit zurecht kommen.

LG Jürgen






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BeitragThema: Re: Pratikum im Pflegeheim bei Demenzkranken
Pratikum im Pflegeheim bei Demenzkranken EmptySa 23 Mai 2009, 13:13    © chiara
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Hallo Melly

ich muss mich Sylvia anschließen. Mit Sicherheit hast du schon vieles über Demenz gelesen und ja auch deine Erfahrungen gesammelt. Wenn es nun trotz allem so ist, dass du so viel "mit nach Hause nimmst" und das Gefühl hast, dich anzustecken, obgleich du genau weißt, dass das nicht sein kann, scheint sich dein Körper, deine Psyche, irgendwie gegen diese Arbeit zu wehren.

Ich denke, für alle pflegenden Berufe, sei es nun in einem Altenheim, im Krankenhaus oder wo immer man mit kranken Menschen zu tun hat, ist es wichtig, zu lernen, sich absolut abzugrenzen. Natürlich soll man nicht völlig abgestumpft sein - aber es muss absolute Priorität haben, sobald man den Arbeitsplatz verlässt, "abzuschalten". Gelingt einem das nicht, wird man - wie Jürgen sagt - über kurz oder lang daran kaputtgehen.
Möglicherweise wehrt sich dein Unterbewusstsein dagegen, weil deine Psyche doch nicht damit klar kommt - und drückt es dann mit diesen Gedanken "ich kann mich anstecken" aus.

Ich möchte dir nicht zu nahe treten - aber könnte es sein, dass du in irgendeiner Form unbewusst den Gedanken hast, vielleicht bei deiner SM nicht genug getan zu haben, "Schuldgefühle" aufbringst, weil du ihr nicht helfen konntest? Und vielleicht deshalb jetzt gerade diesen Beruf wählen möchstet? In gewisser Weise also so eine Art "Helfersyndrom", dass du spürst, es tut dir gut, gebraucht und geliebt zu werden, weil dir dies an irgendeiner anderen Stelle im privatleben fehlt?
Dein Satz: "Es macht mir Freude, Menschen zu helfen" - und gleichzeitig aber die Gedanken "ich könnte mich anstecken", stehen da in einem Widerspruch - und den gilt es, zu klären.

Wie gesagt - das sind nur Mutmaßungen von mir - aber wenn dir die Arbeit mit den Demenz-Kranken eigentlich Spaß macht, du aber zuhause dann solche Gefühle hast, müssen sie irgendwo herkommen.
Und da möchte ich Jürgen recht geben - du solltest vielleicht mal mit einem Psychologen ....vielleicht auch erstmal mit dem Sozialdienst dort im Heim... sprechen, um herauszufinden, wo die Gründe dafür sind.

Liebe Grüße
Anja
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BeitragThema: Re: Pratikum im Pflegeheim bei Demenzkranken
Pratikum im Pflegeheim bei Demenzkranken EmptySa 23 Mai 2009, 15:52    © Jürgen
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So ist es natürlich besser ausgedrückt Anja. (Ich kann im Moment nicht so wie ich es möchte) Genauso meinte ich es auch.

LG Jürgen






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BeitragThema: Re: Pratikum im Pflegeheim bei Demenzkranken
Pratikum im Pflegeheim bei Demenzkranken EmptySa 23 Mai 2009, 18:12    © sylvia
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Sehr gut ausgedrückt Anja.

Liebe Melly,
ich hab selber ehrenamtlich im Seniorenstift gearbeitet. Aber durch meinen Papa und seine Geschichte kann ich es nicht mehr. Mir geht jetzt alles noch näher.
Dazu hab ich Probleme daheim mit meinem Mann. Wenn man ein intaktes Familienleben hat ist vieles leichter.

LG Sylvia








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BeitragThema: Re: Pratikum im Pflegeheim bei Demenzkranken
Pratikum im Pflegeheim bei Demenzkranken EmptySa 23 Mai 2009, 19:32    © Melly
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Hallo Ihr Lieben!

Vielen Dank erstmal für Eure Antworten.
Mein Privatleben ist absolut intakt, keinerlei Probleme und Sorgen. Auch habe ich keine Schuldgefühle meiner Schwiegermutter gegenüber, weil wir wussten, sie kann nicht mehr gesund werden.

Ich werde in der nächsten Pratikumswoche eventuell mal mit dem sozialen Dienst über diese Angst reden.

Jedenfalls erstmal vielen Dank für Eure Hilfe.

Lg
Melly
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BeitragThema: Re: Pratikum im Pflegeheim bei Demenzkranken
Pratikum im Pflegeheim bei Demenzkranken EmptySa 23 Mai 2009, 21:25    © chiara
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Wie gesagt: Oftmals ist es unbewusst, d.h., man weiß gar nicht, WAS es sein könnte, weil irgendetwas "vergraben ist", an das man gar nicht denkt. Und oftmals liegt es viel tiefer, als man glaubt.

Aber wie ebenfalls gesagt: Es sind nur Mutma´ßungen - aber es gibt irgendeinen Grund, warum du solche Angst vor einer Ansteckung hast - oder warum deine Psyche dir das signalisiert.

Liebe Grüße
Anja
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BeitragThema: Re: Pratikum im Pflegeheim bei Demenzkranken
Pratikum im Pflegeheim bei Demenzkranken EmptyDi 26 Mai 2009, 07:47    © Melly
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Gestern hat meine zweite und auch letzte Pratikumswoche angefangen. Zusätzlich zu meiner Angst haben mir gestern zwei Pflegeschwestern noch mehr Angst gemacht, indem sie sagten, dass sie sich auf keine Stühle setzen, wo Mitbewohner drauf sitzen, da sie ja fast alle inkontinent sind, und man sich Pilz und andere Krankheiten holen könnte, da die Stühle alle mit Urin voll sind.( Sind Stühle mit Schaumbezug) Toll, nun traue ich mich schon nirgends mehr hinzusetzen.

Generell frage ich mich, ob ich überhaupt auch richtig im Pratikum begleitet werde. Ich bin die ganze Zeit auf mich alleine gestellt. Schon am zweiten Tag habe ich alleine eine alte Dame aus dem Bett geholt und zum Speisesaal gebracht. Ob das alles so richtig ist? Nicht dass ich mir das nicht zutraue, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass das so in Ordnung ist, wenn was passiert wäre mit der Dame? Oder auch wie gestern, ich bin alleine in drei Zimmer gegangen um Essen anzureichen.
Die Frau vom sozialen Dienst fragte mich gestern doch allen Ernstes, ob ich mit einem Mann Gehübungen machen könnte! Und das als aboluter Neuling?
Sie sagte mir auch, die Beschäftigungen müssen dokumentiert werden in den Unterlagen. Erstens hat mir das keiner gesagt, zweitens kann ich doch nicht einfach an die Akten gehen und drittens weiß ich gar nicht, wie man das aufschreiben soll.
Auch habe ich keine Beschäftigungsmöglichkeiten, ich bekomme ein Rätselheft oder ein Quiz und das wars! Ich hatte eigentlich gedacht, dass man einen Schrank hat, wo man drauf Zugriff hat und sich was aussuchen kann, was man mit den Bewohnern machen möchte. Oder das man auch den einen oder anderen Ratschlag bekommt, was die Bewohner gerne machen.
( Basteln, Malen). Ich weiß gar nicht, ob die solche Materialien haben?

Über die Organisation und Ablauf des Pratikums bin ich sehr enttäuscht, dafür dass sie angeblich ständig Pratikanten haben.

Gruß an Alle!
Melly
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BeitragThema: Re: Pratikum im Pflegeheim bei Demenzkranken
Pratikum im Pflegeheim bei Demenzkranken EmptyDi 26 Mai 2009, 07:54    © chiara
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Ach, liebe Melly

ich sehe das genauso, wie du! Nachdem ich jetzt in einem Forum gelesen habe, dass sogar HARTZ IV Empfänger in Pflegeheimen als "Beschäftigungstherapeut" für Demenzkranke als 1-Euro-Jobber eingesetzt und ebenfalls offenbar völlig alleine gelassen werden, frage ich mich wirklich, ob überhauopt an die Menschen gedacht wird......

Liebe Grüße
Anja
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BeitragThema: Re: Pratikum im Pflegeheim bei Demenzkranken
Pratikum im Pflegeheim bei Demenzkranken EmptyDi 26 Mai 2009, 09:46    © sylvia
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Moin,
wir haben das Problem der Unterbesetzung. Nicht jeder traut sich auch diese Aufgabe zu.

Ich möchte mal sagen, das ist kein so gutes "Heim". Allerdings kann man gegen essen anreichen und spazieren gehen nix sagen, das kann auch ein Praktikant.

Liebe Melly, wenn Du diese Arbeit wirklich machen willst, musst Du auch dahinter stehen. Das mit den Stühlen, kopfschütteln, selbst wo ich ehrenamtlich war, waren die Stühle sauber und trocken. Im übrigen tragen inkontinente eine Windel, ist auch für die Schwester viel bequemer, so müssen sie die Bewohner nicht aufs WC bringen.

Zu den 1 Euro Jobbern kann ich sagen, auch dort wo mein Papa wohnte war eine Dame, sie machte das mit viel Herz und mein Papa hat sie liebgewonnen. Sie hat nachher umgeschult auf Altenpflegerin. So hat auch das was gutes.

LG Sylvia








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Carola
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BeitragThema: Re: Pratikum im Pflegeheim bei Demenzkranken
Pratikum im Pflegeheim bei Demenzkranken EmptyDi 26 Mai 2009, 10:12    © Carola
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Liebe Melly,

ich selbst habe einige Jahre nebenbei in der Altenpflege gearbeitet und hatte jahrelang Angstörungen (allerdings nie bezogen auf die Altenpflege). Ich würde nicht davon ausgehen, dass du aufgrund der Angst für den Job nicht geeignet bist. Du bist von einem Tag auf den anderen in eine ganz fremde Situation gekommen und du bist an einem sehr entscheidenen Punkt in deinem Leben (Berufswahl). Außerdem wirst du ziemlich allein gelassen mit all dem. Das kann natürlich Ängste auslösen. Welche das konkret sind, muss gar keine Rolle spielen.

Wenn keine tieferen persönlichen Probleme hinter den Ängsten stehen, gehen sie normalerweise von allein weg, wenn du den Situationen nicht ausweichst. Das heißt, wenn du die Arbeit normal weiter machst, Berührungen (oder das Hinsetzen auf Stühle) nicht vermeidest und dadurch lernst, dass Demenz nicht ansteckend ist bzw. die Ansteckungsgefahr für Infektionskrankheiten ganz normal ist. (ein wenig erhöht ist die Ansteckungsgefahr natürlich schon, wenn man viel mit Menschen zusammen ist, aber darauf wird sich der Körper nach einiger Zeit einstellen. Ich kann davon ein Lied singen, denn ich habe ein Kind, das vor 1.5 Jahren in den Kindergarten gekommen ist Rolling Eyes )

Trotzdem muss man bei einem Beruf wie Altenpfleger natürlich sehr genau darüber nachdenken, ob man das über Jahre hinweg schafft. Dafür ist so ein Praktikum bestens geeignet. Vielleicht hilft es, wenn du dir innerlich noch alles offen hältst, einfach nur das Praktium durchziehst, ohne dich schon auf irgendetwas festnageln zu lassen.

Ich selbst habe eine kurze Zeit lang 30 h pro Woche Altenpflege gemacht. Ich weiß, ich würde 40 h nicht packen und schon gar nicht länger als eine Woche Embarassed . Aber es ist gut, so etwas einfach mal zu erfahren.

Wenn du aber sicher bist, dass Altenpflege ein passender Beruf für dich wäre, würde ich mich von der Angst nicht abschrecken lassen. Zur Not kann dich ein Psychologe unterstützen, die Hilfen bei Angst sind sehr effizient (ich bin selbst Dipl.-Psychologin).

liebe Grüsse,
Carola
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BeitragThema: Re: Pratikum im Pflegeheim bei Demenzkranken
Pratikum im Pflegeheim bei Demenzkranken EmptyMi 10 Jun 2009, 22:00    © Melly
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Hallo Ihr Lieben!

Mein Pratikum ist um, und ich habe beschlosse und auch festgestellt: Das ist für mich leider doch nichts. Psychisch schaffe ich das nicht. Ich habe zu viel für mich "eklige" Sachen gesehen, die natürlich im Heim normal sind und Gang und Gebe.
Respekt an alle Pfleger, Helfer, Schwestern! Was die da leisten und machen! RESPEKT!
Ich habe es aber versucht, und kann sagen, ich habe es versucht.
Schade war auch, dass ich im Heim ziemlich allein gelassen worden bin.

Auch wenn ihr mir hier schon bestätigt habt, dass Demenz nicht ansteckend ist, läßt mich der Gedanke nicht los, dass es vielleicht doch ansteckend ist, wenn man mit den Leuten sehr nahen Kontakt hat. Anhusten, niesen...usw.

Vielleicht liegt das auch daran, dass ich eh ein ängstlicher Typ bin?

und eben beim Googlen habe ich das gefunden, ziemlich neuer Bericht:
http://bazonline.ch/basel/stadt/AlzheimerKrankheit-kaum-ansteckend/story/30233921

Was sagt ihr das zu? Sind meine Ängste trotzdem unbegründet?

Lieben Dank!
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BeitragThema: Re: Pratikum im Pflegeheim bei Demenzkranken
Pratikum im Pflegeheim bei Demenzkranken EmptyDo 11 Jun 2009, 07:18    © sylvia
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Moin Melly,
dieser Text vom Link sagt doch gar nichts aus.

Wenn man so einen Beruf wählen möchte, sollte die Psyche, das Selbstbewußtsein und eine intakte Familie dahinter stehen, sonst wird es äußerst schwer.

Als eklig kann ich nichts empfinden. Wir werden alle mal alt und viele werden dann nicht nur inkontenent. Es ist der Lauf der Zeit. In Würde alt werden. Ich hab in den 3 Jahren viel gesehen, wo ich ehrenamtlich im "Altenheim" (ich mag dieses Wort gar nicht, sage lieber Seniorenstift), wo ich gearbeitet habe. Hab jetzt allerdings eine Pause, weil ich den Tod meines Papas noch nicht verarbeitet habe, dazu auch private Probleme habe. So kann man oder besser ich den älteren Menschen nicht gegenüber treten.

Melly, Du wirst Deinen Weg schon finden - viel Glück.

LG Sylvia








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BeitragThema: Re: Pratikum im Pflegeheim bei Demenzkranken
Pratikum im Pflegeheim bei Demenzkranken EmptyDo 11 Jun 2009, 18:20    © Babs2105
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Dieser Link ist doch totaler Quatsch !
Wie soll man sich bitte schön an einer abbauenden Gehirnleistung anstecken ??? Das es erblich ist/sein kann ist doch wohl schon eher.
@Melly, nimm es mir nicht übel, aber Du warst dort vollkommen fehl am Platze. Wenn man in so ein Beruf einsteigt, muß man sich auch im klaren sein, was auf einen zukommt und Du warst nicht bereit diese Tätigkeit. Nicht vom Kopf her, sorry.
Ferner, sich verrückt machen weil Demenzkarnke auf den Stuhl urinieren Evil or Very Mad, ist doch wohl ein Witz.
Wenn man den Gedanken allein schon hat, Demenz sei ansteckend ist man ganz sicher nicht gut für die Patienten, weil : ob man will oder nicht, die Patienten es irgendwie spüren !
Das Pflegeheim möchte ich mal sehen, wo Demenzkranke inkontinent sind und ohne Vorlagen "rumlaufen".
Tut mir leid, daß ich so grob bin, aber mich regt es etwas auf, daß Du ein Praktikum macht, ohne überhaupt eine Ahnung zu haben, wie es den Patienten geht.
Nicht Du solltest im Mittelpunkt mit Deinen Ängsten stehen, sonden wohl die Patienten.
Das Du das Praktikum beendet hast, ist wohl für alle Seiten das Beste was Du machen konntest.
Ich selbst habe mich vor einer Woche bei einem Seniorenheim beworben. Sie suchen dort "Betreuungsassistentinnen", also alles was Melly so gemacht hat.
Ich brache keine bestimmte Ausbildung dafür, dafür bekomme ich dort Schulungen. Dafür bringe ich ein paar Erfahrungen mit, die ich mit meiner S.Mutter so sammeln konnte (und es waren ja alles Phasen).
Ich brauche eben nur die Dementkranke in ihren Tagesablauf zu begleiten.
Ich hab´jetzt so lange und so viel mit meiner Schw.Mutter "üben" dürfen, daß ich der Meinung bin : Ich schaffe es !!!
Ich hoffe nur, man gibt mir die Möglichkeit, sich dort vorzustellen und man nimmt mich dann auch.
Es wäre zwar nur ein 2 Jahresvertrag, aber ich würde es gern tun ...






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BeitragThema: Re: Pratikum im Pflegeheim bei Demenzkranken
Pratikum im Pflegeheim bei Demenzkranken EmptyDo 11 Jun 2009, 18:52    © sylvia
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Dann drück ich Dir die Daumen Babs das alles klappt.

Was Du sonst geschrieben hast, kann ich nur beipflichten.

LG Sylvia








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BeitragThema: Re: Pratikum im Pflegeheim bei Demenzkranken
Pratikum im Pflegeheim bei Demenzkranken EmptyDo 11 Jun 2009, 19:13    © Babs2105
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Danke Sylvia.
Ich hoffe ich war nicht zu hart. Aber ich denke in diesem Beuf, müssen Menschen her, die keine negativen Gefühle mit sich bringen.
Sei´s bei der Arbeit oder danach !






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BeitragThema: Re: Pratikum im Pflegeheim bei Demenzkranken
Pratikum im Pflegeheim bei Demenzkranken EmptyFr 12 Jun 2009, 00:01    © Admin
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Liebe Babs

Ich hoffe sehr, das es klappen wird. Du hast dafür das Herz am rechten Fleck und würdest sehr gut in die Arbeit als Betreuungsassistentin passen.

@Nelly

In den Antworten wo du bekommen hast, ist eigentlich schon alles gesagt worden. Darum möchte ich nur noch etwas zu deinem erwähnten Link hinzufügen. Den ich übrigens als sehr "wässerig" betrachte. Werde jetzt aber trotzdem, mal darauf eingehen.

Die Creuzfeldt-Jakob-Krankheit wo dort erwähnt wird, ist vermutlich wirklich mit Rinderwahnsinn "Verwandt". Diese Krankheit wird aber ausschliesslich durch den Verzehr, also dem essen bestimmter infizierter tierischer Produkte übertragen. Also selbst wenn du mit einem an Creuzfeldt-Jakob-Erkrankten zu tun hast, indem du ihn pflegst würdest du trotzdem nicht angesteckt werden. Falls auch für Demenz tatsächlich mal eine eindeutige Ursache gefunden werden sollte, z.B. Schwermetalle, chemische, oder künstlich hergestellte Stoffe, oder von mir aus irgend ein Nahrungsmittel, oder was es sonst noch so an phantasievollen Theorien gibt....Es bleibt eine Tatsache das diese Krankheit genauso wie die Creuzfeldt-Jakob-Erkrankung, nicht durch direkten Körperkontakt übertragen werden kann.

Mit deinem Denkmuster, oder deiner Angst Nelly, müsste für dich doch auch z.B Krebs direkt ansteckend sein - oder?

Bitte überdenke dir die Gründe deiner Angst und versuche dafür Hilfe zu bekommen. Ich fürchte das sonst auf Kurz oder Lang dein, wie du selber sagst intaktes Privatleben einmal grosse zwischenmenschliche Probleme bekommen könnte.

Ich wünsche dir alles gute auf deinem weiteren Lebensweg und vorallem Mut um dich damit auseinander zu setzen was Fakten sind und was rein mit deinen Ängsten zu tun hat.

Sei ganz lieb gegrüsst
Ursula






Liebe Grüsse
Pratikum im Pflegeheim bei Demenzkranken Ursula 

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BeitragThema: Re: Pratikum im Pflegeheim bei Demenzkranken
Pratikum im Pflegeheim bei Demenzkranken EmptyFr 12 Jun 2009, 07:36    © sylvia
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Moin Babs,
so ist es, leider findet man oft andere Beispiele dort.

LG Sylvia








Es ist nicht zu wenig Zeit, die wir haben, sondern es ist zu  viel Zeit, die wir nicht nutzen.


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Pratikum im Pflegeheim bei Demenzkranken

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