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 Meine Mama

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Petme
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BeitragThema: Meine Mama
Fr 22 Jan 2016, 16:57    © Petme
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Meine Mama (84 Jahre)  ist an Demenz erkrankt, zumindest behaupten wir das. Sie leugnet alles ab und meint, dass der Neurologe ihr die Tabletten gegen Demenz nur zur Vorbeugung gegeben hat. Sie bekommt Galantamin in der höchsten Dosierung. Nach ihren Aussagen, hat der Arzt gemeint, dass sie von einer Demenz noch ganz weit entfernt wäre. Aber gut, solange sie ihre Tabletten nimmt, ist die Demenz nur ganz wenig zu spüren, was jetzt für alle Beteiligten überhaupt kein Problem ist, mal etwas mehrmals erzählten, oder mehrmals die selben Fragen zu beantworten, oder beim Erzählen so tun, als wenn wir es noch nie gehört haben, obwohl wir es alle schon auswendig können.

So weit so gut, es lief alles in geordneten Bahnen. Allerdings war sie mit der Pflege meines Vaters komplett überfordert, ich war zwar ständig bei ihnen im Haus, aber halt auch nicht immer. Da mein Mann und ich dann merkten, dass es über unser aller Kräfte geht, meinen Vater zu versorgen, haben wir gemeinsam beschlossen, uns eine 24-Stunden-Kraft zu nehmen. Meine Mutter war anfangs dagegen, aber nach ein bisschen Zureden, hat sie dann zugestimmt.

Nachdem die Frau jetzt da ist und es die ersten drei Tage hervorragend lief, dreht meine Mutter jetzut komplett durch, sie beschimft die Kraft, sie würde sich zu aufreizend anziehen, ob sie noch einen Mann suchen würde, sie beschimft sie, dass sie ja ein Bett hätte zum Schlafen und sie ja auch der Couch im Wohnzimmer schlafen müsse (mein Mein Vater liegt im Wohnzimmer und es ist ihr Wunsch bei ihm zu liegen, damit sie nachts nach ihm gucken kann. Wir haben ihr ein Babyphon angeboten, damit sie nur aufstehen muss, wenn er ruft, aber das wurde auch abgelehnt, wie das Angebot, dass die Pflegekraft nachts im Wohnzimmer schläft).

Alles was die Frau neuerdings macht ist falsch, zuviel Spülmittel, zu wenig Spülmittel, zu viel Wasser im Putzeiner, zu wenig Wasser im Putzeimer usw. Ich habe meiner Mama im ruhigen Ton erklärt, dass die Hilfe eigentlich nur für die Pflege des Vaters zuständig ist und sie solle doch froh sein, dass sie auch im Haushalt mit hilft und da dann mal ein bisschen über etwas hinwegsehen soll.

Dann fing sie mit mir an, und hat mich aufs Übelste beschimpft.
Ich bin dann nach Hause und mein Mann ist dann zu ihr gegangen, aber auch er kam nicht an sie heran. Das ging dann von, wenn Papa nicht mehr lebt, würden wir sie sowieso in ein Heim stecken, über sie hätte kein Geld mehr, weil wir  alles haben usw. Das Schlimmste für mich war, dass,  ich ihr Geld von der Bank geholt hatt und sie meinem Mann erzählte sie hätte ja kein Geld und müsste sich das leihen. Nach Hinterfragen kam dann heraus, dass sie das Geld im Haus versteckt hat, dass, wenn mein Vater stirbt, sie noch ein bisschen Geld hätte, weil sie ja alles verschenkt hat

Dann hatte ich nächste Woche mit ihr zusammen einen Termin beim Neurologen. Ich habe mit ihr besprochen, dass ich mitgehe, um mal genaueres zu erfahren. Diesen Termin soll ich jetzt absagen, weil sie der Ansicht ist, ich wolle sie sowieso nur entmündigen. 

Ich könnte noch Seiten füllen, aber das würde hier zu lang werden (ist sowieso schon viel zu lang), aber ich bin im Moment ratlos, ich habe keine Ahnung, was ich tun soll.  Kennt das wer, hat das schon mal jemand so erlebt, gibt es irgend wie Hilfe von Außen??

Ich danke euch
Petra
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Ulli
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BeitragThema: Re: Meine Mama
Fr 22 Jan 2016, 20:31    © Ulli
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Hallo Petra,

herzlich Willkommen in unserer Runde.

Ich kann dir nur aus meiner Erfahrung berichten.
Bei uns ist Mutter an Demenz erkrankt und Vater war überfordert. Er ist seit 1945 Oberschenkelamputiert.
Als Mutter zum Einstellen in der Gerontopsychiatrie war haben wir mit Vater gesprochen und eine 24-Stundenkraft eingestellt.
Maria kam 3 Tage bevor Mutter entlassen wurde damit Vater und sie sich schon mal aneinander gewöhnen konnten und damit sie sich im Haushalt auskannte. Sie stürzte sich sofort in ihre Arbeit und versorgte erst Vater und dann Beide ganz toll.

Am ersten Tag begrüßte Mutter Maria noch mit "Ach Maria, wir kennen uns doch ! Schön dass du da bist." und am Abend kam der große Tobsuchtsanfall "Schick die nach Hause  ! Was will die hier ?" und glaubte Maria wäre die Geliebte ihres Mannes.

Außerdem glaube ich, Vater wollte nicht noch eine Frau in seinem Haushalt die ihm "Vorschriften" machte.
So gab es gleich einen Tag später eine Kriesensitzung. Maria durfte bleiben - vorerst.
Doch nach einer Woche war endgültig Schluß !

Wir Kinder haben dies sehr bedauert - wäre es doch eine große Möglichkeit gewesen alles, was folgte evtl. noch hinauszuzögern.

Ein halbes Jahr später mußte Vater ins Krankenhaus. Dort sagte er mir dann "Ich gehe nicht mehr nach Hause!"
Das war es dann also ........ seit der Zeit leben Beide zwar im gleichen Heim, in unterschiedlichen Häusern, aber Mutter weiß nichts davon.

Die Anschuldigungen und Beschimpfungen sind schwer auszuhalten - besonders wenn Fremde dies mitbekommen. Woher sollen sie wissen was Wahrheit ist und was ausgedacht ?
Das ist eine sehr schwere Zeit.

Habt ihr Hilfe ?
Hat eure Mutter auch eine Pflegestufe ? Selbst bei Stufe 0 steht ihr Entlastungsgeld und nach 6 Monaten Verhinderungspflege zu.
Kommt ein Pflegedienst ?

Falls du möchtest gib uns doch noch ein paar Infos.

Liebe Grüße - Ulli
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Petme
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BeitragThema: Re: Meine Mama
Sa 23 Jan 2016, 06:52    © Petme
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Guten Morgen,

diese Krisensitzung hatten wir am Dienstag! Die Hilfe kam weinend zu uns und hat zwei Nächte bei uns geschlafen. Nach der Krisensitzung ist sie dann wieder zu meinen Eltern, aber die Stimmung ist sehr gespannt. Unser Sohn hat dann gestern zu vermitteln versucht und bekam von seiner Oma erzählt, dass die Pflegerin nichts arbeiten soll, damit sie sich nicht überfordert ist!!! Gut geht das hier auch keine Woche mehr und dann weiß ich nicht weiter. Von meinem Vater aus, soll sie unbedingt bleiben, aber meine Mutter ekelt sie systematisch raus.

Den Verdacht der Freundin von meinem Papa hatten wir auch (sie würde sich ja so aufreizend anziehen, ob sie noch einen Mann angeln wollte). Alles in allem lese ich die gleiche Situation von uns, danke für den Bericht!!!

Der Pflegedienst kommt 3/Woche, um Verbände zu wechseln. Weiter Hilfe haben wir nicht, ich habe noch nicht mal Gewschwister, mit denen ich mich beraten könnte.

Pflegestufe wollte ich nach Besuch des Neurologen beantragen,je nachdem was er zu uns gesagt hätte, das war aber alles abgesprochen. Ohne diese Pflegestufe 0, ist die finanzielle Belastung durch die Pflegekraft sehr hoch und wir geben ihr alle etwas dazu. Aber das war alles mit ihr abgesprochen und sie war damit einverstanden.

Ich habe mir schon überlegt, ob ich alleine zum Arzt gehe und ihm erzähle, was zur Zeit hier los ist, aber, ich denke mal, ich werde keine Auskunft bekommen, er hat mich erst einmal bei einem U-Schall gesehen und ich kann im Prinzip schlecht beweisen, dass sie meine Mutter ist. Ich hatte in dieser Praxis vor Jahren schon mal angerufen und hatte erzählt, dass sie sehr aggressiv ist, bei ihrem Nächsten Besuch bekam sie das dann erzählt, so nach dem Motto, ihre Tochter hat angerufen und sich über ihre Aggressivität beschwert, stimmt das!!!!

Für mich ist schlimm, dass sie ihren Schwestern erzählt hat, dass ich ihr das Geld einteilen würde (ich fahre für sie in die nächste Stadt und ziehe ihr Geld am Automaten, aber das ist dann immer ein Auftrag von ihr, ich mache da nichts im Alleingang) und die glauben das.

Über weitere Info wäre ich sehr dankbar,mein Schädel ist total leer und ich richtig hilflos.
Liebe Grüße

Petra
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Fussel
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BeitragThema: Re: Meine Mama
Sa 23 Jan 2016, 09:58    © Fussel
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Liebe Petra!

Die Situation, daß der Arzt nicht sehr empathisch mit Informationen umgeht
kenne ich leider auch. Es wäre besser, wenn Du mit der Mama zum Arzt gehst
und das Thema ansprichst, wenn sie dabei ist. Der Doc kann sich dann anhand
der Reaktion ein Bild machen.
Es besteht aber nur eine kleine Chance, daß er die Situation bessern kann, - aber immerhin.

Meine Mutter hat leider auch keine Art der Pflege, die man organisierte akzeptiert.
Nach kurzer Zeit veranstaltete sie Palawer. Nun lebt sie auf eigenem Wunsch im Heim,
und es ist auch nicht gut.
Im Grunde genommen ist das zu einem selbst bestimmten Leben wie wir es führen auch
alles suboptimal. Die Erkenntnis nutzt einem aber nichts.

Betreutes Wohnen mit Pflegemöglichkeit, wäre noch eine Variante.
Oder man muß sie alleine wurschteln lassen, ( auch suboptimal) bis sie um
Hilfe betteln und selbst an ihre Grenzen stoßen.

Es nutzt ja nichts, wenn man sich regelrecht aufreibt und kaputt macht,
und alles nichts fruchtet und akzeptiert wird.

Das Problem ist leider auch, daß diese meißten 24 Stundenkräfte keine
ausgebildete Pfleger sind, denn die hätten die Chance damit umzugehen
und die Situation zu handhaben.

Allerdings wird man keine ausgebildete Kraft finden, die sich 24 Stunden ununterbrochen
in eine solche Situation begibt, abgesehen davon, daß man  dies nicht bezahlen
könnte. Das was verdient werden kann, kann man auch in einer 38,5 Stunden Woche
verdienen und hat zwischendurch ein Eigenleben.

Auch suboptimal ist die Möglichkeit aufzulisten, wo man genau Pflege
für den Vater benötigt und die einzelnen Aufgaben mit einem Pflegedienst
abzudecken.
Benötigt der Vater nachts eine Hilfe? Ist es zb. noch möglich ihn an
eine Urinflasche oder einen Toilettenstuhl zu gewöhnen?

Nebenher würde ich beide egal ob ihr das zum Zeitpunkt wirklich
vor habt oder nicht, in einem Pflegeheim anmelden. Denn jetzt habt
ihr noch die Wahl und könnt aussuchen.
Wenn das schnell gehen muß, dann muß man das nehmen, was
frei ist.

Liebe Grüße Christina
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Petme
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BeitragThema: Re: Meine Mama
Sa 23 Jan 2016, 14:34    © Petme
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Hallo Christina,

im Moment bin ich fürs Alleinewurschteln, Pflegeheim, oder betreutes Wohnen ist irgendwie keine Option für mich - noch nicht.
Heute ist Madame ganz friedich, ob sie merkt, dass das etwas schief gelaufen ist?

Ich werde ihr am Montag hier im Dorf auf der Bank ein Konto einrichten, da kann sie holen und hinbringen, wie sie möchte,damit sie "ihr" Geld (ist ja auch irgendwie meinem Vater), nicht im Haus vor mir verstecken muß.

Ist schon traurig, was aus Menschen werden kann.


Lieben Dank euch allen

Petra
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Isabelle
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BeitragThema: Re: Meine Mama
So 24 Jan 2016, 19:45    © Isabelle
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Die Situation/ Konstellation habe ich so nicht erlebt, weil bei meinem Vater erst die Demenz und seine Wahnvorstellungen erst nach dem Tod meiner Mutter ausbrachen, ABER die Anschuldigungen bzgl. Verhalten der Hilfskraft, die Geldgeschichten hätten 1:1 von mir sein können.

Ich würde ihr DEFINITIV kein Konto im Dorf einrichten - das wird ein Fass ohne Boden - hier im Forum kannst Du entsprechende Erfahrungsberichte lesen, wo das gut versteckte Geld nie mehr wiedergefunden wurde .......

Wenn ihr im Endeffekt nur die Wahl habt zwischen 24-Stundenpflege oder gar keine Pflege, würde da ein ambulanter Pflegedienst, der eben erst einmal nicht ständig da ist, eine Hilfe sein, damit sie sich an die veränderte Situation weniger abrupt gewöhnen kann?

Und wie sieht es mit den Vorsorgevollmachten und Patientenverfügungen für Deine beiden Elternteile aus?

Und wie sieht denn das Verhältnis zum Hausarzt aus? Hat der mit einen Blick auf die Situation und kann vielleicht einfacher den Besuch beim Neurologen "verordnen" unter einem Vorwand? Gleiches mit Blick auf den MDK zwecks Pflegestufe für Deine Mutter?

Last but not least: Hast Du Geschwister? Sind die eingebunden, sprich habt ihr Einigkeit über Vorgehensweisen vor allem aber gleiche Eindrücke und Beobachtungen? Du schriebst von Schwestern Deiner Mutter - sind die "nutzbar", sprich haben sie Einfluss auf Deine Mutter?

trost
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Petme
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BeitragThema: Re: Meine Mama
Mo 25 Jan 2016, 06:33    © Petme
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Guten Morgen,

nein, Geschwister habe ich nicht - leider! Die Schwestern meiner Mutter sind voll auf ihrer Seite. Da kommen dann so Aussagen, wie „ICH würde ja auch nicht mit Fremden in einem Haus wohnen wollen“ und „ICH weiß ja auch nicht, wie viel Geld du ihr im Monat gibst“ - also hier absolut keine Hilfe

Den Hausarzt hat sie gewechselt, weil der „alte“, (wir sind alle dort und haben hier ein sehr gutes Verhältnis)  ihr nicht alles verschrieben hatte. Sie ist jetzt bei einem Arzt hier im Dorf, den ich aber leider nicht kenne. Ich habe sie zwar schon oft dorthin begleitet, aber im Sprechzimmer war sie dann immer alleine. Wenn ich da hin gehe, bekomme ich bestimmt keine Auskunft.

Ich möchte auch irgendwie nicht,  die Pflegestufe ohne ihren Willen und ohne ihr Wissen beantragen, das gibt dann in den lichten Momenten nur noch mehr Krach . Diese Pflegestufe, das war alles mit ihr besprochen, ist meiner Meinung nach, mit der Auslöser. Hier behauptet sie ja, dass, wenn sie erst in „Demenz“ eingestuft ist, ich sie jederzeit abschieben könnte. Hier kommen für mich auch die Stimmen der Schwestern durch, denn so, wie sie mir das an den Kopf geworfen hat, sind das nicht ihre Worte. Aber das ist nur eine Vermutung von mir. Ich hatte auch mit den zwei Schwestern telefoniert und wollte so nebenbei mal das Thema ansprechen, allerdings haben beide, unabhängig von einander, sofort abgeblockt.  Die beiden wissen zwar von ihrer Demenz, aber anscheinend hat sie das so real rübergebracht, dass die ihr glauben.  Auch die Beantragung der Pflegestufe ist, zum momentanen Zeitpunkt, nicht glücklich - denke ich.

Das mit dem Konto lasse ich auch, du hast recht, ergibt nur noch mehr Unmut. Es ist halt nicht leicht, wenn man gesagt bekommt, dass man sich fremdes Geld aneignet.

Die Sozialstation ist zu teuer, die wollen für zwei Besuche am Tag fast einen Tausender mehr und das ist nicht tragbar, zumal der Mittag ja dann noch nicht abgedeckt ist.

Patientenverfügung usw. haben wir alles.

Seit gestern ist sie wieder „normal“ ansprechbar, sie hat mit uns geredet und alles als ein großen Missverständis hingestellt. Aber nicht nur wir haben missverstanden, sondern auch sie, also sie hat nicht alle Schuld auf uns geschoben.

Lieben Dank und liebe Grüße

Petra
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Sylvia Hiebel
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BeitragThema: Re: Meine Mama
Fr 29 Jan 2016, 14:18    © Sylvia Hiebel
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Liebe Petra,

ich kann gut verstehen, wie hilflos du dich fühlst. Ich habe meinen dementen Schwiegervater ohne fremde Hilfe gepflegt, aber er war auf seinen Sohn - meinen Schwager -, der bei meinen Schwiegereltern wohnte, eifersüchtig, und hat diesem unterstellt, der Liebhaber meiner Schwiegermutter zu sein. Aber nachdem mein Schwiegervater zu uns umzog, weil er rund um die Uhr Hilfe und Pflege brauchte, und meine Schwiegermutter damit überfordert war, hatte sich dieses Problem erledigt.

In deinem Fall habe ich die Idee, dass die Eifersucht deiner Mutter möglichkerweise nur ein indirekter Ausdruck dafür ist, dass sie sich nutzlos und überflüssig fühlt. Falls das zutrifft, könnte sich die Situation eventuell verbessern, wenn die Pflegekraft deine Mutter aktiv in die Pflege deines Vaters und die Haushaltsführung einbindet, und ihr das Gefühl gibt, trotzdem wichtig zu sein und gebraucht zu werden. Und gleichzeitig wäre die Pflegekraft so weniger mit deinem Vater alleine, so dass deine Mutter eventuell weniger "Nahrung" für ihre Eifersuchtsfantasien bekommt.
Kannst du dir vorstellen, dass diese Vermutung stimmen könnte?

Den Konflikt mit den Schwestern deiner Mutter wirst du meiner Einschätzung nach kaum selbst lösen können. Ich finde es wichtig, dass du dabei Unterstützung durch eine außenstehende Person bekommst. Könntest du dir vorstellen, dafür Beratung in Anspruch zu nehmen; z.B. in der Seniorenberatung, einer Beratungsstelle für Angehörige dementer Menschen oder den gerontopsychiatrischen Dienst (falls es das bei Euch in der Gegend gibt)?
Dann hättest du die Möglichkeit, erst einmal über die für dich belastende Situation zu sprechen, was schon eine emotionale Entlastung für dich sein könnte. Und der Berater/ die Beraterin könnte sich bei Gesprächen mit dir und deiner Mutter und idealerweise bei Hausbesuchen bei deinen Eltern selbst ein Bild machen, die Schwestern deiner Mutter für die vorliegenden Probleme sensibilisieren und darauf hinwirken, dass der Konflikt in gemeinsamen Gesprächen geklärt und der Verdacht gegen dich, du würdest dich am Geld deiner Mutter bereichern, ausgeräumt wird. Das ist das einzige, was mir dazu einfällt.

Nur du kannst einschätzen, ob etwas davon hilfreich sein könnte. Aber ich möchte dich jedenfalls ermutigen, jede mögliche Unterstützung in Anspruch zu nehmen, und ich denke, eine Beratung durch eine außenstehende Person wäre gut. Berater/ Beraterinnen, die in den oben genannten Beratungsstellen tätig sind, kennen diese und ähnliche Probleme mit Sicherheit, da dein Konflikt in der Familie und die Eifersucht deiner Mutter kein Einzelfall ist.

Habt ihr euch übrigens bei eurer Heirat ein Familienstammbuch (oder "Stammbuch der Familie") aushändigen lassen? Wenn ja, dann sind darin beglaubigte Abschriften aus dem Personenstandsregister enthalten, die belegen, dass du die Tochter deiner Mutter bist.

Ich wünsche dir viel, viel Kraft, und alles Gute für dich und deine Eltern
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Petme
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BeitragThema: Re: Meine Mama
Di 02 Feb 2016, 14:48    © Petme
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Hallo Sylvia,

lieben Dank für deine lieben Worte.
Hier war es die ganze Zeit ruhig - zu ruhig.

Immer wenn ich bei meinen Eltern war, war der Ton gegenüber der Pflegekraft betont freundlich.

Allerdings war das nur nach außen so, wenn niemand da war, war meine Mutter wieder unmöglich zu ihr. Sie hat sie kontrolliert, sie durfte nicht duschen und hat bei allem was sie getan hat, demonstrativ über ihre Schulter geguckt. Das ging dann so weit dass sie an die Spülmittelflasche in der Küche Striche mit Kugelschreiber gemacht hat, damit sie sieht, wie viel Spülmittel verbraucht wurde.

Heute kam die Pflegerin und hat uns erzählt, dass sie nicht mehr kann und am Sonntag nach Hause fährt.

So, das Thema wäre dann erledigt :-(. Wer ihr jetzt bei der Pflege hilft weich ich nicht -ICH nicht. Wenn ich sie jetzt nicht auf die Schnauze fallen lasse, hat sie wieder gewonnen. Mir tut nur mein Vater leid, der arme Kerl muss dann alles ausbaden.

Liebe Grüße
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Trine
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BeitragThema: Re: Meine Mama
Di 09 Feb 2016, 20:39    © Trine
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Oh je Du Liebe,

da hast DU auch was zu wuppen....schade, wenn Du oder Ihr eine Hilfe gefunden habt die "eigendlich" paßt.
Wird wahrscheinlich bei jeder anderen auch was zu mosern sein.

Mir fehlt momentan auch das "Verständnis" und wie schon jemand schrieb würde ich auf keinen Fall ein Konto im Dorf eröffnen. Meine SchwiMu hat letzte Woche viel Geld geholt, dann haben wir erklärt und gebeten das sie jetzt erst mal nichts mehr holt, da die Rentenzahlung durch den Tod des SchwieVa noch nicht geklärt ist, aber hat sie vergessen....oder gibt es in ihrer Welt nicht, sie holte heute wieder Geld.
Sie war schier entsetzt wie wir es wagen könnten über Ihr Geld zu bestimmen, sie ließe sich nicht bevormunden und so weiter und so fort. Irgendwann hab ich gesagt mir egal, mach.....wenn der Brief vom Vermieter kommt das die Miete nicht gezahlt ist und Du Mietschulden hast ist es ja auch eigenverantwortlich von Dir erledigt !!!
Das zog !!
Dann schaute sie sich in Ruhe die Auszüge mit an und sah....letzte Woche, diese Woche !!


Da ist so ein Abstand gar nicht das schlechteste....

aber glaube mir das dicke Fell was man bräuchte um einige Dinge an sich abprallen zu lassen, das habe ich auch noch nicht

Ganz lieben Gruß an Dich
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Meine Mama

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