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 gutartige Altersvergesslichkeit via Demenz

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Landei
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BeitragThema: gutartige Altersvergesslichkeit via Demenz
Mi 14 Jun 2017, 08:57    © Landei
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Ich habe das Forum mittlerweile kreuz und quer gelesen, das Internet auf den Kopf getellt. Ich habe immer noch so viele Fragen im Kopf und ich finde für mich keine schlüssigen Antworten. Es passt bei meiner Mutter irgendwie nix zusammen. Ich weiß dass es kein Schema gibt und ich weiß, dass jede Erkrankung anders verläuft. Mich macht es irre und mein Geist fährt Hamsterrad. Wie weit geht eine gutartige Altersvergesslichkeit ein altersbedingter hirnorganischer Abbau? Ich lese überall, dass bei dementiellen Erkrankung innerhalb von Monaten eine Verschlechterung der Symptome deutlich zu merken sei und dass sich diese Symptome an mehreren Kompetenzen deutlich machen. Wir haben bis auf das fehlende Kurzzeitgedächtnis nix, wo wir ansetzen könnten. Und ja, es gab diesen Zusammenbruch, mit dem es begann und eine schleichende Verschlechterung über einen Zeitraum von zwei Jahren. Aber nur das Kurzzeitgedächtnis. Und selbst da komme ich an meine Grenzen....Sie fragt ständig wiederholt nach. Stellt ihr aber jemand genau diese Frage, antwortet sie korrekt. Als wenn die Information doch irgendwo ist. Das ist doch total skurill. Dinge, die wir als völlig belanglos tatsächlich in den geistigen Mülleimer verfrachten, mit denen kommt sie. Aber wenn ich sie frage, wie sie ihren Vormittag verbracht hat, dann geht nix. Kann ein Mensch so dermaßen strukturiert sein und geistig so eingefahren sein, dass er damit die vorhandenen Defizite so aus ausbügeln kann? Ich stelle mir die Frage, ob das Gehirn schon allein deshalb verlangsamt, weil es einfach nicht mehr beansprucht wird. Neue Synapsen können sich ja nicht bilden, wenn ich Tag ein Tag aus dasselbe tue. Woche für Woche dasselbe Programm fahre. Meine sozialen Kontakte weitestgehend eingestellt habe und meine Abwechslung darin besteht, meine Familie zu besuchen, regelmäßig zum Friseur zu gehen und die Tageszeitung zu lesen. Meinen Tagesablauf so strukturiere, dass jeder Handgriff sitzt und sogar innerhalb der Woche festlege, wann gewaschen, gebügelt und eingekauft wird. Gefrei dem Motto: So haben wir das schon die letzten 30 jahre getan. schreiweinend  Sind es jetzt meine eigenen Ansprüche, die ich zu hoch hänge. Verlange ich von meinen Eltern und gerade von meiner Mutter zuviel oder ist es nicht gerade meine Aufgabe, sie da irgendwie zu motivieren etwas zu ändern? Ich weiß gerade nicht mehr weiter. Aber nichts zu tun, das kann ich irgendwie im Moment gar nicht.

Herzliche Grüße vom Landei
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BeitragThema: Re: gutartige Altersvergesslichkeit via Demenz
Mi 14 Jun 2017, 12:23    © Admin
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Liebes Landei

Landei schrieb:
Sind es jetzt meine eigenen Ansprüche, die ich zu hoch hänge.
Ich fürchte das wir alle Angehörigen uns immer wieder gerade diese Frage stellen müssen/sollten. Denn eines ist Sicher, das auch wir uns mit Veränderungen schwer tun - erst recht wenn es um jahrzehntelange und geliebte Gewohnheiten unserer Eltern geht, wo sich nun am Verändern sind. Nur zu gerne möchten wir da alle Hebel in Bewegung setzen um das (für uns) "Altgeliebte" entweder wieder zurück zu holen, oder möglichst beizubehalten zu können. Es fällt uns unglaublich schwer Abschied von Begebenheiten zu nehmen, die es als solche einfach nicht mehr gibt/geben kann und dennoch ist es wichtig für uns selber, dies so annehmen zu können. Denn nur so können wir immer wieder ein möglichst gutes Mass an Fordern unserer Lieben, aber nicht Überfordern finden. Und leider wird die Spanne dazwischen auch immer kleiner....

Landei schrieb:
oder ist es nicht gerade meine Aufgabe, sie da irgendwie zu motivieren etwas zu ändern?
Motivieren ja. Würde ich sicher auch immer wieder aufs Neue probieren. Wenn sie das dann auch möchte, dann wird sie es auch gerne annehmen. Wenn sie es aber nicht will, dann musst du dich im Einzelnen fragen, wieweit dann nicht eher lediglich dein eigener Wunsch etwas erzwingen möchte. Manchmal fühlen sich ältere Menschen tatsächlich wohler in ihrer kleinen und klar strukturierten Welt, wo möglichst keine eventuell neuen verwirrenden Herausforderungen mehr bereit hält.

Landei schrieb:
Und selbst da komme ich an meine Grenzen....Sie fragt ständig wiederholt nach. Stellt ihr aber jemand genau diese Frage, antwortet sie korrekt.
Das sie oft wiederholt dasselbe fragt könnte sein, dass sie dies tut wenn sich gerade entweder ihr Hirn entspannen möchte, oder im verzweifelten Versuch sich diese Informationen dadurch zuverlässiger speichern zu können. Vermutlich tut sie dies speziell den vertrautesten Personen gegenüber. Sobald aber sonst jemand dieselbe Frage stellt, kann sie sich vermutlich noch kurzfristig anstrengen (eventuell für sie schon Hochleistungssport) und dementsprechend korrekt antworten. Wird vermutlich auch noch Tagesform abhängig sein.

Das Vergesslichkeit sich vorwiegend beim Kurzzeitgedächtnis bemerkbar macht liegt aus meiner Sicht darin, das Alles sich im Kurzzeitgedächtnis befindende nicht viele Verknüpungen und Verbindungen hat. Wärend Alles im Langzeitgedächtnis gelagertes, durch dessen gespeicherte Wichtigkeit, schon tausende Querverbindungen zum Abrufen erarbeitet hat und dadurch tiefer im Gedächtnis verankert und leichter abrufbar ist.

Landei schrieb:
Dinge, die wir als völlig belanglos tatsächlich in den geistigen Mülleimer verfrachten, mit denen kommt sie.
Kommunikation hat viele Geichter. Genauso auch die Tatsache was Menschen im Einzelnen in den Mülleimer verfrachten und was nicht. Je kleiner die eigene Welt wird, je mehr werden Dinge erwähnt, wo für Menschen die ein vielseitiges Leben führen als total Belanglos erleben und umgekehrt dasselbe: So sind doch auch die Individuen wo sich für vieles interessieren oft äzend für Menschen wo in ihrer kleinen Welt zufrieden sind.

Solange deine Mutter sich bei ihren Wiederholungen wohl fühlt, versuche dich mehr darüber zu freuen - auch wenn das sicher nicht einfach ist. Manchmal ist aber der Inhalt von Gesprächen tatsächlich weniger wichtig, als was dessen emotionale Bedeutung geben kann. Vieles ist wirklich sehr Relativ. Spätestens wenn unsere Lieben irgendwann verstummen, dann sehnt man sich sogar schmerzlich danach zurück.

Ich wünsche dir viel Kraft, denn davon wirst auch du sicher eine ganze Menge brauchen rose   Gleichzeitig möchte auch ich dich hier im Forum willkommen heissen winke-winke






Liebe Grüsse
 

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BeitragThema: Re: gutartige Altersvergesslichkeit via Demenz
Do 15 Jun 2017, 16:10    © soda1964
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Liebe Landei

es ist sehr, sehr schwer und manchmal fast nicht zum Aushalten, wenn die Gedanken ununterbrochen Achterbahn fahren.

Landei schrieb:
... wenn ich Tag ein Tag aus dasselbe tue. Woche für Woche dasselbe Programm fahre. Meine sozialen Kontakte weitestgehend eingestellt habe und meine Abwechslung darin besteht, meine Familie zu besuchen, regelmäßig zum Friseur zu gehen und die Tageszeitung zu lesen. Meinen Tagesablauf so strukturiere, dass jeder Handgriff sitzt und sogar innerhalb der Woche festlege, wann gewaschen, gebügelt und eingekauft wird. Gefrei dem Motto: So haben wir das schon die letzten 30 jahre getan ...

Ich denke - und habe es bei meiner Schwiegermama selber ausch so erlebt - dies hat zwei Seiten. Einerseits geben die vertrauten, gewohnten Handlungen Sicherheit, Geborgenheit, Struktur und Halt und (über)fordern so den Menschen im Alltag nicht. Andererseits helfen die gewohnten, vertrauten Handlungen allfällige Defizite zu überdecken.

Ursula schrieb:
... und dennoch ist es wichtig für uns selber, dies so annehmen zu können...

Für mich ist dies eine der wichtigsten Fähigkeiten im Umgang mit Demenz. Den Moment und die Situation im Hier und Jetzt annehmen können, wie sie gerade ist. Denn dies erlaubt auch dem Gegenüber, genau so zu sein, wie es sich im Moment fühlt.

Du bist auf der Suche, am Lernen, am Hadern, am Kämpfen. All diese Schritte braucht es auf dem Weg zum VERSTEHEN.

Landei schrieb:
Wie weit geht eine gutartige Altersvergesslichkeit ein altersbedingter hirnorganischer Abbau? Ich lese überall, dass bei dementiellen Erkrankung innerhalb von Monaten eine Verschlechterung der Symptome deutlich zu merken sei und dass sich diese Symptome an mehreren Kompetenzen deutlich machen. Wir haben bis auf das fehlende Kurzzeitgedächtnis nix, wo wir ansetzen könnten.

Was würde es dir bringen, da konkretere Punkte zu haben wo du ansetzen könntest? Was bringt es dir und deiner Mama, wenn du sie fragst, wie sie den Vormittag verbracht hat und ihr beide dann "in Spannung geratet", weil sie darauf keine adäquate Antwort geben kann? Was bringt es dir, die Demenz mit all ihren Facetten vor Augen zu haben und darauf zu "warten" dass diese auftreten und eintreffen?

Ich wünsche dir Kraft und eine Portion Gelassenheit auf dem weiteren Weg an der Seite deiner Mutter, deiner Eltern. Es werden noch viele Herausforderungen kommen. Hier im Forum findest du Begleitung, Information und Anteilnahme. Schreib einfach, wenn dir danach ist. Dazu ist das Forum da.

Liebe Grüsse






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BeitragThema: Re: gutartige Altersvergesslichkeit via Demenz
Fr 16 Jun 2017, 09:46    © Landei
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Guten Morgen zusammen,

mein Problem besteht darin, dass tief im Inneren weiß, wie ich mit der aktuellen Situation umgehen sollte. Bauch und Kopf laufen im Moment allerdings nicht im Gleichklang. Sie diskutieren hin und her und lassen mich nicht wirklich zur Ruhe kommen. Vor diesem Problem stehe ich nicht das erste Mal. Ich kann mich mit einer Situation erst dann abfinden, wenn ich sie von allen Seiten mehrfach betrachtet, geprüft und immer wieder in Frage gestellt habe. Erst wenn ich immer und immer wieder zum selben Ergebnis komme, wird der Kopf allmählich still und ich kann dem Bauchgefühl nachgeben.
soda1964 schrieb:
Was würde es dir bringen, da konkretere Punkte zu haben wo du ansetzen könntest? Was bringt es dir und deiner Mama, wenn du sie fragst, wie sie den Vormittag verbracht hat und ihr beide dann "in Spannung geratet", weil sie darauf keine adäquate Antwort geben kann? Was bringt es dir, die Demenz mit all ihren Facetten vor Augen zu haben und darauf zu "warten" dass diese auftreten und eintreffen?
Was es mir bringen würde? Wenn es sich tatsächlich "nur" um etwas Harmloses handelt, gebe es vielleicht doch ein Therapieansatz. Wenn der Ursache auf den Grund gegangen würde, hätte man vielleicht auch hier einen Ansatz. Die Demenz selbst habe ich nicht vor Augen. Mein größtes Problem besteht im Moment darin, dass meine Eltern zur Zeit nicht gewillt sind eine weitere Diagnostik durchführen zu lassen und ich der festen Überzeugung bin, dass es einen therapeutischen Ansatz geben  könnte. Ich kann nicht aktzepieren, dass meine Eltern mit gerade mal Mitte 70 meinen, dass es das jetzt war und es ja auch so sein müsste, weil sie ja Mitte 70 sind. Habe dazu gerade einen interessanten Bericht von R. Betz gelesen. Wir denken uns selbst alt....Das macht mich irre und diese Gedanken kreisen in meinem Kopf. Mein Bauch aber spricht von Annahme, sie dürfen das selbst entscheiden. Ich bin dankbar, dass es ihnen eigentlich noch sehr gut geht. Wir sind dankbar, dass sie noch beide da sind und wir noch viel Zeit mit ihnen verbringen dürfen und gerade in den letzten Jahren viel Zeit miteinander verbracht haben. Sie sollen ihre Tage ausgestalten, wie sie es möchten......Aber ich als Tochte würde mir gern öfter mal den Tritt in den Hintern herausnehmen! So in etwa :-) danke
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BeitragThema: Re: gutartige Altersvergesslichkeit via Demenz
Sa 17 Jun 2017, 17:40    © Suse
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hallo,
hast du schon mal abklären lassen, ob es eine Pseudodemenz auf Grund einer Depression ist?
wünsche dir viel Kraft!!
Liebe Grüsse
Suse
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BeitragThema: Re: gutartige Altersvergesslichkeit via Demenz
Sa 17 Jun 2017, 23:26    © Landei
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Suse schrieb:
hallo,
hast du schon mal abklären lassen, ob es eine Pseudodemenz auf Grund einer Depression ist?
wünsche dir viel Kraft!!
Hallo Suse,

nein, das konnte ich leider nicht abklären, der Arzt hat sich ausführlich mit meiner Mutter unterhalten. Und wenn man sie fragt, ist sie rundum glücklich und zufrieden. Gegenüber ihren Mitmenschen würde sie nie zugeben, dass es ihr nicht gut geht. Dasselbe gilt für meinen Vater. Die beiden bilden die Einheit. Ich als Tochter stehe da in zweiter Reihe. Das ist für mich sehr traurig, weil ich beide sehr gut unterstützen könnte. Sie sind aber beide nicht gewillt, in der Hinsicht irgendetwas zu unternehmen. Meiner Meinung nach liegt bei beiden eine Depression vor. Und darum würde ich mir wünschen, dass sie da irgendwie doch noch die Kurve kriegen oder der Arzt bei der Konrolle vielleicht doch mal aufhört. Und ich warte ja immer noch auf meinen Bergtee. Den bekommen sie von mir beide verordnet. Glücklicherweise nehmen sie so was immer an :-)

LG und einen schönen Abend, das Landei
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Suse
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BeitragThema: Re: gutartige Altersvergesslichkeit via Demenz
So 18 Jun 2017, 13:17    © Suse
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Hallo Landei,

Wenn sie das nicht abklären wollen...schade!
Für meine Mutter war es irgendwie eine Erleichterung, zu erfahren, dass man vielleicht doch was gegen die Vergesslichkeit tun kann! (und für uns Töchter auch!)
Bist Du beim Arzttermin dabei? (bei mir ist es einfach, weil ich mitgehe und meine Mutter das gut findet!)

Auf jeden Fall könntest Du es vielleicht mit Johanniskraut versuchen, es sollten aber mind. 900mg am Tag sein. Johanniskraut ist erwiesenermaßen hiolfreich bei Depression.
Ich nehme (für mich ;-) ) das von Tetesept, dm-Markt, 500mg Kapseln, eine morgens, eine Abend.
Und für meine Mutter werde ich dem Omega3 und Vit.E nachgehen, hatte nur noch keine Zeit. Falls ich was rauskriege werde ich es hier schreibn.
Bei uns im Städtchen gibt es übrigens immer wieder Sturzprophylaxe-Kurse. GEdächtnistraining etc, zu der wir unsere Mutter immer schicken. Bewegung und sich bisschen auseinadersetzten ist sehr gut!
Diesen Samstag habe ich ihr Stoff für eine Tischdecke mit Hohlsaum gebracht, damit sie sich damit beschäftigt, ich hoffe es klappt.
Ausserdem gibt es Ergotherapie, die auch Hilfen anbieten, Verordung über den Arzt.
Vielleicht weisst Du das ja auch alles schon...dann les einfach drüber ;-)

Wünsche Dir einen schönen Sonntag
sonnige Grüsse
Suse
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BeitragThema: Re: gutartige Altersvergesslichkeit via Demenz
So 18 Jun 2017, 17:35    © kamia
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Landei schrieb:
Mein Bauch aber spricht von Annahme, sie dürfen das selbst entscheiden. Ich bin dankbar, dass es ihnen eigentlich noch sehr gut geht. Wir sind dankbar, dass sie noch beide da sind und wir noch viel Zeit mit ihnen verbringen dürfen und gerade in den letzten Jahren viel Zeit miteinander verbracht haben. Sie sollen ihre Tage ausgestalten, wie sie es möchten.....
Liebe Landei,
wie gut ich auch deine weiteren Gedankengänge verstehe! Der o. g. gefällt mir sehr. Mein Mann erkrankte 2008. Auch ich drängte ihn alles abklären zu lassen...... Das schlimmste war die Rückenmarkpunktion. Ohne Ergebnis!
Heute weiss ich, wir haben mit der Hoffnung auf Genesung, 2 gute Jahre verloren. Hilf ihnen wenn sie dazu bereit sind - trotz aller Sorge - bevormunde sie nicht.






liebe Grüße
Karin

Schau nach vorne, nicht zurück, in deinen Händen liegt das Glück!
Aber sagen wir mal ehrlich: manchmal ist es schon beschwerlich;
aber auf der Lebensleiter geht es immer wieder weiter!
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BeitragThema: Re: gutartige Altersvergesslichkeit via Demenz
So 18 Jun 2017, 18:16    © gisela
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liebe landei
Zitat :
Sind es jetzt meine eigenen Ansprüche, die ich zu hoch hänge. Verlange ich von meinen Eltern und gerade von meiner Mutter zuviel oder ist es nicht gerade meine Aufgabe, sie da irgendwie zu motivieren etwas zu ändern?
ja..........ich denke, es sind unsere ansprüche, wie unsere Eltern zu sein haben.
unsere Eltern eben, wie wir sie kennen, unser fels in der Brandung, unsere Ratgeber.
es ist schwierig für uns kinder zu sehen, dass sich unsere Eltern verändern, und leise und scheinbar unmerklich
schlüpfen wir in die rolle der sich kümmernden.
und ja, man hat das gefühl, man müsse motivieren, aufmerksam machen, behüten.............aber............eigentlich
sollten wir nur begleiten..........angepasst an die jeweilige Phase der Demenz.
da sein, wenn sie uns brauchen, uns zurückhalten, wenn unsere Besorgnis als störend empfunden wird, quasi bereitstehen,
wenn unser kümmern notwendig ist.
es wird Zeiten geben, da wirst du dich kümmern müssen, weil ein beobachten von aussen nicht mehr
ausreichend ist. zur zeit geht es deinen Eltern so wie es ist offenbar gut bis auf die gedächtnisschwäche deiner Mama.
wenn sie eine Abklärung nicht wollen bleibt dir nur wenig ausser deinen Eltern das gefühl zu vermitteln........du bist
jederzeit da. und auch eine eindeutige Diagnose würde dich nicht zufriedener machen, sondern nur weiter grübeln lassen.

alles liebe für dich
lieben gruß
gisela






    lieben gruß

                           gisela                        


mein Vorbild ?....der Löwenzahn...wenn er es schafft durch Asphalt zu wachsen...kann auch ich scheinbar unmögliches schaffen
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BeitragThema: Re: gutartige Altersvergesslichkeit via Demenz
So 18 Jun 2017, 20:55    © Landei
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Vielen Dank ihr Lieben! Das tut gut und ich bin mir sicher, dass sie genau wissen, dass wir für sie da sind, so wie sie immer für uns da waren. 
Gisela schrieb:
fels in der Brandung, unsere Ratgeber.

Genau das beschreibt es ziemlich deutlich. Und sie zeigen mir ja auch immer noch. Wir sind die Eltern, du das Kind. Aber Eltern werden immer Eltern sein. Das spiegelt jedoch auch die Dominanz und das Rollenverhältnis innerhalb unserer Familie wieder. Darum können sie auch so schwer damit umgehen, wenn ich meine Meinung kund tue. Hilfe und dann noch von dem eigenen Kind kann ganz schlecht zugelassen werden. Das ich als Tochter Recht haben könnte, wird erst gar nicht in Erwägung gezogen. Allerdings haben sie die Rechnung ohne die Tochter gemacht lol!  Irgendwie habe ich ja in den vergangen Jahren gelernt, wie ich von hinten, durch die Blume, zwischen die Beine. Direkt wäre es natürlich viel viel schöner und hätte mehr von Gemeinsamkeit. Und obwohl sie uns von Herzen lieben, Hilfe einfach nur annehmen, das scheint irgendwie unmöglich zu sein. Dabei ist es für uns wirklich ganz selbstverständlich. Und wenn sie nur im Ansatz wüssten, was ich mir für Gedanken mache...das käme einer Kathastrophe gleich. Einen Rundensieg hätte ich eingefahren, wenn sie wirklich sehen könnten wie gut es beiden wirklich noch geht und welches Glück sie haben.
1. Bis auf ein paar körperliche Zipperlein gesund!
2. Das Kurzzeitgedächtnis von Mama, wenn es so bleibt, meine Güte. Und in die Zukunft kann niemand sehen. Wir können auch morgen vom Auto überfahren werden.
3. Sie haben sich. Sie sind über 50 Jahre glücklich miteinander verheiratet, gehen immer noch sehr liebevoll miteinander um. Haben Haus, einen wunderschönen Garten, ihre Kinder (die alle gesund sind) und wundervolle Enkel, die ebenfalls alle gesund sind und teilweise bereits ihren Weg gehen.
4. Sie sind noch so fit, dass sie verreisen können. Sind mit dem Auto noch mobil.
Im Gegensatz zu ganz vielen anderen bekannten Ehepaaren im selben Alter. Da gibt es schon genügend Witwen und Witwer, da sind einige schwer krank....
Ich verstehe, dass sie der Blickwinkel älterer Menschen schmälern kann. Ich kann verstehen, dass sie jeder modernen Entwicklung skeptisch gegenüber stehen.
Aber....ich glaube dass ist wirklich wie bei Kindern. Sie wirklich annehmen.....Ich kann eben nicht verlangen, dass sie genauso offen sind, wie manch andere 75 Jährigen. Da gibt es genügend, die sich immer noch entwickeln möchten, die jeden Tag eine Herausforderung suchen, die mit einem Smartphone und einem PC umgehen können und auch interessiert sind. Ich bin ja schon dankbar, dass mein Vater wenigstens ein Seniorenhandy benutzt und telefonieren kann. Wenn ich dem mit Whats App komme, dann dreht der durch :-)Heutzutage werden aber auch ältere Menschen vor andere Herausforderungen gestellt, als noch vor 30 Jahren. Meine Oma hat noch an jedem 1. des Monates ihre Rente von der Bank geholt. Heute müssen alle mit EC, Kreditkarte und Onlinebanking umgehen können. Es hat sich vieles geändert und insgeheim wünsche ich mir eben auch diese Eltern, die sich den Herausforderungen stellen und das auch möchten. Das tun sie aber nicht. Sie haben daran kein Interesse. Es wird gemacht, was gemacht werden muss. Das passiert aber nicht weil sie es wollen. Und natürlich will ich sie nicht bevormunden. Da arbeite ich auch jeden Tag dran. Aber der Wunsch nach Abklärung bleibt natürlich bestehen. Anreize schaffe ich, in dem ich für den Papa ständig neue Aufgaben suche. Er liebt es, gebraucht zu werden Smile Und meine Mutter lasse ich in ihrer Struktur. Damit fährt sie am aller besten. Sie fährt jeden Tag ihr Programm und das ist auch gut so. Ich ermahne meinen Vater, ihr nicht zuviel abzunehmen und sie immer wieder dazu anzuhalten, ihn immer wieder zu begleiten. Raus aus dem Haus. Frische Luft, Bewegung, Sauerstoff. Unser Sohn fährt mindestens zweimal die Woche. Da muss sie Karten spielen und Hausaufgaben erledigen, einmal die Woche koche ich für alle und dann lade ich sie ein. Da freuen sie sich riesig drüber, dann muss sie wieder mit spielen. Gesellschaftsspiele stehen bei meinem Sohn ganz oben auf der Liste. lol! Und wie gesagt, jetzt im Frühling/Sommer fällt die Motivation sehr leicht, weil sie gern draußen in der Sonne ist. Sobald der Herbst und Winter kommt, wird es wieder schlechter. Und sobald das Leben dann nur noch in den eigenen vier Wänden abspielt, legt sich der Kopf wieder in den Winterschlaf. Und da sehe ich die größte Gefahr überhaupt. Ob gesund oder krank. Ob Kopf, Gliedmaßen oder Muskeln. Wenn ich etwas nicht benutze und beanspruche, dann verkümmert es. Wenn ich jeden Tag einen Einheitsbrei futtere, dann muss er mir doch mal aus den Ohren kommen. Wenn ich so strukturiert bin, dann sitzt jeder Handgriff. Ich tue es immer und immer wieder. Da denke ich doch nicht mehr nach. Ich glaube fest daran, dass das nur Demenz fördernd ist. Und die größte Herausforderung für mich sehe ich im Moment, dass sie über den Sommer wieder soviel Polster als Glückgefühlen anlegen, dass es für den Herbst und Winter reicht. Das erreichen wir in erster Linie mit ganz viel Qualitätszeit. Und ohne dass sie sich bedanken müssen oder wir darüber sprechen müssen.... Wir sind einfach da.

Trotzdem bleiben die Gedanken und die Sorgen und vor allem die Überszeugung, dass mehr möglich wäre, als bisher. Denn ich lebe nach der Überzeugung das NICHTSTUN und einfach nur warten, dass die Dinge selbst passieren, Stillstand bedeuten. Und daher bin ich auch immer auf der Suche nach Ursache und Wirkung.

Liebe Grüße und einen schönen Abend!
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BeitragThema: Re: gutartige Altersvergesslichkeit via Demenz
So 02 Jul 2017, 17:53    © soda1964
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Liebe Landei

bereits sind zwei Wochen vergangen seit deinem Beitrag.

Landei schrieb:
Und die größte Herausforderung für mich sehe ich im Moment, dass sie über den Sommer wieder soviel Polster als Glückgefühlen anlegen, dass es für den Herbst und Winter reicht. Das erreichen wir in erster Linie mit ganz viel Qualitätszeit. Und ohne dass sie sich bedanken müssen oder wir darüber sprechen müssen.... Wir sind einfach da.

So viel Liebe für deine Eltern spricht aus diesen Zeilen rose 

Ich finde, du machst das wunderbar. Weiterhin viel Kraft und liebe Grüsse






Therese

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BeitragThema: Re: gutartige Altersvergesslichkeit via Demenz
Mi 12 Jul 2017, 10:30    © Landei
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Guten Morgen zusammen,

in der Tat ist es schon wieder eine Weile her....es waren recht ruhige und entspannte Wochen mit wirklich schönen Momenten. Meine Mama hatte Geburtstag. Wir haben diesen Tag im engsten Kreis verbracht. Eigentlich hatten sich 2-3 Damen aus ihren Vereinen angekündigt. Ich hatte einen richtig schönen Empfang vorbereitet. Schnittchen, Kuchen, Sekt....war jedoch sehr erleichtert, dass am Morgen dann doch telefonisch die Absagen erfolgten. zwinker Irgendwie ist es für alle entspannter, wenn sie ihre Zeit nur mit den Menschen verbringt, bei denen sie sich nicht überfordert fühlt. Im Moment wird uns auch wieder einmal mehr deutlich, dass diese Einschränkungen zwar vorliegen, ihr Leben aber nicht wirklich einschränken und wir sehr dankbar sind, dass sie bis auf die geistigen Einschränkungen, keine weiteren großartigen Probleme hat, die sie in ihrem Alltag da in irgendeiner Weise beeinträchtigen. Leider wird uns das immer erst dann wieder deutlich, wenn es Menschen im näheren Umfeld gibt, denen es durch andere gesundheitlichen Probleme viel viel schlechter geht. Und irgendwie haben wir da in den letzten Tagen gleich mehrere recht traurige Nachrichten erhalten. Da frage ich mich immer, ob es tatsächlich Menschen gibt, die über einen längeren Zeitraum wirklich in ganz ruhigem Fahrwasser leben dürfen. In unserem Leben sind es richtige gleichmäßige Zyklen mit etwa gleichen Abständen. Wenn es kommt, dann kommt es ... Trost, irgendwann wird es wieder ruhig. Allerdings kennen wir das Ergebnis vor der Ruhe nicht. Für mich als hochsensibler Mensch wird es recht schnell kompliziert, wenn ich mich in solchen Phasen in diese Gedankenschleifen begebe. Das frisst mich auf, ich habe sofort körperliche Beschwerden und es fällt mir sehr schwer gedanklich wieder auszusteigen. Es gibt auch nur sehr wenige Menschen, mit denen ich mich in solchen Phasen austauschen kann. Meinem Mann geht es da um einiges besser. Er hat ein gutes Polster an Elefantenhaut. Da prallt einiges ab und dringt nicht durch. Ich beneide jeden Menschen um ein kleines dickes Fell.
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