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 Pflege sollte nicht nur körperlich sein!

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BeitragThema: Pflege sollte nicht nur körperlich sein!
Pflege sollte nicht nur körperlich sein! EmptyFr 16 Nov 2007, 17:51    © Admin
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Von: LillNalle2 (Ursprüngliche Nachricht) Gesendet: 30.09.2005 10:52

Hallo ihr Lieben

Ich möchte wieder mal was schreiben über die Wichtigkeit von Musik. Jedes mal wenn ich zu Erik gehe, sitzt er oft ziemlich apathisch. Mein kommen, setzt ihm aber ein erfreutes lächeln ins Gesicht. Ohne die Hilfe von Musik wäre es aber um einiges schwerer ihn aus seiner "eigenen Welt" heraus zu holen. So haben meine Besuche auch einen gewissen Ablauf bekommen. In aller Ruhe gehen wir in sein Zimmer, schalten Musik ein. Dann hole ich seine Trommeln hervor wo er etwas dazu spielen kann. Nachdem aber die Konzenztration für etwas bestimmtes nur eine kurze Zeit anhalten kann, galt es für mich etwas neues zu entdecken. Erik war einer der immer sehr gerne tanzte - warum also nicht auch mit dem Rollstuhl? So verbringen wir die meiste Zeit mit Trommeln und tanzen. Zwischendurch etwas trinken und sprechen - soweit dies eben möglich ist. Innerhalb kurzer Zeit wird er dann sehr gesprächig. Leider lässt sich aber davon nicht mehr viel verstehen. So wird man gezwungen Antworten zu suchen, die auf jeden Fall möglichst nicht falsch sein können. Auch wenn es mir nicht immer gelingt, so werde ich wenigstens doch immer geschickter darin und dies gibt ihm wenigstens das Gefühl wirklich verstanden zu werden. Was ihm auf jeden Fall wieder ein bisschen Selbstwertgefühl geben kann. Mir persönlich tut es sehr weh, das sein Sprachvermögen so schlecht geworden ist. Vorallem weil ich davon überzeugt bin, das sich in seinem Kopf bei weitem mehr abspielt als was er wiedergeben kann.

Wenn ich aber bedenke, wie viel solche Aktivitäten helfen, verwundert es mich doch sehr, dass nicht mehr in zusätzliches Personal gesetzt wird. Vorallem wenn ich bedenke wieviel dadurch an teuren Medikamenten gespart werden könnte, zu besserem Nutzen für alle. Es gäbe schliesslich nicht nur für die Bewohner ein erfüllteres, meinungsvolleres Leben, sondern auch für das Personal mehr Zufriedenheit im ausüben ihres Berufes. Nachdem es mir schwer fällt einfach solche Tatsachen zu schlucken ohne eine vernünftige Antwort zu bekommen, werde ich mich mit diesem wie ähnlichen Anliegen sicher versuchen an bestimmte Stellen zu wenden. Ob ich erhört werde ist allerdings eine andere Frage, aber einfach ruhig zu sein liegt irgendwie nicht in meiner Natur.

Gerade solche Sachen machen es mir unheimlich schwer mit dem Gedanken bald wieder für 2 Monate in der Schweiz zu sein und damit Erik einem wichtigen Lichtblick in einem doch sehr langweiligen Alltag im Heim zu entziehen.

Wieso wird soviel mehr für das Optische von Angehörigen gemacht und damit zu wenig auf die Bedürfnisse der Bewohner eingegangen? Ist für die Bewohner ein Staubfussel wirklich wichtiger als wenn sich das Personal einmal mehr Zeit nehmen kann, um Bewohnern die Hand zu halten und z.B zu trösten? In wievielen Heimen müssen die Bewohner mehr als 12 Stunden in den gleichen Windeln dort sitzen, aber es fliegt kein einziges Staubfussel rum - wieso? Sparen könnte ich ja noch verstehen. Aber werden nicht nur für das gleiche Geld die Prioritäten pervertiert?
Solange ich darauf keine vernünftige Antworten bekommen kann, werde ich keine Ruhe geben. Ich glaube es müssen sich wirklich mehr Angehörige gehört machen, in einer Situation wo es die Bewohner nicht mehr können und dem Personal zu einem grossen Teil die Hände gebunden sind aus beruflicher Abhängigkeit.

Ich denke auch dies gehört zu diesem Forum und ist mindestens genau so wichtig darüber zu reden wie alles andere. Ich wünschte mir sehr, das Personal und Angehörige besser zusammen arbeiten könnten - zum Vorteil von allen Seiten. Ausserdem fängt ja alles damit an, das man miteinander redet um jede einzelne Position besser zu verstehen.

Ich musste dies einfach mal los werden da ich mir auch in dieser Beziehung sehr viele Gedanken mache. Auch viel sehe und lese, was nicht nur mit Erik zu tun hat.

Ganz liebe Grüsse an euch alle

eure Ursula
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BeitragThema: Re: Pflege sollte nicht nur körperlich sein!
Pflege sollte nicht nur körperlich sein! EmptyFr 16 Nov 2007, 17:52    © Admin
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Von: Schineblitz Gesendet: 02.10.2005 17:55

Hallo alle zusammen,
ich möchte Dir Ursula danken für deinen wetvollen Beitrag.
Ich sehe von der Seite her das Du was bewegst auch wen es langsam geht.
Sicher ist es unheimlich schwer das so mit an zu sehen wie man die (alten ) Leute behandelt und das mit den Sparmassnahmen entschuldigt.Aber ich bin sicher das das Du nicht so schnell aufgibst. :-))))))
Ich kenne Deine Hartnäckigkeit und das ist auch gut so.
Auch weiss ich das Du Erik immer wieder abholen kannst und das hat damit zu tun das Du den Menschen siehst der hilfe braucht und nicht nur seine Grundbedürfnisse gedeckt werden.
In den Heimen ist es auch so das es Pesonal gibt das, dass kann und andere leider nicht, aber es ist sehr traurig das sich viele darüber keine Gedanken machen oder sie haben vielleicht Angst Gefühle zu entwickeln gegnüber den Patzienten.
Diese Patzienten brauchen doch auch mal eine Umarmung und ein Streicheln über die Wange das zeigt doch das man sie ernst nimmt.

Darum mach weiter so und sage das dem Personal dort im Heim in Liebe das sie verstehen was man alles tun könnte.

Liebe Grüsse an alle
Daniel
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BeitragThema: Re: Pflege sollte nicht nur körperlich sein!
Pflege sollte nicht nur körperlich sein! EmptyFr 16 Nov 2007, 17:52    © Admin
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Von: palousunny2 Gesendet: 02.10.2005 21:07

Hallo zusammen

Liebe Ursula ich verstehe sehr gut wie schwer es Dir fällt alles das was nicht so ist wie es sein sollte, alles das was Erik nicht bekommt weil er im Heim wohnt, weil zu wenig Personal da ist, weil sie überfordert sind, weil überall und an allem gespart wird und dadurch die Patienten es ausbaden müssen. Zusätzlich sind es alten Menschen, Menschen die vielfach sich gar nicht mehr beklagen könnten, Menschen die erdulden müssen und bei denen es nur noch um ein trauriges Daseins geht. Jetzt geht es aber auch um Erik und Du möchtest da natürlich am liebsten die Dinge in die Hände nehmen und handeln.

Als Aussenstehenden möchte man sich am liebsten gar nicht mit diesen Fragen befassen, das ist einem unangenehm und man kann sowieso nichts daran ändern. Man fühlt sich Machtlos und hofft insgeheim, das man das nie erleben muss oder, dass man nie jemanden das man liebt in der Situation kommt. Man macht es sich einfach und schiebt es weg.

Das mit dem Rollstuhl tanzen ist fast logisch wenn man Dich liest. Du hast Ideen die in so einem Heim viel Gutes bringen könnte. Ich kann mich auch gut vorstellen, dass Du in der Zeit in der Du noch dort bist etwas bewegen könntest. Du hast gute Kontakte dort, hast schon öfters vieles aus der Nähe gesehen und sie haben Dich gerne und hörten auch schon mehr als einmal auf Dich. Also liebe Ursula bringe was in Bewegung dort, das kannst Du, Deine Motivation ist stark und Du handelst im Sinne der Patienten, was schlussendlich auf das Heim wieder zurück fällt. Ich bin mir sicher, dass Du mit Deinem Wesen, noch bevor Du wieder in die Schweiz zurück kommst, etwas bewegen wirst.

Bin in Gedanken bei Dir und schicke Dir ganz ganz liebe Grüsse und wünsche Dir viel Kraft.

Deine Janine
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