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 Dringend! Darf ich auf andere Medikmente drängen

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Landei
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BeitragThema: Dringend! Darf ich auf andere Medikmente drängen
Do 29 März 2018, 09:19    © Landei
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Meine Mutter befindet sich seit zwei Wochen wieder mit Beschluss in der Klinik. Sie hat ihrer Einrichtung Essen und Trinken verweigert und wurde bösartig, sofern man sie motivieren wollte am Tagesgeschehen teilzunehmen. Seitdem sie das erste Mal in der Klinik war, verfolgt sie natürlich das Ziel wieder nach Hause zu kommen. Sollten wir ihrem Wunsch nicht nachgehen würde sie andere Mittel und Wege finden.

Da meine Mutter vor ihrem ersten KH Aufenthalt bei keinem Facharzt in Behandlung wurde die Diagnostik erst im KH gemacht. Danach liegen die Einschränkungen im Frontlappen lt. CT. Allerdings vermuten neben mir nunmehr auch die Pfleger und auch die Hausärztin eher eine schwere Psychose/Depression. Ob da parallel im Kopf zweierlei Dinge ablaufen wissen wir nicht. Wir sind uns jedoch sicher, dass die psychischen Störungen nunmehr Auslöser für ihre derzeitige Situation ist.

Die Hausärztin hatte es neben einem Antidementivum mit Citalopram versucht. Da meine Mutter jedoch durch die fehlende Nahrung und Flüssigkeit dermaßen abgebaut hat, haben wir sie in die Klinik bringen lassen, damit sie dort komplett neu eingestellt wird.

Dort ist sie nun seit 12 Tagen. War immer noch das blühende Leben und selbständig. Seit Sonntag geht jedoch nichts mehr. Sie liegt nur noch im Bett und schläft. Sie haben sie auf Risperidon 2 mal täglich 0,5 eingestellt. Damit verstärkt sich ja eigentlich nur noch ein Persönlichkeitstyp. Jetzt steht sie erst recht nicht mehr auf, schläft, antriebsarm, keine Motivation und von Essen und Trinken will sie schon zweimal nichts hören. Einzig allein ihre Stimme ist noch fest.

Habe ich das Recht den Ärzten im KH zu sagen, dass ich sie die Medis wechseln sollen und warum sie nicht mit Citalopram weitermachen? Das ist doch stimmungsaufhellend und keineswegs sedierend.

Ich erkenne meine Mutter nicht wieder. Bin aber auch eher davon überzeugt, dass es die Psyche ist. Von Demenz ist im Moment überhaupt nichts zu merken.

LG das Landei
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Amelu
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BeitragThema: Re: Dringend! Darf ich auf andere Medikmente drängen
Do 29 März 2018, 10:30    © Amelu
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Aber natürlich darfst Du die Ärzteschaft bitten, das neue Medikament wieder auszuschleichen, schließlich bist Du ja die Familienangehörige.

Ich frage mich schon seit geraumer Zeit, warum mit diesen chemischen Keulen gleich so draufgehauen wird, warum man nicht langsam einschleicht, um die Verträglicheit erst mal rauszukriegen.


Hast Du eine Vollmacht oder gar eine Generalvollmacht?



Eva
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Landei
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BeitragThema: Re: Dringend! Darf ich auf andere Medikmente drängen
Do 29 März 2018, 10:58    © Landei
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Danke Eva!! Ich habe eine Generalvollmacht.
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Amelu
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BeitragThema: Re: Dringend! Darf ich auf andere Medikmente drängen
Do 29 März 2018, 11:22    © Amelu
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Dann kannst Du bestimmen, was evtl neu  und was nicht mehr gegeben wird. Manchmal eine äußerst schwierige Angelegenheit, aber wenn Du eine Generalvollmacht hast, dann hast Du mit Deiner Mutter auch drüber gesprochen und weißt jetzt einigermaßen, was in ihrem Sinne ist. Ist es nicht so?



Eva


PS: Hast Du zweimal mit gleichem Inhalt gepostet?
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Quintilia
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BeitragThema: Re: Dringend! Darf ich auf andere Medikmente drängen
Do 29 März 2018, 12:46    © Quintilia
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Liebes Landei,

auch bei meiner Mutter hat sich die Demenz von jeher eher über eine starke Depression bzw. auch über Unruhe und Aggression bemerkbar gemacht - viel eher als über starke kognitive Auffälligkeiten.

Ich habe ihr daher auch recht früh ein Antidepressivum verschreiben lassen, das lange Zeit recht gut gewirkt hat, sofern sie es eingenommen hat! Antidepressiva brauchen ja einige Wochen der regelmäßigen Einnahme, bis sich tatsächlich eine Wirkung zeigen kann.

Verlangen darfst du als Bevollmächtigte - ich kann deine Angst und Unruhe verstehen. Vielleicht zunächst einmal ein offenes, ausführliches Gespräch mit den behandelnden Ärzten, in denen du alle deine Ängste, Sorgen und Bedenken sowie deine Fragen loswerden kannst? 

LG und alles Gute für dich und deine Mama
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Biggi
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BeitragThema: Re: Dringend! Darf ich auf andere Medikmente drängen
Do 29 März 2018, 13:51    © Biggi
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Zitat :
PS: Hast Du zweimal mit gleichem Inhalt gepostet?

Kein Problem, habs bereits entfernt, damit nichts durcheinander gerät.   nickend

Liebe Grüße







--- Wir müssen bereit sein, uns von dem Leben zu lösen, das wir geplant haben, damit wir das Leben finden, das auf uns wartet. ---

                        
                           
  
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Aggi
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BeitragThema: Re: Dringend! Darf ich auf andere Medikmente drängen
Do 29 März 2018, 14:14    © Aggi
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Liebe Landei,

da hast Du ja was durchzustehen, Du Arme  umarmung

Landei schrieb:
Habe ich das Recht den Ärzten im KH zu sagen, dass ich sie die Medis wechseln sollen und warum sie nicht mit Citalopram weitermachen? Das ist doch stimmungsaufhellend und keineswegs sedierend.

So, wie Du schreibst, ist die Kombi doch in die Hose gegangen - wozu damit weitermachen? Allerdings kann auch ein abruptes Absetzen von Citalopram heftig wirken, sowas kannst Du gerne anfragen! Alles in Kooperation mit den Ärzten, Deine Mutter ist auf Beschluss in der Klinik, wieweit sind die Ärzte dort über ihre Vorgeschichte informiert?

Landei schrieb:
Ich erkenne meine Mutter nicht wieder. Bin aber auch eher davon überzeugt, dass es die Psyche ist. Von Demenz ist im Moment überhaupt nichts zu merken.

Was grade typisch für FTD sein könnte. Das es wie "was psychisches" aussieht und gar nicht wie Demenz. Es muß eine exakte Diagnostik erfolgen. Vor allen Dingen aber alles in Ruhe mit den Ärzten besprechen.

Extrem wichtig bei FTD ist die nicht-medikamentöse Therapie und die erfordert (mit FTD-)erfahrene Therapeuten. Wie war das denn in der Einrichtung, wo Deine Mutter war? Manchmal führen ja auch äußere Umstände (die einfach nicht "passen") zu krassen Reaktionen?! Aber das ist grad alles nur "Glaskugel"-Denken... achselzucken

Ich drücke Euch die Daumen! daumendrueck daumendrueck

LG,
Aggi






Manches ist einfach zu wahr um schön zu sein.
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Landei
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BeitragThema: Re: Dringend! Darf ich auf andere Medikmente drängen
Do 29 März 2018, 14:24    © Landei
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@ Biggi  DANKE! Das war ein Versehen, sorry!

Ich habe jetzt mit der Klinik telefoniert. Nach Aussage der Ärztin nimmt sie ihre Medikamente nicht regelmäßig (diesmal gar nicht so schlecht, ihr Willen zwinker ) Die Ärztin meint, von dem Risperidon könnte weder die Appetitlosigkeit noch die Müdigkeit kommen. Dafür wäre die Dosis zu gering. Sie hat sich jedoch notiert, dass ich zusätzlich das Antidepressivum haben möchte.
Heute Abend ruft mich die Hausärztin zurück. Mit ihr werde ich die Situation ebenfalls besprechen. Meine Mutter ist zwar diesmal auf einer psychologischen Station, die Ärztin meint aber , sie würde sich aber eher wie eine fortgeschrittene Demenzpatientin zeigen. Da liegt einfach der Hase im Pfeffer. Die Ärzte können sie gar nicht einschätzen. Gegenüber uns spricht sie ganz normal. Und gegenüber den Ärzten schweigt sie sich einfach aus. Das macht es ja so schwierig schreiweinend ´Ich weiß ja selbst, dass es für einen Außenstehenden völlig skurril klingen mag. Aber sie hat zwei Gesichter und schadet sich im Grunde damit nur. Wenn sie sich ehrlich und unverblümt zeigen würde, könnte man ihr auch helfen. So landet sie immer wieder in ein und derselben Schublade. wut  Ich bin so hilflos. Aber nach Hause kann sie in dem Zustand nicht. Wir drehen uns im Kreis und die Katze beißt sich in den Schwanz. Es funktioniert nicht, wenn sie psychisch nicht stabilisiert werden kann. Sie stirbt....
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BeitragThema: Re: Dringend! Darf ich auf andere Medikmente drängen
Do 29 März 2018, 14:33    © kamia
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Heimweh ist auch nicht zu unterschätzen - mir scheint deine Mutter ist in den Hungerstreik getreten.
Zitat :
ch werde Montag noch mal mit der Ärztin sprechen und versuchen sämtliche Diagnostik in die Wege zu leiten. Meine Geschwister und ich möchten eine Diagnose. Wir möchten wissen, mit was wir es zu tun haben. Die jetzige Diagnose beruht allein auf Vermutungen. Im Grunde wissen wir nix.

Und mit diesen vielen   wollen wir uns nicht abfinden. Für die Akzeptanz brauchen wir Antworten. Ohne, dass man einmal in den Kopf geguckt hat oder irgendwelche anderen Tests oder Untersuchungen gemacht hat, wollen wir das nicht akzeptieren.
Hier deine Worte vom 27.1. und am 29.3.?

Kam ja auch alles mehr als plötzlich.....ruft den Notarzt für ihren Mann und landet selbst in der Psychiatrie,um danach im Pflegeheim zu verbleiben.

Das kann man ja als gesunder Mensch nicht nachvollziehen....und nun gibt's auch noch Risperidon.


Ich bin fassungslos darüber was Angehörige Ärzte und Richter verfügen.

Ich will das so offen schreiben.....


Zuletzt von kamia am Do 29 März 2018, 14:54 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Dringend! Darf ich auf andere Medikmente drängen
Do 29 März 2018, 14:45    © Amelu
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Wenn Du das Gefühl hast, daß das Risperidon ihr nicht gut tut, dann verlange einfach, daß das Mittel nach den Regeln der Kunst ausgeschlichen wird. Zu schnelles Absetzen kann äußerst fatale Krankheiten und Symptome auslösen, die von den meisten Ärzten 'behandelt' werden, daß sie ein andres Neuroleptikum verordnen. Absetz-Erkrankungen erkennen sie einfach nicht an wut Von Einschleichen in Psychopharmaka haben sie eh noch nix gehört oder gelesen schreiweinend


Es ist auch ein Zeichen von Verwirrtheit, daß die Betroffenen sich bei der Besprechung ihrer Plage und deren Medikation äußerst verschlossen zeigen. So wars bei Mutter auch, sogar wenn es um Husten- oder sonstige Mittel ging. Ich denke, es tut ihnen weh und macht ihnen Angst, sich als 'Objekt' zu fühlen, über das über ihren Kopf verhandelt wird. Das muß man einfach akzeptieren, eine Medikation eher durch genaues Beobachten über Tag und Nacht insgesamt zu ermitteln. Ob die üblichen Psychopharmaka dann wirklich angemessen sind, muß jedesmal aufs Neue probiert werden - ein mühsamer und oft deprimierender Weg. Wichtig allein ist aber das Wohergehen des Patienten!
Und wenn irgendwelche Medikamente nicht genommen werden wollen, dann deute man das als '7. Sinn', daß die Betroffenen instinktiv wissen, was ihnen nicht gut tut.


Eva
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BeitragThema: Re: Dringend! Darf ich auf andere Medikmente drängen
Do 29 März 2018, 17:53    © Landei
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kamina schrieb:
Kam ja auch alles mehr als plötzlich.....ruft den Notarzt für ihren Mann und landet selbst in der Psychiatrie,um danach im Pflegeheim zu verbleiben.

Das kann man ja als gesunder Mensch nicht nachvollziehen....und nun gibt's auch noch Risperidon.


Ich bin fassungslos darüber was Angehörige Ärzte und Richter verfügen.

Ich will das so offen schreiben.....
Das darfst du auch so offen schreiben. Aber um sich ein Urteil über mich erlauben zu dürfen, müsstest du die genaueren Umstände besser kennen. Und um die zu schildern, würde es hier Seiten füllen. Zuhause wäre es nicht mehr gegangen. Dann hätte ich beide Elternteile verloren.  Ich weiß das Heimweh nicht zu unterschätzen ist. Und sofern Sie kooperativer wäre, wäre der Weg nach Haus auch offen. Wir können sie jedoch nicht händeln. Sie lehnt fremde Hilfe kategorisch ab. Sie lässt nicht einmal den Arzt ins Haus. Verlangt jedoch, dass ihr 77 jähriger Mann, der nunmehr auch auf Antidepressiva eingestellt ist, 24 Stunden für sie da ist. Ich bin ganz in der Nähe. Ich würde sogar im Alltag einspringen, würde helfen und für sie da sein. Aber sie verweigert sogar, dass ich ihr helfe. Im Grunde lehnt sie alles ab. Damit fing das ganze Dilemma ja an. Auch in der Einrichtung. Dort ist geschultes Personal. Und je mehr man in das Leben meiner Mutter eintaucht und alles von klein auf aufrödelt, wird auch deutlich, wielange sie diese Probleme schon mit sich herumschleppt. Der Mann hat sie gewähren lassen und es früher schon verpasst einfach mal STOP zu sagen. Und ich als Tochter habe es aus Respekt gegenüber der Mutter ebenfalls hingenommen. Wie in einem Schachspiel hat sie ihre Figuren gezogen und gesetzt wie sie es wollte. Niemand hat ihr Einhalt geboten und sie konnte schalten und walten wie sie wollte. Dabei war sie nicht einmal böse. Aber für ihre Hilfsbedürftigkeit und Großzügigkeit hat sie immer Dankbarkeit erwartet. Immer irgendeine Form von Gegenleistung in Form von emotionaler Zuneigung. Ich weiß nicht, ob es deutlich wird, mit was für einer Grundpersönlichkeit wir hier es eigentlich zu tun haben. Und dabei tut es mir noch leid und es macht mich traurig, dass es nun so um sie steht. Und dass diese Krankheit, wie immer auch ihr Name sein wird, sie so einnimmt. Und auf der anderen Seite macht sie mich auch wütend. Denn wenn sie essen und trinken würde und sie Kraft hätte und nur ein kleines bisschen einsichtig, könnte sie leben, mit ihrem Mann und ihrer Familie an ihrer Seite. Und da macht sie mich auch wütend in ihrer Krankheit, dass Menschen tagein tagaus Energie aufbauen, um aufgrund von schweren Krankheiten gesund zu werden und sie schmeißt ihres gerade ín die Tonne. Auch wenn es aus einer Krankheit heraus geschieht. Ich könnte heulen und schreien zugleich. Und obwohl sie glaubt, dass ich mich mehr um andere Menschen in meinem Umfeld kümmere oder immer gekümmert hätte (nach ihren Worten), dreht sich gerade 24 Stunden des Tages um sie. Und da wird auch noch einmal deutlich, wie unterschiedlich jeder Mensch ist. Und so unterschiedlich zeigt sich auch die Psyche. Da ist es mir auch egal, welchen Namen das Kind bekommt, weil es immer nur um die aktuelle Situation geht.
@ Kamina und da ziehe ich meinen Hut vor dir. Du pflegst deinen Mann. Respekt! Meine Hochachtung. Ich kann mich aber nicht zerteilen. Ich habe eine eigene Familie, ein heranwachsendes Kind, einen kranken Vater und einen Beruf und einen Mann nebenbei auch noch. Von den anderen Rollen die man im Leben so einnimmt mal ganz zu schweigen. Da kann sich nicht alles um meine Mutter drehen. Und um es auf den Punkt zu bringen. Würden wir sie in diesem Zustand nach Hause holen und sie keine Hilfe zulassen, reißt sie uns mit in den Abgrund. Und dazu bin ich nicht bereit.
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BeitragThema: Re: Dringend! Darf ich auf andere Medikmente drängen
Do 29 März 2018, 18:04    © Quintilia
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Landei schrieb:

Das darfst du auch so offen schreiben. Aber um sich ein Urteil über mich erlauben zu dürfen, müsstest du die genaueren Umstände besser kennen. 

Das sehe ich allerdings auch so!
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BeitragThema: Re: Dringend! Darf ich auf andere Medikmente drängen
Do 29 März 2018, 18:52    © Quintilia
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Landei schrieb:
... und warum sie nicht mit Citalopram weitermachen? Das ist doch stimmungsaufhellend und keineswegs sedierend.

Ich kann es dir nur aus eigener Erfahrung beschreiben, da ich selber eine ganze Zeit lang Antidepressiva aus dieser Gruppe eingenommen habe: Ich persönlich habe sie nicht als "stimmungsaufhellend" empfunden, in dem Sinne, dass sich die "Laune" und der Antrieb dadurch spürbar für mich geändert haben. Eher schon auf eine Art sedierend, ja.
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BeitragThema: Re: Dringend! Darf ich auf andere Medikmente drängen
Do 29 März 2018, 18:55    © Quintilia
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Ergänzung: Ich persönlich habe Antidepressiva nicht als "Wunderwaffe" gegen Depressionen erlebt, eher als eine Art "Überbrückung" bzw. als eine Art Schubkarre, die mir geholfen hat, meine Depressionen auf andere Art und Weise angehen zu können. Daher habe ich sie dann auch nicht länger genommen als ca. ein halbes bis dreiviertel Jahr - obwohl ich nicht grundsätzlich gegen "Chemie" bin.

Aber ich verstehe dich sehr gut, dass du in dieser verzweifelten Situation auch nach diesem Strohhalm greifen willst.
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kamia
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BeitragThema: Re: Dringend! Darf ich auf andere Medikmente drängen
Do 29 März 2018, 19:06    © kamia
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Hallo liebe Landei,

ICH würde mir niemals ein Urteil über dich erlauben - warum auch? Ich glaube jeder gibt was er kann.....
Wie schwer man mit der Erkrankung lebt ........  ist mir mehr als klar!

Damit meine ich nicht nur ZUHAUSE!
Ich wollte darauf hinweisen was deine Mutter alles verkraften muß..... und das ist ja reichlich in so kurzer Zeit.

Vlt. gibt es ja doch noch ein besseren Weg, der erst noch zu finden ist.

Leider gibt es keine Pille...... DAS kannst du mir glauben! Auch wenn der RUF danach weit verbreitet ist.
Zitat :
Und wenn irgendwelche Medikamente nicht genommen werden wollen, dann deute man das als '7. Sinn', daß die Betroffenen instinktiv wissen, was ihnen nicht gut tut.


Eva
so war es auch bei uns....


Zuletzt von kamia am Do 29 März 2018, 19:49 bearbeitet; insgesamt 2-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Dringend! Darf ich auf andere Medikmente drängen
Do 29 März 2018, 19:22    © Quintilia
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kamia schrieb:

Leider gibt es keine Pille...... DAS kannst du mir glauben! Auch wenn der RUF danach weit verbreitet ist.

Das fürchte ich leider auch. Schön wär's!  Rolling Eyes
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BeitragThema: Re: Dringend! Darf ich auf andere Medikmente drängen
Do 29 März 2018, 20:22    © Landei
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Das es "die" eine Pille gibt, daran glaube ich auch nicht. Die brauche ich auch gar nicht. Weil ich meine Mutter so annehme, wie sie ist. Nur in dieser Situation würde ich ihr gern helfen und da ich weiß, wie verschlossen sie ist und niemanden an sich herankommen lassen kann (aus welchen Gründen auch immer), möchte ich ihr durch eine entsprechende Therapie (und in diesem Fall eben erst einmal in Form von Tabletten) aus diesem Nebel helfen. Ich weiß nicht, ob es deutlich wird, in welchem Spannungsfeld ich mich gerade befinde. Denn ich habe gerade das Gefühl, dass ich schon irgendwie in ihren Kopf gucken kann, aber alle anderen können es irgendwie nicht. Wenn sie es nie zugelassen hat und sie sich nie damit auseinander gesetzt hat, jetzt sogar noch geistige Einschränkungen hat, wer soll da die Schale knacken?  
Ich will sie auch gar nicht verbiegen....Ich möchte nur, dass sie ihre Chancen erkennt, dass sie am Leben bleiben möchte. Das geht nicht von allein und das kann auch keine Pille allein. Das muss sie wollen. Und dabei möchte ich sie unterstützen.

Habe eben noch einmal ein ganz ausführliches Gespräch mit der Hausärztin und einem Pfleger gehabt. Die Hausärztin sieht das Risperidon in der Dosis erst einmal als das erste Mittel der Wahl. Das würde auch helfen, die verschiedenen Persönlichkeiten in ihrem Wesen ein wenig mehr zusammen zu bringen.

Gestern und heute jeweils Flüssigkeit über Tropf. Sie hat es zugelassen. Das ist schon mal was. Und siehe da. Sie war deutlich wacher und klarer. Außerdem hat sie mein Porridge getrunken. Auch das ein riesiger Erfolg. Aber und das sagt der Pfleger auch. Von Ärzten und Pflegern will sie nichts wissen. Es sei denn die Nase passt. Bei denen hält sie Pläuschchen wach und klar. Ist mein Vater zugegen. Isst und trinkt sie. Ist er weg, verweigert sie sich. Kein rankommen. Die Hausärztin sagt, wir machen es richtig. Wir sollen ihr alles anbieten, was sie gern isst, sollen für sie da sein, keinen Druck ausüben und ihr zu verstehen geben, dass wir jeden Weg mit ihr gemeinsam gehen. Ende offen.....
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BeitragThema: Re: Dringend! Darf ich auf andere Medikmente drängen
Do 29 März 2018, 20:58    © Quintilia
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Es freut mich aufrichtig für euch, dass sich zaghafte Verbesserungen andeuten und ich drück euch ganz fest die Daumen, dass es so weitergeht.  daumendrueck
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BeitragThema: Re: Dringend! Darf ich auf andere Medikmente drängen
Do 29 März 2018, 21:21    © gisela
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liebes landei
Zitat :
Habe ich das Recht den Ärzten im KH zu sagen, dass ich sie die Medis wechseln sollen und warum sie nicht mit Citalopram weitermachen? Das ist doch stimmungsaufhellend und keineswegs sedierend.
solange du die vorsorgevollmacht für medizinische belange hast........kannst du das natürlich.
wichtig finde ich immer, dass angehörige, die sich dazu entschliessen Medikamente ansetzen, absetzen, umändern
zu lassen........sich mit allem was Medikamente betrifft auch auskennen. Wechselwirkungen, Nebenwirkungen, Kumulationen (heisst,
Überdosierung durch nicht schnell genug entstehenden abbau bei z.b. zuwenig flüßigkeitsaufnahme) usw.
ich glaube ja immer, der richtige weg wäre einfach eine gute Kommunikation aller beteiligten.
ich denke, wir als angehörige glauben immer zu wissen, was das beste für unsere angehörigen ist.......ob es aber wirklich
so ist, sei mal dahin gestellt.
wir möchten, dass es unseren Eltern gut geht, aber ich denke, in unserer fürsorge übersehen wir manchmal einfach,
das das was WIR wollen nicht immer konform geht mit dem was SIE wollen.
wenn deine Mama essen und trinken verweigert..........ist es IHRE Entscheidung.
das muss uns nicht gefallen, aber wir sollten es akzeptieren. das ist gewiss nicht einfach, wäre aber
ein anerkennen ihres recht auf Selbstbestimmung.
Zitat :
Die Hausärztin sagt, wir machen es richtig. Wir sollen ihr alles anbieten, was sie gern isst, sollen für sie da sein, keinen Druck ausüben und ihr zu verstehen geben, dass wir jeden Weg mit ihr gemeinsam gehen. Ende offen.....
find ich eine sehr gute Einstellung der hausärztin.
weisst, das einzige, was unsere zu pflegenden noch selbst bestimmen können ist.........ob sie den mund aufmachen,
oder ihn geschlossen lassen. alles andere wird für sie bestimmt.
und ich finde...........dieses recht sollten wir ihnen lassen, und genauso pflege und betreue ich auch, und genauso halte
ich das auch bei meiner Mama.
ich meins nicht bös, wollte aber nur mal eine andere Sichtweise in die Sache bringen






    lieben gruß

                           gisela                        


mein Vorbild ?....der Löwenzahn...wenn er es schafft durch Asphalt zu wachsen...kann auch ich scheinbar unmögliches schaffen
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BeitragThema: Re: Dringend! Darf ich auf andere Medikmente drängen
Fr 30 März 2018, 06:13    © Aggi
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Landei schrieb:
Das darfst du auch so offen schreiben. Aber um sich ein Urteil über mich erlauben zu dürfen, müsstest du die genaueren Umstände besser kennen.

Liebe Landei,

ich grübel schon seit gestern, was hier schief läuft. Das alles hat was von "zu viele Köche verderben den Brei"...


22.Jan.2018
Ich möchte sie am liebsten gegen ihren Willen einweisen lassen. Ich weiß selbst nicht weiter.

23.Jan.2018
Letzte Nacht hatte mein Vater einen Nervenzusammenbruch und meine Mutter! hat den Notdienst angerufen. Halb drei hat mich mein Vater gerufen. Wir haben gegenseitig eine Generalvollmacht/noteriell beglaubigte Vorsorgevollmacht. So hat der Arzt direkt Kontakt mit der entsprechenden psychatrischen Klinik Kontakt aufgenommen und ich habe sie einweisen lassen können. Mein Vater befindet sich in der gleichen Klinik auf einer anderen Station. Ich fühle mich um ein Kilos leichter. Ich weiß meine Mutter gut aufgehoben. Sie gehen sehr liebevoll mit ihr um. Sie ist sogar aus Sorge um meinen Vater freiwillig in den Krankenwagen eigenstiegen. Jetzt auf der Station haben sie wohl Probleme mit ihr. Aber das tangiert mich gerade eigentlich gar nicht, weil ich weiß, dass sie nun alles bekommt, was für sie gut ist.  Und dort wird sie nun endlich auf den Kopf gestellt. Ende offen.....

25.Jan.2018
Meine Mama ist nun tatsächlich erst einmal für zwei Wochen geschlossen untergebracht. Sie ist zeitlich und örtlich nicht orientiert, aber zufrieden. Ich erkenn sie nicht wieder schreiweinend  Innerhalb von 72 Stunden. Tabletten bekommt sie keine. Davon halten sie dort wo sie jetzt ist gar nichts. Es wird nun zunächst eine genaue Anamnese und Diagnose gestellt. Für meine Mutter sind wir alle in dem für nächste Woche geplanten Nordseeurlaub. Sie denkt, sie ist in einem Hotel. (...) Ich habe daher mit meinem Vater zusammen die Entscheidung getroffen, dass meine Mutter, sollte sich ihr Zustand nicht signifikant verbessern lassen, in einer entsprechenden Einrichtung untergebracht wird.

27.Jan.2018
Meine Mutter haben wir heute ganz wach erlebt. Sie empfing uns mit den Worten wo wir solange waren und wo meint Vater denn solange war. Ihr war heute bewusst, dass sie bereits fast eine Woche in der Klinik ist und beschwerte sich sogar darüber, dass sie bis auf Blut abnehmen noch nichts weiter gemacht hätten. Ich war mit der Situation ehrlich gesagt überfordert, weil ich sie nicht so plötzlich erwartet hätte. Ich habe ihr versprochen, dass die Untersuchungen gemacht werden. Habe sie auch gefragt, ob sie wüsste, wie sie ins Krankenhaus gekommen sei. Ja, sagt sie. Sie sei zusammengebrochen. (...) Sie war so lieb und verständnisvoll und hat das erste Mal eingewilligt auch ins MRT zu gehen. (...)

Ich werde Montag noch mal mit der Ärztin sprechen und versuchen sämtliche Diagnostik in die Wege zu leiten. Meine Geschwister und ich möchten eine Diagnose. Wir möchten wissen, mit was wir es zu tun haben. Die jetzige Diagnose beruht allein auf Vermutungen. Im Grunde wissen wir nix.

Und mit diesen vielen Question  wollen wir uns nicht abfinden. Für die Akzeptanz brauchen wir Antworten. Ohne, dass man einmal in den Kopf geguckt hat oder irgendwelche anderen Tests oder Untersuchungen gemacht hat, wollen wir das nicht akzeptieren.

6.Febr.2018
Meine Mama hat sich relativ gut eingelebt, das Delir ist zurückgegangen, sie ist nach wie vor jedoch nicht in der Lage zu erfassen, wo sie sich gerade befindet. Das ist im Moment für mich jedoch zweitrangig. Sie ist ausgeglichen und im Hier und Jetzt durchaus zugänglich, lässt sich auf die Untersuchungen ein. Ich besuche sie fast jeden Tag, kann sie für Spaziergänge abholen, verbringen die Nachmittage zusammen mit Papa in der Cafetria und sie lässt sich anschließend auch wieder zurückbringen.

CT Befund liegt noch nicht vor. Allerdings haben Sie gestern einen Augenarzttermin veranlasst, da sich die entzündliche Stelle am Auge deutlich verschlimmert hat. Vermutet wird ein Tumor. Jetzt soll weiter geschaut werden und sie soll in den nächsten Tagen in der Uniklinik vorgestellt werden. Mein Hoffnung ist, dass wie weiter gucken. Mein Strohhalm den ich erst loslasse, wenn sie mir das Gegenteil beweisen können.

Im Moment ist es wie Glaskugellesen.

Aber wir haben viel geschafft. Ich habe eine super schöne Einrichtung gefunden. Nichts ist in Stein gehauen. Aber der Papa soll gesund werden und sie ist zwischenzeitlich gut versorgt.

14.Febr.2018
Auch wir haben durch die CT Aufnahmen bei meiner Mama letzte Woche die Diagnose für FTD erhalten. (...)
Meine Mutter ist mittlerweile auf der Station angekommen. Sie hat ihre Kontakte geknüpft. Ihr geht es gut. Sie ist ausgeglichen (bekommt wenig Medikamente), zeigt aber auch die dominante Mutter von früher. Damit zeigt sie mir, dass es für sie gerade ok ist, wie es ist.

29.März.2018
Meine Mutter befindet sich seit zwei Wochen wieder mit Beschluss in der Klinik. Sie hat ihrer Einrichtung Essen und Trinken verweigert und wurde bösartig, sofern man sie motivieren wollte am Tagesgeschehen teilzunehmen. Seitdem sie das erste Mal in der Klinik war, verfolgt sie natürlich das Ziel wieder nach Hause zu kommen. Sollten wir ihrem Wunsch nicht nachgehen würde sie andere Mittel und Wege finden.

Da meine Mutter vor ihrem ersten KH Aufenthalt bei keinem Facharzt in Behandlung wurde die Diagnostik erst im KH gemacht. Danach liegen die Einschränkungen im Frontlappen lt. CT. Allerdings vermuten neben mir nunmehr auch die Pfleger und auch die Hausärztin eher eine schwere Psychose/Depression. Ob da parallel im Kopf zweierlei Dinge ablaufen wissen wir nicht. Wir sind uns jedoch sicher, dass die psychischen Störungen nunmehr Auslöser für ihre derzeitige Situation ist.

Die Hausärztin hatte es neben einem Antidementivum mit Citalopram versucht. Da meine Mutter jedoch durch die fehlende Nahrung und Flüssigkeit dermaßen abgebaut hat, haben wir sie in die Klinik bringen lassen, damit sie dort komplett neu eingestellt wird.

Dort ist sie nun seit 12 Tagen. War immer noch das blühende Leben und selbständig. Seit Sonntag geht jedoch nichts mehr. Sie liegt nur noch im Bett und schläft. Sie haben sie auf Risperidon 2 mal täglich 0,5 eingestellt. Damit verstärkt sich ja eigentlich nur noch ein Persönlichkeitstyp. Jetzt steht sie erst recht nicht mehr auf, schläft, antriebsarm, keine Motivation und von Essen und Trinken will sie schon zweimal nichts hören. Einzig allein ihre Stimme ist noch fest.

Habe ich das Recht den Ärzten im KH zu sagen, dass ich sie die Medis wechseln sollen und warum sie nicht mit Citalopram weitermachen? Das ist doch stimmungsaufhellend und keineswegs sedierend.

Ich erkenne meine Mutter nicht wieder. Bin aber auch eher davon überzeugt, dass es die Psyche ist. Von Demenz ist im Moment überhaupt nichts zu merken.

29.März.2018
Ich habe jetzt mit der Klinik telefoniert. Nach Aussage der Ärztin nimmt sie ihre Medikamente nicht regelmäßig (diesmal gar nicht so schlecht, ihr Willen zwinker ) Die Ärztin meint, von dem Risperidon könnte weder die Appetitlosigkeit noch die Müdigkeit kommen. Dafür wäre die Dosis zu gering. Sie hat sich jedoch notiert, dass ich zusätzlich das Antidepressivum haben möchte.
Heute Abend ruft mich die Hausärztin zurück. Mit ihr werde ich die Situation ebenfalls besprechen. Meine Mutter ist zwar diesmal auf einer psychologischen Station, die Ärztin meint aber , sie würde sich aber eher wie eine fortgeschrittene Demenzpatientin zeigen. Da liegt einfach der Hase im Pfeffer. Die Ärzte können sie gar nicht einschätzen.


Landei schrieb:
Wenn sie sich ehrlich und unverblümt zeigen würde, könnte man ihr auch helfen. So landet sie immer wieder in ein und derselben Schublade. wut


Landei schrieb:
Und sofern Sie kooperativer wäre, wäre der Weg nach Haus auch offen.


Landei schrieb:
Und dass diese Krankheit, wie immer auch ihr Name sein wird, sie so einnimmt. Und auf der anderen Seite macht sie mich auch wütend. Denn wenn sie essen und trinken würde und sie Kraft hätte und nur ein kleines bisschen einsichtig, könnte sie leben, mit ihrem Mann und ihrer Familie an ihrer Seite. Und da macht sie mich auch wütend in ihrer Krankheit, dass Menschen tagein tagaus Energie aufbauen, um aufgrund von schweren Krankheiten gesund zu werden und sie schmeißt ihres gerade ín die Tonne. Auch wenn es aus einer Krankheit heraus geschieht.


Landei schrieb:
Da ist es mir auch egal, welchen Namen das Kind bekommt, weil es immer nur um die aktuelle Situation geht.


Bei einer Krankheit geht es nicht um "Hab doch kein Fieber!". Und bei der Therapie geht es nicht um Halbwissen, bloß weil sich "Antidepressivum" gut an hört, kann es wie ein Gift wirken. Least: Die Diagnose FTD beinhaltet Symptome, die krass psychischen Krankheiten ähneln können, wie sie Deine Mutter zeigt. Dazu gehören auch mangelnde Krankheitseinsicht, kaum vorhandene typisch demente Marker, dafür aber starke Persönlichkeitsveränderungen. Und bekanntermaßen ist FTD höchstschwer medikamentös zu behandeln.

Deine Mutter ist scheinbar seit Aufenthalt in der Einrichtung extremst neben der Spur. Nahrungsverweigerung ist ein behandlungsbedürftiges Symptom und nichts, wo drüber geschimpft und getobt werden muß. Schon gar nichts, wo blind drauf los medikamentiert werden darf. Alleine das Absetzen von Medikamenten hat krasse Auswirkungen. Und hier liest sich das wie ein Gruselroman und da gebe ich kamia Recht, das hat nichts mit verantwortungsbewußtem Handeln zu tun, wenn in kürzester Zeit hardcore-Medikamente ein- und wieder abgesetzt werden, um vom nächsten hardcore Medikament ersetzt zu werden. Das verknust kaum ein junger Körper, ein alter, der seit über zehn Tagen die Nahrung verweigert hat...

So what, nobodys perfect und Deine Beweggründe sind die Richtigen. Liebe Landei, Du hast gestern so aufgewühlt und wirr geschrieben, es ist doch nicht zu übersehen, daß Du mit den Nerven am Ende bist. Aber gerade da solltest Du von Entscheidungen, die tiefgreifen, die Finger lassen. Offensichtlich sind Deine Kenntnisse um die Wechselwirkungen von Zwangseinweisungen, Aufenthaltsveränderungen, Kombi-Medikationen, Absetzen und Neu-Ansetzen von Hardcore-Medikamenten bescheiden. Macht nichts, man kann alles lernen.

Du musst dringend mal tief durchatmen, bevor Deine Mutter an einem Punkt ist, wo ihr wirklich keiner mehr helfen kann.

SOLLTE die Diagnose FTD richtig sein - und hört endlich auf, zu raten, Deine Hausärztin ist nicht vor Ort und die Verwechslungsgefahr ist hoch, das müßt ihr Fachleuten überlassen! - braucht Deine Mutter anstelle von begleitender Medikation, die eine hintergründige Rolle spielt, viel viel dringender die nicht-medikamentöse Therapie.

Und die fängt an mit Geduld, Liebe und Verständnis. Denn nach zwei Zwangseinweisungen und dazwischen dem Aufenthalt in einer Einrichtung, wo irgendwas schief gelaufen sein muss - Deine Mutter hat schliesslich ihr komplettes altes Leben verloren, muss sie erstmal wieder seelisch aufgebaut werden. Und das geht nicht mit Pillen, wenn das Umfeld nicht stimmt.

Sorry, aber das ganze wühlt mich selber auf. Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie sich Zwangseinweisung und Zwangsmedikation anfühlt. Und ich habe jahrzehntelang "studiert", um endlich bei den Ärzten mitreden zu können, was Medikation angeht und kann da gerade man für mich und Mutti reden, weil jeder Körper individuell verschieden ist ... und hier läuft grad alles schief, was geht ...

verzweifelten Gruß,
Aggi






Manches ist einfach zu wahr um schön zu sein.
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BeitragThema: Re: Dringend! Darf ich auf andere Medikmente drängen
Fr 30 März 2018, 09:59    © Landei
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Vielen Dank für eure vielen Rückmeldungen.

Und für jeden neuen Aspekt bin ich dankbar und nehme daraus ganz viel mit. Und ich versuche die derzeitge Situation ebenfalls aus verschiedenen Blickrichtungen zu betrachten.

Letztendlich komme ich aber immer wieder zu demselben Ergebnis. Sie braucht zunächst entsprechende Medikamente. Ansonsten kann mit ihr gar nicht gearbeitet werde. Und ich habe weder angeordnet, dass etwas weggelassen wird, noch habe ich angeordnet, dass etwas dazu gegeben wird. Ich habe lediglich in der Klinik nachgefragt, welche Möglichkeiten der Medikation bestehen und habe mich gleichzeitig mit der Hausärztin kurzgeschlossen. Ich versuche eine gute Kommunikation zwischen Klinik, Hausärztin und uns zu behalten.

Und ich sehe einen Menschen, der in seiner Situation im Moment in keine Schublade und in keine Diagnose passt. Und das wiederum wird mir von allen bestätigt, die nur im Ansatz versuchen mit ihr zu arbeiten.

Und mit Liebe, Geduld und Verständnis....Liebe Aggi, davon haben wir sehr viel aufgebracht und tun es ja auch weiterhin. Ansonsten würden wir ja nichts unversucht lassen.
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BeitragThema: Re: Dringend! Darf ich auf andere Medikmente drängen
Fr 30 März 2018, 10:23    © gisela
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liebes landei
niemand, aber auch niemand macht dir hier für dein tun und handeln einen vorwurf.
ich denke jeder von uns weiss , wie schwierig solche Situationen sind, und das es
manchmal nicht einfach ist sich richtig zu entscheiden (obs richtig war, weiss man eh erst hinterher)
Zitat :
Habe ich das Recht den Ärzten im KH zu sagen, dass ich sie die Medis wechseln sollen
das las sich für mich bereits nach einem entschluss deinerseits, und war in meinem post
ebenfalls nicht als vorwurf sondern nur als gedankenstütze gedacht.






    lieben gruß

                           gisela                        


mein Vorbild ?....der Löwenzahn...wenn er es schafft durch Asphalt zu wachsen...kann auch ich scheinbar unmögliches schaffen
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Landei
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BeitragThema: Re: Dringend! Darf ich auf andere Medikmente drängen
Fr 30 März 2018, 12:40    © Landei
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Das habe ich auch nicht als Vorwurf verstanden.

Und die Ausgangsfrage bezog sich auch mehr auf das Mitspracherecht oder ob ich den Ärzten dort  im KH das Feld überlassen muss. Vielleicht habe ich mich einfach undeutlich ausgedrückt.

Wir sind ja nun im Gespräch. Soviel weiter sind wir ja schon mal. DANKE!
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BeitragThema: Re: Dringend! Darf ich auf andere Medikmente drängen
Fr 30 März 2018, 15:30    © soda1964
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Liebe Landei

mit Betroffenheit und Mitgefühl lese ich deine Beiträge. Was für schwere Wochen liegen hinter euch, was für schwere noch vor euch ...
Wechselbäder der Gefühle: Hilflosigkeit, Wut, Machtlosigkeit, Frust, Pflichtgefühl, Liebe ... dies alles auszuhalten ist unsagbar schwer.

Landei schrieb:
Ich kann mich aber nicht zerteilen. Ich habe eine eigene Familie, ein heranwachsendes Kind, einen kranken Vater und einen Beruf und einen Mann nebenbei auch noch. Von den anderen Rollen die man im Leben so einnimmt mal ganz zu schweigen. Da kann sich nicht alles um meine Mutter drehen. Und um es auf den Punkt zu bringen. Würden wir sie in diesem Zustand nach Hause holen und sie keine Hilfe zulassen, reißt sie uns mit in den Abgrund. Und dazu bin ich nicht bereit.

So ist es. NIEMAND darf dies von dir erwarten oder fordern - und auch du solltest dies nicht tun zwinker Gefühle und Verstand sind zwei paar Schuhe. Die Seele braucht Zeit zu verstehen, wo der Verstand schon lange ein Schritt weiter ist. Wir hier im Forum begleiten dich auf deinem Weg, der so ist, wie er ist.

Gisela schrieb:
wir möchten, dass es unseren Eltern gut geht, aber ich denke, in unserer fürsorge übersehen wir manchmal einfach,
das das was WIR wollen nicht immer konform geht mit dem was SIE wollen.
wenn deine Mama essen und trinken verweigert..........ist es IHRE Entscheidung.
Das sehe ich genau so...

Ich denke fest an dich, liebes Landei. Wir möchten unseren Lieben - und uns - so manches Schwere ersparen ... leider ist das manchmal nicht möglich, sondern das Schwere muss durchgestanden und durchlebt werden. trösten

Herzliche Grüsse






Therese

Die wichtigsten Dinge im Leben sind keine Dinge.
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Die wahre Lebenskunst besteht darin, im alltäglichen das Wunderbare zu sehen.
Pearl s. Buck
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Dringend! Darf ich auf andere Medikmente drängen

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