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 Michas kleine Geschichten aus der täglichen Praxis

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Micha_59
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BeitragThema: Tragikomische Unterhaltung unter 'Männern' ...
Mo 04 März 2013, 21:17    © Micha_59
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Ich komme hier noch mal auf Otto K. zurück (Alzheimer - zweites Stadium damals - täglicher Spaziergang am Nachmittag)...

... Wir beide , wie Otto immer wieder betont, laufen langsam (er hakt sich bei mir unter) einen kleinen Bachlauf entlang, der zum "Schlosspark" unseres kleinen Ortes führt. Der Weg ist nur für Fußgänger und Radfahrer frei gegeben.

An einer Wegzweigung biegt ein Mann mit einem großen Schäferhund vor uns ein ... wir laufen dahinter weiter ... und Otto beobachtet den Hund intensiv ...
Ich: "Herr K., haben Sie Angst vor dem Hund ?"
Er: "Ach nicht doch, ... aber warum klemmt Der denn seinen Schwanz so ein?!" - Otto hatte früher selber einen ähnlichen Hund.
Ich: und das wirklich ... "Ich kenne den Besitzer dieses Hundes ... war mal mein Lehrer an der Schule ... und ... der Hund ist schon sehr alt!" ... Ich schaue Otto an und meine " So wie wir Beide auch!" ...
Otto: "Ach soo ... Es geht ihm also ähnlich (grinst mich an) ....

Die Worte von Otto, die ungesagt blieben ... gaben Mir sehr viel ...
... Denn Herr K. hatte von sich aus - im Stadium seiner Krankheit - ein kleines Wortspiel verstanden ... und mir den Ball zurück gespielt ...

mlG Micha

pS: Und danke flower Ann für deine "Einschätzung" meiner kleinen Geschichten ... tut gut! ...






"Der Mensch muss im Mittelpunkt stehen,
wenn man zu Rande kommen will."
(André Brie, "Die Wahrheit lügt in der Mitte"
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Micha_59
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BeitragThema: ein kleiner 'Nachschlag' zu Otto K. - Erinnerungen ...
Mo 04 März 2013, 22:09    © Micha_59
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... kommen beim Schreiben wieder hoch.

Otto und ich aßen nachmittags eine Currywurst mit Brötchen an einem Straßenstand - nahe unserer Post.
Ich hatte 'kleine' Probleme Otto davon zu überzeugen, das die Serviette nicht zum essen taugt, sondern eher das Brötchen ....

Anschließend gingen wir weiter ... und nahe der Post stand eine junge Frau, die offensichtlich auf jemandenden wartete.

Otto löste sich aus seiner (meiner) Sicherung - ging auf die Frau zu ... und fragte: "Wissen Sie auch nicht, wie Sie nach Hause kommen?"
Sie war etwas irritiert - aber als Sie mich als Begleiter registrierte - da antwortete sie sanft zu Otto: "Ich warte hier nur auf meinen Mann, der bringt mich dann nach Hause."
Otto (beruhigt und auf mich deutend): "Ansonsten hätten Sie mit Uns kommen können, denn mein Begleiter kennt sich hier in der Gegend gut aus!"

Irgendwie wie fand ich Dies gut - sagte es mir doch vieles über das (Vertrauens)Verhältniss zwischen Uns Beiden aus ...

Micha






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BeitragThema: Ende einer Chorveranstaltung ... und der "Busfahrer" ...
Di 05 März 2013, 21:45    © Micha_59
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... war Ich Exclamation
Frau Lo. - erst sein wenigen Wochen im Heim; Demenz im Stadium der örtlichen und zeitlichen Desorientierung; freundlich und 'umgänglich' im persönlichen Kontakt - möchte im 'Chaos' des Aufbruchs nach Ende der Veranstaltung auch nach Hause.
Ich gehe rein und suche mir einen Bewohner im Rollstuhl und einen 'Läufer' um sie auf ihre Etage und ihre Zimmer zu bringen.
Frau Lo. steht aus einer der hinteren Stuhlreihen auf ... und ruft mir zu: "Entschuldigung, sind Sie der Busfahrer hier ?"
Ich: "Ja Frau Lo. , so könnte man es sehen."
Sie: "Also mit der nächsten Fuhre von Ihnen müßte ich dann auch mit! Sie fahren doch nach Jüterbog ?! "
Ich: kurz in mich gehend "Aber sicher doch, ich bin gleich wieder da ..." - reiche ihr die Hand zur Bestätigung - und hole Sie gleich als nächstes ab.
Auf dem Weg zu ihrem Wohnbereich erzählt Sie mir dann: "Ich bin ja erst seit kurzem hier zugezogen ... und ... muss ich zu meiner Schande geschehen, kenne Ich nicht mal den Straßennamen und meine Hausnummer ...."
Ich: "Das ist doch nicht so schlimm .... hier stehen doch an jeder Haustür auch die Namen des Bewohners!"
Sie: etwas beruhigter ... "Mein Name ist ... (überlegt kurz) ... Lo. ..."
Ich: "Na schaun Sie mal, ich glaub wir haben die richtige Straße erwischt! ... denn hier steht an der Haustür ja Ihr Name!?"

Frau Lo. war glücklich ...

Und Ich frage mich - wofür bzw. worüber war Sie glücklich ...
... Eigentlich doch für Selbstverständlichkeiten im Umgang Miteinander ....

mlG an alle hier,
Micha






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BeitragThema: positives Gedenken ... falls es auch das Gegenteil gibt ?! .
Mo 11 März 2013, 21:43    © Micha_59
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... Frau M. ist verstorben ... 92 Jahre alt geworden ... die letzten zwei Jahre in fortschreitender Demenz und Pflegerollstuhl.
Zum 'Ende' hin nur noch im Bett ... und dieses Ende hat trotzdem noch 'einige Zeit' auf sich warten lassen ....
Aber ich bewahre mir einige Erinnerungen aus meinen Begegnungen mit Ihr auf:
- Frau M. wird nach dem Frühstück im Lichthof des Seniorenzentrums von mir und einer Kollegin begrüßt .... schaut langsam auf ... von einem Gesicht zum anderen ... und meint dann (zufrieden): " Ja mei ... so viele nette Leute um mich rum ... "
- Ich frage Sie in einem persönlichen Gespräch: "Frau M., in jeder Ehe gibt es doch jemanden, der die 'Hosen' an hat?
Wie war es denn in Ihrer Beziehung - wenn ich mal so fragen darf ?!"
Ihr Blick geht lange Zeit ins (vermeintlich) Leere ... aber dann: "Ich denke mal, das war Ich" ... Ihr Gesichtsausdruck wird irgendwie
intensiver ...
Aber den 'Rest ihrer Gedanken' teilte Sie mir nicht mehr mit.
Aus Gesprächen mit den Angehörigen habe ich erfahren, das Frau M. wirklich eine energische und durchsetzungsfähige Frau war ... die übrigens in unseren Gesprächen von Ihrem zweiten Mann (etwas jünger als Sie) sprach ... der erste Mann blieb im Weltkrieg ...

Ich habe mir noch mal die persönlichen Bilder in Ihrem Zimmer angesehen ... und mir den Gegensatz von 'Bildaussagen' im Abstand von etwa zehn Jahren vor 'Augen' geführt ... es ist schon beeindruckend ... Wie man es immer auch wertet ...






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Micha_59
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BeitragThema: Wie wahre Ich 'Distanz' in der Betreuung ?! ...
Mo 11 März 2013, 22:54    © Micha_59
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... folgende kleine Episode unter dem Titel: Wenn es nicht so peinlich wär, dann könnt ich drüber lachen. Rolling Eyes

In der Aussenwelt herrscht schlechtes Wetter, so das ich mit Frau Schw. im Haus und Rollstuhl unterwegs bin.
Sie (92 Jahre alt) schlank und zerbrechlich wirkend in ihrem 'Stuhl' ... aber sehr selbstbewusst ...
Wir 'befahren' einen Wohnbereich, deren Leiterin "extrem" beleibt ist ... und kommen am Dienstzimmer vorbei ...

Meine 'betreute' Frau Schw. blickt in Selbiges und bemerkt laut und die Frage an mich richtend:
"Na die Schwester ist aber fett hier geworden ... hat wohl nicht so viel zu tun ?! "

'Gott sei Dank' kannte ich die Wohnbereichsleiterin und hab ein gutes "Verhältniss" zu Ihr ...
aber auch wenn dem nicht so wär ...
müsste ich mich für die "Äußerung" meiner kurzzeitig Anvertrauten 'entschuldigen' ... confused ... zu dem auch noch 'Publikumsverkehr' vorhanden war affraid

mlG Micha






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Biggi
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BeitragThema: Re: Michas kleine Geschichten aus der täglichen Praxis
Di 12 März 2013, 14:16    © Biggi
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Danke, lieber Micha, ich lese deine kleinen Geschichten immer wieder gerne.

LG Biggi







-- Stärke bedeutet auch zu wissen, dass man nicht immer stark sein kann --


                        
                           
  
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Micha_59
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BeitragThema: "Besuch uns doch mal ... " ...
Do 14 März 2013, 22:01    © Micha_59
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... "du hattest es den Bewohnern der Tagesgruppe doch versprochen?! " ...
So der kleine Vorwurf meiner Mentorin während des Praktikums zur Ausbildung als Betreuungshelfer.
... Und ich musste ihr 'Recht' geben, denn irgendwie fehlte mir die Motivation hierzu, da ich, nach der Ausbildung, immer noch keine Arbeit auf diesem Gebiet gefunden habe.
... Aber ich hatte die Seniorinnen und den Senior dieser 'kleinen Tagesgemeinschaft' wirklich lieb gewonnen - Jeden auf seine spezielle Art ... und auch meine ehemalige Mentorin
und Ihre professionelle - aber auch einfühlsame - Arbeitsweise mit den Bewohnern.
Nun jeden falls, Kuchen backen war heute 'angesagt' - in (wirklich) gemeinschaftlicher Arbeit - ... und Ich zum Kaffee eingeladen.
Da konnte ich ja nur zusagen und danke sagen!
... und ... es wurde ein wunderbarer 'Tag' in der Gruppe ... von der Vorbereitung des Mittagessens über Selbiges ... Zubereiten eines Obstsalates (Äpfel,Birne,Banane,Kiwies und Apfelsine - geschnippselt) ... Mittagsruhe und individueller 'Beschäftigung' mit einer Bewohnerin ... bis hin zum gemeinsamen 'Verzehr' des selber "hergestellten" Kuchens ... flower

Der Höhepunkt für mich (gefühlt) war aber dann ein 'kleines' Geschenkt der Gruppe an mich: sechs kurze prägnante Aussagen berühmter Persönlichkeiten zum Thema: Glück ... in einer wunderbaren und schönen Form verpackt ... ein Foto schicke ich morgen mit bounce
Ich hab mich echt gefreut ... und die Aussprüche in unserer 'Runde' nochmal vorgelesen ... und WIR haben gemeinsam überlegt, was Damit wohl gemeint sein könnte Question Exclamation

Der 'absolute' Höhepunkt (gedanklich) war für mich aber die Reaktion von Frau K. (Kurzzeitgedächtnis Verlust im 10 Minuten 'Takt')

aber eine Aussage, die es in sich hatte ...

"Glück ist für mich (Sie richtet sich körperlich am Tisch beim sprechen auf) wenn ich hier, im Alter, wohnen darf und versorgt werde!
Aber auch, wenn ich etwas dazu tun kann, das sich andere Menschen hier wohl fühlen .. und ich ihnen dabei helfen kann!"
Diese kleine Ansprache dauerte zwar etwas länger - aber ich habe mir leider nur diese kurze 'Gedankennotiz' merken können ...
Sie wiederspiegelt jedoch das 'Gedankengut' von Frau K. - des öfteren geäußert - ....

Soviel für heute ... ich melde mich morgen dazu noch einmal.

mlG an Alle hier,
Micha

pS: Danke Biggi für deine aufmunternden Worte danke






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Micha_59
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BeitragThema: Hier das Foto von meinem Geschenk der 'Tagesgruppe' ...
Fr 15 März 2013, 19:59    © Micha_59
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...
/

Auf jedem Kleeblattstreifen steht ein guter und durchdachter Spruch über die Facetten des Glücks study flower

In meiner Signatur steht einer der Sprüche ... der Spruch auf den meine liebe Frau K. wie oben beschrieben reagierte.

Ganz liebe Grüße an Alle hier ... und vor allen Dingen an meine "Leser" ...
... mir hilft das Verfassen der kurzen Zeilen ...

Micha






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soda1964
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BeitragThema: Re: Michas kleine Geschichten aus der täglichen Praxis
Fr 15 März 2013, 20:42    © soda1964
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Lieber Micha,

was für eine schöne Geste, dir diese Sprüche zu schenken.

Berührend, wie die Frau K. da auf den einen reagiert hat.
Es ist so viel "Reichtum" in diesen würdigen alten Menschen ... der manchmal durch die Krankheit verdeckt und zugeschüttet wird - und dann durch so Anreize wieder hervor tritt.

Ich dass du bald eine passende Arbeit findest.

Liebe Grüsse






Therese

Die wichtigsten Dinge im Leben sind keine Dinge.
unbekannt



Die wahre Lebenskunst besteht darin, im alltäglichen das Wunderbare zu sehen.
Pearl s. Buck
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dirtsa66
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BeitragThema: Re: Michas kleine Geschichten aus der täglichen Praxis
Fr 15 März 2013, 21:10    © dirtsa66
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Lieber Micha,

Ike wunderschöne Geschichte! Ich lese dich sehr gerne.

Alles Liebe

Astrid






Anteilnehmende Freundschaft macht das Glück strahlender
und erleichtert das Unglück - Marcus Tullius Cicero
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Ele
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BeitragThema: Re: Michas kleine Geschichten aus der täglichen Praxis
Fr 15 März 2013, 23:02    © Ele
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Hallo lieber Micha,

ich finde Deine Zeilen immer total lieb! Ich kann mir richtig vorstellen, wie viel Einfühlungsvermögen Du tagtäglich bei Deinem Umgang mit Deinen Dir Anvertrauten einbringst!
Du und Deine Mitmenschen, ihr seid einfach eine "Einheit", wenn ich das mal so sagen darf! Du bringst so enorm viel Gefühl in Deine Arbeit ein!
Darf ich Dich mal fragen, wie viel Stunden Du täglich arbeitest??
Mach einfach weiter so!






Lieben Gruß,

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Michi66
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BeitragThema: Re: Michas kleine Geschichten aus der täglichen Praxis
Sa 16 März 2013, 13:37    © Michi66
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Lieber Micha,



auch ich lese Deine Zeilen hier seeeehr gerne, man kann so richtig mitfühlen, habe dank dafür:flower:
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Sterntaler444
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BeitragThema: Re: Michas kleine Geschichten aus der täglichen Praxis
Sa 16 März 2013, 14:51    © Sterntaler444
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Hallo Micha, finde es ganz toll das Du so viel über Deinen Alltag erzählzt. Ich denke es ist sehr wichtig das wir uns hier austauschen können.
Liebe Grüsse Andrea
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Micha_59
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BeitragThema: Danke schön ...
Sa 16 März 2013, 21:27    © Micha_59
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... sonne
für die lieben Rückmeldungen von Euch ...
Ich würde lügen, wenn ich Dies nicht brauchen würde!

Liebe Therese, du schriebst:
Zitat :
"Es ist so viel "Reichtum" in diesen würdigen alten Menschen ...
... man muss Diesen ... wie Du sehr richtig bemerkst ... nur (manchmal) wieder hervor holen - an die Oberfläche bringen ...

Liebe Gabi, betreffs deiner Zeile:
Zitat :
"Du und Deine Mitmenschen, ihr seid einfach eine "Einheit", wenn ich das mal so sagen darf!
So hast du sicherlich recht ... aber auch erst 'entstanden' über einen längeren Zeitraum.
Und Ich hatte die Chance - über mittlerweile fast fünf Jahre - in ein und demselben Betrieb zu "arbeiten".
Die Anführungszeichen deshalb, weil es immer über Arbeitsamtmaßnahmen geschah (ABM, MAE, CoCo und jetzt wieder Ehrenamtlich)

Zitat :
"Darf ich Dich mal fragen, wie viel Stunden Du täglich arbeitest??"
Natürlich darfst du, Gabi...
... entsprechend der jeweiligen Struktur der "Maßnahmen" schwankte die Arbeitszeit zwischen 4 bis 7 Stunden.
Und diese Zeit war intensiv und anstrengend genug ... um zu 'Verstehen', warum in der familiären Betreuung manchmal (oft) gewisse Sachen im 24 Stunden Takt nicht mehr - oder sehr schwer - zu realisieren sind.

Danke 'Michi66' für das :
Zitat :
seeeehr gerne (lesen)
aber wie von mir schon 'angemerkt' ... auch mir hilft dieses 'schreiben' der täglichen kleinen Episoden im Erleben mit den Mitmenschen, die (leider) auf der Reise in's Vergessen sind ...

Grüß dich Andrea (Sterntaler444): du schriebst ...
Zitat :
"Ich denke es ist sehr wichtig das wir uns hier austauschen können."
Da stimme ich dir vollkommen zu und freue mich, dich hier im Forum kennen lernen zu dürfen flower

Ganz liebe Grüße und Danke für die Reaktionen auf meine par Zeilen ..
von Micha






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Micha_59
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BeitragThema: Beobachtungen am "Rande des Weges" ...
Di 21 Mai 2013, 21:26    © Micha_59
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Am Pfingstsonntag waren wir von meinen Eltern zu einem Mittagessen in eine spezielle "Spargelgaststätte" eingeladen worden.
Diese lag etwas über 30 km von unserem Wohnort entfernt.
Als wir unseren Tisch dort eingenommen hatten, da bemerkte ich am Nachbartisch ein 'Trio' älterer Damen, die gerade ihre Bestellung bekamen. Drei große Forellen-Teller ... "nun, die Damen haben aber einen guten Geschmack und auch Appetit" dachte ich mir ...
... und widmete mich wieder unserer Runde.
Aus den 'Augenwinkeln heraus' beobachtete ich aber automatisch immer auch den Nachbartisch ... und bemerkte die unterschiedlichen Grade an "Defiziten" der Frauen beim gemeinschaftlichen Essen ... und ... sie halfen sich gegenseitig - mit Ratschlägen und auch Handlungen - diskret und leise ... ein eingespieltes Team ...

Aber auch meiner Mutter (79) entgingen meine Blicke nicht ... und sie fragte mich mal wieder: ob ich - betreffs meiner Arbeit - auch Sie beobachten und 'einschätzen' würde ... jedenfalls hätte sie manchmal so das Gefühl ... aber im Fall der Fälle würde Sie sich bei mir gut aufgehoben fühlen.
Doch dies ist ein anderes Thema.

Das besagte Trio (schätzungsweise zwischen 82 und 86 Jahren alt) beendete jedenfalls das Essen und - auf nette Nachfrage der Kellnerin - ließen sie sich die "Reste" des guten Essens einpacken zum mitnehmen ...und begaben sich langsam auf den Weg von der Terrasse zum Ausgang des Restaurants. ... Und ich fragte mich unwillkürlich ... wie kommen die Damen denn jetzt von hier weg ?!
Es war ein kleines Dorf - kein "Heim" vorhanden - und von einem Anderen bzw. Taxi wurden sie offensichtlich auch nicht abgeholt?!
also ... muss ich zu meiner 'Schande' gestehen ... folgte ich ich ihnen kurz danach um zu sehen, wie sie sich nun weiter "fortbewegten" ...
Zu meinem großen Erstaunen (halb positiv - halb zweifelnd) begaben sie sich zu einem Auto auf dem Parkplatz vor dem Restaurant ... und eine der Seniorinnen holte den Autoschlüssel aus der Handtasche ... und ich wusste "Bescheid" ... und zog innerlich den 'Hut' vor den drei Damen ...

Es sei angemerkt, das ich das Prozedere des 'Einsteigens - Anschnallens und Abfahrens' noch mit Interesse beobachtet habe ... alles braucht eben seine Zeit ... und auch das Manöver des rückwärtigen Ausparkens war nicht so ohne ... aber nichts passiert ...
... und das 'Trio' war mir - mit dem derartigen Ausflug - sehr sehr sympatisch!!

mlG Micha






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BeitragThema: Re: Michas kleine Geschichten aus der täglichen Praxis
Di 21 Mai 2013, 22:34    © Ele
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...ist doch bewundernswert auch zum Teil, wenn sich so ein Trio dies alles noch zumutet!!
Nur mit dem Autofahren habe ich immer so meine Bedenken! Hat mein Papa auch nicht lassen wollen!!
Einmal sagte er zu mir: "in meinem Auto fühl ich mich so sicher und wohl, wie in meinem Bett!" Ich dachte nur, ja du! - und die restlichen Verkehrsteilnehmer?






Lieben Gruß,

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Micha_59
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BeitragThema: "nach Hause gehen - kommen " ...
Do 23 Mai 2013, 21:58    © Micha_59
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... für Menschen mit Demenz ab einem gewissen Stadium ein sehr wichtiges Thema ... oft aber aber vom Pflegepersonal missverstanden?!

... und - muss ich gestehen - auch manchmal von den Betreuungskräften ... auch mir war der nun folgende 'Aspekt' nicht wirklich bewusst!

Eine - von mir sehr wertgeschätze Kollegin - erzählte mir heute morgen von einem Gespräch mit einem Bewohner/in, die/der auf "jeden Fall" demnächst nach Hause wollte ...
... Standard ist ja: Das Heim ist nicht ihr 'zu Hause' ... also will Sie/Er in das ursprünglich bzw. letzte 'Zuhause' ....

Doch in diesem Fall (speziell oder nicht?!) stellte sich im 'vertrauensvollen Gespräch' heraus ... es war nicht das ursprüngliche 'zu Hause' gemeint ... vielmehr meinte Sie/Er den Ort , an dem sich alle die Bekannten und Verwandten befanden ... die real nicht mehr 'da waren' ... aber auf den "Zuwachs - Zugang" des Bewohners warteten!

Ein Ausdruck des "Wartens auf Denjenigen, der dann zum Schluss anklopft" ... auf eine Weise formuliert ... darüber habe ich bisher noch nicht nachgedacht ...
hat mich aber (mal wieder) sehr nachdenklich gemacht ... ein neuer 'Aspekt' eines all bekannten 'Themas' ...

mlG an alle Foris hier,
(der) Micha






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BeitragThema: Re: Michas kleine Geschichten aus der täglichen Praxis
Do 23 Mai 2013, 23:25    © Ele
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Hallo Micha,

die Aussage diesen "Zuhauses", ist mir schon öfter untergekommen, bzw auch "ich will heim!"
Da meinen viele ältere Menschen mit die letzte Ruhestätte; bzw. eben zu ihren Vorangegangenen gehen zu dürfen!






Lieben Gruß,

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Tina
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BeitragThema: Re: Michas kleine Geschichten aus der täglichen Praxis
Fr 24 Mai 2013, 08:00    © Tina
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[quote="Micha_59Eine - von mir sehr wertgeschätze Kollegin - erzählte mir heute morgen von einem Gespräch mit einem Bewohner/in, die/der auf "jeden Fall" demnächst nach Hause wollte ...
... Standard ist ja: Das Heim ist nicht ihr 'zu Hause' ... also will Sie/Er in das ursprünglich bzw. letzte 'Zuhause' ....
[quote]



Das "nach Hause wollen" ist ein altes Phänomen. Das wollte auch mein Opa kurz vor seinem Tode, und der war nicht dement.

Allerdings gibt es auch bei dementen Menschen den Wunsch des nach Hause fahren wollens, obwohl sie noch in ihrem häuslichen Umfeld leben.

Ich denke mir mal, dass in den Fällen das zu Hause einfach nicht mehr als solches erkannt wird. Viell. weil man gerade in einer anderen Zeit.






Schöne Grüße von Tina sunny
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Micha_59
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BeitragThema: "Sie ... Sie sind doch ein Spinner!" ...
Mo 27 Mai 2013, 23:14    © Micha_59
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... Eine Aussage, die ich manchmal (arbeitstechnisch Wink ) gerne höre und demzufolge auch bewusst 'provoziere'!

Ich habe in meinem Wirkungskreis ein Ehepaar, das seit etwa drei Jahren im Heim lebt - wohnen kann ich nicht so behaupten, da Sie im "Betreuten Wohnen" untergebracht ist und Er im stationären Bereich - aber beide Bereiche befinden sich in einem Wohnkomplex.
Frau und Herr O. sind gleichaltrig - stolze 83 Jahre - aber die geistigen Defizite sind bei Ihm (offensichtlich) größer als bei seiner Frau.
Aber beide sind von einer voranschreitenden Demenz betroffen - nehmen es mittlerweile "gelassen" ... und freuen sich wirklich sehr, wenn sie über unseren Betreuungsdienst ab und an mal die Gelegenheit haben aufeinander zu 'treffen' .... was über das Pflegepersonal (für Ihn zuständig) und die Sozialstation (für Sie zuständig) nicht selbstverständlich ist.

Nun, wie auch immer, Frau O. kann so was von herzlich und mit tränenden Augen lachen ... wenn ich Ihr Scherzfragen stelle oder leicht verständliche (manchmal auch etwas anzügliche) Witze erzähle ... bei letzterem lacht dann auch ihr Mann mit ... es ist eine wahre Freude, wie Beide dann kurz aus ihrem "normalen" Alltag heraus kommen trösten

Ein "Standard" ist es dann mittlerweile geworden, das ich Frau O. zum Schluss der "Sitzung" frage:
"Ich hab aber heute mal wieder einen 'Quatsch' erzählt Question "
Sie lacht dann wieder herzlich ... und formuliert den ersten Teil des Satzes: "Sie ... (lacht) ... sie sind ein ... (lacht wieder und schaut mich an) ...
Und ich: "Sagen Sie es ruhig Frau O. ... ich kann es vertragen bounce "
... und dann kommt der Satz, der in der Titelzeile steht ...
... und damit kann ich durchaus leben! flower






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BeitragThema: "Sie ... Sie sind doch ein Spinner!" ...
Mo 27 Mai 2013, 23:14    © Micha_59
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... Eine Aussage, die ich manchmal (arbeitstechnisch Wink ) gerne höre und demzufolge auch bewusst 'provoziere'!

Ich habe in meinem Wirkungskreis ein Ehepaar, das seit etwa drei Jahren im Heim lebt - wohnen kann ich nicht so behaupten, da Sie im "Betreuten Wohnen" untergebracht ist und Er im stationären Bereich - aber beide Bereiche befinden sich in einem Wohnkomplex.
Frau und Herr O. sind gleichaltrig - stolze 83 Jahre - aber die geistigen Defizite sind bei Ihm (offensichtlich) größer als bei seiner Frau.
Aber beide sind von einer voranschreitenden Demenz betroffen - nehmen es mittlerweile "gelassen" ... und freuen sich wirklich sehr, wenn sie über unseren Betreuungsdienst ab und an mal die Gelegenheit haben aufeinander zu 'treffen' .... was über das Pflegepersonal (für Ihn zuständig) und die Sozialstation (für Sie zuständig) nicht selbstverständlich ist.

Nun, wie auch immer, Frau O. kann so was von herzlich und mit tränenden Augen lachen ... wenn ich Ihr Scherzfragen stelle oder leicht verständliche (manchmal auch etwas anzügliche) Witze erzähle ... bei letzterem lacht dann auch ihr Mann mit ... es ist eine wahre Freude, wie Beide dann kurz aus ihrem "normalen" Alltag heraus kommen trösten

Ein "Standard" ist es dann mittlerweile geworden, das ich Frau O. zum Schluss der "Sitzung" frage:
"Ich hab aber heute mal wieder einen 'Quatsch' erzählt Question "
Sie lacht dann wieder herzlich ... und formuliert den ersten Teil des Satzes: "Sie ... (lacht) ... sie sind ein ... (lacht wieder und schaut mich an) ...
Und ich: "Sagen Sie es ruhig Frau O. ... ich kann es vertragen bounce "
... und dann kommt der Satz, der in der Titelzeile steht ...
... und damit kann ich durchaus leben! flower






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Micha_59
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BeitragThema: Zeit'spalten' in einer ehelichen (Fern-)Beziehung ...
Di 11 Jun 2013, 23:02    © Micha_59
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... im Seniorenheim und "näherer" Umgebung ...

Ich beziehe mich in der folgenden Episode noch einmal auf das Ehepaar in meinem Beitrag vom 27. Mai diesen Jahres:

Über die Kinder haben "wir" den indirekten Auftrag, die Eltern so oft wie möglich 'irgendwie' (also geplant) zusammen zu bringen.
Es klappt manchmal auch sehr gut ... und beide freuen sich über das "Zusammentreffen" ... aber manchmal geht es auch schief ...
... hier ein Beispiel dafür:
Beide treffen aufeinander ... Sie zeigt ihre Freude ... aber Er wendet sich ab und sagt (zu mir blickend) "Kennst du Die ?!"
Folgender kleine Dialog zwischen Ihm und mir ... vorher begab ich mich etwas abseits von seiner Frau ... sagte Ihr aber: "Tut mir jetzt leid, aber ich muss mit Ihrem Mann mal kurz unter fünf Augen reden!" ... fragender Blick ihrer seits ... "Na, Frau O., unsere vier Augen und mein Hühnerauge!" ... Sie lacht ... und lässt uns "ziehen" ... und wird von einer Kollegin kurzfristig abgelenkt ...

Ich: "Meister" O. (früher Meister im Reichsbahnausbesserungswerk) - kennen sie diese nette Frau denn wirklich nicht?"
Er: "Hat sich mir noch nicht vorgestellt." ... lacht leise vor sich hin ... kurze Zeit überhaupt keine sichtbare Reaktion von ihm ...
Ich: warte ab, da ich Herrn O. schon einige Zeit fast jeden Tag begleite ... und er (bei gutem Allgemeinbefinden) schon so manche "Storry" von Früher aus seinem Leben erzählt hat ... Eisenbahner - Meister - Lehrausbilder ...
... und dann erzählt Er von eben dieser Zeit ... eine Zeit, in der es seine Frau noch nicht gab ... ...

Führ Ihn (momentane) Realität - für seine Frau schmerzhaft!
Zwar hat Sie auch gewisse geistige Defizite ... aber Dies kann Sie noch realisieren.

Als ich Herrn O. wieder zu seiner Frau "bringe" ... umarmt Sie ihn (wirklich) herzlich und sagt: "Mann! Du redest manchmal aber auch einen Blödsinn." ... Wir gehören doch zusammen?! "

Ich kann jetzt nicht definitiv behaupten, das Er mit dieser Aussage (seiner Frau) etwas "anfangen" konnte ... aber Er wendete Ihr sich emotional sichtbar zu!

Und dies war schön zu beobachten ... Manchmal komme ich mir dann fast wie ein heimlicher Beobachter vor ...

mlG Micha









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Micha_59
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BeitragThema: "Es war einmal, vor langer Zeit (DDR)" ...
Do 13 Jun 2013, 22:21    © Micha_59
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... da wurde eine Brille noch von der Gesetzlichen Krankenkasse (SVK) bezahlt. 

Diese kleine Geschichte führte mir heute wieder vor Augen, wie tief solch ehemaligen "sozialen Errungenschaften" noch in den Köpfen der momentanen Bewohnerschaft eines "Seniorenheims" verwurzelt sind.

Ich fahre heute Vormittag mit Frau X. vom Heim in das Zentrum unserer kleinen Stadt. Etwa einen Kilometer mit dem Rollstuhl über schlechte Bürgersteige ... und Frau X. ist nicht gerade ein "Leichtgewicht" ... doch Dies nur nebenbei ...
... Frau X. ist erst seit kurzer Zeit im Heim, auf Grund ihrer starken Einschränkungen in der Beweglichkeit. 
Geistig macht Sie aber einen 'klaren' Eindruck, jedoch mit stark depressiven Zügen .... 
Im Vorgespräch des kleinen Ausflugs wurde vereinbart, das Sie zum Optiker wollte um sich eine neue Brille machen zu lassen. Der letzte Besuch beim Optiker lag mindestens drei Jahrzehnte zurück ... nach Ihren Angaben ... und über Ihre finanziellen Möglichkeiten wusste ich nichts genaues.

Das Fachgeschäft bzw. die Verkäuferin begann ein "normales" Verkaufsgespräch ... danach Sehtest ... Festlegung der Gläser (letztendlich Gleitsicht und entspiegelt) ... eine viertel Stunde aussuchen des richtigen Gestells ...
... und  dann ... die Bekanntgabe des Preises ... knappe 300 Euro !!



Als meine Frau X. dies hörte, sagte sie doch ... "Ich habe aber gar kein Geld!
Die Verkäuferin schlagartig perplex ... ich in etwa auch ...

"Ja wie haben Sie sich denn die Finanzierung vorgestellt?!" - "Na, das zahlt doch die Krankenkasse ! " 

::nein:: von Seiten der Verkäuferin ... und ein Wenig auch in meinem 'Inneren' ... zwecks meiner persönlichen Einschätzung von Frau X. .... 


Letztendlich waren Verkäuferin und Kundin ziemlich genervt und unzufrieden ...

Dies hätte sich aber durch eine Eingangsfrage der Verkäuferin verhindern lassen: "Wie viel Geld wollen Sie denn für ihre neue Brille ausgeben? 


pS: Es wurde von Seiten des Geschäfts nicht einmal die (doch wichtige) Frage nach gesundheitlichen Befindlichkeiten gestellt!! Wie etwa Bluthochdruck und Diabetis ... Was ja wohl zu mindestens einen Befund des Augenarztes voraus gesetzt hätte ... denn von beiden ist Frau X. betroffen ...


Micha






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Marie
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BeitragThema: Re: Michas kleine Geschichten aus der täglichen Praxis
Do 13 Jun 2013, 23:35    © Marie
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Hallo Micha,

300 € für eine Brille? Was ist das denn für ein Laden?

Ich habe vorige Woche einen Sehtest machen lassen (kostenlos) und benötige alle Brillen neu, d.h., zwei Lesebrillen und zwei Fernbrillen. Eine der Fernbrillen wird eine Sonnenbrille. Gläser natürlich entspiegelt. Sonnenbrille 17,-€ als Sonderangebot, die anderen je 43,-€.  Es gibt heutzutage durchaus kleidsame kostenlose Gestelle.

Was ist aus der Brille für die alte Dame geworden?






von Marie
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dirtsa66
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BeitragThema: Re: Michas kleine Geschichten aus der täglichen Praxis
Fr 14 Jun 2013, 06:03    © dirtsa66
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Liebe Marie, liebe Micha,

Was die Geschichte so teuer macht ist die Gleitsicht, da kann ich ein Lied von singen. Ich bin stark kurzsichtig und leider auch schon altersichtig. Normale Brille und Lesebrille geht wegen der Arbeit nicht, ich muss in allen Entfernungen zumindest einigermassen gut sehen. perfekt wird es eh nicht.

Meist ist es aber so dass sich die älteren Leute gar nicht mehr an eine Gleitsichtbrille gewöhnen können. Ich versteh nicht, dass die Dame in dem Geschäft keine Alternativen angeboten hat. Eben wie du sagst Marie eine Lesebrille und eine Fernbrille. Da gibt es wirklich schon sehr Günstiges (wie das mit der KK in Deutschland ist, weiss ich nicht, bei uns kann man die bei Brillen vergessen).

Aber die Dame beim Optiker wollte halt ein Geschäft machen ::nein::. Ich würd es noch einmal woanders versuchen (Hartlauer, Fielmann, Pearle). Es darf einfach nicht am Geld scheitern.

Meine Brille ist übrigens vom Fachoptiker und die meiner Mama auch. meine war zwar teuer, aber die von Mama durchaus günstig, ganz normale Brille halt - das sollte auch beim Fachoptiker günstig gehen.

Alles Liebe

Astrid






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Michas kleine Geschichten aus der täglichen Praxis

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